Spiel: Shadows in Kyoto (EmperorS4)

Eine modernere, coolere Variante von Stratego.
Von Wei-Min Ling (ca. 15-30 Min.; 2 Spieler)
In diesem Spiel geht es darum, meine zwei Agenten mit Geheimbotschaften auf die gegenüberliegende Seite des Spielfeldes zu bringen. Ich gewinne, wenn ich dies schaffe oder wenn der Gegner drei meiner falschen Figuren gefangen nimmt. Man bewegt also seine Figuren und versucht dabei den Gegner zu täuschen, er soll ja in die Falle tappen und einen Falschen schnappen oder davon überzeugt sein, einen Falschen vor sich zu haben und ihn in Ruhe lassen, obwohl er der Richtige ist. Strategische Bewegungen und Täuschungsmanöver sind die Elemente dieses Spiels. Taktik-, Charakter- und Gerätekarten bieten zusätzliche Optionen, Felder mit speziellen Funktionen auf dem Spielplan ebenso.
Das Spiel ist spannend, interessant, bietet eine tolle Tiefe und man möchte es sofort noch einmal probieren. Der Frust einen falschen Agenten zu schnappen, obwohl man sich so sicher war, ist genauso groß wie die Freude, wenn es dem Gegner ebenfalls passiert.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Killjoys – Staffel 3

Heutzutage muss man ja für jede Space-Sci-Fi-Serie dankbar sein. Außerdem ist die hier auch gar nicht so schlecht.
Zu meinem Unverständnis, zu jenem der Fans und den Einschaltquoten zum Trotz ist Dark Matter abgesetzt und das hier auf fünf Staffeln verlängert worden. Na gut, das muss man akzeptieren.
Die Schauspieler sind von ihrer Leistung her im unteren Serien-Niveau anzusiedeln, das aufgebaute Universum bleibt konfus und der Plot ist streckenweise seltsam. Das bedeutet aber nicht, dass die Serie nicht unterhaltsam wäre. Es gibt zahlreiche witzige Momente, einige gelungene Actionszenen und eine angenehme Grundspannung zieht sich durch die gesamte Staffel, die in einem brutalen Cliffhanger endet.
Ich werde die Serie auf jeden Fall weiter schauen, denn sie gefällt mir eigentlich schon. Naja, sie unterhält mich und das ist das wichtigste. Warum dem aber ist, kann ich nicht wirklich erklären. Als Gesamtpaket ist die Serie absolut nicht empfehlenswert, aber sie bietet so viele tolle Einzelmomente, dass ich dennoch hängen geblieben bin.
Fazit: Nur für Space-Sci-Fi-Nerds, die bereits alles andere aus dem Genre geschaut haben.

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Film: The Foreigner (2017)

Schauspielerisch das beste, was ich von Jackie Chan und Pierce Brosnan je gesehen habe.
Action / Thriller mit Jackie Chan von Martin Campbell. 114 Min.
Inhalt: Als die Tochter von einem demütigen Restaurantbesitzer bei einem Bombenattentat irischer Terroristen stirbt und er von offizieller Seite keine Hilfe bekommt, nimmt er das Gesetz in die eigenen Hände und geht auf einen Rachefeldzug durch London und Nordirland.
Das ist kein typischer Jackie Chan Film. Humor und kreativen Kampfsport sucht man hier vergebens. Jackie hat schon einige Male in China versucht eine seriöse Rolle anzunehmen, doch das ist ihm nie gelungen. Hier hingegen erleben wir einen Jackie, wie wir ihn noch nie gesehen haben. Aber auch Brosnan liefert die Performance seines Lebens. Der Regisseur hat in dieser Hinsicht wirklich großartige Arbeit geleistet.
Der Film behandelt die Aufarbeitung des nordirischen Konflikts, wie die alte Garde Gräben überwinden will, aber junge Hitzköpfe damit nicht zufrieden sind. Die Plotlinie mit Brosnan bietet einen sehr spannenden politischen Thriller, der auch für sich alleine ein toller Film geworden wäre. Der Handlungsstrang mit Chan hingegen erzählt eine reine Rachegeschichte, mit gut gemachter Action in bester Rambo-Manier.
Das Problem am Film ist die Zusammenführung dieser beiden Stränge. Man hat teilweise das Gefühl, dass hier ein Politik-Thriller geschrieben wurde und dann irgendjemand gesagt hat, da muss Jackie Chan noch irgendwie rein. Denn tatsächlich tut Jackie für diesen Film genauso viel wie Indiana Jones für Jäger des verlorenen Schatzes. Man darf aber nicht vergessen, dass das hier ein Rachefilm ist. Auch wenn es im ersten Moment komisch wirkt, ist es eigentlich super gelungen. Denn Jackies Charakter interessiert sich nicht für Politik, Konsequenzen oder andere Dinge, er will nur Rache.
Mir persönlich gefällt der Film sehr gut. Der Plot ist spannend, die Schauspieler super und visuell sind einige coole Aufnahmen gemacht worden. Speziell möchte ich den Kampf zwischen Jackie und dem britischen Elitesoldaten im nordirischen Wald hervorheben. Der hat mich an den Dachkampf in Jackie Chan ist Nobody erinnert, einer der besten Kampfszenen in Jackies Karriere.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Gedankensprung: Die Filme meiner Kindheit / Jugend

