Gedankensprung: Anime-Update Frühling ’26

Ich habe mir angewöhnt, am Ende jeder Season hier an dieser Stelle meine Meinung zu den aktuell abgeschlossenen Serien kundzutun. Zwei Dinge habe ich dabei jedoch in den letzten Jahren bemerkt:
1) Es fühlt sich für mich mehr wie Stress als wie Spaß an, die aktuellen Serien rechtzeitig fertigzuschauen, um diesen Beitrag in der richtigen Woche zu veröffentlichen, damit er relevant ist und angeklickt wird.
2) Das Interesse am Ende einer Season ist hauptsächlich schon auf die nächste Season gerichtet, der Hype ist der Motor aller Diskurse. Am idealsten wäre es nach dem ersten Drittel einer Season einen Beitrag zu veröffentlichen, was meine ersten Eindrücke sind und dann am Ende einen Beitrag darüber, was als nächstes kommt. Aber am Ende einer Season gibt es in den Sozialen Medien wenig Interesse daran, über das zu sprechen, was schon fertig ist.
Daher habe ich beschlossen, nur noch wenige aktuelle Serien zu schauen, um zumindest ein bisschen relevant zu bleiben, aber hauptsächlich ältere Serien meiner Watchlist angenehm und in Ruhe zu bingen, bzw. aktuelle Serien vermehrt ohne schlechtes Gewissen für die Zukunft auf der Watchlist zu parken. Denn letztendlich lege ich mir mit diesem Blog nur selbst einen Zwang auf und verdiene nichts dabei, mich zu stressen.

Aktuelle Serien:
Snowball Earth, mein Top-Anime in dieser Season, überrascht mit einem coolen postapokalyptischen Sci-Fi-Eiszeit-Setting. Das anfangs nervige Stereotyp des krankhaft schüchternen Hauptcharakters nimmt glücklicherweise nur in den ersten Episoden viel Platz ein. Danach ist das nicht mehr so präsent, da ja diese Charakterentwicklung der Plot dieser Serie ist, wodurch die Serie schnell an Fahrt gewinnt.
Auch wenn die Animationen nicht großartig sind, sind die taktischen Kämpfe zwischen Mecha und Kaijus dennoch toll anzuschauen. Ein packender und frischer Sci-Fi-Tipp. Diese erste Staffel bietet auch einen schönen Abschluss, könnte also so für sich allein stehen gelassen werden. Eine zweite Staffel ist bereits angekündigt, aber ohne Datum. Ich freue mich jedenfalls schon darauf.

Witch Hat Atelier hatte wegen des beliebten Mangas sicherlich den größten Hype zu Beginn dieser Season. Ich habe mich am Anfang jedoch schwer getan, da reinzukommen, ich fand es relativ generisch und unspektakulär. Doch einige clevere Momente und kluge Szenen zeigen, wohin sich die Geschichte vermutlich entwickelt und das ist wirklich interessant. Tatsächlich ist hier das Ende der ersten Staffel bereits sehr spannend und sie endet in einem brutalen Cliffhanger. Ich freue mich schon darauf, wenn es irgendwann weitergeht, aber angekündigt ist noch nichts.
Das Manga zu dieser Serie ist aber vor allem wegen des Magiesystems so beliebt. Die Anime-Serie beschreibt das Magiesystem natürlich auch, denn das ist ja der Kern dieser Welt und des Plots, aber mehr runtergebrochen auf spektakuläre Wow-Momente. Im Manga hingegen wird das so gut ausgeführt, dass Fans wie bei einer Software ihre eigenen Zaubersprüche kreieren können und online teilen. Ein absolut cleveres und innovatives Magiesystem, das man jedoch nur richtig versteht und zu schätzen lernt, wenn man das Manga liest.

