Spiel: Darwin’s Journey (Skellig Games)

Darwins Reise als Wirtschaftsspiel.
Von Simone Luciani und Nestore Mangone (ca. 60-120 Min.; 1-4 Spieler)
Darwin’s Journey ist ein Worker-Placement-Eurogame, in dem die Spieler Charles Darwins Erinnerungen an seine Reise durch die Galapagosinseln nachempfinden, die zur Entwicklung seiner Evolutionstheorie beitrug.
Dank des innovativen Arbeiterfortschrittssystems muss jeder Arbeiter die Disziplinen erlernen, die für verschiedene Aktionen im Spiel erforderlich sind. Dazu gehören Erkundung, Korrespondenz, Sammeln und der Versand von Fundstücken an Museen, um so zum menschlichen Wissen über Biologie beizutragen. Das Spiel dauert fünf Runden, und dank mehrerer kurz- und langfristiger Ziele bringt jede Aktion auf unterschiedliche Weise Siegpunkte ein.
Darwin’s Journey entpuppt sich trotz seiner vielversprechenden historischen Thematik leider als eine frustrierende und extrem zähe Angelegenheit für den heimischen Spieltisch. Das grundlegende Prinzip des Arbeitereinsatzes wird hier durch eine derart übertriebene Fülle an verzahnten Systemen und Ketteneffekten überladen, dass der eigentliche Spielspaß komplett auf der Strecke bleibt. Anstatt eine flüssige Forschungsreise zu erleben, mutieren die einzelnen Runden schnell zu einem regelrechten Analyseparalysemonster, bei dem die Wartezeiten zwischen den eigenen Zügen unerträglich lang werden. Hinzu kommt eine mangelhafte Symbolik auf dem ohnehin schon völlig überladenen Spielbrett, die ständige Kontrollen im lückenhaften Regelheft erzwingt und Neulinge gnadenlos im Regen stehen lässt. Auch das vermeintlich innovative Konzept zur Ausbildung der eigenen Arbeiter erweist sich in der Praxis als ein starres Korsett, welches kaum strategische Flexibilität erlaubt und frühzeitig fehlerhafte Entscheidungen bitterböse bestraft. Wer ein elegantes und belohnendes Expertenspiel sucht, wird von diesem verkopften und unübersichtlichen Optimierungswahn bitter enttäuscht sein.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

Auf Amazon zu kaufen:
Darwin’s Journey (Skellig Games)
Wenn Ihr das Spiel über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Buch: Weymouth, Adam – Wolfspfade. Eine Spurensuche im Herzen Europas

Eine schöne Wanderung auf der Suche nach Wölfen.
Im Jahre 2011 brach der junge Wolf Slavc aus seinem Geburtsrevier zu einer Wanderung auf, quer durch Slowenien, durch Südösterreich und dann nach Italien ins Gebiet zwischen Verona und dem Gardasee, wo er Julia traf, eine junge Wölfin, welche aus dem Apennin nach Norden gewandert war. In den zehn Jahren, die sie miteinander verbrachten, hatten sie ca. 42 Junge, die in mehrere Rudel aufgeteilt heute in den Lessinischen Bergen leben. In einem Gebiet, in welchem der Wolf fast ausgestroben war, haben Slavc und Julia eine neue Population hervorgebracht.
Adam Weymouth beschreibt in diesem Buch seine Wanderungen entlang des Pfades, welchen Slavc damals zurückgelegt hatte. Dabei geht er auf Tuchfühlung mit der Landschaft und den Bewohnern der Alpen und verwebt dabei wichtige Themen unserer Zeit, wie das Verhältnis der Menschen zur Natur, die Veränderungen durch den Klimawandel und die Angst vor dem Fremden.
Wolfspfade von Adam Weymouth ist eine packende literarische Reportage, die mich von der ersten Seite an tief beeindruckt hat. Der britische Reiseschriftsteller begibt sich in diesem Werk auf eine außergewöhnliche Spurensuche quer durch Europa, indem er der echten GPS Spur des legendären Wolfs Slavc von Slowenien über die Alpen bis nach Norditalien folgt. Was dieses Buch so besonders macht, ist die gelungene Mischung aus einfühlsamer Naturbeschreibung und topaktueller gesellschaftlicher Debatte. Weymouth schreibt unglaublich bildhaft über die Landschaften, die er durchwandert, und schafft es gleichzeitig, ein unvoreingenommenes Bild der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Wolf zu zeichnen. Er lässt Naturschützer, Forscher und betroffene Landwirte gleichermaßen zu Wort kommen, ohne vorschnell zu urteilen oder den Wolf zu romantisieren. Für mich ist dieser tiefgründige Reisebericht ein echtes Lesehighlight für alle, die sich für Naturthemen und die Zukunft unserer gemeinsamen Ökosysteme interessieren.
Außerdem hätte ich nie gedacht, dass mich je der Epilog eines Sachbuches zu Tränen rühren würde.
Fazit: Empfehlenswert.

Auf Amazon zu kaufen:
Weymouth, Adam – Wolfspfade. Eine Spurensuche im Herzen Europas
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Das Buch wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Serie: The WONDERfools – Miniserie (abgeschlossen)

Superhelden aus Südkorea.
The WONDERfools ist eine südkoreanische Superhelden-Actionkomödie, die im Jahr 1999 kurz vor der Jahrtausendwende spielt. Die Geschichte folgt einer Gruppe von exzentrischen Außenseitern aus der Kleinstadt Haeseong City, die durch einen Zufall schwer kontrollierbare Superkräfte erlangen. Während die Bevölkerung wegen des bevorstehenden Jahres 2000 und des Y2K-Millennium-Bugs in Weltuntergangsstimmung verfällt, muss diese chaotische Truppe unfreiwillig zu Helden werden, um ihre Stadt vor einer düsteren Verschwörung zu retten.
The WONDERfools funktioniert vor allem wegen des warmherzigen Humanismus, der Nostalgie der späten 1990er-Jahre und der starken schauspielerischen Leistungen der Besetzung. Die Serie entzückt aber auch, weil sie sich selbst nie zu ernst nimmt und das Ensemble eine großartige Chemie zeigt.
Demgegenüber steht aber das anfängliche langatmige Erzähltempo sowie schnelle, abrupte Stimmungswechsel. So zieht sich der Einstieg aufgrund von umfangreichen Erklärungen und Expositionen in die Länge, und die Serie wechselt bisweilen unvorbereitet von alberner Slapstick-Komödie zu schweren Themen wie Kindheitstraumata, was den Ton unharmonisch wirken lässt. Die Geschichte verliert sich immer wieder zwischen alberner Actionkomödie, bemühter Weltuntergangsstimmung und deplatzierten Romantikelementen. Außerdem wirkt die Serie wie eine unentschlossene Aneinanderreihung altbekannter Klischees. In den späteren Episoden legt sich diese narrative Trägheit jedoch wieder.
Auch wenn oberflächlich viel richtig gemacht wurde, endet The WONDERfools als vorhersehbare Verschwörungsgeschichte ohne erzählerische Tiefe.
Fazit: Kann probiert werden.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: Weekend in Taipei (2024)

Nette Unterhaltung.
Action/Thriller mit Luke Evans von George Huang. 101 Min.
Inhalt: John Lawlor ist DEA-Agent und sein Job steht für ihn an erster Stelle. Auf der anderen Seite der Erde lebt Joey Kwang ein Leben bei Vollgas, denn es gibt keine bessere Fahrerin als sie. Vor 15 Jahren hatten die beiden in Taipeh eine Affäre. Nun führt das Schicksal sie erneut in dieser Stadt zusammen.
Der Actionthriller Weekend in Taipei liefert genau das unkomplizierte Popcornkino, das Genrefans von Produzent Luc Besson erwarten. Hier regiert kurzweilige Unterhaltung vor tiefgründiger Logik. Regisseur George Huang fängt die Kulisse Taiwans in stylischen Bildern ein und punktet vor allem mit rasanten Verfolgungsjagden sowie einer fulminanten Küchenschlägerei mit Luke Evans. Gelungen ist der Humor, der die formelhafte Handlung und das dünne Drehbuch immer wieder clever auflockert. Die lockeren Sprüche und die spielfreudige Dynamik zwischen Luke Evans und Gwei Lun-Mei nehmen dem harten Actionspektakel bewusst die Schwere. Auch wenn die Dialoge manchmal klischeehaft wirken, sorgt dieser augenzwinkernde Tonfall für hohen Spaßfaktor. Wer über vorhersehbare Wendungen hinwegsehen kann, bekommt einen rasanten und sympathisch witzigen Actiontrip serviert.
Fazit: Empfehlenswert.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Buch: Asterix, Band 37-41

Asterix ist einfach großartig!
Vor ein paar Monaten habe ich bei einem Gewinnspiel die Asterix-Bände 37-41 gewonnen und weil ich ja einen Blog betreibe, habe ich mir überlegt, dass das ja die perfekte Gelegenheit ist, darüber einen Beitrag zu schreiben.
Asterix ist die 1959 von Autor René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo geschaffene erfolgreichste französische Comicserie. Hauptfiguren sind der Titelheld Asterix, sein Freund Obelix und weitere Bewohner eines kleinen Dorfes in Aremorica im Gallien der Zeit um 50 v. Chr. Dank eines Zaubertranks sind sie unbesiegbar, prügeln sich Band für Band auf witzige Weise durch Horden von Römern und erleben witzige Abenteuer im antiken Europa.
Gemeinsam haben Goscinny und Uderzo 24 Bände erschaffen, welche bei Fans natürlich weiterhin als die besten der gesamten Reihe angesehen werden. Nach Goscinnys Tod 1977 wurde Uderzo von Dargaud per Gerichtsbeschluss dazu gezwungen, das angefangene Album Asterix bei den Belgiern fertigzustellen. Nach Abschluss dieser Geschichte gründete er seinen eigenen Verlag, Les Éditions Albert René, und führte die Comicreihe allein weiter, nun zusätzlich als Autor.
Uderzo schuf alleine im Eigenverlag von 1980 bis 2009 die Bände 25-34, wobei er stets wert darauf legte, dass Goscinny in jedem Band weiterhin gewürdigt wurde.
Jahrelang bestand Uderzo darauf, dass nach seinem Rückzug keine weiteren Asterix-Abenteuer mehr veröffentlicht werden dürften, hatte dann aber doch noch einen Sinneswandel. Am 12. Dezember 2008 verkaufte er seine Anteile von Les Éditions Albert René an Hachette Livre, ebenso Goscinnys Tochter Anne ihre. Bedingung dafür war, dass die Serie auch ohne ihn weitergeführt werden könne.
Band 35, Asterix bei den Pikten, war der erste Band, der komplett von neuen Künstlern geschaffen wurde. Jean-Yves Ferri als Autor und Didier Conrad als Zeichner arbeiteten dann mehrere Jahre gemeinsam und veröffentlichten die Bände 35-39. Nachdem Jean-Yves Ferri sich dann anderen Projekten widmen wollte, übernahm Fabcaro ab Band 40 die Funktion des Autors.
Die zeichnerische Qualität in sämtlichen Bänden gilt als unverändert hoch, egal ab von Uderzo oder Conrad. Viele Fans vermissen jedoch den Humor und das erzählerische Können Goscinnys und es wird oft kritisiert, dass weder Uderzo, noch Ferri oder aktuell Fabcaro dieses Niveau erreicht. Vielleicht spielt da aber auch viel Nostalgie von alteingesessenen Fans der ersten Stunde mit. Unabhängig davon stellt nach wie vor jeder neue Asterix-Band einen neuen Auflagenrekord auf.
Ich selbst habe in meiner Jugend bis zum Band 29 Asterix und Maestria sämtliche Bände gelesen und bin dann ausgestiegen. Nicht, weil mir die Reihe nicht gefallen hätte, sondern weil sich meine Prioritäten verschoben haben und ich die neuen Bände dann immer aufgeschoben, aber letztendlich doch nicht gelesen habe. Und außerdem habe ich auch immer wieder gehört, dass „der neue Asterix nicht so gut“ sei, weshalb mein Interesse auch nicht wirklich geweckt wurde. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass mir als Kind ein Qualitätsunterschied von Band 24 auf 25 aufgefallen wäre. Mir haben alle gefallen.
An der Universität dann gab es Lehrveranstaltungen zum Thema Antikenrezeption und die Dozenten haben da immer auf die ersten 24 Asterix-Bände zurückgegriffen und die Ausgaben ab Band 25 wurden ignoriert. Ein weiteres Detail, das dazu führte, dass ich die Finger von den neuen Bänden ließ.
Aber das hat sich jetzt geändert! Wenn ich schon fünf Asterix-Bände gewinne, will ich sie auch lesen und weil ich einen Blog habe, will ich auch darüber schreiben.
Band 37, Asterix in Italien (geschrieben von Jean-Yves Ferri und gezeichnet von Didier Conrad): Asterix und Obelix begeben sich in die Höhle des Löwen, denn Cäsar hat zu einem Wagenrennen quer durch Italien aufgerufen! Natürlich verlangt er hinterrücks nach dem Sieg eines römischen Teilnehmers, doch zu seinem Ungemach nehmen auch Gallier an dem Rennen teil.
Nach einer jahrelangen Abstinenz mal wieder einen Asterix-Comic zu lesen war wunderbar und es hat nichts von dem Charme verloren, der mich bereits als Kind begeistert hat. Das Highlight dieses Bandes ist nicht nur die Fahrt durch Italien, voll mit liebevollen Details, sondern vor allem die Interaktion mit den anderen Teilnehmern des Wagenrennens. Diese kommen nämlich aus allen Ecken und Winkeln des Römischen Reiches und sprechen daher in ihrem ganz eigenen Dialekt. Viel Humor für alle Altersgruppen, viele zeichnerische Details für Kulturhistoriker und viele sprachliche Gustostückerl für Linguisten. Ich bin begeistert und verstehe, warum diese Comic-Reihe immer noch so erfolgreich ist.
Band 38, Die Tochter des Vercingetorix (geschrieben von Jean-Yves Ferri und gezeichnet von Didier Conrad): Eine geheimnisvolle junge Frau taucht in Begleitung zweier Arverner-Häuptlinge im Dorf der unbeugsamen Gallier auf. Ihre Ankunft versetzt die Dorfbewohner in helle Aufregung! Denn Adrenaline, so der Name der Titelheldin, ist die Tochter des großen Gallier-Häuptlings Vercingetorix. Sie ist auf der Flucht vor Julius Cäsar, der sie gerne zwangsromanisieren möchte. Doch mal wieder hat der die Rechnung ohne die Gallier und insbesondere die gallische Jugend gemacht, die ihm erbittert Widerstand leistet.
Das hier ist eines der wenigen Abenteuer, in denen Asterix und Obelix nicht in ein anderes Land reisen und dieses entdecken. Aber das ist ja nicht schlimm, denn so kann man den Fokus auf andere Dorfbewohner richten. Speziell die Jugend des Dorfes zeigt hier, dass sie sich nicht immer hinter ihren Eltern verstecken wollen. Es ist einfach ein schönes, lustiges Abenteuer und alles dreht sich um die Frage, ob Kinder wirklich in die Fußstapfen ihrer Eltern schlüpfen müssen. Die Tochter des Vercingetorix ist kein Band für Intellektuelle, die kulturelle, historische, linguistische Bonbons suchen, sondern eine spannende Geschichte, die einfach Spaß macht und wie immer gut gezeichnet ist.
Band 39, Asterix und der Greif (geschrieben von Jean-Yves Ferri und gezeichnet von Didier Conrad): Diesmal verschlägt es die Gallier ins Barbaricum, weit im wilden Osten. Nach einem verheißungsvollen Traum macht sich Miraculix mit Asterix, Obelix und Idefix auf die Reise ins Land der Sarmaten. Dort wohnt der Schamane Terrine mitsamt seinem Stamm und hat die Hilfe seines alten Freundes bitter nötig, denn die Römer sind auf dem Vormarsch, um für Cäsar den sagenumwobenen Greif zu fangen, der in dieser Region hausen soll.
Ein neues Land, ein neues Volk, neue witzige kulturelle und sprachliche Details. Da wenig historische Kenntnisse über die Sarmaten existieren, wurden hier nicht so stark die Vorurteile gegenüber dem gastgebenden Volk karikiert, sondern Volk und Land eher ein bisschen erfunden und frei gestaltet, nicht zuletzt die Amazonen. Besonders stechen die Zeichnungen der weitläufigen Winterlandschaft ins Auge. Sehr gelungen ist dann am Ende auch die Erklärung, was der Greif denn wirklich sei.
Dieser Band lebt aber auch davon, dass er moderne Trends karikiert. Es wird etwa auf die zum Veröffentlichungszeitpunkt aktuelle COVID-19-Pandemie mehrmals angespielt (Immunität, Abstand). Und der Name des Legionärs Fakenius ist eine Anspielung auf das Phänomen der Fake News und auf die Verschwörungstheorien der Gegenwart. Die pessimistisch gefärbten Zusammenhänge, die er herstellt, verbreiten sich unter den Soldaten „viral“, sodass sie sich dem Kult der Diana zuwenden und nach Weihrauch verlangen.
Insgesamt ist das hier wieder ein sehr gelungener Band, der viel Spaß beim Lesen macht und wenn man sich die Zeit nimmt einzutauchen, kann man in der Fülle an Details und Anspielungen verloren gehen.
Asterix und der Greif ist übrigens der erste Band der Reihe, der nach dem Tod des Asterix-Zeichners Albert Uderzo im März 2020 erschienen ist. Gleichzeitig ist es der letzte, dessen Entwürfe Uderzo noch vorgelegt worden sind. Als Erinnerung an Uderzo ist auf dem letzten Bild mit dem traditionellen Festmahl eine weinende Eule (Uderzos Lieblingstier) abgebildet. Ähnlich hatte Uderzo selbst seine Trauer über den Tod seines Freundes und Asterix-Miterfinders René Goscinny im Band Asterix bei den Belgiern mit einem weinenden Hasen illustriert.
Band 40, Die weiße Iris (geschrieben von Fabcaro und gezeichnet von Didier Conrad): Weniger Wildschwein, mehr Gemüse, Sport treiben, Konflikte mit Worten lösen statt mit Backpfeifen. „Positives Denken“ ist das achtsame Motto des scheinbaren Weltverbesserers Visusversus, der mit seiner manipulativen Methode ganz Gallien auf den Kopf stellt. Ganz Gallien? Natürlich nicht, denn Asterix durchschaut die üblen Machenschaften, die hinter der lieblichen Fassade stecken.
Der erste Band komplett ohne Uderzos Beteiligung und geschrieben von einem neuen Autor wurde natürlich mit großer Spannung erwartet. Nicht nur ich jetzt, sondern auch viele Kritiker damals haben diesen Band gelobt. Eine gelungene Aneinanderreihung von Wortwitzen und tolle Running Gags bieten durchgehend gute Unterhaltung. Fabcaro teilt mit satirischen Spitzen in alle Richtungen aus, was einfach Spaß macht. Obelix verliert positiverweise etwas von seiner Dümmlichkeit, die ihm nach Goscinny auferlegt wurde und Asterix kann endlich mal wieder mit seiner Klugheit brillieren.
Band 41, Asterix in Lusitanien (geschrieben von Fabcaro und gezeichnet von Didier Conrad): An einem schönen Frühlingsmorgen taucht ein Fremder namens Schnurres im Dorf auf. Er kommt aus Lusitanien, dem sonnenverwöhnten Land westlich von Hispanien, das ebenfalls unter der Herrschaft Roms steht. Schnurres bittet die unbeugsamen Gallier um Hilfe, da er die mächtige Wirkung des Zaubertranks kennt. Sein Freund Schãoprozes wird verdächtigt, Cäsar vergiften zu wollen! Dahinter steckt ein Komplott, das Asterix und Obelix aufdecken müssen. Sie reisen ins heutige Portugal, bekannt für seine Gastfreundschaft sowie Fado, Fliesen und Fischgerichte.
Der neueste Band ist eine wahre Wucht. Er strotzt nur so vor lauter gelungener Witze und liebevoller Details.
Tatsächlich war es in meinem Bekanntenkreis jahrelang leise rund um Asterix und Obelix, aber über diesen Band sprach dann plötzlich jeder. Somit bin ich sehr glücklich, die Gelegenheit bekommen zu haben, den hier zu lesen und ich muss sagen, ich verstehe, warum da herum ein neues Asterix-Fieber ausgebrochen ist. Vielerorts wird er sogar mit dem großen Klassiker Asterix bei den Briten verglichen, dem ich mich anschließe.
Asterix in Lusitanien ist in meinen Augen auch deshalb so gut gelungen, weil hier nicht „nur“ ein witziges Abenteuer erzählt wird, sondern auch eine spannende Detektivgeschichte. Der Fokus auf Handlung hat Asterix meiner Meinung nach gut getan.
Besonders hat mir in diesem Band auch die linguistische Spielerei mit der lusitanischen Sprache gefallen, indem ausgiebig der Buchstabe „Ç“ eingesetzt wird und der Diphthong au als „ão“ wiedergegeben wird.
Fazit: Meine Liebe zu Asterix und Obelix ist neu entflammt und ich werde bei nächster Gelegenheit zu den älteren Bänden greifen, die ich noch nicht gelesen habe, allen voran Asterix bei den Pikten und Der Papyrus des Cäsar. Und natürlich freue ich mich schon auf Band 42, der geplant im Jahre 2027 erscheinen soll.

Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Reblog vom 16.06.2018

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Reblog vom 15.06.2024

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Reblog vom 14.06.2017

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Wizard Junior (Amigo)

Das erste Stichspiel für Kinder.
Von Ken Fisher (ca. 20 Min.; 3-6 Spieler)
Wizard Junior ist eine gezielt vereinfachte Umsetzung des bekannten Stichspielklassikers, die sich vor allem an jüngere Kartenspieler ab acht Jahren richtet. Das grundlegende Spielprinzip bleibt dabei unangetastet, denn auch in dieser Version müssen die Teilnehmenden vor jeder Runde die exakte Anzahl ihrer zukünftigen Stiche korrekt vorhersagen. Um den Einstieg für Familien zu erleichtern, wurde der Gesamtumfang der Karten reduziert und das mathematische Wertungssystem spürbar entschlankt. Fehlerhafte Vorhersagen führen hier nicht zu schmerzhaften Minuspunkten, sondern bedeuten lediglich, dass man in der jeweiligen Runde leer ausgeht. Die optische Gestaltung präsentiert sich kindgerecht und farbenfroh, wodurch die verschiedenen Kartenwerte und die Sonderkarten wie Zauberer oder Narrenfrösche leicht zu erfassen sind. Mit einer überschaubaren Spieldauer von rund zwanzig Minuten bietet das Kartenspiel eine kurzweilige Dynamik, die ohne lange Erklärungen auskommt. Für erfahrene Taktiker bietet der Titel langfristig zwar etwas zu wenig Spieltiefe, erfüllt seine Aufgabe als zugängliches Einstiegsspiel in die Welt der Stichspiele jedoch vollkommen solide.
Fazit: Empfehlenswert.

Auf Amazon zu kaufen:
Wizard Junior (Amigo)
Wenn Ihr das Spiel über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Buch: Calle, Juan & Potter, William – Ich zeichne Fantasy & Romantasy. Techniken, Charaktere und Effekte

Spaß am Zeichnen.
Ich zeichne Fantasy & Romantasy von ⁠Juan Calle und William Potter erweist sich als ein absolut inspirierendes und handwerklich hervorragend strukturiertes Anleitungsbuch, das kreative Köpfe direkt in die Welt der eigenen künstlerischen Gestaltung entführt. Der Ratgeber überzeugt von der ersten Seite an durch ein durchdachtes Konzept, das sowohl absolute Neueinsteiger als auch fortgeschrittene Zeichner mühelos abholt. Nach einer kompakten Einführung in die wichtigsten anatomischen Grundlagen und Werkzeuge widmet sich das Autorenduo den typischen Motiven dieses populären Genres. Die Bandbreite erstreckt sich von sagenhaften Helden über Monster und Gothic Horror zu Urban Fantasy. Über 15 konkrete Figuren, wie z.B. der Schwertkämpfer, die Feenkönigin, der Minotaurus oder der Dämonenjäger werden vorgestellt und können nachgezeichnet werden. Dazu kommen noch allgemeine Fantasy-Elemte wie Tempel, Schiffe, Rüstungen und Waffen. Insgesamt ein sehr kompaktes Buch, das die grundlegendsten Formen präsentiert, um mit dem Zeichnen von Fantasy & Romantasy zu beginnen.
Das Highlight dieses kreativen Lehrbuchs sind die übersichtlichen Schritt für Schritt Anleitungen, die komplexe Posen, fließende Gewänder und magische Effekte in leicht nachvollziehbare Teilschritte zerlegen. Praktische Übungsraster direkt im Buch laden zum sofortigen Mitmachen ein und senken die Hemmschwelle vor dem leeren Blatt Papier spürbar. Die vermittelten Techniken zum Umgang mit unterschiedlichen Materialien sorgen zudem für schnelle und überaus motivierende Erfolgserlebnisse beim Erschaffen eigener Welten. Wer seine Liebe zu fantastischen Geschichten endlich auf das Papier bringen und eigene Romanfiguren visuell zum Leben erwecken möchte, findet in diesem farbenfrohen Band einen unverzichtbaren und treuen Begleiter für das heimische Atelier.
Meine Tochter hat sich dieses Buch sofort geschnappt, als es bei uns ankam und will gar nicht mehr aufhören, das alles nachzuzeichnen und auszuprobieren.
Fazit: Empfehlenswert.

Auf Amazon zu kaufen:
Calle, Juan & Potter, William – Ich zeichne Fantasy & Romantasy. Techniken, Charaktere und Effekte
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Das Buch wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar