Spiel: Epic PVP (Pegasus Spiele)

Bei der Masse an Spielen kommen manchmal halt auch schlechte Spiele auf den Markt.
Von Ryan Miller und Luke Peterschmidt (ca. 20 Min.; 2 oder 4 Spieler)
Die Mechaniken des Ressourcenmanagements sowie des Nachziehens sind eigentlich sehr interessant. Aber das ist es auch schon. Und weil das alles ist, ist das Spiel nicht wirklich interessant.
Ich lege also Karten auf meinen Aggressionsstapel und dessen Anzahl gibt vor, welche Karten ich aus der Hand spielen darf oder nicht. Mehr Karten auf der Hand heißt also weniger dort, bzw. umgekehrt. Ich muss also managen, wie viele Karten ich auf dem Aggressionsstapel brauche und welche ich im Kampf ausspielen möchte. Was grundsätzlich nach einer interessanten Mechanik klingt, die dich ständig vor eine Wahl stellt, offenbart sich aber als sehr eintönig. Du spielst halt die Karte, die du gerade in der Hand hast. Auch wenn du mehrere Karten in der Hand halten solltest, sind die meistens so ähnlich, dass es keinen Unterschied macht. Auch zwischen den Völkern gibt es kaum Unterschiede und wenn da nicht die Grafik wäre, wüsste man gar nicht, dass man jetzt ein anderes Volk als im vorhergehenden Spiel spielt. Dazu kommen noch einige frustrierende Regelunklarheiten, die im Regelheft nicht erklärt werden.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

Auf Amazon zu kaufen:
Epic PvP
Wenn Ihr das Spiel über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Advertisements
Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Buch: Zwecker, Loel – Vom Anfang bis heute. Eine kleine Geschichte der Welt

Eine lockere Zusammenfassung der gesamten Weltgeschichte für jeden, der einen knappen Überblick haben möchte.
Dieses Buch hat eine ganz klare Zielgruppe, nämlich Lesemuffel, die plötzlich das Bedürfnis haben, sich eine rudimentäre Geschichtsbasis aufzubauen. Das Buch ist in einem lockeren, leicht witzigen Tonfall geschrieben, wie ein alter Universitätsprofessor, der kurz und belanglos sein Geschichtswissen wiedergibt. Wer sich hier etwas Tiefgründiges erwartet, ist fehl am Platz. Ebenso jene, die aufgrund des Klappentextes eine Anekdotensammlung nach dem Prinzip „unnützes / unbekanntes Wissen“ erwarten. Nein, hier geht es im Eilschritt durch die Geschichte, aber nie überfordernd. Der Schreibstil wirkt teilweise so, als würde sich der Autor zwingen „cool“ und „modern“ zu sein, was leider dazu führt, dass es für mich nicht sehr fesselnd war. Andererseits bin ich auch nicht das Zielpublikum und dafür wird dieser Stil absolut passen.
Fazit: Empfehlenswert.

Auf Amazon zu kaufen:
Vom Anfang bis heute: Eine kleine Geschichte der Welt
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Serie: Star Trek Discovery – Staffel 1, Zweite Hälfte