Classroom of the Elite 4th Season: Second Year, First Semester ist immer noch toll anzuschauen, macht Spaß. Aber leider wurde in dieser Staffel der Fokus zu sehr auf die neuen ersten Klassen gelegt, statt weiter auf der bekannten Klasse zu bleiben, die ja jetzt im zweiten Jahrgang ist, nur der Hauptcharakter bleibt weiterhin im Zentrum. Dennoch spannend und ich freue mich auf die nächste Staffel. Diese Staffel jetzt schließt den Handlungsstrang auf der Insel schön ab und ich freue mich schon darauf, wenn es irgendwann weitergeht. Angekündigt ist die fünfte Staffel jedenfalls bereits.

That Time I Got Reincarnated as a Slime 4th Season ist immer noch toll anzuschauen, macht Spaß. Die Serie macht weiter wie bisher, mit ihren bekannten Stärken und Schwächen und wenn man sie bisher mochte, wird man wieder gut bedient. Diese aktuelle vierte Staffel soll über 60 Episoden erhalten und ist auf 5 Cours aufgeteilt. Im Sommer geht es direkt weiter, aber wann der 3. Cour kommt, ist noch nicht fix.
Eine separate Review habe ich für den Film That Time I Got Reincarnated as a Slime the Movie 2: Tears of the Azure Sea verfasst.

Boku no Hero Academia: More ist eine spezial OVA Episode, die am 02.05.2026 veröffentlicht wurde und den Epilog zur Serie Boku no Hero Academia darstellt. 8 Jahre nach dem Finale treffen sich alle Charaktere wieder, feiern, erzählen wie es ihnen so geht und Fans bekommen endlich die Szene, auf die sie so lange gewartet haben. Erst mit dieser Episode ist Boku no Hero Academia richtig abgeschlossen, wunderbar abgerundet und zufriedenstellend.

Der Film Ein Fremder am Strand wurde von Crunchyroll im Rahmen des Pride Months als Empfehlung auf die Startseite gestellt. Es geht um zwei junge Männer, die nach dem Abschluss der Oberschule und dem Einstieg ins Berufsleben im konservativen ländlichen Japan zueinander finden. Keine unrealistische Fanservice Boys Love Geschichte, sondern eine reife Geschichte mit nachvollziehbaren Charakteren und einer schönen Darstellung einer homosexuellen Beziehung abseites der Klischees und Stereotype. Manche Szenen sind schon sehr explizit, also eine Altersempfehlung ab 16 ist hier voll gerechtfertigt.

Von den Serien, die ich im Winter-Beitrag als interessant markiert habe, habe ich zwei bereits nach ein paar Episoden wieder abgebrochen, weil sie einfach langweilig und schlecht animiert waren: Eren the Southpaw (Künstlerrivalität zwischen Talent und Mühsal, aber mit unsympathischen Charakteren und schlechter Kunst) und The Regression of Great Sage Riddle (war gar keine Serie, sondern ein schlecht produzierter Short und kann ignoriert werden).

Ein paar der aktuellen Serien habe ich in die Zukunft verschoben und auf meine Watchlist gesetzt, nämlich Dorohedoro Season 2, Daemons of the Shadow Realm, Niwatori Fighter und Nippon Sangoku.

Viele der aktuellen Animes schaue ich aber auch deswegen nicht, weil ich einfach das Manga dazu lese, bzw. gelesen habe und keine Lust auf das Anime hatte, nämlich One Piece, Dr. Stone und The Beginning After the End.

Ältere Serien:
The Brilliant Healer’s New Life in the Shadows habe ich auf eine Empfehlung hin geschaut. Der klassische Plot eines Heilers, der aus einer Abenteurergruppe geworfen wird und dann zeigt, dass er eigentlich ein Genie ist. Nette kurzweilige Unterhaltung mit durchschnittlichen Animationen, jedoch nicht besonders empfehlenswert.

Die fünfte Staffel von The Daily Life of the Immortal King hat mich sehr zum Lachen gebracht. Nach der sehr schwachen vierten Staffel habe ich ein wenig gezögert, hier weiterzumachen, aber es hat sich dann doch voll ausgezahlt. Wirklich eine tolle, lustige, unterhaltsame Staffel, die voll an die Qualitäten der ersten Staffel anknüpft. Insgesamt eine meiner liebsten Anime-Comedy-Serien.

Serien, die ich gerne sehen würde, aber leider noch nicht dazu gekommen bin, sind Rascal Does Not Dream of Santa Claus, Apocalypse Hotel, Lazarus, Gintama, Terror in Resonance, Fujimoto Tatsuki 17-26, Clevatess und Dusk Beyond the End of the World. Eine recht lange Watchlist.

Ausblick auf den Sommer 2026:
Für den Sommer sind wenige Serien angekündigt, die mein Interesse geweckt haben, sollten sich also alle ausgehen: Grand Blue Season 3, The Ghost in the Shell und Iron Wok Jan. Also viel Spielraum, um die Watchlist abzuarbeiten.

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Gedankensprung: Österreichischer Spielepreis 2026

Letzte Woche wurde der Österreichische Spielepreis 2026 vergeben. Ich war diesmal vor Ort und ihr könnte meine Eindrücke gerne auf meinem Instagram-Profil anschauen.
Gewonnen hat Take Time (Libellud), ein kommunikatives Deduktionsspiel, in welchem Uhrenrätsel gelöst werden müssen.
Den Spiele-Hit Kinder hat Self Beast (HUCH!) gewonnen, in welchem Tierplättchen in einem Bilderrahmen platziert werden müssen.
Den Spiele-Hit Familie hat Morty Sorty Magic Shop (Schmidt Spiele) gewonnen, in welchem Zauberlehrlinge die besten Zutaten am sinnvollsten in ihren Regalen sammeln wollen.
Der Spiele-Hit Experten ging an Saltfjord (HUCH!), ein cleveres Würfel-Aktivierungs-Spiel rund ums Thema Fischfang.
Der Spiele-Hit Freunde ging an Hot Streak (Strohmann Games), einem chaotischen Maskottchenrennen.
Den Spiele-Hit Karten gewann Duell um Cardia (Hans im Glück), ist ein taktisches Zwei-Personen-Kartenspiel.
Den Spiele-Hit Trend gewann Boss Fighter QR (Pegasus), in welchem 2-4 Helden gegen App-Gesteuerte Monster antreten.

Leider habe ich keines dieser Spiele gespielt. Ich hoffe, in den nächsten Wochen das nachholen zu können und dann werde ich sie hier ausführlicher präsentieren.

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Film: Das Kanu des Manitu (2025)

Großartiger Spaß.
Komödie/Abenteuer mit und von Michael Bully Herbig. 88 Min.
Inhalt: Eine Bande lockt Abahachi und Ranger in eine Falle, um das legendäre „Kanu des Manitu“ zu stehlen. Sie werden zwar von ihrem treuen Freund Dimitri gerettet, doch bald stellt sich heraus, dass diese Rettung nur Teil eines viel größeren Plans war.
Michael Bully Herbig reitet mit Das Kanu des Manitu zurück in den wilden Westen und liefert genau das ab, worauf treue Fans seit fast einem Vierteljahrhundert gewartet haben. Die lang ersehnte Fortsetzung der Kultkomödie erweist sich als ein herrlich nostalgisches Wiedersehen mit Abahachi und Ranger, das von der ersten Sekunde an eine Wohlfühlatmosphäre verbreitet. Das clevere Trio hinter dem Drehbuch vertraut voll und ganz auf das bewährte Konzept und wiederholt konsequent genau das, was damals schon so phänomenal funktioniert hat. Es gibt hier glücklicherweise keinerlei gewagte Experimente für ein neues Publikum, sondern eine humorvolle Zeitreise, die den unverkennbaren Charme der alten Bullyparade perfekt konserviert. Die Gagdichte ist enorm hoch und profitiert von dem vertrauten Zusammenspiel der legendären Originalbesetzung, die sichtlich Spaß daran hat, die alten Rollenbilder zu feiern. Visuell fängt die Produktion das klassische Westerngefühl gewohnt professionell ein und untermalt die Verfolgungsjagden mit genau der richtigen Dosis Slapstick. Für alle, die mit den alten Sprüchen aufgewachsen sind, ist diese humorvolle Rückkehr ein absolutes Fest der Nostalgie und ein Garant für beste Kinounterhaltung.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Supergirl (2026)

