Spiel: The Yawning Portal (Avalon Hill)

Taktisches Abendessen.
Von Kristian Karlberg und Kenny Zetterberg (ca. 30-60 Min.; 1-4 Spieler)
Das Gasthaus „Das Gähnende Portal“ (engl. The Yawning Portal) in Dungeons & Dragons ist legendär und zieht faszinierende Abenteurer an, die zwei Dinge gemeinsam haben: Sie sind hungrig und haben besondere Vorlieben beim Essen.
Als Teil des Wirtsgefolges in The Yawning Portal ist es deine Aufgabe, die Gäste zu bewirten, indem du Essensmarker den Bestellungen auf ihrer Heldenkarte zuordnest. Für jeden passenden Essensmarker erhältst du farbige Edelsteine ​​(Punkte) sowie einen Bonus für jede erfüllte Bestellung. Die farbigen Edelsteine, die am häufigsten auf dem Spielplan erscheinen, bringen den höchsten Wert. Überlege dir also gut, wie du die Punkteverteilung zu deinen Gunsten veränderst und geschickt Tränke einsetzt, um deine Gäste zu begeistern. Sammle zusätzliche Punkte, wenn du als Erster eine Zielherausforderung meisterst oder einen Endspielbonus erhältst. Der Spieler mit den meisten Punkten am Ende des Spiels gewinnt.
The Yawning Portal aus dem Dungeons & Dragons Universum ist ein charmantes und thematisch ungewöhnliches Brettspiel, das die bekannte Taverne aus der D&D-Welt auf den Spieltisch bringt und dort als Mittelpunkt eines unterhaltsamen Strategiespiels fungiert: Statt Monster zu bekämpfen, schlüpft man in die Rolle eines Gastwirts, der hungrigen Helden ihre Wunschgerichte serviert und dafür Edelsteine und Punkte sammelt. Die Ausstattung ist opulent und liebevoll gestaltet, mit hochwertigen Edelstein-Tokens, stimmigen Heldenkarten und einem modularen Spielbrett, das den Spieltisch optisch bereichert.
Das Spiel bietet eine angenehme Mischung aus Planung und Interaktion, bei der jede Entscheidung zählt, und lässt sich sowohl in der Gruppe als auch solo gut spielen, was die Flexibilität erhöht. Besonders gelungen ist, dass The Yawning Portal die Atmosphäre eines lebendigen Fantasy-Tavernenbetriebs transportiert und dabei ein zugängliches, taktisches Erlebnis bietet, das sowohl D&D-Fans als auch Familienspieler ansprechen kann.
Als Kritikpunkt muss aber angebracht werden, dass sich das Spiel in taktisch cleveren Runden sehr in die Länge ziehen kann, was sich nur noch mühsam anfühlt und nicht mehr Spaß macht.
Fazit: Empfehlenswert.

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Hörbuch: Long, Aljoscha und Schweppe, Ronald – Der kleine rote Panda und die Achtsamkeit

Schönes Hörerlebnis.
Der kleine rote Panda und die Achtsamkeit entführt junge Zuhörer auf ein liebevoll erzähltes Abenteuer voller Staunen und Ruhe. Mit seinen klaren Bildern und der sanften Erzählweise lädt dieses Hörbuch Kinder ab etwa vier Jahren dazu ein, die Welt um sich herum bewusst wahrzunehmen und mit allen Sinnen zu erleben. Die Atmosphäre ist harmonisch und die Mischung aus Geschichten, Geräuschen und Musik macht das Zuhören zu einem echten Erlebnis für Kinder und Erwachsene. Die Sprecherin Irina Scholz verleiht dem kleinen roten Panda und seinen Waldfreunden eine warme Stimme, die zum Mitfühlen und Mitdenken anregt. Am Ende fühlt man sich nicht nur unterhalten, sondern geht mit einem Gefühl von Gelassenheit und neuen Perspektiven aus der Geschichte heraus. Ein echtes Hörvergnügen für neugierige kleine Ohren und große Herzen, das inspiriert, achtsam durch den Tag zu gehen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Das Buch wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
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Serie: The Lincoln Lawyer – Staffel 4