Ich habe bereits öfters erwähnt, dass Discovery für mich nicht Star Trek ist, aber dennoch eine gute Sci-Fi-Serie. Diese Aussage möchte ich hiermit revidieren: Discovery ist schlecht, mies, einfach nur ein Schmarrn.
Am Ende der ersten Staffelhälfte, also vor der Winterpause, war ich wirklich positiv von der Serie überrascht und ich habe mich richtig auf die Fortsetzung gefreut. Genug US-Amerikaner haben sich auf CBS registriert, damit frühzeitig eine zweite Staffel angekündigt wurde und alle waren frohen Gemüts. Dann ist die Winterpause vorbei, die Serie kehrt zurück und verpasst uns allen eine Ohrfeige. Wer in Gottes Namen ist nur auf die bescheuerte Idee gekommen, den Plot in diese abstruse Richtung abzulenken und dann am Ende diese lächerliche Personalrochade durchzuführen?
Die Produktionsqualität ist gleich hoch geblieben, ebenso die schauspielerische Leistung, aber der Plot, Wow, wie kann man nur. Vier ganze Episoden finden in einem Paralleluniversum statt, dann kommen sie zurück und in zwei Episoden wird der Krieg mit den Klingonen auf lächerlichste Art und Weise beendet, nur um uns dann doch noch einen, noch viel peinlicheren, Cliffhanger zu bescheren.
Es gab in anderen Star Trek Serien immer wieder Folgen in Paralleluniversen, aber nie so lange und so intensiv. Das Problem ist nämlich, dass hier nun eine komplett andere Geschichte erzählt wird. Alles, worauf die erste Staffelhälfte hingebaut hat, wird jetzt einfach mal zur Seite gekehrt und ignoriert, um es dann am Ende überhastet und schlecht abzuschließen.
Fazit: Ich habe jetzt absolut keine Lust mehr eine zweite Staffel hiervon zu schauen, tun werde ich es aber wohl dennoch.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Film: Girls Trip (2017)

Lustiger Film über den Wert von Freundschaft und Erfolg.
Komödie mit Queen Latifah von Malcolm D. Lee. 122 Min.
Inhalt: Wenn vier Freundinnen, die sich gegenseitig zu jedem Blödsinn anstacheln, nach mehreren Jahren der Abstinenz entscheiden gemeinsam ein Wochenende zu verbringen, kann nur viel schief gehen.
Man könnte diesen Film als Hangover mit Hirn bezeichnen. Im Grunde ist der Film wie Hangover, denn vier Freunde feiern zu viel. Doch dazu kommt noch eine konkrete zwischenmenschliche Ebene und die Frage, wie viel dir Erfolg wert ist, was Freundschaft eigentlich bedeutet usw. Wie Brautalarm eigentlich, nur mit mehr Hangover-Humor.
Fazit: Empfehlenswert.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Gedankensprung: Filler-Episoden

Als Filler- oder Füller-Episoden bezeichnet man Episoden, welche eine Serie nicht vorantreiben. Sie tun nichts für den Plot, sondern schinden nur Zeit. Gut gemachte Filler tun viel für die Atmosphäre und Charakterentwicklung, meistens aber sind sie nur schlecht. Speziell Animes kommen kaum ohne Filler aus.
