Ich habe mir angewöhnt, am Ende jeder Season hier an dieser Stelle meine Meinung zu den aktuell abgeschlossenen Serien kundzutun. Zwei Dinge habe ich dabei jedoch in den letzten Jahren bemerkt:
1) Es fühlt sich für mich mehr wie Stress als wie Spaß an, die aktuellen Serien rechtzeitig fertigzuschauen, um diesen Beitrag in der richtigen Woche zu veröffentlichen, damit er relevant ist und angeklickt wird.
2) Das Interesse am Ende einer Season ist hauptsächlich schon auf die nächste Season gerichtet, der Hype ist der Motor aller Diskurse. Am idealsten wäre es nach dem ersten Drittel einer Season einen Beitrag zu veröffentlichen, was meine ersten Eindrücke sind und dann am Ende einen Beitrag darüber, was als nächstes kommt. Aber am Ende einer Season gibt es in den Sozialen Medien wenig Interesse daran, über das zu sprechen, was schon fertig ist.
Daher habe ich beschlossen, nur noch wenige aktuelle Serien zu schauen, um zumindest ein bisschen relevant zu bleiben, aber hauptsächlich ältere Serien meiner Watchlist angenehm und in Ruhe zu bingen, bzw. aktuelle Serien vermehrt ohne schlechtes Gewissen für die Zukunft auf der Watchlist zu parken. Denn letztendlich lege ich mir mit diesem Blog nur selbst einen Zwang auf und verdiene nichts dabei, mich zu stressen.
Aktuelle Serien:
Snowball Earth, mein Top-Anime in dieser Season, überrascht mit einem coolen postapokalyptischen Sci-Fi-Eiszeit-Setting. Das anfangs nervige Stereotyp des krankhaft schüchternen Hauptcharakters nimmt glücklicherweise nur in den ersten Episoden viel Platz ein. Danach ist das nicht mehr so präsent, da ja diese Charakterentwicklung der Plot dieser Serie ist, wodurch die Serie schnell an Fahrt gewinnt.
Auch wenn die Animationen nicht großartig sind, sind die taktischen Kämpfe zwischen Mecha und Kaijus dennoch toll anzuschauen. Ein packender und frischer Sci-Fi-Tipp. Diese erste Staffel bietet auch einen schönen Abschluss, könnte also so für sich allein stehen gelassen werden. Eine zweite Staffel ist bereits angekündigt, aber ohne Datum. Ich freue mich jedenfalls schon darauf.
Witch Hat Atelier hatte wegen des beliebten Mangas sicherlich den größten Hype zu Beginn dieser Season. Ich habe mich am Anfang jedoch schwer getan, da reinzukommen, ich fand es relativ generisch und unspektakulär. Doch einige clevere Momente und kluge Szenen zeigen, wohin sich die Geschichte vermutlich entwickelt und das ist wirklich interessant. Tatsächlich ist hier das Ende der ersten Staffel bereits sehr spannend und sie endet in einem brutalen Cliffhanger. Ich freue mich schon darauf, wenn es irgendwann weitergeht, aber angekündigt ist noch nichts.
Das Manga zu dieser Serie ist aber vor allem wegen des Magiesystems so beliebt. Die Anime-Serie beschreibt das Magiesystem natürlich auch, denn das ist ja der Kern dieser Welt und des Plots, aber mehr runtergebrochen auf spektakuläre Wow-Momente. Im Manga hingegen wird das so gut ausgeführt, dass Fans wie bei einer Software ihre eigenen Zaubersprüche kreieren können und online teilen. Ein absolut cleveres und innovatives Magiesystem, das man jedoch nur richtig versteht und zu schätzen lernt, wenn man das Manga liest.
Classroom of the Elite 4th Season: Second Year, First Semester ist immer noch toll anzuschauen, macht Spaß. Aber leider wurde in dieser Staffel der Fokus zu sehr auf die neuen ersten Klassen gelegt, statt weiter auf der bekannten Klasse zu bleiben, die ja jetzt im zweiten Jahrgang ist, nur der Hauptcharakter bleibt weiterhin im Zentrum. Dennoch spannend und ich freue mich auf die nächste Staffel. Diese Staffel jetzt schließt den Handlungsstrang auf der Insel schön ab und ich freue mich schon darauf, wenn es irgendwann weitergeht. Angekündigt ist die fünfte Staffel jedenfalls bereits.
That Time I Got Reincarnated as a Slime 4th Season ist immer noch toll anzuschauen, macht Spaß. Die Serie macht weiter wie bisher, mit ihren bekannten Stärken und Schwächen und wenn man sie bisher mochte, wird man wieder gut bedient. Diese aktuelle vierte Staffel soll über 60 Episoden erhalten und ist auf 5 Cours aufgeteilt. Im Sommer geht es direkt weiter, aber wann der 3. Cour kommt, ist noch nicht fix.
Eine separate Review habe ich für den Film That Time I Got Reincarnated as a Slime the Movie 2: Tears of the Azure Sea verfasst.
Boku no Hero Academia: More ist eine spezial OVA Episode, die am 02.05.2026 veröffentlicht wurde und den Epilog zur Serie Boku no Hero Academia darstellt. 8 Jahre nach dem Finale treffen sich alle Charaktere wieder, feiern, erzählen wie es ihnen so geht und Fans bekommen endlich die Szene, auf die sie so lange gewartet haben. Erst mit dieser Episode ist Boku no Hero Academia richtig abgeschlossen, wunderbar abgerundet und zufriedenstellend.
Der Film Ein Fremder am Strand wurde von Crunchyroll im Rahmen des Pride Months als Empfehlung auf die Startseite gestellt. Es geht um zwei junge Männer, die nach dem Abschluss der Oberschule und dem Einstieg ins Berufsleben im konservativen ländlichen Japan zueinander finden. Keine unrealistische Fanservice Boys Love Geschichte, sondern eine reife Geschichte mit nachvollziehbaren Charakteren und einer schönen Darstellung einer homosexuellen Beziehung abseites der Klischees und Stereotype. Manche Szenen sind schon sehr explizit, also eine Altersempfehlung ab 16 ist hier voll gerechtfertigt.
Von den Serien, die ich im Winter-Beitrag als interessant markiert habe, habe ich zwei bereits nach ein paar Episoden wieder abgebrochen, weil sie einfach langweilig und schlecht animiert waren: Eren the Southpaw (Künstlerrivalität zwischen Talent und Mühsal, aber mit unsympathischen Charakteren und schlechter Kunst) und The Regression of Great Sage Riddle (war gar keine Serie, sondern ein schlecht produzierter Short und kann ignoriert werden).
Ein paar der aktuellen Serien habe ich in die Zukunft verschoben und auf meine Watchlist gesetzt, nämlich Dorohedoro Season 2, Daemons of the Shadow Realm, Niwatori Fighter und Nippon Sangoku.
Viele der aktuellen Animes schaue ich aber auch deswegen nicht, weil ich einfach das Manga dazu lese, bzw. gelesen habe und keine Lust auf das Anime hatte, nämlich One Piece, Dr. Stone und The Beginning After the End.
Ältere Serien:
The Brilliant Healer’s New Life in the Shadows habe ich auf eine Empfehlung hin geschaut. Der klassische Plot eines Heilers, der aus einer Abenteurergruppe geworfen wird und dann zeigt, dass er eigentlich ein Genie ist. Nette kurzweilige Unterhaltung mit durchschnittlichen Animationen, jedoch nicht besonders empfehlenswert.
Die fünfte Staffel von The Daily Life of the Immortal King hat mich sehr zum Lachen gebracht. Nach der sehr schwachen vierten Staffel habe ich ein wenig gezögert, hier weiterzumachen, aber es hat sich dann doch voll ausgezahlt. Wirklich eine tolle, lustige, unterhaltsame Staffel, die voll an die Qualitäten der ersten Staffel anknüpft. Insgesamt eine meiner liebsten Anime-Comedy-Serien.
Serien, die ich gerne sehen würde, aber leider noch nicht dazu gekommen bin, sind Rascal Does Not Dream of Santa Claus, Apocalypse Hotel, Lazarus, Gintama, Terror in Resonance, Fujimoto Tatsuki 17-26, Clevatess und Dusk Beyond the End of the World. Eine recht lange Watchlist.
Ausblick auf den Sommer 2026:
Für den Sommer sind wenige Serien angekündigt, die mein Interesse geweckt haben, sollten sich also alle ausgehen: Grand Blue Season 3, The Ghost in the Shell und Iron Wok Jan. Also viel Spielraum, um die Watchlist abzuarbeiten.
Gewonnen hat Take Time (Libellud), ein kommunikatives Deduktionsspiel, in welchem Uhrenrätsel gelöst werden müssen.