Nette Fortsetzung.
Der vorangegangene Cliffhanger entwickelt sich zu einem großen Fall, der die gesamte Staffel einnimmt und man Ende zufriedenstellend abgeschlossen wird. Wer also die dritte Staffel mochte, wird hier natürlich wieder einschalten, um zu erfahren, wie alles aufgelöst wird.
Ich muss aber ehrlich sagen, dass mir diese vierte Staffel nicht so gut gefallen hat. Der Fall selbst, die Motivation des FBI und die Charakterisierung der Staatsanwältin habe ich allesamt als unlogisch, teilweise sogar lächerlich empfunden. Die diversen neuen Anklagepunkte und Beweise, die ständig eingeführt wurden, fühlen sich nicht organisch an, sondern sind einfach nur Mittel, um die Staffel, die auf einem schlechten Plot basiert, in die Länge zu ziehen.
Inhaltlich empfinde ich diese Staffel von allen bisher am schwächsten. Teilweise unterhaltsam und kurzweilig, aber eben nicht die gewohnte Qualität. Ein Cliffhanger am Ende, der genauso lächerlich ist wie die gesamte Staffel, leitet auf eine fünfte Staffel über. Eine Chance werde ich der auf jeden Fall geben.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Film: Ballerina. From the World of John Wick (2025)

Coole Action.
Action/Thriller mit Ana de Armas von Len Wiseman. 125 Min.
Inhalt: Nach einem Blutbad ist die Familie Macarro fast ausgelöscht. Nur Eve lebt noch und sie schwört Rache. Mit diesem Plan sucht sie Hilfe bei der Familie der Ruska-Roma, um sich dort an einer Ballettschule durch die Lehrerin Nogi zur kaltblütigen Mörderin ausbilden zu lassen. Doch das Ruska-Roma-Leben unter der strengen Herrschaft der Direktorin ist alles andere als einfach.
Ballerina ist ein stilvoller und überraschend emotionaler Actionfilm, der sich mühelos im bekannten Universum von John Wick verortet und dennoch eine ganz eigene Handschrift entwickelt. Der Film nimmt sich Zeit für seine Hauptfigur und erzählt ihre Geschichte mit einer Ernsthaftigkeit, die weit über reine Rachemotive hinausgeht. Ana de Armas überzeugt in der zentralen Rolle mit einer starken Präsenz, die sowohl Verletzlichkeit als auch Entschlossenheit glaubwürdig vereint und der Figur spürbare Tiefe verleiht.
Visuell zeigt sich Ballerina von seiner besten Seite. Die Bildsprache ist elegant und präzise, die Kameraarbeit klar und wirkungsvoll. Besonders die Actionszenen stechen hervor, da sie nicht nur technisch sauber inszeniert sind, sondern auch erzählerisch Sinn ergeben. Jede Konfrontation fühlt sich motiviert an und dient der Entwicklung der Hauptfigur, statt bloß als spektakulärer Selbstzweck zu funktionieren. Dabei gelingt dem Film die Balance zwischen harter Konsequenz und ästhetischer Choreografie bemerkenswert gut.
Auch atmosphärisch trifft Ballerina den richtigen Ton. Die düstere Grundstimmung wird immer wieder durch leise emotionale Momente aufgelockert, was dem Film eine angenehme Dynamik verleiht. Bekannte Elemente aus dem John Wick Franchise fügen sich organisch ein und wirken nie wie bloße Fanreferenzen. Stattdessen unterstützen sie die Welt und verleihen ihr zusätzliche Glaubwürdigkeit.
Insgesamt ist Ballerina ein überzeugender Beitrag zum John Wick Universum, der vor allem durch eine starke Hauptdarstellerin, konsequente Inszenierung und eine ernsthafte emotionale Ebene punktet. Der Film beweist, dass dieses erzählerische Umfeld noch lange nicht auserzählt ist und neue Perspektiven nicht nur möglich, sondern auch ausgesprochen sehenswert sind. Für Actionfans ebenso wie für Zuschauer, die Wert auf Stil und Charakterentwicklung legen, ist Ballerina eine klare Empfehlung.
Und wer den Film auslassen möchte, weil ja John Wick (Keanu Reeves) nicht mitspielt, dem sei gesagt, dass er sehr wohl auftritt und auch eine toll choreographierte Kampfszene erhält. Aber wer John Wick mehr wegen der Action und weniger wegen dem Schauspieler mag, der kommt hier voll auf seine Kosten.
Schließlich möchte ich noch hinzufügen, dass ich die Idee witzig finde, dass alle Bewohner der Ortschaft Hallstatt in Österreich Teil eines jahrhundertealten Assassinen-Clans sind. Lockt halt ein unerwartetes Schmunzeln auf die Lippen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Spiel: Tapestry (Feuerland)

