Spiel: Amul (Pegasus)

Wäre gerne der Nachfolger von Ohne Furcht und Adel.
Von Remo Conzadori und Stefano Negro (ca. 30-45 Min.; 3-8 Spieler)
Viele vergleichen Amul mit 7 Wonders, aber ich sehe da keine großen Gemeinsamkeiten, nein, Ohne Furcht und Adel ist hier eindeutig das geistige Vorbild. Man muss ja nur die Grafik anschauen, wo einige Details beinahe identisch sind. Amul ist durchaus ein eigenständiges Spiel mit neuen Ideen, es fühlt sich aber sehr ähnlich wie Ohne Furcht und Adel an. In meinen Augen ist es Ohne Furcht und Adel, nur ohne Charakterkarten und ohne Gold. Alles, was du machst, ist jede Runde eine Karte aufzuklauben und eine runterzulegen, in der Hoffnung, dass dir die Synergien der Karten untereinander und teilweise mit den Nachbarn am Ende viele Punkte bringen. Manche Karten haben einen Soforteffekt und erlauben dir von einer der drei offenen Auslagen eine zusätzliche Karte zu nehmen.
Die Idee wäre also, dass man strategisch zueinanderpassende Karten runterlegt. Das Problem ist aber, dass manche Karten nur gewertet werden, wenn man diese bei Spielende in der Hand hält, das führt dazu, dass die Optionen, welche Karten man runterlegt, stark limitiert werden und nicht selten komplett verschwinden, weil man genau nur eine Karte runterlegen kann. Die Tatsache, dass man in manchen Partien ohne Entscheidungsfreiheiten dasitzen kann, gefällt mir nicht und in dem Sinn gefällt mir Ohne Furcht und Adel eindeutig besser.
Das Spiel hier ist durchaus kurzweilig und flott und funktioniert auch mit acht Personen noch sehr gut. Wenn man also mit einer größeren Gruppe etwas spielen will, was kein Partyspiel ist, aber auch nicht eine Stunde dauert, dann wäre das hier ideal.
Fazit: Kann gespielt werden.

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Buch: Scalzi, John – Androidenträume

Lustiges und spannendes Sci-Fi-Buch mit interessanten Wendungen und viel Sozialkritik.
Inhalt: Auf ihrem Weg ins All ist die Menschheit einer Reihe von Alien-Völkern begegnet, mit denen sie Handelsbeziehungen aufnimmt und politische Bündnisse schmiedet. Doch dann kommt es auf einer interstellaren Konferenz zu einem folgenschweren Vorfall, als durch ein Missverständnis ein Außerirdischer vom Volk der Nidu stirbt. Eine kriegerische Auseinandersetzung droht – und nur Harry Creek, genialer Programmierer und Kriegsveteran, kann diesen Krieg mithilfe eines Schafs verhindern.
Das Herzstück dieses Buchs ist die humoristisch verpackte Sozialkritik, etwa die Heuchelei von Abtreibungsgegner, die Lächerlichkeit religiöser Institutionen oder Fleischfresser-Mobbing. Das funktioniert aber nur deshalb so gut, weil der Rahmenplot durchaus spannend ist, einige unerwartete Wendungen bietet und man dadurch bis zum, ebenfalls witzigen, Ende lesen möchte, um zu wissen, wie das ausgeht.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Medical Police – Staffel 1

Was für ein Blödsinn.
In dieser Serie geht es darum, dass Kinderärzte internationale Bioterroristen fangen müssen. Dabei ist der 0-8-15 Plot jedoch nur ein Aufhänger für eine endlose Aneinanderreihung von Witzen. Doch leider sind die Witze überhaupt nicht lustig, die Schauspieler schlecht und wenn es dann auch noch keinen richtigen Plot gibt, fällt die gesamte Serie flach.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Film: Her (2013)

Interessanter Film über moderne Beziehungen.
Science-Fiction / Drama / Romanze mit Joaquin Phoenix von Spike Jonze. 126 Min.
Inhalt: Der frisch getrennte Theodore, professioneller Verfasser einfühlsamer Briefe für Kunden, installiert ein neues Computerbetriebssystem mit intelligenter Sprachfunktion und fühlt sich plötzlich gar nicht mehr so einsam. Die charmante Computerstimme namens Samantha liest ihm nicht nur E-Mails vor, sondern wird zur intimen Ansprechpartnerin. Zu seiner eigenen Verwunderung verliebt Theodore sich in Samantha. Doch die virtuelle Liebesbeziehung hat ihre Tücken.
Der Film ist in dem Sinne gelungen, dass er zum Nachdenken anregt, über moderne Beziehungen und die Möglichkeiten der Zukunft. Ich habe den Film jedoch teilweise als zu langatmig empfunden. Eine kürzere Fassung hätte das Ziel genauso erreicht. Das Casting aber hat den Film als Gesamtes gerettet. Denn ohne Phoenix, der den Film alleine trägt und der sinnlichen Computerstimme von Scarlett Johansson hätte ich wohl nicht mal eine kürzere Fassung ertragen.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Spiel: Aufbruch nach Newdale (Lookout Games)

