Film: Braut Sabina (Originaltitel: Келинка Сабина) 1 (2014) + 2 (2016)

Komödie aus Kasachstan. Aber nur lustig, wenn man den Hintergrund kennt.
Komödie mit und von Nurtas Adambay. 103 Min.
Inhalt: Der Film erzählt vom Schicksal des Stadtmädchens Sabina, die sehr gerne einen arabischen Scheich heiraten und nach Dubai ziehen möchte. Doch ihr Leben ändert sich drastisch, als sie vom Hirten Zhanibek ins Dorf Zhugery entführt wird. Die beiden heiraten und Sabina denkt nur noch über ihre Flucht nach, während sie die lokalen Traditionen lernen muss.
Zunächst wird man mal geschockt, dass Sabina eigentlich ein männlicher Schauspieler ist, der eine Frau spielt. Das würde eigentlich überhaupt keinen Sinn machen, wenn man nicht wüsste, dass dieser Film auf der Sketch-Comedy-Serie KZlandiya basiert, der Bullyparade von Kasachstan. In diesem Sinne ist das also voll in Ordnung und er spielt ja auch sehr lustig.
Die zweite Information ist, dass in Zentralasien früher Frauen einfach entführt und zwangsverheiratet wurden. Die Familie der Frau wurde dann vor vollendete Tatsachen gestellt und mit irgendwelchen Geschenken entschädigt. Heutzutage kann das in ländlichen Gegenden schon noch vorkommen, aber dann weiß die Frau normalerweise bereits, dass sie entführt werden wird, sie spielt einfach bei der Tradition mit. Während es in Kasachstan wirklich nur noch eine traditionelle Aktion mit vorherigem Einverständnis ist, ist Brautraub in Kirgistan auch heute noch ein soziales Problem. Doch dieser Film stammt ja aus Kasachstan, nicht aus Kirgistan und daher kann man so etwas hier ganz unbefangen und humoristisch in einem Film bearbeiten.
In diesem Film geht es also um ein reiches, verwöhntes Stadtmädchen, das gezwungen wird, auf einem schäbigen Bauernhof zu leben. Diese Prämisse garantiert einige lustige Momente, wobei ich mir nicht sicher bin, ob Seher, die von der kasachischen Kultur nichts wissen, auch wirklich bei jeder Szene lachen können. Es gibt aber genug Szenen, die über die kulturellen Grenzen hinausgehen, wenn sie etwa mit Kreide auf einer alten Metallwand sehnsüchtig ein Facebook-Profil hinaufmalt und dann mit der Nachbarin, einer ebenfalls entführten Braut, dort chattet.
Die Moral am Ende des ersten Teils hätte in Hollywood nicht besser produziert werden können, aber es ist eine Komödie, also kann man da drüber hinwegblicken, denn bis dahin war es ein großer Spaß.
Der zweite Teil ist dann nicht mehr so witzig, weil die Prämisse ja nicht mehr funktioniert. Er bietet aber doch noch einige nette Szenen und es ist durchaus interessant zu sehen, wie sich die Charaktere entwickelt haben. Hier kämpft das Dorf gemeinsam gegen eine Ölfirma, was durchaus aktuell in Kasachstan ist.
Fazit: Auch wenn kein überragender Film bietet er sich gut an, um das ländliche Kasachstan auf lockere Art kennenzulernen.

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