Spiel: Council of Shadows (alea)

Großformatiges Punktesammeln im Weltall.
Von Armin Rangani (ca. 60-90 Min.; 1-4 Spieler)
Im Jahr 2200 befinden wir uns am Rand des bekannten Universums, und ein Wettlauf um einen Platz im mächtigen Rat der Schatten ist in vollem Gange, bei dem vier Zivilisationen um die Aufnahme konkurrieren. Nur wer dem Rat in jeder Runde mehr Energie liefert und sich dabei stetig übertrifft, wird erfolgreich sein.
In Council of Shadows übernimmst du die Rolle einer dieser vier Zivilisationen, sicherst dir die stärksten Aktionen, kontrollierst wichtige Gebiete und bist der Erste, der drei Quantensprünge erreicht. So gewinnst du das Rennen um Planeten und Rohstoffe und wirst Teil des Rates der Schatten.
Council of Shadows überzeugt als taktisch anspruchsvolles Science Fiction Spiel, das ein spannendes Wettrennen um Einfluss und Ressourcen inszeniert. Die Spieler steuern unterschiedliche Zivilisationen, sichern sich Aktionen und kämpfen um die Kontrolle wichtiger Bereiche, wodurch ein intensiver Wettbewerb entsteht, der von Anfang an motiviert. Besonders gelungen ist das Zusammenspiel aus Planung und Timing, da jede Entscheidung direkten Einfluss auf den eigenen Fortschritt und die Möglichkeiten der Mitspieler hat.
Dabei gefällt mir der Mechanimus der Aktionsreihe sehr gut. Die Spieler wählen nämlich gleichzeitig geheim drei Aktionen, die sie dann in dieser Reihenfolge ausführen wollen. Dann werden sie offenbart und derart ausgeführt, keine spontane taktische Änderung. Wenn man aber starke Aktionen verwendet, muss man mehr Energie ausgeben und je weiter man auf der Energieleiste ist, desto teurer wird der Quantensprung, der zum Sieg nötig ist. Ein wirklich spannender Balanceakt.
Der Spielablauf bleibt dabei angenehm flüssig und bietet trotz klarer Struktur genügend strategische Tiefe, um langfristig zu fordern. Durch variable Setups und unterschiedliche Wege zum Sieg entwickelt jede Partie eine eigene Dynamik, die immer wieder neue Ansätze ermöglicht. Insgesamt ist Council of Shadows ein durchdachtes und spannendes Strategiespiel, das mit seinem klaren Fokus auf Wettbewerb und Entwicklung ein rundes und sehr unterhaltsames Spielerlebnis bietet.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Hellmuth, Joachim & Holzinger, Ronja – In 225 Reisen mit dem Zug durch Europa

Ein wunderschöner Bildband für Zugreisende.
National Geographic steht nun mal für hohe Fotoqualität und in diesem Sinne wird man hier nicht enttäuscht. In 225 Reisen mit dem Zug durch Europa ist mit seinen 288 großformatigen Seiten ein wahrer Schmöker. Sich in die Couch fallen lassen, einen Tee genießen und in das weitläufige Schienennetz Europas eintauchen.
Mit Europa ist hier der geographische Kontinent gemeint, die Grenzlinien im Osten zu Russland, Weißrussland, Ukraine und Türkei werden nicht überschritten. Mit dem Zug geht es von der Straße von Gibraltar bis zur Barentsee, von der Ägäis bis zu den Highlands.
Die 225 Zugreisen werden dabei in vier Kategorien unterteilt: Mit dem Zug in glitzernde Metropolen; Mit dem Zug in charmante Städte; Die Zugreise selbst als Erlebnis; Zugreisen hoch oben in den Bergen.
Die ersten beiden Kapitel haben weniger das Thema „Zug“, sondern sind eher Städteporträts mit schönen Fotos, wobei immer kurz die Anfahrt mit dem Zug und die Lage des Bahnhofs beschrieben werden. Das passt auch, denn eine Zugreise braucht ja schließlich ein Ziel, das sich hoffentlich lohnt und somit bekommt man hier die volle Auswahl.
Für mich persönlich waren aber die anderen beiden Kapitel das Interessante, nämlich wenn die Zugfahrt per se der Grund der Reise ist. Im dritten Kapitel hätte ich mir aber doch ein paar mehr Fotos vom Interieur und den Landschaften, durch die man fährt, gewünscht. Das vierte, abschließende Kapitel, das uns in luftige Höhen entführt, hat mir am besten gefallen, weil hier einfach die Züge in den Bergen als Motiv wunderbar eingefangen wurden.
Die Qualität der Fotos steht außer Zweifel, darüber muss man nicht diskutieren, es sind eher die Motive und die damit verbundene Erwartungshaltung an diesen Band, die besprochen werden müssen. Das hier ist ein Bildband zum Thema „Reisen mit dem Zug“, wobei der Fokus klar auf „Reisen“ liegt und weniger auf „Zug“. Wer einfach schöne Orte erreichen möchte und den Zug lediglich als umweltfreundliches, bequemes Transportmittel sieht, der wird hier vollends bedient. Wer hier aber zugreift, um wirklich Züge und Zugpanoramen zu sehen, wird eher enttäuscht werden.
Die präsentierten Reisen selbst sind abwechslungsreich, manche offensichtlich und bekannt, andere echte Geheimtipps. Insgesamt ein Bildband, der zum Schmökern einlädt und viele Ideen bietet, wohin denn die nächste Reise gehen könnte.
Fazit: Empfehlenswert.

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Serie: Interior Chinatown – Miniserie (abgeschlossen)

Tolles Serienerlebnis.
In dieser Serie folgen wir Willis Wu, einem Kellner in Chinatown, der ein Verbrechen beobachtet und dann in einen Kriminalfall hineingezogen wird, in den bereits sein Bruder zwölf Jahre vorher involviert war. Dabei offenbaren sich Geheimnisse, welche die gesamte Realität von Willis Wu in Frage stellen.
Das zentrale Thema von Interior Chinatown ist die systematische Unsichtbarkeit und stereotype Darstellung asiatischer Amerikaner in der westlichen Gesellschaft und Medienlandschaft. Über die Metapher einer endlosen Hollywood-Krimiserie beleuchtet die Geschichte das tief sitzende Gefühl, im eigenen Leben nur ein austauschbarer Statist im Hintergrund zu sein. Es parodiert scharf die starren, klischeehaften Rollenbilder der Popkultur, in denen asiatische Menschen oft auf Karikaturen wie den Kampfsportexperten oder den namenlosen Ladenbesitzer reduziert werden. Dahinter verbirgt sich eine tiefgründige Auseinandersetzung mit Identitätsverlust, dem Druck zur Assimilation und dem schmerzhaften Gefühl, im Heimatland permanent als Fremder behandelt zu werden. Gleichzeitig verknüpft die Erzählung diese gesellschaftskritischen Fragen mit einem familiären Drama über Generationenkonflikte, weitergegebene Traumata und das Aufbrechen von Systemen, die Menschen in starre Schubladen drängen.
Die Serie ist aber nicht nur wegen der relevanten Themen sehenswert, sondern auch wegen dem spannenden Mystery-Element. Bereits in der ersten Folge wird angedeutet, dass das hier dargestellte Chinatown nicht das ist, was man denkt und die Erforschung dieser Existenzebenen trägt die Spannung bis zum Ende.
Bislang gibt es keine offizielle Ankündigung oder Verlängerung für eine zweite Staffel von Interior Chinatown. Die Serie wurde von Hulu als Miniserie konzipiert und die Handlung der ersten Staffel ist abgeschlossen. Da die Romanvorlage von Charles Yu fertig erzählt wurde, ist eine Fortsetzung eher unwahrscheinlich, auch wenn sich Fans eine wünschen würden.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Hellboy – The Crooked Man (2024)