Früher fielen Filler nicht so sehr auf, weil die Serien meistens in jeder Episode eine in sich geschlossene Geschichte erzählt haben. Es gab da halt bessere und schlechtere Episoden. Berühmt-berüchtigt waren die Episoden mit zusammengeschnittenen Flashbacks aus älteren Episoden. Heute aber erzählen Serien meistens über eine ganze Staffel hinweg eine Geschichte, bzw. über mehrere Staffeln. Da kann man dann schon mal nach einer Episode verärgert zurückbleiben, weil einfach nichts weitergebracht wurde. Oder das gesamte Erzähltempo einer Staffel wird soweit runterreduziert, damit man am Ende einen bestimmten Punkt für einen Cliffhanger erreicht. Da spricht man dann von „Längen“, die meistens „zäh“ sind. Dem zugrunde liegt natürlich der Wunsch, so viele Folgen, so viele Staffeln wie möglich zu produzieren, denn eine Goldkuh muss bis zum äußersten Limit gemolken werden. Am meisten fallen einem Filler-Episoden auf, wenn die Serie auf einem literarischen Vorbild beruht. Denn da sind die Filler gefüllt mit frei erfundenem Material.
In Game of Thrones gab es immer wieder „zähe Längen“, aber nie eine richtige Filler-Episode, bzw. wäre mir keine aufgefallen, ich habe ja auch die Bücher nicht gelesen. In der ersten Expanse-Staffel hingegen gab es eine Filler-Episode par excellence. Ebenso in der letzten Staffel von Stranger Things. Bei Expanse ist es mir deshalb so deutlich aufgefallen, weil ich ja die Bücher gelesen habe und da eine Episode war, die komplett mit neuem Material gefüllt war; bei Stranger Things gibt es eine Folge, die – bis auf einen Charakter – rein gar nichts mit dem Rest zu tun hat. Da für mich der Plot sehr wichtig ist, kann ich solchen Längen und Fillern nichts Positives abgewinnen, sehr vielen jedoch gefällt dieser Fokus auf Charakterentwicklung oder Atmosphärenausbau, bei denen der Plot mal kurz pausiert. Das ist reine Geschmackssache.
Nicht so bei Anime. Dort ist die Verwendung von Fillern auf grauenvolle Art und Weise ausgeartet. Alle großen Anime-Serien, die über mehrere Jahre laufen / liefen, benutzen dieses Hilfsmittel, um Zeit zu schinden. Hier geht es primär darum, den Plot des Mangas zu erzählen, doch wenn man als Serie gleichauf ist, muss man sich etwas einfallen lassen, bis die nächsten Kapitel veröffentlich werden, daher also Filler. Einzig jetzt Dragon Ball Super macht es umgekehrt, da folgen die Manga-Kapitel der Animeserie, was aber nicht bedeutet, dass sie dort nicht dennoch einige unnütze Folgen einstreuen. Das ist der Hauptgrund, warum ich die großen Anime-Serien, wie One Piece oder Naruto / Boruto nicht mehr schaue und nur noch staffelweise Animes. Denn die kurzen Serien erzählen in 12 Episoden eine tolle, in sich geschlossene Geschichte, ohne Längen und Filler.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Spiel: Okiya (Pegasus Spiele)

