Spiel: Pulsar 2849 (CGE)

Punktesalat im Weltall. Großartig!
Von Vladimír Suchý (ca. 60-90 Min.; 2-4 Spieler)
Ein kleine Warnung im Voraus: Ihr benötigt hierfür einen sehr großen Tisch. Aber es zahlt sich definitiv aus, den großformatigen und etwas langwierigen Aufbau durchzuhalten. Denn man wird dann mit einem schnellen und spannenden Strategiespiel belohnt.
In diesem Weltall-Spiel führen viele Strategien zum Sieg, denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um Punkte zu bekommen. Ich könnte etwa meinen Fokus auf Stationen legen, denn deren Anzahl bringt viele Punkte. Oder auf Pulsar-Tore, damit ich jede Runde kassiere und die Projekte als erster abschließe. Oder auf die Endmissionen. Oder auf den Technologiebaum. Oder, oder, oder… Am besten überlegt man sich eine Strategie, verfolgt diese, und bemüht sich gleichzeitig noch von den anderen Möglichkeiten auch etwas zu kassieren. Dabei wird der Punktesalat jedoch nie unübersichtlich.
Die Mechanik des Spiels ist auch sehr interessant. Der Startspieler wirft Würfel und legt diese nach Werten in die entsprechenden Felder. Dann wird vor den mittleren Würfel der Meridianmarker gelegt. Nehme ich dann einen Würfel rechts davon, wandert einer meiner Marker nach rechts. Nehme ich einen Würfel links, wandert einer meiner Marker nach links. Nach rechts möchte ich eigentlich nicht wandern, aber da sind meist die besseren Würfel. Jeder Spieler erhält zwei Würfel, also zwei Aktionen. Er darf immer eine Aktion ausführen, auf welcher noch kein Marker liegt und welche den Würfelwert benötigt, den man gerade hat. Bei der Auswahl der Würfel geht es also darum, sich zu überlegen, welche Aktionen man ausführen möchte und welche Würfelwerte man dafür braucht. Als Startspieler hat man hier einen klaren Vorteil, doch dafür ist es für den hintersten auf der Initiativeleiste recht einfach, nächste Runde zum Startspieler zu avancieren.
Meine Aktionen könnten dann sein durch das Weltall zu fliegen und Stationen zu errichten, Technologien zu entwickeln, Pulsar-Tore zu erbauen oder irgendwas zu kaufen. Das Spiel ist reich an Optionen, führt dabei aber fast nie zu einer Analyse-Paralyse. Alles geht flott, es gibt kaum eine Downtime. Optisch ist das Spiel auch sehr ansprechend, es hat eine gute Produktionsqualität.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Meier, Franziska – Dantes Göttliche Komödie. Eine Einführung

Eine gelungene Einführung in ein komplexes Thema.
Fast jeder kennt das monumentale Werk Die Göttliche Komödie – ich selbst habe mich einst eine gefühlte Ewigkeit damit herumgeschlagen – aber kaum jemand hat sie wirklich gelesen. Und von denen, die angefangen haben, kommen nur wenige ans Ende, wie die Autorin dieses Büchleins bemerkt: „Fürsorglich wendet sich der Dichter gleich im zweiten Gesang [des Paradieses] an seine Leser. Viele täten gut daran … nicht weiterzulesen. … Mancher Leser der Komödie hat sich das nicht zweimal sagen lassen.“ (S. 97)
Dieses Büchlein hier ist perfekt für all jene, die schon immer mal wissen wollten, was Die Göttliche Komödie ist, sie aber nicht lesen wollen. Oder für Schüler, die in Literaturgeschichte damit gequält werden und eine gute Zusammenfassung vor der Prüfung brauchen. Oder für Studenten, die vor einer intensiven Auseinandersetzung damit gern eine kleine Übersicht hätten. Oder für Leute wie mich, die nach vielen Jahren einfach mal ihr Wissen wieder auffrischen wollten.
Jedenfalls ist dieses Buch sehr angenehm geschrieben, verliert sich nicht in Details und bietet einen guten Überblick über das Werk selbst und das Leben des Autors sowie die Rezeptionsgeschichte. Dazu möchte ich ein kleines Detail aus dem Buch hervorheben: „Im Deutschland des 20. Jahrhunderts stellte man die wahnwitzige These auf, Dante sei kein Florentiner, sondern ein nach Italien verirrter Deutscher gewesen.“ (S. 122)
Fazit: Empfehlenswert

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Dantes Göttliche Komödie: Eine Einführung
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Serie: The Expanse – Staffel 3

Das schlechteste Buch der Reihe überraschend gut verfilmt.
Die ersten sechs Episoden dieser Staffel wurden dazu verwendet, um das zweite Buch abzuschließen, also den Cliffhanger der zweiten Staffel aufzulösen. Ich war überrascht, dass dafür noch so viel zeit verwendet wurde, aber sie haben sehr viel dazu erfunden. Persönlich haben mir diese Addenda in der Serie eigentlich gut gefallen, weil sie die Atmosphäre untermalen und den Plot besser erklären. Ich vermute aber, dass es für dieses Hinauszögern noch einen zweiten Grund gab, nämlich das dritte Buch. Tatsächlich wurde das in seiner Vollständigkeit in die Episoden 7-13 hineingestopft. Mit dem Ende der dritten Staffel wurden also die ersten drei Bücher komplett verfilmt, wobei für das dritte Buch die mit Abstand wenigsten Episoden verwendet wurden. Das hat deswegen funktioniert, weil sie es extrem gekürzt haben: Religion auf ein Minimum reduziert, einen Charakter und dessen Handlungsstrang komplett gestrichen, einige Actionszenen weggelassen. Dadurch war es spannend, zwar etwas verwirrend teilweise, aber schon irgendwie cool.
Der Sender SyFy hat die Serie abgesetzt. Grundsätzlich finde ich, dass sie das Expanse-Projekt gut abgeschlossen haben, denn alle drei Bücher sind durch und am Ende ist auch ein netter Punkt erreicht, an dem man, wie auch bei den Büchern, getrost aufhören kann. Die wichtigsten Fragen wurden beantwortet und der Rest lädt zum Träumen ein. Aber da The Expanse doch ziemlich erfolgreich war, hat Amazon Studios die Serie gekauft und für nächstes Jahr eine vierte Staffel bestellt. Das freut mich natürlich. Das vierte Buch bietet eine sehr spannende, in sich geschlossene Geschichte, die sehr gut in einer Staffel erzählt werden kann. Wenn die Amazon Studios genug Geld reinstecken, könnte etwas sehr tolles daraus werden.
Fazit: Wer The Expanse bis jetzt geschaut hat, sollte hier auf jeden Fall weiterschauen.

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Film: Ein Hologramm für den König (2016)

Lost in Translation in Saudi-Arabien.
Spielfilm mit Tom Hanks von Tom Tykwer. 98 Min.
Inhalt: In einer aufstrebenden saudi-arabischen Stadt, weit entfernt vom erschöpften, von der Rezession gebeutelten Amerika, unternimmt der strauchelnde Geschäftsmann Alan Clay (Tom Hanks) den letzten Versuch, seinen Bankrott zu verhindern, die Collegegebühren seiner Tochter zu zahlen und endlich etwas Großes zu vollbringen.
Wir haben hier einen Mann, der nicht nur eine Midlife-Crisis, sondern auch eine richtige Krise durchmacht. Ein Auftrag in Saudi-Arabien bietet die vermeintlich letzte Chance, sein Leben wieder in die rechten Bahnen zu lenken. Dabei kommt es zu einigen netten Culture-Clash-Momenten, die aber nie in billige Stereotypen ausarten. Alan Clay kämpft hier einerseits gegen sich selbst, andererseits gegen diese fremde Kultur, die nie böse oder unfreundlich ist, sondern einfach anders und ungewohnt, Lost in Translation eben. Der Film bietet einen schönen Selbstfindungstrip, nach dem typischen Muster, dass man in der Fremde mehr über sich selbst lernt.
Mit gefällt der Film sehr gut, weil er eben nie in auf Kosten Saudi-Arabiens billige Witze produziert, sondern dieses Land auf gefühlvolle Weise vorstellt, mit seinen Sonnen- und Schattenseiten. Ja, wenn eine Person mit einem westlichen Blick hinter der Kamera steht, dann müssen auch Dinge kritisiert werden, aber das passiert hier nie plakativ mit dem amerikanischen Moralhammer, sondern angenehm subtil.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Eine frauenfreundliche Atmosphäre bei Spieleabenden & Star Trek

Nachdem letztens einige Vorwürfe bezüglich sexueller Belästigung in der Brettspiel-Community aufgekommen sind, habe natürlich auch ich mir Gedanken zum Thema gemacht.
Ich würde gerne einen Beitrag dazu schreiben, aber ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll. Ich habe jetzt mehrmals begonnen einen Text zu verfassen, aber gleich alles wieder verworfen. Schweigen möchte ich jedoch auch nicht. Grundsätzlich geht es mir so: Ich verstehe es nicht. Was ist so schwer daran, Menschen mit einem Mindestmaß an Respekt zu behandeln? Ich finde schon, dass wir bei unseren Spieleabenden eine sehr gute Arbeit leisten, sämtliche Geschlechter, Kulturen und sexuelle Orientierungen willkommen zu heißen und ich habe nicht den Eindruck, dass sich irgendjemand unwohl fühlt. Es ist mir auch ein persönliches Anliegen, das Kulturgut Gesellschaftsspiel so vielen Menschen wie möglich schmackhaft zu machen. Ich verstehe aber sehr gut, dass es viele Orte gibt, an denen Frauen einfach keine zwei Minuten verbringen möchten, weil sie da plötzlich als mythisches Sexobjekt betrachtet werden.
Was Frauen aber oft beklagen, ist nicht so sehr diese evidente Belästigung, wie anstößige Kommentare oder „unabsichtliche“ Berührungen, die natürlich auch vorkommen, sondern die subtile Diskriminierung am Spieltisch. Dazu einige Punkte, die ich immer wieder gehört und gelesen habe und die man sich mal vor Augen führen sollte:
– Frauen sind nicht dumm und brauchen keine spezielle Regelerklärung und Einführung in ein Spiel.
– Frauen wollen nicht aufgrund ihres Geschlechts unterschätzt werden. Nur weil sie Frauen sind, muss man nicht extra Rücksicht nehmen oder extra hilfsbereit sein.
– Frauen haben keine Lust, die einzigen zu sein, bei denen immer nachgefragt wird, ob alles in Ordnung ist und sie schon alles verstanden haben.
Es geht also sehr oft darum, dass Frauen das Gefühl haben, herablassend betrachtet zu werden. Frauen sind nicht besser und nicht schlechter als Männer und wollen am Spieltisch nicht anders behandelt werden. Nur weil sie mal eine Regel nicht verstehen, muss man nicht sofort die Augen verdrehen und wenn sie mal einen Fehler machen, muss nach nicht gleich einen abfälligen Kommentar von sich geben. Männer verstehen auch oft Dinge nicht und machen Fehler. Warum da dann anders reagiert wird, ist unverständlich.
Was ich in meiner Recherche in den verschiedenen Foren überraschend häufig gefunden habe, war die Beobachtung, dass manche Männer oft extra sauer sind, wenn sie gegen eine Frau verlieren. Das ist dann wirklich immer eine sehr unangenehme Situation.

Mit Entsetzen habe ich in den letzten Monaten auch mitverfolgt, welch ein Shitstorm im Internet aufgekommen ist, weil in Star Trek Discovery und in den neuen Star Wars – Filmen weibliche Hauptcharaktere vorkommen. Ich kann jetzt nicht über die Star Wars – Fangemeinde sprechen, denn dieses Universum hat mir nie wirklich gefallen und ich hatte dementsprechend wenig Kontakt mit solchen Fans. Bei Star Trek hingegen bin ich ein großer Fan und ich sag es mal so: Echte Fans hätten sich an so einem Shitstorm niemals beteiligt. Ein Markenzeichen von Star Trek war von Anfang an die Gleichberechtigung der Geschlechter, sexueller Orientierungen und kultureller Hintergründe. Uhura in der Originalserie und Captain Janeway in Star Trek: Voyager sind nur zwei Beispiele für starke Frauen in diesem Franchise. Wenn man eine solche Gleichberechtigung nicht akzeptieren könnte, wäre man kein Star Trek – Fan geworden. Daher ist dieser Shitstorm für Star Trek Discovery so unverständlich, außer es sind eben nicht „echte“ Fans, die so einen Schwachsinn verbreiten.

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Spiel: The Fox in the Forest (Renegade Game Studios)

Tolles 2-Spieler-Stich-Spiel.
Von Joshua Buergel (ca. 30 Min.; 2 Spieler)
Ein Stichspiel für zwei Spieler? So etwas kann funktionieren? Ja! Sehr sogar.
Dieses Spiel erinnert mich irgendwie an Hanamikoji, weil es genauso perfekt durchgerechnet ist und die Sonderfunktionen ebenfalls allesamt interessant und nützlich sind. Nur ist es hier halt eine Stichmechanik, während es dort um Mehrheiten geht.
Das Grundprinzip ist einfach: Einer legt eine Karte, der andere muss eine in der gleichen Farbe legen. Die höhere Zahl sticht. Wenn auf der ausgelegten Karte eine Sonderfunktion steht, kann die ausgeführt werden. Das ist auch schon das ganze Spiel. Der Spielreiz liegt nun in diesen Sonderfunktionen, die man geschickt einsetzen möchte, sowie der tollen Punktwertung. Man bekommt nämlich am Rundenende je nach Stichanzahl Punkte, die aber nicht konstant mehr werden. Wenn ich zu viele Stiche mache, bekomme ich null Punkte, wenn ich aber etwa keinen Stich mache, bekomme ich sechs Punkte, ebenso bei acht Stichen. Das ergibt immer wieder spannende Spielsituationen: Schaffe ich es, meinem Gegner zu viele Stiche hinzuschieben? Erreiche ich noch den siebten Stich?
Jede Runde wird ein Spieler 6 Punkte erhalten, der andere zwischen 0 und 3. Zusätzlich gibt es noch drei mögliche Bonuspunkte durch Sonderfunktionen. Das Spiel geht über mehrere Runden, bis einer 21 erreicht. Weil eben einer immer 6 Punkte erhält, dauert das Spiel auch nicht zu lange. Das ist aber auch das einzige Problem am Spiel: Sehr oft ist die letzte Runde sinnlos, weil der führende Spieler nicht mehr eingeholt werden kann. Wenn er nicht extrem dumm spielt und zu viele Stiche macht, kommt er problemlos auf die 21. Aber ja, da kann man dann halt einfach früher Schluss machen, das Spiel macht trotzdem viel Spaß.
Optisch ist das hier ein sehr schönes Spiel mit tollen Kartenbildern, aber das Thema selbst ist schon sehr an den Haaren herbeigezogen und die Geschichte im kleinen Regelhaft habe ich auch nicht wirklich nachverfolgen können. Ein tolles Spiel mit aufgeklebtem Thema eben.
Fazit: Sehr empfehlenswert.

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The Fox in the Forest (Renegade Game Studios)
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Buch: Lustiges Taschenbuch Galaxy 03

Ich bin so froh, diese Reihe entdeckt zu haben.

© 2018 Disney
Alle vier Wochen erscheint eine neue Ausgabe vom Lustigen Taschenbuch bei Egmont Ehapa.

Wir haben hier 9 Geschichten, von denen 8 deutsche Erstveröffentlichungen sind. Wie auch schon im ersten und zweiten Band werden diese in drei Kategorien aufgeteilt:
A) Star Top (1 Geschichte): Die USS Entermouse kehrt zurück, wiederum nur für ein Abenteuer. Das Star Trek Feeling ist immer noch sehr stark, wirklich toll. Diesmal bekommen wir es mit den „Sei-Borg“ zu tun.
B) Galaktische Geschichten (1 Geschichte): Diese eine Geschichte hier folgt dem gleichen Prinzip wie jene derselben Kategorie aus den ersten beiden Bänden. Sie ist keine deutsche Erstveröffentlichung, erschien damals aber nicht in einem LTB. Somit ist sie für viele Leser vermutlich genauso neu wie die anderen Geschichten hier.
c) Die Chroniken von Terra 32 (7 Geschichten, aber 1 Abenteuer): Im letzten Band gab es das fantastische Q-Galaxy mit Tick, Trick und Track als Hauptcharaktere. An dessen Stelle haben wir hier nun dieses tolle Space-Abenteuer mit dem den Micky Maus – Charakteren. Das tolle hier dran ist, dass es ein eigenständiges Universum ist, für das mir kein literarisches oder cineastisches Vorbild einfällt. Es ist einfach ein spannender Plot in einem Sci-Fi-Universum. Leider ist das Abenteuer nicht abgeschlossen und wird in Band 5 fortgeführt werden. Außerdem möchte ich noch negativ anmerken, dass in diesen Geschichten sehr oft bei asymmetrischen Bildaneinanderreihungen die Pfeile fehlen, um zu verstehen, in welcher Reihenfolge sie gelesen gehören (z.B. S.46 und 81). Das ist zwar ärgerlich, aber stört den Lesespaß nicht erheblich.
Fazit: Ich habe dieses Buch genossen. Die Geschichten sind kreativ, lustig, spannend und sehr gut gezeichnet.

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Serie: In Treatment / Der Therapeut – Staffel 1-3 (abgeschlossen)

Leute reden eine halbe Stunde über ihre Probleme.
Diese Serie präsentiert ein einzigartiges Konzept und ist ein wunderbares Geschenk an alle Psychologie-Interessierten. Haben wir hier doch einen Therapeuten, der in jeder Folge mit einem Patienten über dessen Probleme spricht. Nichts anderes. HBO hat es dabei so konzipiert, dass ein Wochentag einem Patienten gehört. Jeden Dienstag etwa würden wir Alex bei seiner Therapiesitzung zuschauen. Die Serie wird täglich ausgestrahlt, aber wenn uns ein Patient nicht interessiert, könnten wir dann beispielsweise einfach jede Woche den Donnerstag auslassen. Und freitags geht der Therapeut sogar selbst in Therapie.
Diese Serie basiert auf der mehrfach ausgezeichneten israelischen Serie BeTipul, ist eigentlich ein Remake dieser. Die ersten beiden Staffeln sind sehr interessant und ich war überrascht, dass nach der dritten Staffel Schluss sein sollte. Als ich diese dann aber geschaut habe, war klar, weshalb, denn es gab einen dramatischen qualitativen Absturz wegen neuer uninteressanter Patienten, sowie der sehr unsympathischen Entwicklung des Therapeuten selbst.
Fazit: Wer sich für Psychologie interessiert, dem seien die ersten beiden Staffeln sehr empfohlen.

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Film: Café Society (2016)

Ein netter Film um die Frage „Was könnte sein und was soll sein?“
Drama / Romantik mit Jesse Eisenberg von Woody Allen. 96 Min.
Inhalt: Bobby kommt in den Dreißigerjahren nach Los Angeles und hofft, Karriere im Filmgeschäft zu machen. In Hollywood bricht gerade das Goldene Zeitalter an, der Tonfilm revolutioniert das Geschäft. Die fünf großen Studios bauen ihr Starsystem auf, gleichzeitig zwängt der Production Code die Filmemacher in einen Keuschheitsgürtel. Bald ist der junge Mann vom Glanz und Glamour der Traumfabrik gefangen, taucht ein in die Café-Gesellschaft und verliebt sich Hals über Kopf.
Mein Problem mit dem Film ist der Hauptdarsteller Jesse Eisenberg, der mir generell und in diesem Film ganz speziell überhaupt nicht gefällt. Der Film bietet in gewohnter Allen-Manier einige lustige Details und interessante Nebencharaktere, die dem eigentlich bedrückenden Plot eine angenehme Lockerheit geben. Es ist ein Plot, der einigen tiefgründigen Fragen nach Liebe, Treue und sozialen Normen nachgeht. Die stilvolle Optik und tollen schauspielerischen Leistungen des Ensembles, außer eben des Hauptdarstellers Eisenberg, machen das hier zu einem runden, charmanten Film.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Anime-Update Frühling ’18

Wie in jeder Staffel kann man auch hier einige Perlen finden und wer mich kennt, der sollte nicht überrascht sein, was bei mir an der Spitze steht.

Ginga Eiyuu Densetsu: Die Neue These – Kaikou war mein Liebling. Eine gut gemachte Space Opera mit interessanten Charakteren. Die Serie hier ist ein Remake der gleichnamigen Serie, die von 1988 – 1997 lief. Teilweise wurden Szenen 1:1 nachgedreht, nur halt mit einer besseren Grafik und neuen Sprechern. Und das hat sich ausgezahlt, denn der Plot ist wirklich spannend und die neue Grafik, speziell bei den Weltraumkämpfen, echt schön. Die Serie ist nicht zu Ende und es sollen 2019 drei Filme erscheinen, die jeweils das Äquivalent von vier Episoden sein sollen, also insgesamt noch einmal zwölf Episoden. Ich finde die Serie ist sehr gut gelungen und ich hoffe, dass ich diese Filme nächstes Jahr dann irgendwo auftreiben kann.

Lupin III: Part V hätte absolut das Potential gehabt, mein Liebling zu werden, doch ein Element hat mich ziemlich enttäuscht. In Part IV waren sie nämlich in Italien und dessen Kultur, Landschaft, Menschen wurden perfekt in der Serie eingefangen. Jetzt sind sie zwar in Frankreich, aber dieser Hintergrund kommt irgendwie gar nicht zum Tragen. Abgesehen davon ist Lupin III genauso Klasse wie eh und je, spannend und lustig. Die Serie geht im Sommer direkt weiter und vielleicht sehen wir da ja dann mehr von Frankreich.

In dieser Staffel bin ich zu meiner Überraschung gleich bei vier RomComs hängengeblieben. Am besten hat mir davon Tada-kun wa Koi wo Shinai gefallen, in welcher eine Austauschstudentin aus Luxemburg an eine japanische Oberschule kommt. Die Serie ist schön gezeichnet und die Charaktere sind realistisch gehalten. Es ist eine gemütlich Serie mit Herz, für mich eine der Top-Serien dieses Genres.

Zwei andere RomComs habe ich deshalb geschaut, weil sie das Liebesleben von Otakus, also Nerds behandeln. Wotaku ni Koi wa Muzukashii hat mir dabei besser gefallen, weil es erwachsene Menschen mitten im Arbeitsleben ins Zentrum stellt, die aber immer noch ihren Hobbys nachgehen wollen und dafür adäquate Partner suchen. Speziell geht es um einen Otaku, der zwar glücklich mit seinem Leben ist – gute Arbeit und somit genug Geld für seine Hobbys – aber sich zunehmend einsam fühlt. Da scheint er zufällig die perfekte Partnerin gefunden zu haben. Die Serie ist irgendwie abgeschlossen, aber irgendwie auch nicht. Sagen wir so: Es hätte besser gemacht werden können, ist aber auch nicht enttäuschend.

Die zweite Otaku-RomCom, nämlich 3D Kanojo: Real Girl, hat mir am Ende nicht so gefallen. Es ist dann ein etwas banaler Oberschul-Missverständnis-Plot geworden und die Charaktere waren auch nicht sehr interessant. Außerdem wurde ein Rätsel bis zuletzt nicht aufgelöst, aber deswegen eine eventuelle zweite Staffel zu schauen werde ich sicher nicht.

Die letzte RomCom Kakuriyo no Yadomeshi hat eine Schwachstelle von mir genau getroffen, nämlich japanische Mythologie. Ein modernes Mädchen aus dem aktuellen Tokyo soll wegen der Schulden ihres Großvaters den Betreiber eines Hotels in der Geisterwelt heiraten. Doch sie weigert sich und beschließt im Hof des Hotels eine kleine Taverne zu eröffnen, um damit genug Geld zu verdienen, die Schulden zu begleichen. Letztendlich war es aber fast nur reine Romantik und es gab nur wenige interessante Geisterbegegnungen. Die Serie geht im Sommer direkt weiter und je nach meinen zeitlichen Möglichkeiten werde ich sie wohl weiterschauen.

Auch Action durfte bei mir natürlich nicht zu kurz kommen, da gab es zwei Animes. Zunächst lief Nanatsu no Taizai: Imashime no Fukkatsu vom Winter weiter und meine Hoffnung auf Besserung hat sich leider nicht erfüllt. Diese zweite Staffel hier kann einfach nicht das gleiche Feeling produzieren wie damals die erste Staffel. Das liegt hauptsächlich daran, dass die einzelnen Hintergrundgeschichten nicht mehr so wichtig sind und daher nicht so zum Tragen kommen, während der Hauptplot nicht stark genug ist, die gesamte Serie alleine zu stemmen. Die Serie ist super gezeichnet, die Action echt toll gemacht, deshalb schaue ich sie auch weiter, aber das ist einfach zu wenig. Zusätzlich ruinieren noch unnötige Fanservice-Szenen die Atmosphäre und am Ende hat sogar noch die Zeichenqualität nachgelassen, abgesehen vom überhasteten Abschluss.

Daneben gönne ich mir noch Boku no Hero Academia 3rd Season. Nach einer derart tollen zweiten Staffel ist es sehr schwierig auf gleichem Niveau anzuschließen. Das ist eben auch hier passiert, das bedeutet aber nicht, dass die Serie schlecht geworden sei. Ich habe die Charaktere mittlerweile lieb gewonnen und deren Entwicklung verläuft immer noch so interessant wie eh und je. Im Sommer geht es direkt weiter und ich werde auf jeden Fall dabei sein.

Ich gucke auch immer wieder gerne gemütliche Animes, die sind sehr angenehm um zu relaxen und vom Alltagsstress runterzukommen. So habe ich mir diesmal Rokuhoudou Yotsuiro Biyori gegönnt, in welchem es um vier junge Männer geht, die gemeinsam ein traditionelles Café betreiben. Jede Halbfolge kommt ein neuer Kunde mit einem kleinen Problem, das in diesem Café aber rasch verfliegt.

Ebenfalls sehr gemütlich war Amanchu! Advance, dessen erste Staffel mir sehr gut gefallen hat. Doch statt bei den bewährten Themen Tauchen, Unterwasserwelt und Freundschaft zu bleiben, driften sie hier ständig in abstruse Traum- und Geisterwelten ab. Nur selten hat mich eine zweite Staffel derart enttäuscht, die hat fast nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun.

Von Uchuu Senkan Tiramisù hatte ich mir eigentlich eine Space Opera erwartet, doch stattdessen war es nur eine Mini-Comedyserie, also mit jeweils 7-minütigen Folgen. Der gelungene Humor hat dafür entschädigt und aufgrund der Kürze konnte ich die einzelnen Episoden auch immer irgendwo reinschieben.

Golden Kamuy hat mich, wie erwartet, als Anime nicht überzeugt. Der gesamte Stil, speziell die peinlichen computergenerierten Tiere, hat mich von Anfang an abgestoßen. An sich habe ich schon das Gefühl, dass das Manga hier beinahe Bild für Bild, Sprechblase für Sprechblase übertragen wurde. Da aber die Erklärbilder und Erzählerboxen weggelassen wurden, was aufgrund des unterschiedlichen Mediums ja verständlich ist, habe ich einfach nicht das gleiche Feeling wie beim Manga bekommen. Ob ich einer eventuellen zukünftigen zweiten Staffel eine Chance geben werde, weiß ich noch nicht.

Ausblick Sommer 2018: Nachdem ich mir die Vorschauen der Sommerstaffel angeschaut habe, muss ich sagen, dass es nichts gibt, auf das ich mich wirklich freue, abgesehen von der Bonusepisode Violet Evergarden Special. Es gibt aber durchaus einige Serien, die mein Interesse geweckt haben und denen ich durchaus plane eine Chance zu geben, nämlich Island, Grand Blue, Banana Fish, Chio-chan no Tsuugakuro, Kyoto Teramachi Sanjou no Holmes und Angolmois: Genkou Kassenki.

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