Seltsam interessant.
Horror/Action mit Jack Kesy von Brian Taylor. 99 Min.
Inhalt: In den 1950er-Jahren fängt der junge Hellboy gemeinsam mit der frisch gebackenen BPRD-Agentin Bobbie Jo Song eine riesige mutierte Spinne, um sie ins Hauptquartier zu bringen. Als die Spinne flieht, verfolgen sie sie und treffen dabei auf eine Dorfgemeinde, die von Hexen bevölkert ist. Es stellt sich heraus, dass sie unter dem Einfluss des „Crooked Man“ stehen, einem Dämon, der Seelen für den Teufel fangen soll und der für Hellboy wahrlich kein Unbekannter ist.
Hellboy – The Crooked Man versucht das Franchise stärker in Richtung düsteren Folk Horror zu verschieben und setzt auf eine kleine abgeschlossene Geschichte in einer abgelegenen ländlichen Region. Der Ansatz wirkt zunächst interessant, da Hexerei, Aberglaube und eine rauere Atmosphäre gut zur Vorlage passen könnten. In der Umsetzung bleibt vieles jedoch überraschend unspektakulär. Die Handlung entwickelt sich recht vorhersehbar und die Bedrohung rund um den Crooked Man baut nur selten echte Spannung auf.
Auch die Inszenierung wirkt stellenweise schlicht und erreicht nicht die Wucht oder den eigenständigen Stil, den man mit der Figur verbindet. Actionmomente sind rar und fühlen sich wenig dynamisch an, während Dialoge nicht immer genug Gewicht haben, um die ruhigeren Passagen zu tragen. Positiv fällt die grundsätzlich düstere Stimmung auf, die gut zum Ton des Films passt, doch insgesamt fehlt es an Tempo und erzählerischer Tiefe. So bleibt Hellboy – The Crooked Man ein durchaus interessanter Ansatz, der zwar atmosphärisch funktioniert, aber in der Umsetzung enttäuscht.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Gedankensprung: Prognose für das Spiel des Jahres 2026

Nicht nur die Nominierten, sondern auch sämtliche Spiele auf den Empfehlungslisten habe ich allesamt noch nicht gespielt. Obwohl ich jede Woche in diesem Blog ein neues Spiel präsentiere, also wirklich sehr viel spiele, bin ich alljährlich wieder überrascht, dass ich trotz alledem nichts von diesen Listen gespielt habe. Das zeigt einfach, wie riesig der Markt ist und auch wie unterschiedlich Geschmäcker und Interessen sind.
Zum gleichen Thema passt auch, dass ich regelmäßig auf YouTube vom The-Dice-Tower-Kanal „Board Game News“ und „Week in Review“ schaue, aber fast keines der dort präsentierten Spiele je in meine Sphäre gelangt. Es gibt einfach zu viele Spiele und ich habe schon lange aufgegeben, dem Cult of the New zu folgen. Das ist einfach gesünder für die Psyche und für die Geldtasche.
Das bedeutet auch, dass ich keine informierte Prognose für das Spiel des Jahres 2026 abgeben kann. Das hält mich aber nicht davon ab, dennoch eine abzugeben.
Aus persönlichen Gründen würde ich gerne Morty Sorty Magic Shop von Markus Slawitscheck als Sieger sehen, tippe aber eher auf Cozy Sticker Ville von Corey Konieczka. Beim Kinderspiel des Jahres tippe ich auf Verflixt verzaubert von Thomas Dagenais-Lespérance, weil ich davon schon viel Positives gehört habe und der Rest mir völlig unbekannt ist. Beim Kennerspiel des Jahres tippe ich auf Moon Colony Bloodbath von Donald X. Vaccarino, weil dieses Spiel einfach überall gelobt und empfohlen wird und ein Liebling der Community ist.

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Spiel: Project Skyline (Piatnik)

Toller Städtebau.
Von Florian Maas (ca. 60 Min.; 2-4 Spieler)
Project Skyline ist ein Städtebauspiel mit einer einzigartigen Mischung aus strategischem Deckbuilding und Gebietskontrolle in drei Dimensionen. In jeder Partie reisen 2–4 Spieler entweder nach New York oder nach Tokyo, wo sie gemeinsam die Skyline gestalten und versuchen, die Konkurrenz hinter sich zu lassen.
Das Ziel des Spiels ist einfach: Wer am Ende das meiste Geld hat, gewinnt. Der Weg zum Sieg ist jedoch nicht immer geradlinig. Im Laufe des Spiels verdienen die Spieler Geld, indem sie Stockwerke in der Stadt bauen. Dieses Geld investieren sie, um ihre persönlichen Baukartenstapel zu verbessern. So können sie effizienter bauen oder völlig neue Punktequellen erschließen. Die richtige Balance zwischen Investition und Gewinn zu finden, ist der Schlüssel zum Erfolg.
Am Ende jeder Runde erhält der aktuelle Spieler Punkte für alle Monumente in der Stadt, deren Voraussetzung er erfüllt hat. Der Clou dabei ist, dass nur das oberste Stockwerk in jedem Gebäude zählt. Dadurch entsteht ein spannendes Hin und Her um die begehrten Spitzenplätze in den wichtigsten Gebäuden. Ein urbanes Puzzle, das sich haptisch mit den wachsenden Hochhäusern einfach toll spielen lässt und am Ende ein toller Hingucker ist.
Doch eigentlich gibt es in dieser Schachtel drei verschiedene Spiele:
New York für 3-4 Spieler: Das ist die Variante, die mir am besten gefällt. Man merkt, dass das auch das ist, was der Autor im Kopf hatte, getestet und perfektioniert hat. Es macht einfach Spaß, sich gegenseitig ständig die Wege zu den Monumenten zu durchkreuzen.
Tokyo für 3-4 Spieler: Das gleiche Spiel, aber die Voraussetzungen für die Monumente sind anders als in New York, weshalb es sich ganz anders spielt. Während New York sich mit seinem Netzwerkdenken fast wie ein Zugspiel anfühlt, ist Tokyo ein absolutes Mehrheitenspiel.
Beide Varianten machen Spaß und es ist natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, was einem besser gefällt, aber ich finde New York einfach dynamischer und interaktiver.
Als drittes Spiel in der Schachtel gibt es dann noch die 2-Spieler-Variante. Tut mir leid, aber das hätte man auch weglassen können. Ich verstehe, dass man als Verlag versucht, so viel wie möglich in eine Schachtel zu packen, um das Kaufargument zu verbessern, aber man muss auch manchmal den Mut haben, etwas wegzulassen, wenn es nicht funktioniert. Project Skyline ist für 3-4 Spieler ein großartiges Spiel, das Spaß macht und das ich sicher öfter auf den Tisch bringen werde, aber zu zweit funktioniert es nicht. Die Baustellen-Sonderregel ist unnötig kompliziert und das ständige Hin und Her ist relativ unbefriedigend.
Fazit: Für 3-4 Spieler empfehlenswert.

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Film: The Life of Chuck (2024)