Was für ein tolles 2-Spieler-Spiel. Schnell, knifflig, spannend.
Von Bruno Cathala (ca. 10 Min.; 2 Spieler)
In diesem Spiel wird ein Raster von 4×4 Karten mit dem japanischen Hanafuda-Design aufgedeckt. Jede Karte enthält dabei zwei Elemente wie etwa Baum, Vogel oder Regen. Als Spieler lege ich eine eigene Karte hinunter und ersetze damit eine ausliegende Karte. Der Gegner macht das gleiche, er darf aber nur so eine Karte ersetzen, die eines der beiden Elemente aufweist, die auf der Karte sind, die ich gerade ersetzt habe. Das geht so lange hin und her, bis entweder einer 4 in einer Reihe hat oder einer keine Karte mehr legen darf.
Das Spiel ist sehr schnell, überrascht dann aber doch mit einer Tiefe, die es bis zum Ende spannend lässt. Man will es gleich nochmal und nochmal spielen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Auf Amazon zu kaufen:
Okiya
Wenn Ihr das Spiel über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Buch: Reynolds, Alastair – Rache

Spannendes, durchdachtes, kreatives Space-Sci-Fi-Abenteuer mit echten (!) Piraten.
Inhalt: Fura Ness gerät gegen ihren Willen in ein Weltraumabenteuer, an dessen Ende ein schwerer Schicksalsschlag wartet. Daraufhin sinnt sie nach Rache und schreckt vor nichts zurück, dieses Ziel zu erreichen.
Bevor ich über das tolle Buch spreche, möchte ich kurz einige Worte zum schrecklichen Titelbild verlieren. Was hat sich Nele Schütz Design dabei nur gedacht? Haben die das englische Original angeschaut und sich überlegt, dass es sicher keinen speziellen Grund gibt, weshalb das Raumschiff dort so aussieht und nicht anders? Das, was hier abgebildet ist, hat rein gar nichts mit dem Buch zu tun. Das hier ist ein generisches langweiliges Raumschiff, während im Buch coole untypische Schiffe mit gewaltigen Sonnensegeln beschrieben werden. Warum nicht auf dem Titelbild zeigen, was dieses Buch von anderen Space-Operas abhebt? Und dazu kommt noch ein irreführender Klappentext, der den Hauptcharakter gar nicht erwähnt, als hätte da jemand nur die ersten paar Kapitel des Buches gelesen.
Kommen wir also zum Buch selbst. Das erschaffene Universum ist sehr kreativ-innovativ, weshalb es eine spannende Entdeckungsreise darstellt. Die Mode, Kultur und Architektur sind sehr stark an die karibischen Piraten des 17. und 18. Jahrhunderts angelehnt, sogar die Raumschiffe mit ihren Sonnensegeln schauen gleich aus. Also Piraten der Karibik im Weltall. Das Buch erinnert stark an den Disney-Film Der Schatzplanet, der vielleicht sogar als Inspirationsquelle gedient haben mag.
Aber nicht nur das Universum ist toll, sondern auch der gewohnt gute Schreibstil von Reynolds sowie der spannende Plot. Vor allem das Ende gefällt mir, das ist sehr gelungen, eines der besten, das ich in letzter Zeit gelesen habe.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Auf Amazon zu kaufen:
Rache
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Serie: Philip K. Dick’s Electric Dreams (Miniserie – 10 Folgen – fertig)

Sehr gut gemachte Anthologie-Serie, aber leider das falsche literarische Vorbild.
In jeder Folge wird hier eine andere Kurzgeschichte von Philip K. Dick präsentiert. Dieser Autor ist ein berühmter amerikanischer Sci-Fi-Schriftsteller, der in seinen Werken immer philosophische, soziale und politische Themen behandelt hat, wobei es ihm auch immer darum ging unseren Sinn für Wirklichkeit zu hinterfragen, den Leser die Augen zu öffnen, was denn die Realität sei. Es geht ihm auch um Metaphysik, Theologie und Esoterik.
Von seinen 44 Romanen sind viele großartig verfilmt worden, wie etwa Blade Runner, Total Recall, Screamers oder Minority Report. Daneben hat er aber auch noch etwa 120 Kurzgeschichten geschrieben, von denen 10 nun in dieser Serie verfilmt wurden. Jede Folge hat einen anderen Drehbuchautor, einen anderen Regisseur und andere Schauspieler, es ist aber dennoch gelungen eine konstant hohe Qualität zu bewahren. Das Problem aber sind die Geschichten selbst. Ich habe sie weder spannend noch überraschend gefunden. Episode 5 „Real Life“, Episode 6 „Human Is“ und Episode 10 „The Father Thing“ sind die einzigen Folgen, die den Zuschauer dazu bewegen, seine Realität zu hinterfragen, während Episode 4 „Crazy Diamond“, Episode 8 „Autofac“ und Episode 9 „Safe and Sound“ dazu anhalten, über unseren Konsum und dessen Auswirkungen zu reflektieren. Auch wenn diese 6 Folgen noch so interessante Themen enthalten, sind sie wie die anderen einfach zu langatmig und gar nicht fesselnd. Und auch die Themen selbst sind eigentlich die gleichen, die immer wieder irgendwo auf irgendeine Weise behandelt werden.
Wie gesagt finde ich die Produktionsqualität super und ich würde mich freuen, wenn eine gleichartige Serie zu den Kurzgeschichten von Ray Bradbury kommen würde, speziell zu seinem Buch Der illustrierte Mann, denn dort wird viel mehr auf die Psychologie der Menschen eingegangen und auch die Enden sind meistens überraschend.
Fazit: Für Sci-Fi-Philosophie-Fans zu empfehlen.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Film: Atomic Blonde (2017)