Nette Popcorn-Unterhaltung.
Sci-Fi/Action mit Milly Alcock von Craig Gillespie. 110 Min.
Inhalt: Kara Zor-El alias Supergirl feiert ihren 23. Geburtstag mit einer Sauftour zusammen mit ihrem Hund Krypto quer durch die Galaxis. Doch sie und Krypto bleiben nicht lange alleine, denn sie geraten an Ruthye Marye Knoll, die den Tod ihres Vaters rächen will. Der wurde von dem Fiesling Krem getötet. Doch erst als dieser auch Supergirls Hund Kryto vergiftet, schließt sich die Heldin Ruthyes Mission an.
Supergirl aus den DC Studios präsentiert sich auf der Leinwand als eine unkomplizierte und unterm Strich tolle Popcorn Unterhaltung. Das visuelle und atmosphärische Konzept des Science Fiction Abenteuers erinnert in vielen Facetten stark an Guardians of the Galaxy. Die gewählte Optik und die gesamte Stimmung sind so nah an den kosmischen Marvel Filmen angelehnt, dass man unweigerlich das Gefühl bekommt, beide Welten würden im selben Universum existieren und die Figuren könnten jeden Moment aufeinander treffen. Das größte Manko des Films liegt allerdings im Drehbuch begründet, denn der Plot verläuft extrem geradlinig und lässt jegliche Form von echter Spannung vermissen. Die Erzählung stolpert zudem über das Muster, dass die Hauptfigur gefühlt ständig künstlich schwach gemacht wird, nur um die Geschichte unnötig in die Länge zu ziehen. Auch die Besetzung von Jason Momoa als Lobo verpufft in ihrer Wirkung und tut für das Geschehen leider absolut nichts. Seine Figur taucht lediglich ab und zu völlig zufällig auf, was für treue Kenner der Comicbücher zwar ein nettes Easter Egg sein mag, normalen Kinogängern jedoch komplett sinnlos erscheint und keinerlei Motivation liefert, jemals einen eigenen Ableger mit ihm im Zentrum sehen zu wollen. Dass das Actionspektakel dennoch eine Menge Spaß macht, liegt an den gut inszenierten Kämpfen, einigen wirklich gelungenen Witzen und vor allem an der Hauptdarstellerin. Milly Alcock glänzt als Supergirl auf ganzer Linie und ihre fantastische Performance hebt die qualitative Wahrnehmung dieses ansonsten recht formelhaften Blockbusters enorm an.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Spiel: Rajas of the Ganges (HUCH!)

Würfelmanöver am Ganges.
Von Inka Brand und Markus Brand (ca. 45-75 Min.; 2-4 Spieler)
Im Indien des 16. Jahrhunderts erhebt sich das mächtige Reich der Großmogule zwischen Indus und Ganges. In Rajas of the Ganges schlüpfen die Spieler in die Rolle von Rajas und Ranis – den einflussreichen Adligen des Landes – und wetteifern um den Erhalt des Reiches, indem sie ihre Ländereien zu prächtigen und wohlhabenden Provinzen ausbauen. Sie müssen ihre Würfel weise einsetzen und ihre Arbeiter sorgfältig planen, ohne dabei die Bedeutung guten Karmas zu unterschätzen. Erfolg beschert ihnen großen Reichtum und Ruhm auf ihrem Weg zu legendären Herrschern.
Rajas of the Ganges erweist sich als ein absolut fesselndes und optisch opulentes Kennerspiel, das Taktiker vom ersten Moment an in seinen Bann zieht. Das Autorenduo Inka und Markus Brand bettet ein cleveres Arbeitereinsatzverfahren in eine farbenfrohe indische Kulisse ein. Das Highlight dieses glanzvollen Strategiespiels ist der innovative Wertungsmechanismus mit zwei gegenläufigen Zählleisten für Ruhm und Geld. Sobald sich die beiden eigenen Marker auf den Spuren kreuzen, wird das Finale eingeläutet, was bis zur letzten Sekunde für eine enorme Spannung am Tisch sorgt. Die als Ressource genutzten bunten Würfel bringen eine angenehme Prise Glück hinein, lassen sich aber durch den geschickten Ausbau der eigenen Provinz oder Palastaktionen jederzeit taktisch manipulieren und steuern. Dank der flüssigen Verzahnung der verschiedenen Aktionsmöglichkeiten und des stetigen Belohnungseffekts vergeht die rund einstündige Spieldauer wie im Fluge. Für alle Fans von anspruchsvollen Optimierungsspielen ist dieser stimmungsvolle Wettlauf ein absolutes Pflichtprogramm, das durch seinen hohen Wiederspielwert immer wieder neu begeistert.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Sparrow, Keith – Manga Now! Action-Helden zeichnen – ganz einfach

Spaß am Zeichnen.
Manga Now! Action-Helden zeichnen – ganz einfach erweist sich als eine gut strukturierte Einsteigerhilfe, die die Brücke zwischen theoretischen Grundlagen und dynamischer Comic-Illustration schlägt. Der erfahrene Manga-Künstler Keith Sparrow nimmt Zeichenbegeisterte an die Hand, um die typische Dramatik und Energie japanischer Bildgeschichten verständlich zu vermitteln. Das Lehrbuch startet mit einer soliden Einführung in die elementaren Basics wie Anatomie, markante Gesichtsausdrücke sowie den gezielten Einsatz von Licht und Schatten für mehr räumliche Tiefe. Der Fokus liegt jedoch ganz klar auf der Bewegung, wobei der Autor anhand von über einem Dutzend detaillierter Schritt für Schritt Illustrationen zeigt, wie komplexe Action-Posen und extreme Perspektiven glaubhaft aufs Papier gebracht werden. Besonders gelungen ist dabei die Erklärung, wie sich Kleidungsmaterialien oder Haare im Wind verhalten, um den Zeichnungen zusätzliche Vitalität zu verleihen. Während erfahrene Illustratorinnen und Illustratoren eventuell tiefere Analysen zu komplexen Hintergründen vermissen könnten, liefert das Werk für Neulinge und Hobby-Schaffende eine Fülle an motivierenden Vorlagen und praktischen Kniffen. Unterm Strich überzeugt der übersichtliche Band als ein zugänglicher und inspirierender Leitfaden, der effektiv die Angst vor dem leeren Blatt nimmt und die eigene Kreativität sofort entfacht.
Ich muss aber anmerken, dass ich vor zwei Wochen an dieser Stelle über das Buch Ich zeichne Fantasy & Romantasy gesprochen habe und möchte daher einen kurzen Vergleich ziehen. Der Unterschied im Zeichenstil zwischen Fantasy und Manga ist natürlich ausschlaggebend dafür, welches der beiden Bücher man kauft. Persönlich finde ich aber, dass die Einführung ins Zeichnen allgemein, Werkzeuge, Techniken und Grundlagen im Buch Ich zeichne Fantasy & Romantasy besser ist. Wer also wirklich Anfänger ist und mit dem Hobby Zeichnen beginnen möchte, sollte eher zu dem greifen. Wer aber schon über die Grundlagen hinaus ist und speziell Techniken für Manga lernen möchte, ist hier bestens aufgehoben.
Fazit: Empfehlenswert.

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Das Buch wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
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Film: Cleaner (2025)

Verschenktes Potenzial.
Thriller/Action mit Daisy Ridley von Martin Campbell. 97 Min.
Inhalt: In der Hoffnung, Korruption aufzudecken, nehmen radikale Aktivisten bei der jährlichen Gala eines Energieunternehmens in einem Hochhaus 300 Geiseln fest. Ihr Anliegen wird bald von einem Extremisten in ihren Reihen missbraucht, der bereit ist, alle zu töten. Nun liegt es an einer ehemaligen Soldatin, die als Fensterputzerin arbeitet, die im Gebäude gefangenen Geiseln, darunter ihren jüngeren Bruder, zu retten.
Cleaner präsentiert sich als klassischer Thriller mit deutlichen Anleihen an bekannte Hochhaus Geisel Szenarien und weckt damit schnell Erinnerungen an Stirb langsam. Das Grundkonzept bietet dabei durchaus großes Potenzial an dieses Vorbild ranzukommen, doch der Film nimmt sich zu viel Zeit für die Vorbereitung und baut die eigentliche Konfliktsituation nur langsam auf. Dadurch entsteht zunächst ein eher ruhiges Tempo, das zwar Hintergrundinformationen liefert, aber die Spannung nicht sofort greifen lässt.
Problematisch ist dabei, dass kaum eine emotionale Bindung zu den Geiseln entsteht und die Action erst viel zu spät einsetzt. Das lange dramatische Vorspiel wirkt stellenweise überdehnt, wodurch der Film sein Spannungspotenzial nicht vollständig ausschöpft. Interessant bleibt hingegen die Darstellung der Aktivisten, die inhaltlich teilweise nachvollziehbar wirken und moralische Grauzonen eröffnen, wodurch die Konfliktlage differenzierter erscheint. Leider werden diese Grauzonen jedoch nur eröffnet, spielen aber dann keine wirkliche Rolle mehr.
Insgesamt bietet Cleaner solide Ansätze und ein vertrautes Thriller Gerüst, erreicht jedoch nicht ganz die Intensität seines offensichtlichen Vorbilds und bleibt daher ein eher durchwachsenes Genre Beispiel.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Gedankensprung: Wenn der Einsatz von KI inakzeptabel ist

Am Morgen beim Frühstück gönne ich mir eigentlich fast immer eine Dokumentation, meistens eine Folge der fantastischen Serie Mit offenen Karten, manchmal andere, die mir ins Auge stechen. Und so habe ich letztens die Dokumentation Venedigs goldenes Zeitalter geschaut und war schockiert.
Gleich in den ersten fünf Sekunden erscheint die Markierung „Dieses Programm enthält von Künstlicher Intelligenz erzeugte Sequenzen“. Wirklich? Muss das sein? Eine Ko-Produktion zwischen ZDF und Arte, ein aus öffenlicher Hand finanzierter wissenschaftlicher Beitrag, wird mit KI-Sequenzen befüllt? Wer, wenn nicht die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, hätte die Pflicht, Menschen zu bezahlen, kreative Menschen zu fördern, talentierten Menschen eine Plattform zu bieten?
Ich habe mir dann die Doku angeschaut und muss sagen, ich bin entsetzt, denn die KI-Sequenzen sind erstens unnötig, geben dem Film keinerlei Mehrwert und zweitens sind sie auch unsauber, als wären sie nur schnell gemacht worden, ohne das Endprodukt nochmal zu kontrollieren und zu revidieren. Ich finde es absurd, dass man nicht im Stande war, für diese Sequenzen einen Zeichner zu finden, den zu bezahlen und ihm Erfahrungspunkte für sein Portfolio zu geben.
Es gibt schon Situationen, in denen ich den Einsatz von KI verstehe, aber nicht in so einem Kontext. Absolut inakzeptabel, zumal die Dokumentation ohne diese KI-Sequenzen genauso funktionieren würde.

Hier auf Arte: Venedigs goldenes Zeitalter
Hier auf YouTube: Venedigs goldenes Zeitalter

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Spiel: Darwin’s Journey (Skellig Games)

Darwins Reise als Wirtschaftsspiel.
Von Simone Luciani und Nestore Mangone (ca. 60-120 Min.; 1-4 Spieler)
Darwin’s Journey ist ein Worker-Placement-Eurogame, in dem die Spieler Charles Darwins Erinnerungen an seine Reise durch die Galapagosinseln nachempfinden, die zur Entwicklung seiner Evolutionstheorie beitrug.
Dank des innovativen Arbeiterfortschrittssystems muss jeder Arbeiter die Disziplinen erlernen, die für verschiedene Aktionen im Spiel erforderlich sind. Dazu gehören Erkundung, Korrespondenz, Sammeln und der Versand von Fundstücken an Museen, um so zum menschlichen Wissen über Biologie beizutragen. Das Spiel dauert fünf Runden, und dank mehrerer kurz- und langfristiger Ziele bringt jede Aktion auf unterschiedliche Weise Siegpunkte ein.
Darwin’s Journey entpuppt sich trotz seiner vielversprechenden historischen Thematik leider als eine frustrierende und extrem zähe Angelegenheit für den heimischen Spieltisch. Das grundlegende Prinzip des Arbeitereinsatzes wird hier durch eine derart übertriebene Fülle an verzahnten Systemen und Ketteneffekten überladen, dass der eigentliche Spielspaß komplett auf der Strecke bleibt. Anstatt eine flüssige Forschungsreise zu erleben, mutieren die einzelnen Runden schnell zu einem regelrechten Analyseparalysemonster, bei dem die Wartezeiten zwischen den eigenen Zügen unerträglich lang werden. Hinzu kommt eine mangelhafte Symbolik auf dem ohnehin schon völlig überladenen Spielbrett, die ständige Kontrollen im lückenhaften Regelheft erzwingt und Neulinge gnadenlos im Regen stehen lässt. Auch das vermeintlich innovative Konzept zur Ausbildung der eigenen Arbeiter erweist sich in der Praxis als ein starres Korsett, welches kaum strategische Flexibilität erlaubt und frühzeitig fehlerhafte Entscheidungen bitterböse bestraft. Wer ein elegantes und belohnendes Expertenspiel sucht, wird von diesem verkopften und unübersichtlichen Optimierungswahn bitter enttäuscht sein.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Buch: Weymouth, Adam – Wolfspfade. Eine Spurensuche im Herzen Europas

Eine schöne Wanderung auf der Suche nach Wölfen.
Im Jahre 2011 brach der junge Wolf Slavc aus seinem Geburtsrevier zu einer Wanderung auf, quer durch Slowenien, durch Südösterreich und dann nach Italien ins Gebiet zwischen Verona und dem Gardasee, wo er Julia traf, eine junge Wölfin, welche aus dem Apennin nach Norden gewandert war. In den zehn Jahren, die sie miteinander verbrachten, hatten sie ca. 42 Junge, die in mehrere Rudel aufgeteilt heute in den Lessinischen Bergen leben. In einem Gebiet, in welchem der Wolf fast ausgestroben war, haben Slavc und Julia eine neue Population hervorgebracht.
Adam Weymouth beschreibt in diesem Buch seine Wanderungen entlang des Pfades, welchen Slavc damals zurückgelegt hatte. Dabei geht er auf Tuchfühlung mit der Landschaft und den Bewohnern der Alpen und verwebt dabei wichtige Themen unserer Zeit, wie das Verhältnis der Menschen zur Natur, die Veränderungen durch den Klimawandel und die Angst vor dem Fremden.
Wolfspfade von Adam Weymouth ist eine packende literarische Reportage, die mich von der ersten Seite an tief beeindruckt hat. Der britische Reiseschriftsteller begibt sich in diesem Werk auf eine außergewöhnliche Spurensuche quer durch Europa, indem er der echten GPS Spur des legendären Wolfs Slavc von Slowenien über die Alpen bis nach Norditalien folgt. Was dieses Buch so besonders macht, ist die gelungene Mischung aus einfühlsamer Naturbeschreibung und topaktueller gesellschaftlicher Debatte. Weymouth schreibt unglaublich bildhaft über die Landschaften, die er durchwandert, und schafft es gleichzeitig, ein unvoreingenommenes Bild der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Wolf zu zeichnen. Er lässt Naturschützer, Forscher und betroffene Landwirte gleichermaßen zu Wort kommen, ohne vorschnell zu urteilen oder den Wolf zu romantisieren. Für mich ist dieser tiefgründige Reisebericht ein echtes Lesehighlight für alle, die sich für Naturthemen und die Zukunft unserer gemeinsamen Ökosysteme interessieren.
Außerdem hätte ich nie gedacht, dass mich je der Epilog eines Sachbuches zu Tränen rühren würde.
Fazit: Empfehlenswert.

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