Spiel: Revive (Pegasus Spiele)

Großformatiges Punktesammeln.
Von Helge Meissner, Kristian Amundsen Østby, Eilif Svensson und Anna Wermlund (ca. 90-120 Min.; 1-4 Spieler)
Revive ist ein strategisches Aufbauspiel ohne Kampf, bei dem die Spieler nach einer Eiszeit versuchen, die Zivilisation neu zu errichten, Technologien freizuschalten und über verschiedene Aktionen Punkte zu sammeln.
Revive ist ein Spiel für ein bis vier Spieler mit asymmetrischen Fähigkeiten, variabler Vorbereitung und ohne Kämpfe oder direkten Konflikt. Eine Kampagne aus fünf Teilen schaltet zusätzliche Inhalte frei. Nach dem Freischalten kann das Spiel beliebig oft neu gespielt werden. Zu Beginn erhält jeder Spieler Bürgerkarten, ein Stammestableau und ein großes Spielertableau. Dort werden Maschinen gebaut, Kartenplätze verbessert und besondere Stammesfähigkeiten genutzt.
Ein wichtiges Ziel ist das Erreichen und Besiedeln großer antiker Orte. Diese werden zufällig bestimmt und beeinflussen die Strategie jeder Partie. Das Spiel endet, wenn alle Artefakte genommen wurden, und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. In seinem Zug führt man zwei Aktionen aus, etwa Karten spielen, Gebiete erkunden, antike Orte besiedeln oder Fabriken bauen.
Revive überzeugt als anspruchsvolles Strategiespiel, das mit seiner postapokalyptischen Welt und dem Wiederaufbau der Zivilisation eine stimmige Atmosphäre erzeugt. Die Spieler führen unterschiedliche Stämme, erkunden eine vereiste Oberfläche, sammeln Ressourcen und schalten nach und nach neue Technologien frei, wodurch sich jede Partie spürbar anders entwickelt. Besonders die asymmetrischen Fähigkeiten und der variable Spielaufbau sorgen für hohe Wiederspielbarkeit und machen strategische Anpassungen notwendig.
Der Mix aus Kartenmanagement, Engine Building und Erkunden greift angenehm ineinander und erzeugt einen belohnenden Spielfluss, bei dem sich Aktionen immer stärker zu Kombinationen verbinden. Gleichzeitig punktet das Spiel mit vielen Entscheidungen und einem klaren Fokus auf Planung statt Konflikt, da es keinen direkten Kampf zwischen den Spielern gibt.
Insgesamt ist Revive ein tiefgehendes, strategisch reizvolles Eurogame, das mit seiner Kombination aus Aufbau, Erkundung und Technologieentwicklung langfristig motiviert und gerade für Vielspieler ein rundes und sehr befriedigendes Spielerlebnis bietet.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Lustiges Taschenbuch Abenteuer 13-18 (Staffel 3)

Weiterhin tolle Abenteuer.
Nachdem die zweite Staffel eine große Verbesserung zur ersten war, geht es hier nun genauso toll weiter. Es gibt konstant in jedem Band mindestens eine Erstveröffentlichung, manchmal sogar zwei oder drei, also wirklich regelmäßig neue Geschichten. Aber auch die Wiederveröffentlichungen sind fast alle gut gewählt und schön zu lesen. Es gibt auch hier keine übergreifenden Geschichten, jede steht für sich alleine und somit kann auch jeder Band individuell gelesen werden, ohne die vorangehenden kennen oder die folgenden lesen zu müssen.
Was mich persönlich am meisten freut, ist, dass es wirklich viele Geschichten mit Indiana Goof gibt. Enttäuscht war ich aber hingegen, dass in der zweiten Staffel des LTB Abenteuer von der Indiana Goof Serie Wächter der Mysterien die erste und die vierte Geschichte abgedruckt worden sind, jetzt in der dritten Staffel die restlichen Geschichten davon jedoch nicht nachgereicht wurden. Hoffentlich geschieht das noch! Und wenn ich schon bei dem Thema bin, wünsche ich mir auch, dass endlich die vier fehlenden Geschichten von Indiana Goofs Partnerin Martina Ubersetzen auf Deutsch veröffentlicht werden.
Auch wenn ich ein großer Entenhausen-Fan bin, ist das doch ein gewaltiger Kritikpunkt am deutschen Verlag, den ich nicht müde werde anzubringen: Warum werden nicht alle Geschichten einer Serie oder eines Charakters übersetzt und wenn sie übersetzt, bzw. veröffentlicht werden, weshalb nicht in der richtigen Reihenfolge und manchmal sogar nicht in der gleichen LTB Reihe, sondern bunt verteilt. Das ist etwas, was mich einfach ärgert.
Ein persönliches Highlight für mich war in Band 17 Tabea Trifftig zu sehen, eine junge Archäologin und Abenteurerin, erfunden vom berühmten italienischen Autor und Zeichner Casty. Die Figur ist vage an Indiana Jones und Lara Croft angelehnt. Sie ist eine Art weibliche Form von Indiana Goof, jedoch mit weniger schrulligen Charakterzügen. Aber nicht nur ist sie als Charakter toll, sondern alle Geschichten, in denen sie mitspielt, sind sehr gut recherchiert, sehr spannend und einfach wunderbar zu lesen.
Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als in Band 18 eine weitere Geschichte mit ihr abgedruckt war, nämlich Der widerspenstige Koloss. Das ist deshalb so toll, weil es sich bei dieser Geschichte um den ersten Teil des Atlantis-Zyklus von Casty handelt, von dem bisher auf Deutsch jedoch erst die ersten drei Geschichten abgedruckt worden sind. Nun ist die Hoffnung natürlich groß, dass auch die nächsten Geschichten dieses Zyklus neu abgedruckt und danach die bisher unveröffentlichten Geschichten auch endlich übersetzt und veröffentlicht werden. Allein deshalb werde ich die Spezialreihe Abenteuer weiterverfolgen.
Insgesamt wurden meine Kinder und ich von dieser dritten Staffel weiterhin sehr gut unterhalten und wir machen direkt mit der vierten Staffel weiter.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Rental Family (2025)

Schöner Ausflug nach Japan.
Komödie/Drama mit Brendan Fraser von Hikari. 110 Min.
Inhalt: In einem modernen Tokio kämpft ein amerikanischer Schauspieler mit Einsamkeit und Misserfolg, bis er für eine ungewöhnliche Agentur zu arbeiten beginnt, die Schauspieler für familiäre und soziale Rollen an Kunden vermittelt. Während er verschiedene Menschen trifft und unterschiedliche Rollen ausfüllt, wird er mit Fragen zu Identität, Verbindung und Authentizität konfrontiert und erlebt, wie flüchtige Begegnungen zu bedeutsamen Erfahrungen heranwachsen.
Rental Family überzeugt als ruhiges und fein beobachtetes Drama, das eine ungewöhnliche Idee mit bemerkenswerter Sensibilität umsetzt. Der Film zeigt die Darstellung einer japanischen Eigenart ohne Klamauk und Humor, sondern sensibel aus einer japanischen Perspektive und bleibt dabei jederzeit respektvoll gegenüber seinen Figuren. Die Autorin und Regisseurin dieses Films, Hikari, ist selbst Japanerin und nutzt Rental Family nicht nur als schöne Darstellung einer speziellen Lebensrealität, sondern auch als indirekte Kritik an der japanischen Gesellschaft. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Film einfühlsam erforscht, was so eine Arbeit mit den meist unwissenden Kunden, aber auch mit den Schauspielern selbst macht und dabei leise emotionale Zwischentöne findet. Durch die ruhige Inszenierung und den authentischen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen entsteht ein nachdenkliches und berührendes Gesamtbild, das lange im Gedächtnis bleibt und seine Wirkung gerade durch Zurückhaltung entfaltet.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Spiel: Symbiose (Pegasus Spiele)

Schönes flottes Kartenspiel.
Von Jérémy Partinico und Christelle Partinico (ca. 10-20 Min.; 2-4 Spieler)
Symbiose ist ein schnelles, taktisches Kartenspiel, in dem es darum geht, deine Karten möglichst geschickt auszulegen, um die höchste Gesamtpunktzahl zu erreichen. Dabei hängt die Wertung jeder Karte von ihrer Position ab: links zählt sie abhängig von deinem linken Nachbarn, rechts abhängig von deinem rechten Nachbarn und in der Mitte abhängig von deinen eigenen Karten.
Symbiose überzeugt als kleines, cleveres Kartenspiel, das aus einer einfachen Idee erstaunlich viel Spielgefühl herausholt. Der Kniff, dass Karten je nach Position unterschiedlich gewertet werden und dabei sogar die Auslage der Mitspieler einbezogen wird, sorgt für überraschend viele taktische Überlegungen und ein angenehm interaktives Spielerlebnis. Gerade diese Verbindung aus eigenem Aufbau und Blick auf die Nachbarn macht jede Entscheidung spannend und verhindert, dass man nur vor sich hin spielt.
Die kurzen Partien von etwa zehn bis zwanzig Minuten sorgen für einen flüssigen Ablauf, bei dem man schnell wieder eine neue Runde starten möchte, während die verschiedenen Kartenkombinationen immer wieder neue kleine Puzzleaufgaben bieten. Trotz der leichten Zugänglichkeit bleibt genug Tiefe erhalten, um mehrere Partien interessant zu halten. Insgesamt ist Symbiose ein angenehm zugängliches, interaktives und überraschend taktisches Kartenspiel, das besonders durch seine frische Idee und den schnellen Spielfluss überzeugt.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Dalrymple, William – Anarchie. Der verhängnisvolle Aufstieg der East India Company 1600-1874

Spannendes Buch über ein brutales Kapitel der Menschheitsgeschichte.
Das Buch Anarchie erzählt ausführlich, wie die East India Company gegründet und dann über Jahrhunderte hinweg den indischen Subkontinent ausgebeutet hat. Die East India Company hat ihre Finger durchaus in andere Länder und Regionen ausgestreckt, doch das ist hier nebensächlich, dieses Buch fokussiert sich voll und ganz auf Indien. Dass das Buch trotz dieser Einschränkung knapp 600 Seiten dick geworden ist, liegt daran, dass der Autor hier bisher unveröffentlichte Quellen auf Urdu, Persisch und Punjabi verwendet hat, also wirklich auch eine indische Perspektive berücksichtigt hat, was zu einem äußerst faszinierenden Bild geführt hat.
Das Buch beginnt bereits mit dem ersten Satz spannend, holt die Leser sofort ab und lässt sie nicht mehr los: „Eines der ersten indischen Wörter, die in die englische Sprache eingingen, war ein hindustanischer Slang-Ausdruckt für ‚Kriegsbeute‘: loot.“ (S. 9) Man hat also sogar das Wort für „Stehlen“ gestohlen.
Das Buch selbst liest sich spannend wie ein historischer Roman, bleibt dabei aber wissenschaftlich und liefert uns in einem über hundert Seiten starken Anhang Anmerkungen und Nachweise. Da muss ich auch meinen einzigen Kritikpunkt anbringen: Die Landkarten hätten mehr und besser sein können.
Warum dieses Buch aber nicht nur interessant, sondern auch relevant ist, sagt uns der Schlusssatz: „Die East India Company ist bis heute das eindringlichste warnende Beispiel der Geschichte für den potenziellen Missbrauch unternehmerischer Macht … 427 Jahre nach ihrer Gründung ist die Geschichte der East India Company so aktuell wie seit Langem nicht mehr.“ (S. 484)
Anarchie ist jedenfalls ein packend erzähltes Geschichtsbuch, das die Entwicklung eines privaten Handelsunternehmens zur brutalen Kolonialmacht eindrucksvoll nachzeichnet. William Dalrymple gelingt es, den Aufstieg der East India Company als dramatisches Panorama zu schildern, in dem wirtschaftliche Interessen, politische Macht und militärische Gewalt eng miteinander verflochten sind. Besonders spannend ist dabei die Perspektive, dass Indien nicht von einem Staat, sondern von einer gewinnorientierten Firma unterworfen wurde, was dem Buch eine ungewöhnliche und zugleich erschreckend aktuelle Relevanz verleiht.
Die lebendige Erzählweise lässt die historischen Ereignisse fast wie ein episches Drama wirken, ohne dabei an Faktenreichtum zu verlieren. Gleichzeitig sorgt die Einbeziehung indischer Quellen und Perspektiven dafür, dass die Geschichte vielschichtiger und greifbarer wird. Insgesamt ist Anarchie ein beeindruckendes, fesselnd geschriebenes Sachbuch, das Geschichte nicht nur vermittelt, sondern spürbar macht und lange nachwirkt.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Crime 101 (2026)

Langweilig.
Krimi/Thriller mit Chris Hemsworth von Bart Layton. 139 Min.
Inhalt: Davis ist ein brillanter und unberechenbarer Dieb, dessen Überfallserie die Polizei vor ein Rätsel stellt. Als er einen letzten Coup vorbereitet, trifft er auf die desillusionierte Versicherungsmanagerin Sharon, die selbst an einem Scheideweg steht. Sie müssen zusammenarbeiten, obwohl sie einander kaum trauen. Ein skrupelloser Konkurrent tritt auf den Plan. Während der Raub immer näher rückt, kommt ein Detektiv der Spur des Teams gefährlich nahe.
Crime 101 wirkt wie ein nüchtern angelegter Kriminalfilm, der mit einem ruhigen Heist Ansatz punkten möchte, dabei jedoch erstaunlich wenig Spannung entwickelt. Die Handlung schreitet zwar strukturiert voran, bleibt aber über weite Strecken zu distanziert, sodass weder das Katz und Maus Spiel noch die eigentlichen Coups wirklich mitreißen. Statt packender Dynamik dominiert eine zurückhaltende Inszenierung, die eher gebremst als fokussiert wirkt.
Auch die Figuren bleiben blass und erhalten zu wenig Profil, wodurch emotionale Beteiligung kaum entsteht. Der Film setzt stärker auf Atmosphäre als auf Tempo, doch die Stimmung trägt nicht durchgehend und lässt einige Passagen langatmig erscheinen. So bleibt Crime 101 ein grundsätzlich interessantes Konzept, das jedoch weder genügend Spannung noch erzählerische Energie entfaltet und dadurch insgesamt enttäuschend wirkt.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Spiel: Auf nach Japan! (Schwerkraft-Verlag)

Schönes Punktesammeln.
Von Josh Wood (ca. 45-60 Min.; 1-4 Spieler)
In Auf nach Japan! bist du ein Reisender, der seinen eigenen Traumurlaub in Japan plant und anschließend erlebt.
Das Spiel besteht aus dreizehn Runden, in denen die Spieler Aktivitätskarten ziehen, die von in Japan ansässigen Künstlern illustriert wurden, und sie strategisch auf die einzelnen Tage ihrer einwöchigen Reiseroute verteilen. Diese unverzichtbaren Sehenswürdigkeiten lassen dich zwischen Tokio und Kyoto hin und her wechseln, während du versuchst, die optimalen Aktivitäten zusammenzustellen, um dein Erlebnis zu maximieren. Das Spiel endet mit einer finalen Runde, in der du schließlich deine geplante Reise antrittst und dabei jede deiner Karten der Reihe nach aktivierst.
Der Spieler, der am Ende seiner Reise die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.
Auf nach Japan! überzeugt als charmantes und entspanntes Planungsspiel, das mit seinem Reisethema sofort eine angenehme Atmosphäre erzeugt. Das Zusammenstellen der eigenen Reiseroute fühlt sich überraschend abwechslungsreich an, da jede Entscheidung kleine taktische Überlegungen verlangt und gleichzeitig Raum für kreative Kombinationen lässt. Besonders gelungen ist der angenehme Spielfluss, der ohne komplizierte Regeln auskommt und dennoch genug Tiefe bietet, um mehrere Partien interessant zu halten.
Auch die Präsentation trägt viel zur positiven Wirkung bei, denn die liebevolle Gestaltung unterstützt das Gefühl, tatsächlich eine Reise durch Japan zu planen. Durch die überschaubare Spieldauer bleibt das Erlebnis locker und motiviert schnell zu einer weiteren Runde. Insgesamt ist Auf nach Japan! ein zugängliches und stimmungsvolles Spiel, das mit ruhiger Strategie und hohem Wohlfühlfaktor punktet.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Depkat, Volker – Die Amerikanische Revolution

Guter Überblick.
Die Amerikanische Revolution begann als Steuerstreit und endete mit der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776. In ihrer Revolution erfanden die Amerikaner nicht nur die liberale Demokratie, sondern auch den modernen Konstitutionalismus und Föderalismus. Volker Depkat beschreibt den nach 1763 eskalierenden Konflikt zwischen Mutterland und Kolonien, gibt einen Überblick über Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur der Kolonien und zeigt, wie die Amerikanische Revolution die USA bis heute prägt.
Das Büchlein Die Amerikanische Revolution bietet einen kompakten und zugleich äußerst gelungenen Überblick über eines der prägendsten Ereignisse der Neuzeit. Das Buch führt klar strukturiert von den politischen Spannungen zwischen Kolonien und britischer Krone bis zur Unabhängigkeit und zeigt dabei anschaulich, wie aus lokalen Konflikten eine globale Zäsur entstand. Besonders überzeugend ist die verständliche Darstellung komplexer Zusammenhänge, die sowohl politische Entwicklungen als auch gesellschaftliche Veränderungen berücksichtigt.
Der flüssige Stil sorgt dafür, dass sich das Sachbuch angenehm lesen lässt, während die prägnante Auswahl an Themen einen schnellen, aber dennoch fundierten Einstieg ermöglicht. Dadurch eignet sich das Werk gleichermaßen für Einsteiger wie für Leser, die ihr Wissen auffrischen möchten. Insgesamt ist Die Amerikanische Revolution ein informatives, gut zugängliches und rundes Überblickswerk, das Geschichte spannend und nachvollziehbar vermittelt.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Malcolm Mittendrin – Unfair wie immer (Miniserie; abgeschlossen)

Nette Nostalgie.
Tja, was soll man da groß schreiben? Malcolm Mittendrin – Unfair wie immer auf Disney+ ist eine kurzweilige, unterhaltsame Sitcom-Reunion für Fans geworden. Das meiste davon waren Easter Eggs für Leute, die mit der Serie damals aufgewachsen sind. Mehr nicht und mehr braucht es auch nicht. In vier Episoden taucht man nostalgisch noch einmal in die bekannte Serienwelt ein, schwelgt in Erinnerungen, schmunzelt und genießt. Eigentlich ist das ein Film, der auf vier Episoden aufgeteilt wurde und kann in dem Sinne an einem Abend geschaut werden.
Meinerseits war es nett, da wieder einmal einzutauchen, aber mehr davon bräuchte ich nicht. Ich hoffe sehr, dass da jetzt kein Studioboss kommt und aufgrund irgendwelcher Quoten beschließt, da eine richtige Serie draus zu machen. Malcolm Mittendrin – Unfair wie immer funktioniert als nostalgische Reunion, nicht mehr.
Fazit: Für Fans sehr zu empfehlen.

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Film: Der Astronaut – Project Hail Mary (2026)

Großartig!
Sci-Fi/Abenteuer mit Ryan Gosling von Phil Lord und Christopher Miller. 157 Min.
Inhalt: Als Ryland Grace erwacht, muss er feststellen, dass er ganz allein ist. Er ist anscheinend der einzige Überlebende einer Raumfahrtmission, Millionen Kilometer von zu Hause entfernt, auf einem Flug ins Tau-Ceti-Sternsystem. Aber was erwartet ihn dort? Und warum sind alle anderen Besatzungsmitglieder tot? Nach und nach dämmert es Grace, dass von seinem Überleben nicht nur die Mission, sondern die Zukunft der gesamten Erdbevölkerung abhängt.
Der Astronaut – Project Hail Mary begeistert als mitreißendes Science Fiction Abenteuer, das kluge Ideen mit emotionaler Tiefe verbindet und dabei von Anfang bis Ende spannend bleibt. Die Geschichte entfaltet sich mit einem starken Gefühl für wissenschaftliche Details und bleibt dennoch jederzeit zugänglich, sodass sowohl Fans harter Science Fiction als auch Gelegenheitszuschauer voll auf ihre Kosten kommen. Besonders beeindruckend ist die Mischung aus Humor, Isolation und Entdeckungsdrang, die der Handlung eine überraschend warme und optimistische Note verleiht.
Visuell überzeugt der Film mit eindrucksvollen Weltraumbildern und einer stimmungsvollen Inszenierung, die die Einsamkeit des Protagonisten ebenso glaubhaft vermittelt wie die Faszination des Unbekannten. Gleichzeitig trägt das hohe Erzähltempo dazu bei, dass keine Längen entstehen und jede neue Erkenntnis echte Spannung erzeugt. Insgesamt ist Der Astronaut – Project Hail Mary ein intelligenter, emotionaler und zugleich wunderbar unterhaltsamer Science Fiction Film, der lange im Gedächtnis bleibt und einfach große Freude macht.
Da ich das Buch gelesen habe und es mir sehr gut gefallen hat, habe ich mich natürlich auch sehr auf diesen Film gefreut, war aber skeptisch, ob eine Umsetzung dieses Plots möglich sei. Doch ich wurde positiv überrascht. Natürlich gibt es Unterschiede. Nicht beim Plot! Der ist ident, wer also den Film schaut, kennt auch das Buch. Nein, im Stil. Wer sich längere und detailliertere wissenschaftliche Ausführungen wünscht, muss zum Buch greifen. Dafür wurde im Film viel Humor eingebaut, der im Buch so nicht wirklich präsent ist. Das Buch hat also mehr Wissenschaft und der Film mehr Humor. Außerdem wurde der wunderschöne Epilog vom Buch im Film nicht mehr eingebaut. Was ich sehr schade finde, aber für einen Film, der ohnehin schon an den drei Stunden kratzt, ist dieser Endpunkt ideal und auch sehr schön.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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