Was für ein toller, knallharter Agentenfilm.
Action / Thriller mit Charlize Theron von David Leitch. 115 Min.
Inhalt: 1989 – In der Nacht der Wende muss die Top-Agentin Lorraine Broughton Informationen höchster Brisanz in Berlin besorgen.
Man könnte diesen Film als John Wick mit Plot bezeichnen. Denn was Action und Style betrifft, sind die beiden Filme Geschwister. Auch Theron hat bereits in Mad Max – Fury Road ihre großartige Action-Seite unter Beweis gestellt und steht hier Reeves in nichts nach. Nur gibt es hier im Gegensatz zu John Wick auch noch einen konkreten Agentenplot und einen coolen Twist am Ende.
Fazit: Ein Muss für Action-Fans.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Gedankensprung: Alltagsrassismen beim Medienkonsum

Ich habe da jetzt das Wort „Alltagsrassismen“ im Titel verwendet, bin mir aber nicht sicher, ob es schon der geeignete Begriff ist. Was ich damit meine ist eine Beobachtung, die ich schon seit mehreren Jahre mache. Immer wieder etwas unterschwellig bekomme ich das im erweiterten Bekannten- und Kollegenkreis mit, ganz eklatant war es damals, als ich im Kino gearbeitet habe und an der Kassa viel Kundenkontakt hatte.
Beginnen wir zunächst bei dem, was eindeutig kein Rassismus ist, der kommt nachher. Immer wieder, wenn mehrere Filme zur Auswahl stehen, die man schauen könnte und einer davon aus Deutschland stammt, ist dies der erste, der ausgeschlossen wird. Das beruht wohl auf Erfahrungswerten, da man einfach bei deutschen Filmen schlechte Qualität gewohnt ist. Die beleidigenden Ausdrücke, die ich als Begleitung dieser automatischen Ablehnung vernehme, sind manchmal durchaus bedenklich und würden, wenn sie nicht von Mitgliedern des gleichen Volkes ausgesprochen würden, schon unter die Kategorie „rassistisch“ fallen. Da stellt sich dann die Frage, ab welchem Entfernungsgrad dieses Wort korrekt ist und ob schon Österreicher in ihrem Ausdruck bezüglich der Deutschen derart bezeichnet werden können.
Eine derartige Ablehnung habe ich noch nie bei Filmen aus Indien, China, Japan, Frankreich, Italien oder anderen Ländern vernommen, da beschränkt man sich auf diplomatische Phrasen wie „interessiert mich nicht wirklich“ oder „habe ich heute keine Lust dazu“. Eine solche Reaktion wie gegenüber deutschen Filmen bekomme ich nur bei Filmen mit einem All-Black-Ensemble mit, also eine automatische Ablehnung mit beleidigenden Ausdrücken. Mein erster Kontakt damit war vor einigen Jahren, als ein Mitglied vom Afrikanischen Kulturverein bei uns im Kino auftauchte und bat, einige Nollywood-Filme zeigen zu dürfen. Da war ich schon ordentlich baff, was ich da alles gehört habe. Das gleiche habe ich aber auch immer wieder mit Filmen aus Amerika erlebt, wenn nicht zumindest ein bekannter Afroamerikaner wie etwa Will Smith oder Morgan Freeman mitspielt. Ganz eklatant viel es mir erst letzten Sommer wieder auf, als die beiden Filme Girls Trip (All-Black) und Girls‘ Night Out (Scarlett Johansson) gegeneinander antraten. Es geht aber nicht so sehr darum, dass beide Filme kritisiert wurden, sondern welch unterschiedliche Ausdrücke dafür verwendet wurden.
Ich glaube, dass den Leuten gar nicht auffällt, welche Wörter sie da benützen, genauso wenn meine Großtante einen Geizhals mit einem Juden vergleicht. Ich erinnere mich auch an meine Schulzeit, als die Mutter eines Schulkollegen ihm verboten hatte Alle unter einem Dach zu schauen, weil die Schauspieler alle „hässlich“ waren.
Einerseits höre ich an allen Ecken wie toll es doch sei, dass solche Filme und Serien immer präsenter werden und damit den Horizont des Publikums erweitern. Aber was nützt dieses Material, wenn viele Leute es von vornherein schon ablehnen und ihm gar keine Chance geben?

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen