Gedankensprung: Jackie Chan

Da Jackie Chan letzte Woche den Oscar für sein Lebenswerk erhalten hat und ich zufällig zur gleichen Zeit seinen neuen Film Skiptrace gesehen habe, dachte ich Mal, dass es an der Zeit wäre, über meinen Lieblingsschauspieler zu schreiben.
Es gibt nur wenige Schauspieler, von denen ich behaupten kann, sämtliche Filme gesehen zu haben. Und es gibt nur eine Person der modernen Popkultur, von der ich eine Biographie gelesen habe. Jackie Chan war als Kind neben Bud Spencer & Terence Hill mein Liebling, als Jugendlicher hielt er problemlos seinen Platz neben Schwarzenegger, Stallone & Van Damme und heute ist er neben Hanks, Gordon-Levitt & DiCaprio der einzige Schauspieler, der mich allein durch seinen Namen auf einen Film aufmerksam macht. Weil er mich eben seit jeher begleitet und fasziniert hat, habe ich auch seine Biographie in die Hand genommen, die sehr interessant ist und mich zu einem noch größeren Fan hat werden lassen. Er ist einer der spendenfreudigsten Prominenten der Welt, der sich intensiv für Kinder und Kinderrechte einsetzt. Noch ein Punkt, warum ich ihn so mag.
Seit Kindesbeinen an bewundere ich seine Stunts, seine untypisch choreographierten Kämpfe und seinen Humor. Dass man kein guter Schauspieler sein muss, um gute Filme zu machen, hat er oft bewiesen und wer schaut denn einen seiner Filme schon wegen Drama und Plot? Die wenigen ernsten Filme von ihm sind allesamt bei den Kritikern durchgefallen, der Tiefpunkt war die Neuverfilmung von Karate Kid. „Schuster, bleib bei deinen Leisten.“, muss man Jackie immer wieder erinnern und zum Glück sind es nur wenige Filme, wo er seine nicht vorhandenen schauspielerischen Talente präsentiert. Nein, er macht Action-Komödien und ist in diesem Genre der unumstrittene König.
Extra erwähnen sollte man natürlich, auch wenn das schon jeder weiß, dass Jackie sämtliche Stunts selber macht, auch wenn sie noch so gefährlich, extravagant und haarsträubend sind. Gerade dieses Engagement, das ihm schon viele Verletzungen eingebracht hat, macht den speziellen Charme seiner Filme aus.

Vor einigen Jahren war er geheim in Wien auf Urlaub. Ein Fan hat ihn erkannt und natürlich rasch um ein Foto gebeten. Dieses Foto ist dann veröffentlicht worden und als ich es gesehen habe, traute ich meinen Augen nicht. Es ist direkt unter meinem Büro geschossen worden. Hätte ich nicht gerade auf meinen Computer geblickt, sondern aus dem Fenster geschaut, hätte ich Jackie Chan gesehen. Ich lüge nicht! Ich erinnere mich noch gut, wie ich einige Minuten reglos auf dieses Foto gestarrt habe und dann wochenlang jeden Tag aus dem Fenster spähte. So unproduktive Wochen hatte ich selten. Man kann sich nur schlecht vorstellen, was für ein großer Jackie-Fan ich bin und wie ich mich bei dieser Entdeckung gefühlt habe.

Was sind nun aber meine Lieblingsfilme?
In seiner Frühzeit, als er noch die klassischen Kampfsportfilme drehte, waren Drunken Master – Sie nannten ihn Knochenbrecher, Der Meister mit den gebrochenen Händen und Meister aller Klassen sicher die besten. Als er dann zu einem internationalen Star aufstieg und endlich außerhalb Hong Kongs drehte, entstand Mission Adler – Der starke Arm der Götter, mein absoluter Lieblingsfilm mit Jackie Chan. Ebenso sehr zu empfehlen aus dieser Zeit sind Jackie Chans Erstschlag und Jackie Chan ist Nobody. Anschließend kommen dann die Hollywoodproduktionen (z.b. Rush Hour oder Shang-High Noon), wo er übrigens aus versicherungstechnischen Gründen die meisten Stunts nicht selber machen durfte. Die Filme aus dieser Phase haben sicherlich die höchste Produktionsqualität, gefallen mir aber nicht so wie seine eigenen internationalen Produktionen. Seine anschließenden Eigenproduktionen sind leider allesamt nicht so gut. Ich würde seinen letzten Film Skiptrace sogar als den besten dieser vierten Phase bezeichnen.
Ich habe auch die Dokumentation gesehen, in welcher er verschiedene Stunts präsentiert und erklärt. Das witzige dabei ist, wie er immer wieder Hollywood kritisiert, wo alles unnötig teuer ist, unrealistisch geplant wird und am Ende an einem Drehtag in einer vorgegebenen Zeit schnell-schnell gemacht wird.
In einem Interview hat er einmal erklärt, dass er bei Jackie Chans Erstschlag eine Szene gedreht hat, wo er Müll von der Straße aufklaubt und in die Tonne daneben wirft, weil er sich seiner Vorbildwirkung bewusst ist und hofft, damit andere Leute ebenfalls dazu zu motivieren. Das ist doch einfach nur toll.

Mehr kann man über Jackie nicht sagen. Ich würde jedem seine Biographie
empfehlen, weil er echt ein faszinierendes Leben geführt hat. Und natürlich all seine Filme.

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5 Antworten zu Gedankensprung: Jackie Chan

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