Gedankensprung: Die Bücher meiner Kindheit / Jugend

Nachdem ich letzte Woche über die Anfänge meines Spielens nachgedacht hatte, habe ich mir überlegt, das gleiche zu meinen Büchern zu machen.
Die ersten Bücher, an die ich mich konkret erinnern kann, waren die Leselöwen– und Was ist was – Bände, sowie sämtliche Disney-Bücher zu den Filmen. Auch wenn das die ersten Bücher sind, an die ich mich erinnere, sie in Händen gehalten zu haben, war es doch etwas anderes, das mich geprägt hat. Meine Nachbarin hat ihrem Sohn und mir nämlich immer die Bücher von Auguste Lechner vorgelesen, also die jugendgerecht aufbereiteten Sagen und Mythen der Antike und des Mittelalters. Ich war dann in der Schule der Einzige, der all die Geschichten um Herkules, der Odyssee und vom Goldenen Vlies bis zu den Sagen um König Artus, die Nibelungen und Parzival kannte. Später habe ich all diese Bücher dann noch einmal selbst gelesen, aber dieses Vorlesen damals war der entscheidende Faktor, der mich beeinflusst und meine Liebe zur Literatur, zu Geschichten und Abenteuern geweckt hatte. Im Gegensatz zu meinen Schulkollegen strebte ich schnell dicke Bücher an, weil ich mehr Abenteuer erleben wollte. Meine Favoriten waren dann schnell verschiedene Kinder-Krimi-Reihen, speziell die Knickerbocker-Bande von Thomas Brezina hatte es mir angetan. Die hatte auch sehr viel mit meiner späteren Reiselust zu tun. Ebenso in guter Erinnerung sind mir die Quintus-Bücher von Hans Dieter Stöver geblieben. Ansonsten tue ich mich sehr schwer, mich an konkrete Bücher zu erinnern, die ich gelesen habe. Nur zwei Werke haben mir so gut gefallen, dass ich sie wohl nie vergessen werde: Hüter der Erinnerung von Lois Lowry und eines, dessen Titel und Autor ich nicht mehr weiß. Es spielte in einem kleinen Dorf in Schottland. Ein Mann wird ermordet und ein kleiner Junge will den Mörder finden. Man folgt ihm bei seiner Detektivarbeit, nur um am Ende zu merken, dass er immer die falschen Schlüsse gezogen hat, während sein Bruder, ein Jurisprudenz-Student, den wahren Mörder offenbart. Ich habe diese beiden Bücher einfach super gefunden und denke auch heute noch manchmal daran zurück.
Erst dann die Bücher ab meiner Gymnasialzeit sind mir ziemlich vollständig in Erinnerung geblieben und ich muss an dieser Stelle meinem ersten Deutschlehrer danken, der uns immer sehr tolle Bücherlisten gegeben hat, was ich von den späteren Deutschlehrern nicht behaupten kann. Dadurch stieß ich auf Fluchtstücke von Anne Michaels, was ich auch heute noch zu meinen Lieblingsbüchern zähle, oder Herr der Fliegen von William Golding. Außerdem brachte er mich in Kontakt mit Hesse, Zweig, Frisch, Dostojewski und vielen anderen bekannten Autoren, aber nicht auf eine standardisierte, unmotivierte Art, sondern angenehm ungezwungen und mit einer ansteckenden Leidenschaft.
Meine eigene Biographie zeigt, wie wichtig Personen sind, um Leidenschaften zu entfachen. Ich weiß nicht, ob ich ohne jene Nachbarin oder diesem Deutschlehrer zu so einer Leseratte geworden wäre. Mein Bruder war nie bei unserer Nachbarin, ging dann in eine andere Schule und hat in seinem Leben wohl nicht mehr als eine Handvoll Bücher gelesen.

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