Spiel: Fate Flip – Verschollen (Frosted Games)

Cooler Mechanismus mit kleinen Schwächen.
Von Johannes Krenner (ca. 35 Min.; 1 Spieler)
Verschollen entführt den Spieler in ein packendes, kartenbasiertes Solo-Abenteuer, das die Geschichte eines Schiffbruchs erzählt. Man erwacht an einem Sandstrand, die Sonne brennt auf dem Rücken, und das Meersalz juckt im Mund. Die Erinnerung an die riesige Welle, die einen über Bord gespült hat, ist noch frisch. Schnell verliert man das Schiff aus den Augen, doch man hat Glück, überhaupt am Leben zu sein. Von hier aus beginnt die große Frage: Wo bin ich? Ist die Insel bewohnt, fahren hier Schiffe vorbei, und werde ich es schaffen, zurück in meine Heimat zu kommen?
Das Spiel ist in mehrere Kapitel unterteilt, in denen die Hauptfigur zunächst versucht, die Insel zu verlassen, dann auf einen Stamm Eingeborener trifft und schließlich auf einem Schiff in die Heimat zurücksegeln möchte. Die Geschichte entfaltet sich durch das Lesen von Karten, auf denen man immer wieder Entscheidungen trifft. Diese beeinflussen den Spielverlauf und die Konsequenzen werden sofort oder später sichtbar, was dem Ganzen einen „Choose Your Own Adventure“-Charakter verleiht. Insgesamt warten 13 verschiedene Enden darauf, entdeckt zu werden.
Verschollen ist dabei mehr als nur eine reine Geschichte: Es ist eine gelungene Mischung aus Puzzle, Abenteuer und Ressourcenmanagement. Die Spielmechanik ist einfach und intuitiv, dennoch clever gestaltet. Die Statistiken und Ressourcen, die man im Laufe des Spiels sammelt und verwaltet, werden übersichtlich durch Karten mit Büroklammern dargestellt, die stets ihren Platz behalten und einen guten Überblick ermöglichen. Die Kapitel sind klar strukturiert, sodass man zwischendurch speichern kann und an Kontrollpunkten weitermacht. Ideal für ein Spiel, das sich gut in kurzen Sessions spielen lässt.
Besonders positiv hervorzuheben ist die Vielfalt der Erzählstränge, die bei jedem Durchgang neue Erfahrungen bieten. Auch wenn das Spiel minimalistisch daherkommt – mit wenigen Regeln und einem kleinen Platzbedarf – erzeugt es eine fesselnde Atmosphäre. Die verschiedenen Strategien, die man ausprobieren kann, machen den Wiederspielwert hoch, und es ist ein tolles Solo-Spiel für alle, die narrative Abenteuer mögen oder sogar für jene, die normalerweise eher skeptisch gegenüber solchen Spielen sind. Die wunderschön gestalteten Karten-Illustrationen tragen ihren Teil zur Immersion bei.
Kleine Kritikpunkte gibt es: So sind einige Zufallselemente eingebaut, bei denen Karten zufällig ins Deck gemischt werden. Das bedeutet, dass man manchmal Pech haben kann und bestimmte Enden oder Karten nicht erreicht. Auch an manchen Stellen verläuft die Story nicht ganz flüssig weiter, je nachdem, welche Entscheidungen man getroffen hat. Für so kleine Unstimmigkeiten kann man aber durchaus mal ein Auge zudrücken, zumal der Titel „Fate Flip“ perfekt zur Spielmechanik passt, bei der das Schicksal mit einer Portion Glück eine wichtige Rolle spielt.
Insgesamt ist Verschollen ein kleines, feines Abenteuer, das leicht zu erlernen und flott spielbar ist. Es macht Spaß, die Karten zu lesen, die Entscheidungen zu treffen und immer wieder neue Wege zu entdecken. Mit 13 Enden und zahllosen Möglichkeiten, das Spiel zu gestalten, ist es eine lohnenswerte Ergänzung für jede Solo-Spielesammlung. Für Fans von erzählerischen Spielen und für alle, die gerne auf eine spannende Inselgeschichte eintauchen wollen, ist Verschollen definitiv eine Empfehlung wert. Ich freue mich schon sehr auf weitere Titel aus der Reihe.
Fazit: Empfehlenswert.

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