Inhalt: Eine Bande lockt Abahachi und Ranger in eine Falle, um das legendäre „Kanu des Manitu“ zu stehlen. Sie werden zwar von ihrem treuen Freund Dimitri gerettet, doch bald stellt sich heraus, dass diese Rettung nur Teil eines viel größeren Plans war.
Inhalt: Kara Zor-El alias Supergirl feiert ihren 23. Geburtstag mit einer Sauftour zusammen mit ihrem Hund Krypto quer durch die Galaxis. Doch sie und Krypto bleiben nicht lange alleine, denn sie geraten an Ruthye Marye Knoll, die den Tod ihres Vaters rächen will. Der wurde von dem Fiesling Krem getötet. Doch erst als dieser auch Supergirls Hund Kryto vergiftet, schließt sich die Heldin Ruthyes Mission an.
Im Indien des 16. Jahrhunderts erhebt sich das mächtige Reich der Großmogule zwischen Indus und Ganges. In Rajas of the Ganges schlüpfen die Spieler in die Rolle von Rajas und Ranis – den einflussreichen Adligen des Landes – und wetteifern um den Erhalt des Reiches, indem sie ihre Ländereien zu prächtigen und wohlhabenden Provinzen ausbauen. Sie müssen ihre Würfel weise einsetzen und ihre Arbeiter sorgfältig planen, ohne dabei die Bedeutung guten Karmas zu unterschätzen. Erfolg beschert ihnen großen Reichtum und Ruhm auf ihrem Weg zu legendären Herrschern.
Manga Now! Action-Helden zeichnen – ganz einfach erweist sich als eine gut strukturierte Einsteigerhilfe, die die Brücke zwischen theoretischen Grundlagen und dynamischer Comic-Illustration schlägt. Der erfahrene Manga-Künstler Keith Sparrow nimmt Zeichenbegeisterte an die Hand, um die typische Dramatik und Energie japanischer Bildgeschichten verständlich zu vermitteln. Das Lehrbuch startet mit einer soliden Einführung in die elementaren Basics wie Anatomie, markante Gesichtsausdrücke sowie den gezielten Einsatz von Licht und Schatten für mehr räumliche Tiefe. Der Fokus liegt jedoch ganz klar auf der Bewegung, wobei der Autor anhand von über einem Dutzend detaillierter Schritt für Schritt Illustrationen zeigt, wie komplexe Action-Posen und extreme Perspektiven glaubhaft aufs Papier gebracht werden. Besonders gelungen ist dabei die Erklärung, wie sich Kleidungsmaterialien oder Haare im Wind verhalten, um den Zeichnungen zusätzliche Vitalität zu verleihen. Während erfahrene Illustratorinnen und Illustratoren eventuell tiefere Analysen zu komplexen Hintergründen vermissen könnten, liefert das Werk für Neulinge und Hobby-Schaffende eine Fülle an motivierenden Vorlagen und praktischen Kniffen. Unterm Strich überzeugt der übersichtliche Band als ein zugänglicher und inspirierender Leitfaden, der effektiv die Angst vor dem leeren Blatt nimmt und die eigene Kreativität sofort entfacht.
Inhalt: In der Hoffnung, Korruption aufzudecken, nehmen radikale Aktivisten bei der jährlichen Gala eines Energieunternehmens in einem Hochhaus 300 Geiseln fest. Ihr Anliegen wird bald von einem Extremisten in ihren Reihen missbraucht, der bereit ist, alle zu töten. Nun liegt es an einer ehemaligen Soldatin, die als Fensterputzerin arbeitet, die im Gebäude gefangenen Geiseln, darunter ihren jüngeren Bruder, zu retten.
Darwin’s Journey ist ein Worker-Placement-Eurogame, in dem die Spieler Charles Darwins Erinnerungen an seine Reise durch die Galapagosinseln nachempfinden, die zur Entwicklung seiner Evolutionstheorie beitrug.
Im Jahre 2011 brach der junge Wolf Slavc aus seinem Geburtsrevier zu einer Wanderung auf, quer durch Slowenien, durch Südösterreich und dann nach Italien ins Gebiet zwischen Verona und dem Gardasee, wo er Julia traf, eine junge Wölfin, welche aus dem Apennin nach Norden gewandert war. In den zehn Jahren, die sie miteinander verbrachten, hatten sie ca. 42 Junge, die in mehrere Rudel aufgeteilt heute in den Lessinischen Bergen leben. In einem Gebiet, in welchem der Wolf fast ausgestroben war, haben Slavc und Julia eine neue Population hervorgebracht.