Tolle Brettspielvariante eines tollen Kartenspiels.
Von Alexander Pfister (ca. 90 Min.; 1-4 Spieler)
Hier wurde einfach das großartige Kartenspiel Oh My Goods! samt beider Erweiterungen genommen und derart umgewandelt, dass es als Brettspiel funktioniert. Dabei wurde das alles aber auch noch verbessert, indem das Glückselement reduziert wurde, bzw. dieses jetzt besser gelenkt werden kann. Das Brett selbst wurde schön in das bekannte Karten-Engine-Building integriert und erlaubt dadurch neue Strategien, andere Herangehensweisen an das Spiel. Die Kampagne mit ihren acht Kapiteln ist gelungen und macht Lust, das Spiel achtmal hintereinander zu spielen. Auch Solo ist es eine tolle Erfahrung.
Fazit: Sehr zu empfehlen, außer für jene, die bereits das Kartenspiel nicht mochten.

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Buch: Moon, Elizabeth – Once a Hero (Serrano Legacy 4 / Esmay Suiza 1)

Der vierte Band der Serrano Legacy Reihe ist der Start einer neuen Trilogie, immer im selben Universum, aber mit neuen Charakteren und einem neuen Plot.
Inhalt: Nachdem Esmay Suiza im dritten Band eine Meuterei mit einer Gegenmeuterei überwunden und Heris Serrano gerettet hat, steht sie nun im Mittelpunkt des Geschehens. Auf ihrem neuen Posten wird sie mit einem Piratenangriff konfrontiert und muss beweisen, dass ihre heldenhaften Aktionen damals kein Zufall waren.
Auch diesen Band habe ich natürlich als „Graphic Audio Book“ gehört und die Produktionsqualität war wieder großartig, ein richtig tolles Erlebnis. Zum Glück war auch der Plot sehr spannend und Esmay Suiza ein interessanter Charakter mit einer schönen Entwicklung. Er macht große Lust sofort zum nächsten Band zu greifen. Es ist zwar eine Trilogie, aber die Geschichte hier ist abgeschlossen und man könnte dann eigentlich auch aufhören. Aber wenn etwas so gut ist, will man das natürlich nicht.
Fazit: Für Space-Sci-Fi-Fans absolut zu empfehlen.

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Serie: Shetland – Staffel 5

Jede noch so gute Serie hat irgendwann einen Durchhänger.
Wie bereits die vorhergehenden Staffeln hat auch diese hier wunderschöne Landschaftsbilder. Das ist es aber auch schon. Ich habe den Plot überhaupt nicht spannend gefunden und die persönlichen Entwicklungen der Charaktere waren komplett uninteressant. Dies war die erste Staffel dieser Serie, die ich nicht in mindestens drei Abenden fertig geschaut hatte, sondern ich habe fast zwei Wochen benötigt.
Es wurden bereits die Staffeln 6 & 7 in Auftrag gegeben. Nur weil jetzt eine sehr schwache Staffel dabei war, werde ich sicher nicht mit der Serie aufhören, denn das Potenzial ist durchaus weiterhin vorhanden, mich an den Bildschirm zu fesseln.
Fazit: Die Staffeln 1-4 sind absolut zu empfehlen, für jeden Schottland- und / oder Krimifan. Staffel 5 kann ich momentan nicht empfehlen, aber sollte mich Staffel 6 wieder überzeugen, wird sich dies vermutlich ändern.

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Film: In the Shadow of the Moon (2019)

Die Reaktionen sind interessanter als der Film.
Mystery / Science-Fiction mit Boyd Holbrook von Jim Mickle. 115 Min.
Inhalt: Ein Detective aus Philadelphia ist von einer rätselhaften Serienmörderin besessen, deren Verbrechen jeglicher Erklärung trotzen. Sein Leben steht Kopf.
Der Film beginnt durchaus spannend und dank der gewohnten Netflix-Qualität ist man bald gefesselt. Doch rasch wird offesichtlich, was da eigentlich los ist und ab da ist der Plot ziemlich vorhersehbar. Es gibt dann am Ende eine Wendung, die mir aber gar nicht gefallen hat, denn sie ist nichts weiter als ein zu dramaturgischen Zwecken herbeigezwungener Zufall. Dazu kommt auch noch, dass das Ende in meinen Augen dem widerspricht, was kurz zuvor bei der Offenbarung erklärt worden ist.
Viel interessanter finde ich da aber die Diskussionen, die auf verschiedenen Plattformen ausgebrochen sind, wo Vertreter des rechten politischen Spektrums vehement behaupten, dass ihre Ansichten und Ideale sicher nie zu einem Krieg führen würden. Tja, aus der Geschichte sollte man halt doch was lernen.
Fazit: Kann man auslassen.

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Spiel: Buntes Burano (EmperorS4)

Ein sehr schönes Spiel, sowohl optisch als auch mechanisch.
Von Wei-Min Ling (ca. 20-40 Min.; 1-4 Spieler)
In diesem relativ simplen Spiel wollen wir die farbenprächtigen Häuserfassaden von Burano nachbauen. Da trifft es sich gut, dass die Karten optisch sehr ansprechend sind und den Flair dieser Ortschaft gut einfangen. Auch der Mechanismus ist recht einfach und intuitiv: Ich kaufe Karten oder nehme Geld und dann lege ich die Karten oder behalte sie auf der Hand. Die Schwierigkeit des Spiels liegt in den Touristen- und Einwohnerkarten. Denn je nachdem, welche ich bekomme, wird bei mir etwas anderes gewertet. Man muss als beim Kauf und Auslegen der Karten sehr genau überlegen, welche Punktekarte man werten möchte, um also eine effiziente Fassade zu errichten. Da man eben in jeder Runde andere Karten werten kann und die Entscheidung persönlich ist, wird in jeder Partie die Häuserfassade anders aussehen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Pieper, Dietmar & Saltzwedel, Johannes (Hrsg.) – Die Welt der Habsburger. Glanz und Tragik eines europäischen Herrscherhauses

Leider zu sprunghaft für meinen Geschmack.
Ich hatte bereits aus derselben Reihe das Buch Rom – Aufstieg einer antiken Weltmacht gelesen und hatte daher schon ungefähr eine Vorstellung davon, was mich erwarten würde. Also keine wissenschaftliche Herangehensweise, sondern eine allgemeine Präsentation für das interessierte Bildungsbürgertum. Während ich jedoch in jenem die journalistische Herangehensweise gelobt hatte, die uns Themen präsentiert, die oft in solchen historischen Werken vernachlässigt werden, fehlen hier leider diese „unbekannten und dadurch interessanten“ Themen, es ist eher standardmäßig. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, da die Geschichte der Habsburger an die 800 Jahre umfasst und es daher eh genug zu erzählen gibt. Speziell die Anfänge dieser Dynastie sind für viele sicherlich ein unbekanntes Detail und die werden hier schön präsentiert.
Was mich aber am meisten gestört hat ist der sehr sprunghafte Charakter der einzelnen Kapitel. Ich habe mich jedes mal sehr schwer getan zu verstehen, wo bzw. wann wir uns gerade befinden. Da die einzelnen Kapitel eben keine konsequente Ereignisgeschichte erzählen, sondern nur diverse Aspekte beleuchten, gibt es eben ständig geographische und zeitliche Sprünge. Andauernd den beigefügten Stammbaum zu konsultieren ist auch irgendwann nur noch nervig. Bessere Vorspänne hätten hier wirklich einen großen Unterschied gemacht.
Wenn jemand ein Buch sucht, um die Habsburger ohne Vorwissen kennenzulernen, dann ist er hier falsch. Wer aber schon über ein grobes Grundgerüst verfügt und einfach sein Wissen auffrischen möchte, bestimmte Aspekte besser kennenlernen möchte, der kann hier getrost zugreifen.
Was ich aber nicht unbemerkt lassen möchte ist das Kapitel „Butter auf die Decks“ (S. 98) zur Seeschlacht von Lepanto. Rasch als Entwarnung: Sämtliche anderen Kapitel sind viel besser und durchwegs lesenswert, aber das hier ist einfach nur schlecht. Ich würde mich schämen, so etwas zu veröffentlichen. Es wirkt fast so, als hätte der Autor seinen Auftrag vergessen und an einem Nachmittag nach rascher Internet-Recherche einfach diese drei Seiten hingeklatscht. Dass die Herausgeber das auch noch akzeptieren, ist absolut unverständlich. Dies stört mich persönlich halt umso mehr, weil gerade dieses Thema mich sehr interessiert. Seefahrtsgeschichte ist ein großes Steckenpferd von mir. Nun, ich wollte einfach kurz meinen Frust darüber loslassen, aber, wie gesagt, sind die anderen Kapitel durchwegs von einer ordentlichen Qualität mit einem populären Schreibstil.
Fazit: Ich habe dieses Büchlein als angenehme Lektüre empfunden, um mein Wissen über die Habsburger aufzufrischen.

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