Ein strategisches Fest.
Von Jamey Stegmaier (ca. 90-120 Min.; 1-5 Spieler)
In Tapestry erschaffst du Zivilisationen von den Anfängen der Menschheit bis in die Zukunft. Du beginnst bei Null und entwickelst dich auf einem der vier Entwicklungspfade (Wissenschaft, Technologie, Erkundung und Militär), um immer bessere Vorteile zu erlangen. Du kannst dich auf einen bestimmten Pfad konzentrieren oder einen ausgewogeneren Ansatz wählen. Außerdem verbesserst du dein Einkommen, baust deine Hauptstadt, nutzt deine asymmetrischen Fähigkeiten, sammelst Siegpunkte und erhältst Tapestry-Karten, die die Geschichte deiner Zivilisation erzählen.
Tapestry ist ein cleveres Zivilisationsspiel, das die Faszination großer Geschichte in ein kompakt spielbares Brettspiel überträgt und Spielerinnen und Spieler auf eine strategische Reise von der Frühzeit bis in die Zukunft mitnimmt. Mit vier unterschiedlichen Entwicklungswegen für Wissenschaft, Technologie, Erkundung und Militär bietet es vielseitige Optionen, seine eigene Zivilisation aufzubauen und dabei immer wieder neue taktische Entscheidungen zu treffen, was zu einer hohen Wiederspielbarkeit und vielen unterschiedlichen Partien führt. Speziell die zahlreichen sehr unterschiedlichen Zivilisationen und Hauptstadttableaus sorgen dafür, dass jede Partie anderes und einzigartig ist.
Die Ausstattung ist liebevoll gestaltet und bringt mit asymmetrischen Zivilisationstableaus, bemalten Miniaturen und variablen Erweiterungsmöglichkeiten ein ansprechendes Spielerlebnis auf den Tisch, das sowohl in größeren Gruppen als auch in kleiner Runde funktioniert. Für Fans von Strategiespielen, die gerne verschiedene Wege zum Erfolg erkunden und ihre eigene Geschichte schreiben möchten, ist Tapestry ein empfehlenswerter Titel, der sowohl einsteigerfreundlich als auch strategisch lohnend ist.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Nobody 2 (2025)

Nette Fortsetzung.
Action/Komödie mit Bob Odenkirk von Timo Tjahjanto. 89 Min.
Inhalt: Vier Jahre nach seiner unglücklichen Auseinandersetzung mit der russischen Mafia schuldet Hutch der gefürchteten Organisation immer noch 30 Millionen Dollar und bemüht sich, diese zurückzuzahlen, indem er unermüdlich Aufträge abarbeitet. Er nimmt seine Familie mit in den dringend benötigten Urlaub. Doch schon bald gerät er ins Fadenkreuz eines korrupten Freizeitparkbetreibers, eines zwielichtigen Sheriffs und eines Verbrecherbosses.
Nach dem Überraschungshit Nobody folgt leider wie so oft eine maue Fortsetzung zur Pflichterfüllung gegenüber den Studiobossen. Man kann diesen Film als kurzweilige Abendunterhaltung schauen, aber er bietet halt nichts, was in Erinnerung bleibt.
Im direkten Vergleich zeigen Nobody (2021) und Nobody 2 (2025) deutliche Unterschiede in Ton und Ausrichtung. Während der erste Teil insgesamt düster und ernst gehalten ist und sich stark auf Hutchs persönliche Selbstfindung sowie den Schutz seiner Familie konzentriert, schlägt die Fortsetzung einen deutlich leichteren und humorvolleren Ton an. Die Motivation der Hauptfigur verschiebt sich dabei von einer inneren Wandlung hin zu äußeren Umständen wie Schulden und einem aus dem Ruder gelaufenen Familienurlaub.
Auch der Actionstil verändert sich. Im ersten Teil überzeugt die Action vor allem durch ihre Kraft, Präzision und sehenswerte Choreographie, wohingegen Nobody 2 stärker auf kreative und überzeichnete Inszenierungen setzt. Der erzählerische Fokus liegt im ersten Film klar auf der individuellen Entwicklung der Hauptfigur, während im zweiten Teil die familiäre Dynamik stärker in den Vordergrund rückt. Entsprechend fällt auch die Rezeption nicht nur bei mir unterschiedlich aus. Der erste Film wurde überwiegend sehr positiv aufgenommen, während die Fortsetzung auf gemischte Resonanz stößt.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Der Entenhausen Podcast

Die neue Folge vom Entenhausen Podcast ist da!
Diesmal geht es darum, warum Micky Maus anscheinend unbeliebt ist.

Der Podcast über Enten und Mäuse. Hier erzähle ich euch von unseren Lieblingscomics aus Entenhausen und stelle die verschiedenen Charaktere vor, die uns dort immer wieder begegnen: Donald Duck, Micky Maus & Co.
Taucht ein mit mir in die Welt von Entenhausen!

Mittlerweile ist bereits die neunte Folge erschienen. In dieser Folge erzähle ich darüber, was ich im Jänner gelesen habe: Lustiges Taschenbuch Nr. 606 „Das Phantom der Oper“, Lustiges Taschenbuch Europareise Nr. 1, Lustiges Taschenbuch Mystery Nr. 1, Lustiges Taschenbuch Winter Nr. 8 und Lustiges Taschenbuch Spezial Nr. 128 „Dinos“. Außerdem gehe ich der Frage nach, warum Micky Maus anscheinend so unbeliebt ist.

Hören könnt ihr den Podcast auf diesen Plattformen:
Spotify
Amazon Music
Castbox

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Spiel: Curses & Covens (One Thousand Rats)

Taktisches Memory.
Von Samara Jethwa und David Walsh (ca. 10-20 Min.; 4-6 Spieler)
Curses & Covens ist ein Spiel, in dem einer gegen den Rest antritt. Ein Spieler schlüpft in die Rolle des Hexenjägers, während die anderen Spieler als einfache Bewohner die freundlichen Hexen beschützen. Ziel des Hexenjägers ist es, fünf Hexen zu fangen, während die Bewohner versuchen, einen Hexenzirkel aus drei Hexen derselben Farbe in der Hand eines Spielers zu bilden, um zu gewinnen.
Curses & Covens wirkt auf den ersten Blick thematisch reizvoll und setzt mit seinem Hexen-und-Magie-Motiv optisch Akzente, doch das Spielerlebnis selbst bleibt eher durchwachsen. Die Mischung aus Bluff, Deduktion und Rollenversteckspiel ist grundsätzlich interessant, doch besonders in der Spielpraxis fällt auf, dass sich der Ablauf häufig wenig organisch anfühlt. Die begrenzte Kommunikation zwischen den Mitspielern sorgt eher für Zufall als für echte strategische Tiefe, was das gemeinsame Planen und Bluffen erschwert und bei manchen Runden eher Frust als Spannung erzeugt.
Zwar sind Artwork und Komponenten ansprechend gestaltet und tragen ein stimmiges Fantasy-Flair, doch hinter der hübschen Oberfläche versteckt sich ein Spiel, dessen Mechaniken nicht immer sauber greifen und das weniger Variation bietet als erhofft. Nach mehreren Partien fällt auf, dass sich viele Situationen stark ähneln.
Insgesamt bleibt Curses & Covens ein Ansatz mit Potenzial, der allerdings in der Umsetzung zu oft an offenem Zufall und holpriger Interaktion krankt, sodass er im Kreis von Vielspielern eher gemischte Gefühle hinterlässt.
Fazit: Kann probiert werden.

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Buch: Ernesti, Jörg – Die Päpste. Von der Antike bis zur Gegenwart

Interessanter Überblick.
Jörg Ernesti bietet mit Die Päpste einen kompakten und anschaulichen Überblick über die Entwicklung des Papsttums von seinen Anfängen in der Antike bis in die Gegenwart. Statt eine schlichte Aneinanderreihung von Biografien zu liefern, zeichnet der erfahrene Kirchenhistoriker herausragende Stationen dieses uralten Amtes nach und erklärt, wie aus dem frühen Bischof von Rom im Lauf der Geschichte eine politisch und kulturell einflussreiche sowie moralisch viel beachtete Institution wurde. Überaus spannend habe ich dabei die Ausführungen zum Übergang zwischen legendenhaften Anfängen und historischer Realität gefunden.
Das Buch hat eine klare Struktur und thematische Gliederung, die Epochen wie das Mittelalter, die Neuzeit oder Herausforderungen des 20. und 21. Jahrhunderts übersichtlich vermittelt. Besonders hilfreich sind die Kapitel über Macht und Wandel des Papsttums, die in kompakter Form die komplexen politischen und geistlichen Aspekte verständlich machen. Schön ist dabei auch zu lesen, wie im abschließenden Kapitel „Ausblick“ Kritik am Papsttum angebracht und Wünsche geäußert werden.
Gleichzeitig darf man kein tief wissenschaftliches Monstrum erwarten. Auf rund 128 Seiten bleibt die Darstellung trotz fundierter Sachkenntnis eher ein Überblickswerk und richtet sich an Leserinnen und Leser, die einen informativen Einstieg in die Geschichte der Päpste suchen, statt an Fachhistoriker. Insgesamt gelingt Ernesti ein zugänglicher und gut strukturierter Blick auf eine der einflussreichsten Institutionen der Weltgeschichte.
Einen Kritikpunkt habe ich aber noch. Trotz des kleinen Formats dieses Büchleins hätte ich mir dennoch eine vollständige Auflistung sämtlicher Päpste gewünscht. Wo sonst als in so einem Buch sollte man eine solche Liste finden?
Fazit: Empfehlenswert.

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Ernesti, Jörg – Die Päpste. Von der Antike bis zur Gegenwart
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Das Buch wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
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Serie: Fallout – Staffel 2

Schon cool, aber irgendwie nicht mehr so gut.
Die zweite Staffel von Fallout setzt das postapokalyptische Drama von Amazon Prime Video fort und führt die Figuren Lucy, den Ghoul und Maximus weiter durch ein raues Ödland, das diesmal stark von den ikonischen Schauplätzen aus dem Fallout: New Vegas-Universum geprägt ist. Die Produktion punktet erneut mit opulentem Worldbuilding, spannenden Situationen und starken Leistungen der Darsteller.
Gleichzeitig wirkt Staffel 2 jedoch strukturell nicht ganz so fokussiert wie die erste. Die Erzählung entfaltet sich über mehrere Episoden stärker episodisch und es entsteht mitunter das Gefühl, dass viele Szenen und Handlungsbögen eher darauf abzielen, den Grundstein für die kommende dritte Staffel vorzubereiten, statt einen in sich abgeschlossenen Bogen zu liefern. Dadurch bleibt die Spannung teils diffuser und die Entwicklung einzelner Figuren und Beziehungen weniger stringent als in der ersten Staffel, die sehr straff und packend war.
Insgesamt bietet die zweite Staffel weiterhin hochwertige Unterhaltung in einer kreativen Welt und mit einer hohen Produktionsqualität, ist aber erzählerisch nicht ganz so stark wie ihr Vorgänger und fühlt sich an einigen Stellen wie eine Übergangsstaffel an, die auf kommende Ereignisse hinführt. Da sich aber die dritte Staffel bereits in Produktion befindet, ist der Cliffhanger hier am Ende nicht so schwerwiegend.
Fazit: Empfehlenswert.

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