Nach den Spielen und Büchern ist nun also Zeit über die Anfänge meiner Leidenschaft für Filme nachzudenken. Und wie auch bei jenen zwei gibt es hier klar fassbare Personen, die mich beeinflusst haben, nämlich mein Onkel und mein Stiefvater.
Ich wuchs ohne Vater auf und meine Mutter hatte generell kein Interesse für irgendwas, was auch mich interessiert hätte. Es war mein Onkel, der bei uns einen Videorekorder installierte und Videokassetten vorbeibrachte. Die fernsten Filmerinnerungen beinhalten Disney-Filme, Bugs Bunny und Bud Spencer. Mein Liebling war Speedy Gonzales, die schnellste Maus von Mexiko. Diese Videokassette haben wir glaub ich über mehrere Jahre hinweg jedes Wochenende geschaut. Aber das war kein Film, die Serien folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Ich habe in meiner Kindheit generell wenig Filme geschaut. Den Fernseher durfte ich in Anwesenheit meiner Mutter nur einschalten um entweder eine der Videokassetten zu schauen oder wenn Bud Spencer im Fernsehen lief. Terence Hill alleine war nicht genug, denn der hat auch einige unlustige Filme gedreht.
Der erste Film, an den ich mich erinnere, ihn im Kino geschaut zu haben, und zwar nicht in einem Kinderkino, war Street Fighter mit Jean-Claude van Damme. Mit einem Freund bin ich damals ins Kino geschlichen, obwohl damals in diesem kleinen Kino niemand unser Alter kontrolliert hat, man es also nicht wirklich als schleichen bezeichnen kann. Gefühlt haben wir uns dennoch großartig, als hätten wir das System betrogen. Das war auch die Zeit, als meine Mutter kurzweilig einen Lebensabschnittspartner hatte, der mit uns am Abend Ghostbusters und andere Kinoperlen der 80er geschaut hat. Das war aber nur eine sehr kurze Phase, ein kleiner Vorgeschmack sozusagen. Es folgten dann weitere zwei Jahre mit den kindgerechten Videokassetten meines Onkels, bis dann mein Stiefvater kam. Der war ein noch größerer Filmfan als ich es heute bin. Wie ein Ertrinkender, der plötzlich eine Tonne Wasser bekommt, habe ich mich damals gefühlt. Geschaut haben wir alles zusammen, Klassiker und Neuheiten, über alle Genres und Altersgrenzen hinweg. Er war ein großer Actionfan und seine Liebe für Stallone, Schwarzenegger und van Damme hat ordentlich auf mich abgefärbt. Jackie Chan aber war eine ganz eigenständige Entdeckung von mir. Da ich damals ein großer Indiana Jones – Fan war, wollte ich ähnliche Abenteuer-Archäologie-Filme schauen und bin dann auf Mission Adler – Der starke Arm der Götter gestoßen. Der hat mir auf Anhieb gefallen und sogleich war ich ein Fan von diesem Schauspieler. Aufgrund der gewaltigen VHS- und später DVD-Sammlung meines Stiefvaters war ich zeitwillig Ansprechperson Nr. 1 in unserer Clique, Schule, Stadt, wenn es um Filme ging, bis eine Videothek und schließlich das Internet kam. Ich war sogar vom ersten Tag an Leser der Jugendzeitschrift Limit und ich war unheimlich traurig, als sie nach sechs Jahren eingestellt wurde.
Vor allem habe ich von meinem Stiefvater gelernt einen Film aktiv zu schauen. Man setzt sich hin, ist leise und konzentriert. Auch heute noch ärgere ich mich ungemein, wenn irgendjemand mich mit irgendwelchen Geräuschen stört. Für mich ist Filmschauen ein tolles Erlebnis, für das ich mir gern Zeit nehme.