Interessant.
Sci-Fi/Fantasy mit Tom Hiddleston von Mike Flanagan. 111 Min.
Inhalt: In einer amerikanischen Kleinstadt lebt Charles „Chuck“ Krantz, ein gewöhnlicher Buchhalter, dessen Gesicht allen aus Werbung und Fernsehen bekannt ist. Während die Welt außerhalb von Naturkatastrophen und Zusammenbrüchen erschüttert wird, bleibt in der Stadt vor allem eines bestehen: eine tiefe Dankbarkeit gegenüber Chuck. Doch wer ist dieser Mann, den am Ende niemand wirklich zu kennen scheint? Die Spur führt in seine Kindheit und außerdem zu seiner Großmutter.
The Life of Chuck, basierend auf einer Kurzgeschichte von Stephen King, ist ein ungewöhnlich erzähltes Drama, das mit seiner rückwärts aufgebauten Struktur sofort neugierig macht und sich Schritt für Schritt zu einem berührenden Gesamtbild zusammensetzt. Der Film verbindet leise Alltagsmomente mit größeren existenziellen Fragen und schafft es dabei, eine warme und nachdenkliche Atmosphäre zu entwickeln. Besonders gelungen ist, wie aus scheinbar kleinen Episoden nach und nach eine bedeutungsvolle Geschichte entsteht, die den Blick auf ein ganzes Leben richtet.
Die ruhige Inszenierung lässt den Figuren Raum, während emotionale Höhepunkte unaufdringlich wirken und gerade dadurch ihre Wirkung entfalten. Gleichzeitig sorgt die ungewöhnliche Erzählweise dafür, dass man aufmerksam bleibt und die einzelnen Teile immer wieder neu einordnet. Insgesamt ist The Life of Chuck ein sensibler, kluger und überraschend optimistischer Film, der mit seiner besonderen Struktur und seiner menschlichen Perspektive nachhaltig beeindruckt.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Computerspiel: Slay the Spire (PC)

Es ist schon der zweite Teil erschienen und ich spiele jetzt erst den ersten.
Slay the Spire ist ein wegweisendes Videospiel aus dem Jahr 2019, das die Genres Roguelike und Deckbuilding perfekt miteinander kombiniert. Ziel des Spiels ist es, mit einem Helden einen mysteriösen, sich ständig verändernden Turm (den „Spire“) zu erklimmen und dessen Spitze zu erreichen.
Das Spielprinzip zeichnet sich durch taktische Tiefe und einen hohen Wiederspielwert aus. Man startet jeden Durchlauf mit einem schwachen Basis-Deck. Nach jedem gewonnenen Kampf darf man eine von drei neuen Karten wählen, um sein Deck schrittweise zu verstärken und mächtige Synergien zu schaffen. Karten erhält man auch durch Ereignisse oder im Shop. Die Kämpfe selbst verlaufen rundenbasiert, wobei man über den Köpfen der Gegner sieht, welche Aktion sie als Nächstes planen, und muss seine Karten strategisch darauf abstimmen. Während der Reise findet man Relikte, die permanente passive Boni gewähren und oft die gesamte Spielweise deines Decks verändern können. Das Spiel hat aber eine Roguelike-Natur, denn wenn der Charakter stirbt, ist der „Run“ vorbei und man muss ganz von vorne beginnen. Der Turm wird bei jedem Versuch neu generiert, sodass kein Durchgang dem anderen gleicht.
Mir persönlich gefällt Deckbuilding sehr gut und in einem Computerspiel kann dieser Mechanismus in ganz neue Richtungen gelenkt werden. Karten werden manipuliert, verbessert, entfernt u.v.m., einfach richtig coole Aspekte. Es ist wie ein Solo-Brettspiel, aber ohne das lästige Handling, denn das übernimmt alles die Software.
Was an sich wie ein netter Zeitvertreib klingt, kann aber zu einem großen Zeitfresser ausarten, denn wenn ein Run gut läuft, kann man schon mal bis zu zwei Stunden daran sitzen. Man kann aber mitten im Run speichern und ein andermal weiterspielen, doch wer schafft es schon, mitten in einem guten Run wegzugehen?
Es kann aber auch frustrierend sein, wenn man wieder und wieder dem Endgegner, dem korrupten Herzen, gegenübersteht und ihn einfach nicht besiegt. Man kommt einfach nicht daran vorbei, im Internet zu recherchieren und dann muss man sich halt die Frage stellen: Bin ich bereit so viel Zeit und Energie zu investieren, um das zu meistern oder nicht? Wenn man soweit ist, um eben den Endgegner zu recherchieren, hat man schon genug von Slay the Spire gespielt, um ein gutes Bild davon zu haben und für sich eine Entscheidung treffen zu können.
Ich selbst mache das nicht. Ich spiele gerne einen Run als Zeitvertreib, besiege auch regelmäßig den Endgegner von Akt 3, ich habe aber nicht die Energie und die Zeit, das Spiel so zu meistern, um das korrupte Herz zu erlegen. Und das ist für mich auch kein Problem. Slay the Spire macht Spaß, mehr erwarte ich nicht.
Wie anfangs erwähnt, ist bereits Slay the Spire 2 erschienen, aber das werde ich noch nicht spielen. Momentan habe ich mit dem hier noch genug Spaß, aber sollte auf Steam mal ein gutes Angebot für Slay the Spire 2 kommen, werde ich schon zuschlagen.
Fazit: Empfehlenswert.

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Spiel: Solar Draft (Tasty Minstrel Games)

Baue dein Sonnensystem.
Von Zach Moore (ca. 20-30 Min.; 2-5 Spieler)
Solar Draft ist ein Kartendrafting Spiel, in dem Spieler ihr eigenes Sonnensystem bauen, Karten kombinieren und durch geschickte Synergien die meisten Punkte erzielen.
Solar Draft ist ein kompaktes Kartenspiel, das den Aufbau eines eigenen Sonnensystems mit einem klassischen Drafting Mechanismus verbindet. Spieler wählen Planeten, Monde und Kometen aus, um eine möglichst effiziente Auslage zu erstellen und dabei Punkte sowie besondere Fähigkeiten zu kombinieren. Der Fokus liegt auf Synergien zwischen den Karten, wodurch strategische Planung eine wichtige Rolle spielt, ohne das Spiel unnötig komplex werden zu lassen.
Die Partien verlaufen angenehm flott und bieten durch unterschiedliche Fähigkeiten sowie variable Kartenkombinationen ausreichend Abwechslung. Gleichzeitig bleibt das Spiel eher ruhig und verzichtet auf direkte Interaktion, was sowohl als entspannend als auch als etwas distanziert empfunden werden kann. Insgesamt ist Solar Draft ein solides und zugängliches Drafting Spiel, das mit seinem Thema überzeugt und vor allem Spielern gefällt, die kurze strategische Entscheidungen ohne großen Regelaufwand schätzen.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Next Goal Wins (2023)

Motivierend.
Sport/Komödie mit Michael Fassbender von Taika Waititi. 104 Min.
Inhalt: Die Fußballmannschaft von Amerikanisch-Samoa gilt als eine der schlechtesten Nationalmannschaften der Welt. Angesichts der bevorstehenden Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft 2014 versucht der vom Pech verfolgte Trainer Thomas Rongen trotzdem, die Mannschaft innerhalb von drei Wochen auf Vordermann zu bringen. Dafür verordnet er nicht nur ein knallhartes Training, sondern auch fundamentale Veränderungen in der Mannschaftsstruktur.
Next Goal Wins ist eine warmherzige und charmante Sportkomödie, die mit viel Herz und Humor eine klassische Außenseitergeschichte erzählt. Der Film begleitet ein hoffnungslos wirkendes Team auf seinem Weg zu neuem Selbstvertrauen und schafft es dabei, sowohl komische als auch berührende Momente stimmig zu verbinden. Besonders die lockere Inszenierung sorgt dafür, dass die Geschichte leichtfüßig bleibt und dennoch genug emotionale Tiefe entwickelt, um mitzufiebern.
Die Figuren wachsen einem schnell ans Herz und die Dynamik innerhalb der Mannschaft vermittelt spürbar den Gedanken von Zusammenhalt und Motivation. Gleichzeitig überzeugt der Film durch seine positive Grundstimmung und einen angenehmen Erzählrhythmus, der nie überladen wirkt. Insgesamt ist Next Goal Wins ein sympathischer, inspirierender und unterhaltsamer Film, der gute Laune verbreitet und mit seiner optimistischen Botschaft überzeugt.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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