Spiel: Smart 10 Der Herr der Ringe (Piatnik)

Tolles Party-Quizspiel – jetzt für alle Herr der Ringe Fans.
Von Christoph Reiser und Arno Steinwender (ca. 20 Min.; 2-8 Spieler)
Das hier funktioniert identisch wie das originale Smart 10, nur besteht es ausschließlich aus Fragen zu Der Herr der Ringe. Das ist also ein Quiz nur für Herr der Ringe Fans. Da Smart 10 in seiner Mechanik so extrem einfach ist, kann jeder Interessierte hier problemlos zugreifen und sein Fachwissen zum Herr der Ringe Universum preisgeben.
Diese Smart 10 Variante steht natürlich im direkten Vergleich zu Smart 10 Harry Potter. Für eine gemütliche Runde mit der Familie oder Freunden, die die Filme kennen, ist Harry Potter die zugänglichere (wenn auch nicht leichte) Wahl. Der Herr der Ringe ist hingegen ein waschechtes „Experten-Quiz“, das seine volle Faszination erst entfaltet, wenn echte Kenner der Bücher am Tisch sitzen.
Fazit: Eine klare Zielgruppe und dafür absolut zu empfehlen.

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Das Spiel wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
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Buch: Brandhorst, Andreas – Eternia

Gewohnt starke Science-Fiction-Kost.
Inhalt: Im Zentrum der Handlung steht die ewige Republik Eternia, die zehntausend Sonnensysteme umfasst und von der unsterblichen Souveränin Amaya Mo kontrolliert wird. Über die Welten wacht die Kaste der besonders langlebigen „Bewahrer“. Die eigentliche Geschichte beginnt jedoch mit dem Absturz eines Raumschiffs auf dem Planeten Arkturion. Die einzige Überlebende ist das Mädchen Sinja, das dort von den einheimischen Arachniden aufgezogen wird. Dreißig Jahre später kennt man sie in der gesamten Galaxis unter dem Namen »Xaka« – eine mit scheinbar unvorstellbaren Wunderkräften begabte Heilige. Als die Republik Eternia einen Bewahrer aussendet, um das Geheimnis hinter ihren Kräften zu lüften und sie gezielt auszuschalten, wird eine Kette von unaufhaltsamen Ereignissen in Gang gesetzt, die das Schicksal der gesamten Zivilisation für immer verändern wird.
Andreas Brandhorst gehört zweifellos zu den verlässlichsten Größen der deutschen Science-Fiction, und mit Eternia beweist er einmal mehr, warum er diesen Ruf völlig zu Recht genießt. Der Roman entführt uns in eine ferne Zukunft unserer Galaxis und wirft die Leser mitten in ein kosmisches Intrigenspiel. Wer bereits andere Werke des Autors im Regal stehen hat, wird sich auf den rund 480 Seiten sofort wie zu Hause fühlen, denn Fans erhalten hier die gewohnte und geschätzte Qualität des SPIEGEL-Bestsellerautors. Brandhorst nimmt sich die nötige Zeit, um ein detailreiches und durchdachtes Worldbuilding aufzubauen, das zu keinem Zeitpunkt generisch wirkt. Die Kombination aus einem packenden Thriller-Plot, spektakulären Zukunftsvisionen und einer dichten Atmosphäre hält den Spannungsbogen konsequent auf einem sehr hohen Niveau. Die Zerrissenheit der Figuren und das Netz aus galaktischer Politik geben der epischen Weltraumoper den nötigen Tiefgang.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für ungeduldige Leser allerdings, da das Buch als Auftakt einer Trilogie mit einigen offenen Fragen endet. Man wird hier nach dem dramatischen Finale erst einmal mit der Ungewissheit in die Wartezeit entlassen. Zum Glück hält sich die Folter dieses Mal in engen Grenzen: Der zweite Band mit dem Titel Millennium wird bereits am 10. Dezember 2026 erscheinen, sodass der nächste große Schritt der Eternia-Saga in greifbarer Nähe liegt. Und den Abschluss bildet dann Aeonia am 14.04.2027. Für alle Liebhaber anspruchsvoller, großer Science-Fiction ist dieser gelungene Auftakt jedenfalls ein absolutes Pflichtprogramm.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Neagley – Staffel 1

Smarter Ermittlungs-Thriller mit kleinen Drama-Schwächen.
Das Reacher-Universum wächst und mit Neagley bekommt die wohl schlagkräftigste und analytischste Verbündete des riesigen Ex-Militärpolizisten endlich ihren wohlverdienten Solo-Auftritt. Die Serie wirft die unter Berührungsängsten leidende Privatermittlerin Frances Neagley mitten in einen hochemotionalen und brandgefährlichen Fall. Als eine Person aus ihrem engsten, privaten Umfeld unter höchst mysteriösen Umständen ums Leben kommt, schaltet Neagley sofort in den Jagdmodus. Was wie ein lokales Verbrechen aussieht, entpuppt sich schnell als eine tiefreichende, tödliche Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise internationaler Konzerne reicht. Ohne die schützende und oft brachiale Präsenz von Jack Reacher an ihrer Seite muss Neagley all ihre Kontakte, ihr taktisches Genie und ihre gnadenlose Präzision nutzen, um die Verantwortlichen im Alleingang zur Rechenschaft zu ziehen.
Im direkten Vergleich zur Mutterserie Reacher schlägt das Spin-off eine angenehm erfrischende Richtung ein. Wo Jack Reacher meistens wie eine wandelnde Abrissbirne durch die Vordertür marschiert und Probleme mit schierer Muskelkraft löst, agiert Neagley deutlich smarter, kalkulierter und investigativer. Die Serie fühlt sich mehr nach einem klassischen, modernen Detektiv-Thriller an, bei dem Puzzleteile akribisch zusammengesetzt werden müssen. Die Action ist dadurch zwar etwas dosierter, dafür aber ungemein präzise und realistisch inszeniert. Frances Neagley bricht ihren Gegnern die Knochen nicht aus Spaß, sondern mit eiskalter, militärischer Effizienz, was hervorragend zur DNA der Figur passt.
Ein spürbarer Wermutstropfen zieht sich jedoch durch die Episoden, denn das persönliche Drama der Hauptfigur wurde von den Drehbuchautoren wieder einmal völlig unnötig aufgebauscht. Während ihre soziale Distanz und die Phobie vor Körperkontakt in den Reacher-Staffeln noch als subtile, faszinierende Charaktereigenschaft funktionierten, wird dieses persönliche Trauma hier stellenweise viel zu melodramatisch und mit dem Holzhammer ausgewalzt. Das krampfhafte Beharren auf tragischen Rückblenden und künstlich in die Länge gezogenen emotionalen Zusammenbrüchen wirkt oft deplatziert und bremst die Dynamik der ansonsten toughen Ermittlerin aus. Zum Glück schafft es die Serie aber, dass diese emotionalen Hänger der Story nichts an ihrer grundlegenden Spannung nehmen. Der zentrale Kriminalfall ist einfach zu gut konstruiert, das Tempo zu hoch und die Bedrohung zu greifbar, als dass der Thriller-Motor dadurch komplett absaufen würde. Man fiebert trotz der zähen Drama-Szenen in jeder Sekunde mit, weil die düstere Jagd nach der Wahrheit konsequent nach vorne peitscht.
Unter dem Strich ist Neagley ein absolut gelungenes Spin-off, das problemlos auf eigenen Beinen stehen kann. Wer die clevere Detektivarbeit der Mutterserie schätzt und ein paar Drama-Momente ignorieren kann, bekommt hier ein packendes, hochspannendes Serien-Highlight geliefert.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Der Phönizische Meisterstreich (2025)

Nette Unterhaltung.
Komödie/Abenteuer mit Benicio Del Toro von Wes Anderson. 101 Min.
Inhalt: Als der reiche Geschäftsmann Zsa-Zsa Korda seine Tochter, eine Nonne, zur Alleinerbin ernennt, zieht das unerwartete Konsequenzen nach sich. Bald geraten beide ins Visier skrupelloser Tycoons, Terroristen und kaltblütiger Auftragskiller.
Der Phönizische Meisterstreich beweist einmal mehr, dass selbst ein schwächerer Film von Mastermind Wes Anderson immer noch ein absolutes visuelles Fest ist. In seinem neuesten Streich entführt uns der Regisseur in eine gewohnt skurrile, detailverliebte Spionage-Welt, die von der ersten Sekunde an seine unverkennbare Handschrift trägt. Symmetrische Kompositionen, eine pastellene Farbpalette und das wie gewohnt hochkarätig besetzte Ensemble – darunter Benicio del Toro, Mia Threapleton und Michael Cera – sorgen von Beginn an für wohlige Vertrautheit. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass das Werk für mich persönlich zu den schwächeren Vertretern in Andersons filmischer Vita zählt. Die emotionale Tiefe von Meisterwerken wie Grand Budapest Hotel oder die erzählerische Dichte von Die Royal Tenenbaums werden hier leider nicht ganz erreicht. Die Story plätschert streckenweise etwas zu ziellos vor sich hin und verliert sich manchmal in ihrer eigenen Exzentrik.
Dass der Film am Ende aber keineswegs eine Enttäuschung ist, liegt an dem enorm hohen Unterhaltungswert, den der Film trotz seiner erzählerischen Schwächen besitzt. Die wunderbar trockenen Dialoge, der pointierte Humor und das spielfreudige Starensemble tragen das Publikum mühelos durch die Laufzeit und sorgen für zahlreiche Schmunzler und charmante Momente. Anderson versteht es einfach wie kein Zweiter, eine ganz eigene Kinomagie zu kreieren, der man sich nur schwer entziehen kann. Unter dem Strich bleibt Der Phönizische Meisterstreich somit zwar hinter den ganz großen Erwartungen zurück und ordnet sich im unteren Drittel von Andersons Filmografie ein, ist aber dennoch ein überaus unterhaltsamer, stilvoller und sehenswerter Film, den man als Fan des Regisseurs definitiv nicht bereuen wird.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Gedankensprung: Anime-Update Sommer ’26

Ein gemütlicher Anime-Sommer. Es ist nicht viel erschienen und ich habe nicht viel geschaut.

Aktuelle Serien:

Grand Blue hat in der dritten Staffel nichts von ihrem genialen, absolut chaotischen Humor verloren. Für mich einfach die beste Anime-Comedy.
Das ikonische Duo aus Iori und Kohei zündet nach wie vor auf den Punkt, wobei die gewohnten Missverständnisse, absurden Over-the-Top-Reaktionen und wilden Trinkspiele den unbeschwerten Sommer-Vibe perfekt einfangen. Neben den gewohnt exzessiven College-Partys lieferte die Fortsetzung mit der Reise nach Palau nicht nur wunderschöne Tauchbilder, sondern auch spürbare Fortschritte in der Charakterentwicklung. Diese Staffel ist eine rundum gelungene und energiegeladene Fortsetzung, die zeigt, dass Qualität, Herz und Humor der Serie unschlagbar geblieben sind.

That Time I Got Reincarnated as a Slime 4th Season lief direkt aus dem Frühling weiter. Weiterhin toll und sehenswert. Wer die Serie bisher verfolgt hat, weiß, was einen erwartet und wird zufriedengestellt. Ein Comfy-Watch, wie man so schön sagt.
Diese aktuelle vierte Staffel soll über 60 Episoden erhalten und ist auf 5 Cours aufgeteilt. Im Sommer lief der 2. Cour, der 3. Cour ist für Sommer 2027 geplant, jetzt also mal 9 Monate Pause.

Sparks of Tomorrow erweist sich als perfekte Mischung aus historischem Coming-of-Age-Drama und originellem Steampunk. Angesiedelt in einem alternativen, von Dampfmaschinen verrauchten Kyoto des Jahres 1907, reißt einen die abenteuerliche Suche des ungleichen Duos Kihachi und Inako nach dem geheimnisvollen elektrischen Katalog von der ersten Sekunde an mit. Visuell zieht das Studio alle Register und untermalt die emotionale Reise mit atemberaubenden, fast schon impressionistisch wirkenden Kulissen, während der Soundtrack die nostalgische und zugleich innovative Atmosphäre perfekt einfängt. Es ist ein wunderschönes, charakterstarkes und emotional packendes Abenteuer. Mit einer Staffel abgeschlossen und sehr zu empfehlen.

Während die erste Staffel von Clevatess (The King of Dark Beasts, the Baby, and the Undead Hero) aus dem Jahre 2025 noch als absoluter Dark-Fantasy-Geheimtipp glänzte, hinterlässt die im Sommer 2026 veröffentlichte Fortsetzung leider einen sehr bitteren Nachgeschmack. Die erste Staffel hat mir damals unglaublich gut gefallen, da sie mit ihrem unkonventionellen Ansatz, in dem der mächtige Bestienkönig Clevatess ein Menschenbaby adoptiert und die von ihm getötete Heldin Alicia wiederbelebt, eine fantastische erzählerische Dynamik entfaltete. Die erste Staffel kann wunderbar für sich alleine stehen und ist daher weiterhin empfehlenswert. Sie bot eine dichte Atmosphäre, tiefgründige moralische Dilemmata und genau die richtige Prise düsteren Humors. Umso enttäuschender ist jedoch die zweite Staffel, die qualitativ leider völlig einbricht. Das plötzliche Akademie-Setting und die magische Verwandlung der Heldin in eine Schülerin ruinieren in der zweiten Staffel leider komplett die einzigartige düstere Atmosphäre, die die erste Staffel von Clevatess so besonders gemacht hat. Anstatt die packende Dark-Fantasy-Reise und die komplexe Dynamik rund um den Bestienkönig fortzusetzen, verfällt die Serie damit in die typischen, ausgelutschten Schul-Klischees, die man schon zu oft gesehen hat. Dieser drastische Bruch beraubt die Geschichte jeglicher Ernsthaftigkeit und fühlt sich wie ein völlig anderes, weitaus schwächeres Werk an. Ich selbst habe die zweite Staffel gar nicht mehr zu Ende geschaut, weil meine Zeit einfach zu kostbar ist.

Eine separate Review habe ich für Star Wars: Visionen präsentiert – Die neunte Jedi verfasst, auch eine sehr empfehleswerte Serie.

Von den Serien, die ich im Frühling-Beitrag als interessant markiert habe, habe ich 2 bereits nach ein paar Episoden wieder abgebrochen, weil sie einfach langweilig und schlecht animiert waren:
– The Ghost in the Shell: Ich bin bitter enttäuscht. Ich habe mir ein modernes Anime mit 80er Flair erwartet, aber nicht ein 80er Anime im Jahr 2026. Fans des Mangas loben die Serie, weil sie das originale Manga getreu verfilmt, denn die Serien und Filme von damals waren ja eine starke Abweichung vom Manga. Jetzt das zu sehen, muss ich sagen, ich bin froh, dass sie damals vom Originalmaterial abgewichen sind. Ich bin ein Fan der alten Serien und Filme, habe das Manga nicht gelesen und werde es auch nicht tun.
– Iron Wok Jan: Ich finde den Hauptcharakter extrem unsympathisch und es gibt nichts, was hier irgendwie mein Interesse geweckt hätte.

Von den aktuellen Serien habe ich übrigens keine einzige in die Zukunft verschoben, meine Watchlist ist also nicht angewachsen. Es gab in dieser Season einfach nicht genug interessante Serien.

Viele der aktuellen Animes schaue ich aber auch deswegen nicht, weil ich einfach das Manga dazu lese, bzw. gelesen habe und keine Lust auf das Anime hatte, nämlich Mushoku Tensei, Bleach, Lv999 no Murabito, Tomb Raider King und One Piece.

Ältere Serien:

Akane-banashi hat sich als ein emotionales Meisterwerk entpuppt, das die traditionelle japanische Kunst des Rakugo-Erzählens spektakulär zum Leben erweckt. Studio ZEXCS und Regisseur Ayumu Watanabe haben das scheinbar nischige Thema mit einer unglaublichen Dynamik inszeniert. Obwohl die Charaktere beim Vortragen meist nur auf einem Kissen sitzen, fesselt die Serie durch eine clevere, ambitionierte Kameraführung und die mitreißenden Sprechleistungen jede Sekunde. Akanes emotionaler Rachefeldzug, um die Ehre ihres Vaters im harten, von Traditionen geprägten Arakawa-Schulsystem zu verteidigen, bietet feinstes Coming-of-Age-Drama voller Herz, Witz und packender Rivalitäten. Perfekt abgerundet durch den fantastischen Soundtrack und die intensive Atmosphäre beim Karaku-Cup, beweist dieser Hit eindrucksvoll, dass erstklassiges Storytelling keine klassischen Action-Kämpfe braucht.

Nippon Sangoku ist eine erfrischende und intellektuell packende Sensation. Studio Kafka liefert hier ein visuell beeindruckendes Meisterwerk ab, das die komplexe Prämisse eines durch Atomkrieg und Misswirtschaft zerfallenen, technologisch zurückgeworfenen Japans meisterhaft inszeniert. In einer postapokalyptischen Welt ist Japan in drei Königreich zerfallen, die sich jetzt gegenseitig bekämpfen.
Statt auf die im Genre übliche rohe Gewalt setzt die Serie auf die Macht von Eloquenz und landwirtschaftlicher Bürokratie als taktische Kriegswaffen, was den Aufstieg des ehemaligen Beamten Aoteru Misumi unglaublich faszinierend macht. Die dichten politischen Intrigen, das an historische Epen erinnernde Worldbuilding und die brillante Charaktertiefe, die selbst moralisch fragwürdige Figuren greifbar macht, erzeugen eine konstante Spannung. Getragen von der fantastischen Sprechleistungen und untermalt von einem gewohnt epischen, emotional tiefgehenden Soundtrack von Kevin Penkin, ist dieser Hit ein absolutes Must-Watch, das völlig zurecht bereits mit einer angekündigten Fortsetzung belohnt wurde.

Serien, die ich gerne sehen würde, aber leider noch nicht dazu gekommen bin, sind Rascal Does Not Dream of Santa Claus, Apocalypse Hotel, Lazarus, Gintama, Terror in Resonance, Fujimoto Tatsuki 17-26, Dusk Beyond the End of the World, Dorohedoro Season 2, Daemons of the Shadow Realm und Niwatori Fighter. Eine recht lange Watchlist.

Ausblick auf den Herbst 2026:
Für den Herbst sind wenige Serien angekündigt, die mein Interesse geweckt haben, sollten sich also alle ausgehen: Third season of Ranma ½, Overgeared, Reborn as a Space Mercenary und Cyberpunk: Edgerunners 2. Also viel Spielraum, um die Watchlist abzuarbeiten.

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Spiel: Der rätselhafte Zauberwald (moses.)

Rätselspaß.
Von Leo Colovini (ca. 75 Min.; 1-4 Spieler)
Der rätselhafte Zauberwald transportiert den beliebten Escape-Trend in eine kompakte Schiebeschachtel, lässt spielerisch aber einiges an Feinschliff vermissen. Das Material bleibt komplett unversehrt und ist somit im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten wiederverwendbar. Hinter der charmanten Kulisse der Waldwesen verbirgt sich jedoch ein mechanisch sehr unebenes Abenteuer.
Das Spielprinzip weicht leicht von klassischen, linearen Exit-Spielen ab. Das Team findet sich auf einer magischen Lichtung wieder und muss innerhalb von ca. 75 Minuten den Ausgang finden. Dazu müssen insgesamt 17 verteilte Rätsel gelöst werden, bevor das finale, große Rätsel den Weg in die Freiheit öffnet. Das Besondere daran ist, dass meistens drei oder vier Rätsel gleichzeitig offen ausliegen. Die Spielenden können sich also aussuchen, an welcher Aufgabe sie gerade tüfteln möchten, wodurch theoretisch jeder am Tisch beschäftigt ist. Die Aufgaben selbst sind eine Mischung aus klassischen Logik-, Wort- und Mathematikrätseln. Mithilfe eines beiliegenden Transparentpapiers zeichnet man unter anderem Wege nach, um die gesuchten Lösungen zu ermitteln. Hat man eine Zahl oder einen Code herausgefunden, wird die entsprechende Karte zur Überprüfung einfach umgedreht.
Die größte Schwachstelle im Spieldesign ist jedoch die Balance, denn die Schwierigkeit der Rätsel schwankt extrem, wodurch sie manchmal langweilig, manchmal spannend und manchmal schlicht frustrierend sind. Es gibt kein gesundes, ansteigendes Niveau. Einige Aufgaben sind derart trivial, dass sie innerhalb von Sekunden gelöst sind, was bei rätselerfahrenen Gruppen zu gähnender Langeweile führt. Im krassen Gegensatz dazu stehen vereinzelte Rätsel mit absurden Logiksprüngen, die selbst Profis ohne Hilfe kaum nachvollziehen können und die den Spielfluss komplett ausbremsen. Das sorgt für eine sehr unruhige Dynamik am Spieltisch, bei der die Motivation immer wieder einbricht.
Erschwert wird dieses Problem durch das eingebaute Hilfesystem. Die beiliegenden Hinweiskarten sind leider nicht gut formuliert. Wenn eine Gruppe bei einem der schwereren Rätsel feststeckt, erhofft sie sich von den Tipps clevere Denkanstöße. Stattdessen sind die Texte oft so vage oder unglücklich ausgedrückt, dass sie überhaupt keinen echten Mehrwert bieten. Häufig steht man nach dem Lesen des Hinweises genauso ratlos da wie zuvor und sieht sich gezwungen, das Rätsel ungelöst beiseite zu legen oder direkt die Komplettlösung anzusehen, was den Spielspaß merklich schmälert.
Der rätselhafte Zauberwald punktet mit seinem fairen Konzept, das Spielmaterial nicht zerstören zu müssen, und der theoretisch guten Idee, mehrere Rätsel parallel anzubieten. Die redaktionelle Umsetzung trübt den Gesamteindruck jedoch spürbar. Die extreme Diskrepanz zwischen banalen und frustrierend schweren Aufgaben erfordert eine hohe Frustrationstoleranz, die durch die unpräzisen Hinweiskarten nicht gerade abgefedert wird. Wer ein schnelles, kompaktes Solospiel sucht und kein Problem mit unebenem Rätseldesign hat, kann einen Blick riskieren, für einen perfekt durchdachten Rätselabend in der Gruppe gibt es auf dem Markt allerdings rundere Alternativen.
Fazit: Kann probiert werden.

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Buch: Prokofiev, Roman – Project Stellar (Band 1–9; abgeschlossen)

Tolle epische Reise in die ferne Zukunft.
Hinter dem Namen Project Stellar verbirgt sich eine epische, neunteilige Buchreihe von Roman Prokofiev, die sich im rasant wachsenden Genre der LitRPG (Literary Role-Playing Game) und des Cyberpunks bewegt. Das Szenario bricht mit klassischen Sci-Fi-Tropen und wirft die Leser in eine düstere, postapokalyptische Zukunft. Trümmer des „Schwarzen Mondes“ sind auf die Erde gestürzt und haben eine feindliche Energie namens Azure freigesetzt, die Monster gebiert und die Menschheit auslöscht. Um den Untergang aufzuhalten, tritt das titelgebende Project Stellar in Kraft. Das Bewusstsein legendärer, verstorbener Krieger wird in künstliche Wirtskörper hochgeladen. Der Protagonist Grey erwacht als ein solcher „Inkarnator“ und muss sich fortan durch eine Welt kämpfen, die nach knallharten Rollenspiel-Mechaniken funktioniert, inklusive Fähigkeiten-Upgrades, Gen-Modifikationen, einem sarkastischen KI-Begleiter und einer erbarmungslosen Respawn-Mechanik.
Wer sich auf dieses literarische Experiment einlässt, erlebt über weite Strecken ein echtes Genre-Highlight. Die ersten sechs Bände der Saga (The Incarnator bis The Legate) zünden ein wahres Action-Feuerwerk. Die Verbindung aus strategischer Charakterentwicklung, düsterer Dark-Fantasy-Atmosphäre und einem treibenden Plot hat mir unglaublich gut gefallen. Prokofiev versteht es hier meisterhaft, die Spannung konstant hochzuhalten. Besonders bemerkenswert ist, dass Band 6 (The Legate) dramaturgisch so rund und wuchtig inszeniert ist, dass man diese Stelle problemlos als eine Art gelungenen, befriedigenden Abschluss betrachten könnte.
Leider kann der Autor dieses hohe Niveau im Anschluss nicht halten, und die Reihe schlittert in eine spürbare Durststrecke. Band 7 erweist sich im Grunde als ein quälend langer, zäher Epilog. Statt die Geschichte dynamisch voranzutreiben, wird hier vor allem erzählerisch aufgeräumt und bemüht ein Spin-off vorbereitet, was dem Lesefluss massiv den Wind aus den Segeln nimmt. Auch der darauffolgende achte Band geizt nicht mit Längen und plätschert über weite Strecken langweilig vor sich hin, da er fast ausschließlich die erzählerischen Weichen für den großen Showdown stellt.
Wer sich jedoch durch diese beiden literarischen Tiefpunkte durchbeißt, wird im Finale fürstlich belohnt. Band 9 (Prometheus) besinnt sich wieder vollends auf die alten Stärken der Reihe. Prokofiev liefert hier einen richtig tollen, epischen und vor allem emotional rundum zufriedenstellenden Abschluss ab, der die Schwächen der Vorgänger fast wieder vergessen macht. Für Fans von packender RealRPG-Action bleibt die Reise trotz der Durchhänger im letzten Drittel ein absolut lohnenswertes Erlebnis.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Star Trek Strange New Worlds – Staffel 4

Brutaler Absturz.
Die vierte Staffel von Star Trek: Strange New Worlds entpuppt sich als der wohl brutalste Absturz der jüngeren Seriengeschichte und hinterlässt nach den durchaus sehenswerten Vorgängern ein Gefühl der puren Frustration. Wer die Enterprise und ihre Crew liebt, dem sei dringend geraten, Staffel 3 als Abschluss zu betrachten, dann wird man nicht frustriert. Was uns hier abgeliefert wird, hat absolut kein Star Trek mehr in seiner DNA. Statt intelligenter Science-Fiction und tiefgründiger Charakterentwicklung mutiert die Serie zu einer sterilen Konzept-Show, bei der jede Folge ein krampfhafter Versuch ist, irgendein Genre mit Star Trek Make-up zu erzählen. Das Ergebnis ist ein erzählerisches Chaos ohne roten Faden, das den Geist des Franchise komplett verrät.
Die Konzept-Wut der Drehbuchautoren nimmt dabei von Woche zu Woche immer absurdere Formen an, ohne dass jemals echte Spannung aufkommt. Das Trauerspiel beginnt in Folge 1 mit einer völlig deplatzierten Zeitreise samt Dinosauriern, gefolgt von Folge 2, die sich plump an billigem Horror in Space versucht. In Folge 3 wird die Besatzung für ein peinliches Hang Over-Szenario instrumentalisiert, während Folge 4 als prätentiöses Schwarz-Weiß-Noir-Experiment jegliches Tempo ausbremst. Den absoluten Tiefpunkt an Albernheit erreicht die Staffel in Folge 5 mit einem lächerlichen Puppenspiel (echte Handpuppen!). Nach diesem kreativen Offenbarungseid wirkt Folge 6 als einzige normale Folge wie ein kurzer Lichtblick, der jedoch sofort wieder im Keim erstickt wird, denn Folge 7 verkommt zur kitschigen Soap Opera, gefolgt von Folge 8, die den Zuschauer mit einem völlig unlogischen Familiendrama quält. Als wäre das nicht genug, driftet Folge 9 in eine unpassende Fantasy-Welt ab, bevor Folge 10 den Deckel mit einer hanebüchenen Zeitreise voller wissenschaftlichem Nonsens zumacht.
Unterm Strich ist diese vierte Staffel ein einziges Ärgernis und eine herbe Enttäuschung für jeden Fan. Das krampfhafte Schielen nach popkulturellen Trends und Fremdgenres zerstört die mühsam aufgebaute Atmosphäre der ersten Staffeln komplett. Wer auf der Suche nach echter Science-Fiction und dem klassischen Star-Trek-Gefühl ist, sollte um diesen filmischen Totalschaden einen ganz großen Bogen machen. Ein absoluter Tiefpunkt, den man am liebsten schnell wieder vergessen möchte.
Fazit: Hände weg davon!

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Film: Spiderman – Brand New Day (2026)

Positiv überrascht.
Superhelden-Action mit Tom Holland von Destin Daniel Cretton. 150 Min.
Inhalt: Vier Jahre sind vergangen, seitdem die Welt vergessen hat, wer Peter Parker wirklich ist. Als Spider-Man widmet er nun anonym sein Leben in Vollzeit dem Schutz von New York City. Doch als die Anforderungen an ihn immer größer werden, löst der Druck eine überraschende körperliche Veränderung aus, die seine Existenz bedroht. Damit nicht genug, entsteht zur gleichen Zeit eine seltsame neue Art von Verbrechen, die eine der mächtigsten Bedrohungen hervorbringt, denen er je ausgesetzt war.
Spider-Man: Brand New Day beweist eindrucksvoll, dass das Marvel Cinematic Universe nach all den Multiversums-Eskapaden doch noch zu seinen bodenständigen Wurzeln zurückfinden kann. Regisseur Destin Daniel Cretton liefert hier einen Blockbuster ab, der mir persönlich ein ganzes Stück besser gefallen hat als der Vorgänger No Way Home. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Wo der Vorgänger noch stark auf Nostalgie und ein vollgepacktes Figuren-Ensemble setzte, konzentriert sich Brand New Day wieder voll und ganz auf das Wesentliche. Der Film punktet von der ersten bis zur letzten Minute mit einem extrem spannenden und durchweg logischen Plot, der auf jeglichen erzählerischen Ballast verzichtet und die Geschichte eines isolierten Peter Parker wunderbar rund zu Ende erzählt. Es tut der Reihe unheimlich gut, dass dieser MCU-Meilenstein als in sich geschlossenes, dramaturgisch perfekt durchdachtes Werk funktioniert, das den Zuschauer mit einem rundum befriedigenden Gefühl aus dem Kinosaal entlässt.
Neben der erzählerischen Klasse kommt aber natürlich auch der reine Unterhaltungswert keineswegs zu kurz. Die Actionszenen sind absolut fantastisch inszeniert, fühlen sich spürbar wuchtiger an als gewohnt und setzen visuell ganz neue Maßstäbe für das Franchise. Gepaart wird diese fesselnde Dynamik mit einer perfekt dosierten Prise Humor. Die Witze zünden allesamt punktgenau, wirken zu keinem Zeitpunkt deplatziert und lockern die ansonsten erfrischend reife Atmosphäre immer wieder auf genau die richtige Weise auf. Unter dem Strich ist Brand New Day damit nicht nur die erhoffte meisterhafte Fortsetzung, sondern ein absolutes Highlight der gesamten Filmreihe, das eine packende Story und krachende Blockbuster-Unterhaltung nahtlos miteinander verbindet.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Resident Evil (2026)

Toller Neustart.
Sci-Fi-Horrorfilm mit Austin Abrams von Zach Cregger. 90 Min.
Inhalt: Der Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams) nimmt einen scheinbar harmlosen Auftrag an, die Lieferung eines biomedizinischen Pakets. Was wie ein gewöhnlicher Arbeitstag beginnt, wird zur Hölle auf Erden.
Resident Evil meldet sich im Kinojahr 2026 mit einem Paukenschlag zurück. Regisseur Zach Cregger wirft den Ballast der alten Filmreihen komplett über Bord und liefert ein radikales, atmosphärisch dichtes Reboot ab, das vor allem in den ersten drei Vierteln der Laufzeit für absolute Begeisterung sorgt. Die Geschichte um den glücklosen medizinischen Kurierfahrer Bryan, der in einer verschneiten Winternacht inmitten eines viralen Ausbruchs in Raccoon City landet, fesselt von der ersten Minute an. Das Ergebnis ist ein extrem packender Mix aus klaustrophobischem Survival-Horror, nervenzerfetzender Spannung und einer ordentlichen Portion B-Movie-Humor, die durch fantastisch aufgelegte Co-Stars wie Paul Walter Hauser und Zach Cherry getragen wird. In diesen ersten 70 Minuten macht der Film einfach unfassbar viel Spaß, ist verdammt lustig und inszenatorisch ein echt gelungenes Paket.
Umso härter ist der Aufprall, wenn das letzte Viertel anbricht, denn hier verliert der Horror-Trip leider völlig die Spur. Sobald das Finale eingeläutet wird, verlässt Cregger seinen stimmungsvollen, bodenständigen Pfad und flüchtet sich in überhastete Erzählstrukturen und ein unrundes Skript. Auch das eigentliche Ende wollte mir überhaupt nicht gefallen. Es wirkt unbefriedigend und lässt den grandiosen, bis dahin sorgsam aufgebauten Spannungsbogen extrem unglücklich verpuffen. Dass dieser qualitative Einbruch im Schlussspurt einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, ist extrem schade, da der Film bis dahin meisterhaft war. Schaut man jedoch auf das Gesamtbild, überwiegt das Positive. Trotz des verpatzten Finales bleibt der Kinobesuch dank der genialen ersten drei Viertel ein insgesamt wirklich tolles Filmerlebnis, das Genrefans aufgrund seines frischen Ansatzes auf keinen Fall verpassen sollten.
Fazit: Empfehlenswert.

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