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Spiel: Istanbul – Das Würfelspiel (Pegasus)

Irgendwo zwischen gemütlichem und strategischem Würfelspiel.
Von Rüdiger Dorn (ca. 20-40 Min.; 2-4 Spieler)
An sich wäre dieses Spiel ja nicht schlecht, es hat halt die Schwächen eines Würfelspiels in verstärkter Form. Wir würfeln hier also unsere fünf Würfel und schauen, welche Kombinationen sich daraus ergeben. Dazu hat jeder Spieler eine ziemlich lange Liste mit möglichen Aktionen, von denen er genau zwei ausführen darf. Idealerweise ist eine davon, einen Rubin aus dem Markt in der Mitte zu nehmen, denn damit gewinnt man das Spiel.
Da man sich bei einem Würfelspiel für eine Aktion erst dann entscheiden kann, wenn man das Würfelergebnis kennt, liegt es in der Natur der Sache, dass solche Spiele Downtime haben. Man macht also ein schnelles Würfelspiel, um diese kurz zu halten oder ein strategisches, damit man auch schon ohne Würfel Überlegungen anstellen kann. Beides trifft leider hier nicht zu. Aufgrund der Kombinationsmöglichkeiten können sich die Überlegungen ziemlich in die Länge ziehen, speziell, wenn man durch mehrere Marktstände verschiedene Boni nutzen kann. Zusätzlich kann man durch eine Aktion Aktionskarten bekommen, muss sich für eine von diesen entscheiden und sie sofort spielen. Das ist auch sehr zeitraubend. Andererseits kommen manchmal Würfelergebnisse, bei denen man gar keine Entscheidungsfreiheit hat, weil die Kombinationen so beschränkt sind. Man hat also entweder eine langwierige Analyse oder wird vom Spiel gespielt. Da es nun außer den Würfeln nichts gibt, anhand dessen man etwas planen könnte, ist man gezwungen, auf seinen Zug zu warten. Das führt eben auch dazu, dass man vom Würfelglück abhängig ist.
Im Grunde läuft jeder Zug so ab, dass man auf eine bestimmte Kombination hofft. Wenn man sie bekommt, geht es schnell, wenn nicht, überlegt man eine Weile rum. Idealerweise besorgt man sich sehr früh den Marktstand mit einer Extra-Aktion, damit man mehr machen kann, wodurch sich das Entscheiden vereinfacht.
Wenn man sich hinsetzt und das hier als Glücks-Würfelspiel akzeptiert, dann kann man auch Spaß haben. Kriege ich die richtige Kombination? Ach nein, was für ein dummes Ergebnis, was kann ich damit machen? Man wird zu Beginn in die Annahme gelenkt, dies hier sei irgendwie strategisch. Die einzige Vorausplanung wäre Ressourcenplättchen zu sammeln, um dann auf dem Bazar Kristalle zu erwerben, aber da dies so eindeutig ist, kann es kaum als Strategie bezeichnet werden. Nein, das hier ist ein Glücksspiel und sollte als solches betrachtet werden. Ich würde sogar noch die zeitraubenden Aktionskarten komplett entfernen und die Würfelseite mit dem entsprechenden Symbol entweder als Niete oder als Joker betrachten, um das Ganze zu beschleunigen. Denn dann macht das Spiel Spaß, in der richtigen Runde.
Fazit: Sollte man einmal probieren.

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Buch: Brandhorst, Andreas – Das Erwachen

Eigentlich ein großartiger Sci-Fi-Thriller.
Inhalt: Der ehemalige Hacker Axel setzt versehentlich ein Computervirus frei, das unzählige der leistungsfähigsten Rechner auf der ganzen Welt vernetzt. Als sich daraufhin auf allen Kontinenten Störfälle häufen und die Infrastruktur zum Erliegen kommt, die Regierungen sich gegenseitig die Schuld geben und die geopolitische Lage immer gefährlicher wird, stößt Axel gemeinsam mit der undurchsichtigen Giselle auf ein Geheimnis, das unsere Welt für immer verändern wird: In den Computernetzen ist etwas erwacht, und es scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein.
Während des Lesens gab es einige Stellen, die ich mir zum Kritisieren markiert hatte, doch jetzt, wo ich fertig bin, will ich das gar nicht mehr. Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen und sogar am Ende, als es einen Durchhänger hatte, war es dennoch spannend genug, dass ich nicht pausierte oder Seiten übersprang. Ja, die letzten Kapitel, in denen die Reise von Hamburg nach Rom beschrieben wird, sind unnötig lang geraten, wohingegen das Ende dann viel zu abrupt und schnell wirkt. Aber das Ende hat es wirklich in sich, war ein positive Überraschung. Aufgrund meines Deus Ex – Hintergrundes hatte ich eine bestimmte Erwartungshaltung und es gab auch einige Momente, die diese zu untermauern schienen. Andere Stellen hingegen ließen mich andere Theorien aufbauen, doch dass es dann so endet, hätte ich nicht gedacht. Als Konsequenz davon könnte man dieses Buch als Prequel zu einem anderen Brandhorst-Roman sehen, nämlich Das Schiff, muss man aber nicht und wird vom Autor auch nirgends erwähnt.
Die Charaktere sind allesamt, außer dem Hauptcharakter Axel, durchaus interessant geschrieben, sind jedoch nicht mehr als Fenster in die Welt. Durch sie sehen wir, was passiert, erfahren wir von der Maschinenintelligenz und wie sich unsere Zivilisation verändert. Und genau das ist das fantastische an diesem Buch. Der Autor hat nämlich genau recherchiert, was er auch im Nachwort erklärt und mit Quellen belegt, wie – und vor allem wie schnell – unsere Zivilisation zusammenbrechen würde, wenn es keine Elektrizität und keine Kommunikationswege mehr auf der gesamten Welt gäbe, wie eine Maschinenintelligenz entstehen könnte und was wohl die möglichen Konsequenzen wären.
Der Plot des Buches birgt eine angenehme Grundspannung bis zum Ende, ist aber nur eine Leinwand, auf welcher der Autor seien Rechercheergebnisse präsentiert, seine Gedanken und Visionen. Wem das Ausgestalten von Szenarien, in diesem Fall realistischen, gefällt, der sollte hier unbedingt zugreifen. Das Buch spielt zehn oder zwanzig Jahre in der Zukunft und behandelt Dinge, vor denen wir heute gewarnt werden: Künstliche Intelligenzen, Klimawandel, zu Kriege ausgeartete Grenzkonflikte. Was die geopolitische Zukunftsvision betrifft, kann ich nicht wirklich übereinstimmen, ich habe da andere Vorstellungen und vermutlich sind beide falsch. Aber die technologische und klimatische Zukunftsvision finde ich sehr interessant und spannend.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Orange Is the New Black – Staffel 5

Ein fehlgeschlagenes Experiment. Leider hat man aus der letzten Staffel von How I met your mother nichts gelernt.
Hier werden die Ereignisse von ca. 48 Stunden auf 13 Folgen zu je 60 Minuten aufgebläht. Das ist zu viel. Man hätte den Cliffhanger in ein paar Folgen abschließen können, dann noch einige normale Folgen nachschieben und am Ende mit Pipers Entlassung die Serie abschließen. Das ist nicht geschehen. Im Gegenteil wurde die gesamte Staffel darauf verwendet Möchtegern-Action mit misslungenem Humor zu paaren und dazwischen persönliche Dramen einzustreuen. Für mich war die gesamte Staffel einfach nur langatmig, die Dialoge teilweise peinlich. Außerdem ist den Machern auch das Fingerspitzengefühl abhanden gekommen, kulturelle Differenzen darzustellen. Es wirkt hier alles so plakativ und irgendwie nur noch schwarz-weiß, ohne die vielen Grautöne, welche die Serie eigentlich so toll gemacht haben. Dazu kommt noch die letzte Folge, die wohl vermuten lässt, dass Piper doch nicht entlassen wird und wir daher noch einige Staffeln vor uns haben. Aber ohne mich. Die Serie hat für mich bereits ihren Zenit überschritten und konnte mich schon in der vorherigen Staffel nicht mehr fesseln. Es gibt ja noch andere Serien zu schauen.
Fazit: Wenn die Staffeln nicht immer mit solchen Cliffhangern enden würden, würde ich empfehlen, zumindest die ersten drei zu schauen.

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Film: Ancien and the Magic Tablet (Anime 2017; Originaltitel: Hirune Hime – Shiranai Watashi no Monogatari)

Netter Film mit dem Spiel zwischen Traum und Realität.
Anime, Fantasy, Science-Fiction von Kenji Kamiyama. 111 Min.
Inhalt: Ein Oberschul-Mädchen, das ständig davon träumt als Prinzessin magische Roboter zu bauen und das Königreich zu schützen, wird plötzlich Ziel einiger böser Gestalten. Was hat das Tablet ihrer verstorbenen Mutter damit zu tun und welche Geheimnisse verbirgt der Vater?
Die Animationen sind sehr schön und auch der Plot ist durchaus interessant. Mich persönlich hat es nicht so überzeugt, als sie die Grenze zwischen Traum und Realität aufgebrochen haben, ich hätte eine strikte Trennung bis zum Ende viel interessanter gefunden, wenn der Traum also rein eine Metapher der Realität und eine Erinnerung geblieben wäre. So ist es irgendwann ziemlich verwirrend geworden und am Ende für mich eher enttäuschend. Es gibt durchaus Personen, denen diese Art der Realitätsveränderung und Plotkonfusion gefällt, mir jedoch nicht. Mehrere Ebenen in einer Geschichte finde ich schon interessant, wenn sie sinnvoll miteinander verwoben sind, nicht einfach des Spektakels wegen.
Fazit: Große Animefans werden den Film sicher schauen, der Rest sollte die Finger davon lassen, es gibt bessere Animefilme.

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Gedankensprung: Die Bücher meiner Kindheit / Jugend

Nachdem ich letzte Woche über die Anfänge meines Spielens nachgedacht hatte, habe ich mir überlegt, das gleiche zu meinen Büchern zu machen.
Die ersten Bücher, an die ich mich konkret erinnern kann, waren die Leselöwen– und Was ist was – Bände, sowie sämtliche Disney-Bücher zu den Filmen. Auch wenn das die ersten Bücher sind, an die ich mich erinnere, sie in Händen gehalten zu haben, war es doch etwas anderes, das mich geprägt hat. Meine Nachbarin hat ihrem Sohn und mir nämlich immer die Bücher von Auguste Lechner vorgelesen, also die jugendgerecht aufbereiteten Sagen und Mythen der Antike und des Mittelalters. Ich war dann in der Schule der Einzige, der all die Geschichten um Herkules, der Odyssee und vom Goldenen Vlies bis zu den Sagen um König Artus, die Nibelungen und Parzival kannte. Später habe ich all diese Bücher dann noch einmal selbst gelesen, aber dieses Vorlesen damals war der entscheidende Faktor, der mich beeinflusst und meine Liebe zur Literatur, zu Geschichten und Abenteuern geweckt hatte. Im Gegensatz zu meinen Schulkollegen strebte ich schnell dicke Bücher an, weil ich mehr Abenteuer erleben wollte. Meine Favoriten waren dann schnell verschiedene Kinder-Krimi-Reihen, speziell die Knickerbocker-Bande von Thomas Brezina hatte es mir angetan. Die hatte auch sehr viel mit meiner späteren Reiselust zu tun. Ebenso in guter Erinnerung sind mir die Quintus-Bücher von Hans Dieter Stöver geblieben. Ansonsten tue ich mich sehr schwer, mich an konkrete Bücher zu erinnern, die ich gelesen habe. Nur zwei Werke haben mir so gut gefallen, dass ich sie wohl nie vergessen werde: Hüter der Erinnerung von Lois Lowry und eines, dessen Titel und Autor ich nicht mehr weiß. Es spielte in einem kleinen Dorf in Schottland. Ein Mann wird ermordet und ein kleiner Junge will den Mörder finden. Man folgt ihm bei seiner Detektivarbeit, nur um am Ende zu merken, dass er immer die falschen Schlüsse gezogen hat, während sein Bruder, ein Jurisprudenz-Student, den wahren Mörder offenbart. Ich habe diese beiden Bücher einfach super gefunden und denke auch heute noch manchmal daran zurück.
Erst dann die Bücher ab meiner Gymnasialzeit sind mir ziemlich vollständig in Erinnerung geblieben und ich muss an dieser Stelle meinem ersten Deutschlehrer danken, der uns immer sehr tolle Bücherlisten gegeben hat, was ich von den späteren Deutschlehrern nicht behaupten kann. Dadurch stieß ich auf Fluchtstücke von Anne Michaels, was ich auch heute noch zu meinen Lieblingsbüchern zähle, oder Herr der Fliegen von William Golding. Außerdem brachte er mich in Kontakt mit Hesse, Zweig, Frisch, Dostojewski und vielen anderen bekannten Autoren, aber nicht auf eine standardisierte, unmotivierte Art, sondern angenehm ungezwungen und mit einer ansteckenden Leidenschaft.
Meine eigene Biographie zeigt, wie wichtig Personen sind, um Leidenschaften zu entfachen. Ich weiß nicht, ob ich ohne jene Nachbarin oder diesem Deutschlehrer zu so einer Leseratte geworden wäre. Mein Bruder war nie bei unserer Nachbarin, ging dann in eine andere Schule und hat in seinem Leben wohl nicht mehr als eine Handvoll Bücher gelesen.

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Spiel: Kodama – Die Baumgeister (Kosmos)

Ich möchte dieses Spiel mögen, aber das kann ich irgendwie nicht.
Von Daniel Solis (ca. 40 Min.; 2-5 Spieler)
In diesem Spiel baut jeder seinen eigenen Baum vor sich auf, verlängert die Äste und hofft darauf, genug verschiedene Dinge zu haben, um Punkte zu bekommen. Das Spiel schaut optisch super aus und hat ein echt tolles Thema. Man merkt jedoch, dass dies hier im Zentrum steht und die Mechanik irgendwie da drum herum angehängt wurde. Mir hätte es besser gefallen, wenn es wirklich darum gegangen wäre den schönsten oder kreativsten oder blühendsten Baum zu errichten, aber nicht so eine Rechnerei. Denn das ist es, lediglich eine Rechnerei. Ich lege einen Ast an und addiere dann die darauf abgebildeten Symbole mit anderen auf diesem Ast bis hin zum Stamm, jedoch nach bestimmten Regeln. Gleichzeitig habe ich noch Baumgeisterkarten auf der Hand, die mir dann bei Rundenende Bonuspunkte geben. Ich muss also die kurzfristigen und die langfristigen Rechnungen im Auge behalten. Dazu kommen noch die Jahreszeitenkarten, die weitere Einschränkungen und Veränderungen bei den Werten mit sich bringen.
Ich habe grundsätzlich nichts gegen rechenlastige Spiele, wenn die Aktionen entsprechend angepasst sind. Aber hier nimmt man einfach eine Karte aus der Auslage und legt sie an. Da ist also ein sehr großer Glücksfaktor dabei. Außerdem kann es auch zu einer großen Downtime kommen, wenn jemand sämtliche Karten der Auslage durchrechnet, um das Maximum herauszuholen.
Nein, Thema und Mechanik passen für mich hier gar nicht zusammen. Das ist schade, denn die Grundidee wäre wirklich super.
Fazit: Leider nicht zu empfehlen.

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