Spiel: Pocket Detective – Fall #1 „Mord auf dem Campus“ & Fall #2 „Gefährliche Machenschaften“ (Schmidt Spiele)

Nettes Detektiv-Spiel; ideal für Solo-Zeitvertreib.
Von Yury Yamshchikov (ca. 60-90 Min.; 1-6 Spieler)
Diese neue Spielserie erinnert an die Escape- und Adventure-Spiele anderer Verlage, ist aber eine reine Detektivgeschichte. Es ist wie eines dieser Spielebücher, in denen man selbst entscheidet, bei welchem Abschnitt man weiterliest, nur eben rein in Kartenform, was es ja nun auch schon öfters gibt. Das spezielle hierbei ist, wie gesagt, die Detektivgeschichte, dass wir eben Hinweise sammeln, kombinieren und den Mörder überführen. Mit dieser Prämisse sind die Geschichten realistisch und alltäglich gehalten, was einen ganz eigenen Charme verleiht.
Andererseits muss aber auch gesagt werden, dass das hier genauso gut in Buchform hätte erscheinen können, denn das Spiel bietet nichts, was in keinem Buch Platz hätte. Dennoch bin ich froh, dass es als Spiel herkommt, denn die Karten sind viel angenehmer als Buchseiten. Karten findet man schneller, kann sie dann gemütlich vor sich ausbreiten und jederzeit ohne Aufwand wieder anschauen. Also ja, eigentlich eh eine gute Entscheidung vom Verlag.
Die Spielerzahl ist zwar als 1-6 angegeben, was theoretisch auch stimmt, nur mit sechs Leuten herumzudisktuieren, welche Zahl man als nächstes anschaut, ist nicht sehr spannend. Im Gegenteil hat es mir super gefallen, mich hier solo durchzuarbeiten, alleine in Gedanken versunken zu lesen und zu grübeln. Speziell jetzt in den Lockdown-Zeiten ist so etwas natürlich ideal, wenn man keine Spielgruppe hat. Doch auch zu zweit und eventuell zu dritt kann es gut funktionieren, da da noch ein gemütlicher Gedankenaustausch möglich ist, ein Ideen-Ping-Pong.
Ich fühle mich von diesen Spielen aber ein bisschen ausgetrickst. Denn es gibt einen Zeitfaktor, der dann für die Punktewertung wichtig ist. Im ersten Fall habe ich mir – meinem Naturell entsprechend – Zeit gelassen und alles erforscht, um dann, wenn keine Zweifel mehr bestehen, den Mörder zu präsentieren. Doch weil ich mir zu viel Zeit gelassen habe, habe ich trotz korrekter Auflösung nur wenig Punkte bekommen. Im zweiten Fall dachte ich mir dann, dass ich die Zügel anziehen müsste um eine gute Punktezahl zu erreichen. Das jedoch hat mir etwas den Spielspaß genommen, weil ich ständig überlegte, ob ich noch eine Karte anschauen oder Zeit sparen sollte. Nur um dann am Ende zu sehen, dass der zweite Fall eine gründliche Recherche durchaus belohnt. Das hat mich schon ein bisschen gestört.
Mein großes Problem ist, was nur Fall eins betrifft, dass es auch extrem vom Glück abhängt, wie schnell man ist. Je nachdem, welcher Spur man folgt, läuft man eben in eine Sackgasse und muss eine andere untersuchen oder hat Glück und entlarvt zufällig ganz schnell den Mörder. In dem Sinne ist es im ersten Fall umso furstrierender, eine schlechte Punktezahl zu haben. Fall zwei hingegen macht das viel besser, wobei derselbe Glücksfaktor nicht komplett draußen ist.
Die Aktivität selbst hat mir schon Spaß gemacht, ich bin gern in den Kriminalfall versunken und die Zeit verging im Nu, in dem Sinne hat es schon Spaß gemacht. Das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ trifft hier voll zu, denn die Enttäuschung kam in beiden Fällen am Ende bei der Punktewertung. Aber die kann man eigentlich auch ignorieren, solange der Mörder überführt wurde.
Noch ein kleiner Tipp am Ende: Das beigefügte Notizblatt bitte kopieren und dort drauf Notizen machen, dann kann das Spiel nämlich öfters verwendet, also weitergereicht werden.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Mielke, Rita – Atlas der verlorenen Sprachen

Tolle Sammlung zu einem spannenden Thema.
In diesem Buch werden 50 Sprachen präsentiert, die entweder schon ausgestorben oder gefährdet sind. Es gibt natürlich noch viel mehr solcher Sprachen, aber wirklich alle zu präsentieren wäre unmöglich. In diesem Werk hier befinden sich also 50 beispielhaft ausgewählte Sprachen aus fünf Kontinenten, wobei es vor allem um eine Varianz der Sprachfamilien ging. In diesem Sinne ist dieser Atlas absolut gelungen.
Als linguistisch interessierter Mensch habe ich hier sehr gerne zugegriffen, wurde jedoch sofort negativ überrascht. Ich wollte eigentlich direkt zu dem blättern, was mich am meisten interessiert, nämlich Asien, doch die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis sind falsch! Naja, der Rest zum Glück nicht, aber eben gerade die, die ich als erstes aufsuchen wollte. Egal, ein bisschen rumblättern, dann findet man es schon.
Jede der fünfzig Sprachen wird auf 4-6 Seiten vorgestellt, wobei die erste Seite immer eine Landkarte und einen Steckbrief enthält. Das reicht schon perfekt aus, um sich einen raschen Überblick zu verschaffen. Wer dann mehr wissen möchte, kann den dazugehörigen Text lesen, in welchem es um Forschungsschichte, Ethnologie und Linguistik geht. Also ein Mix, der mich persönlich sehr interessiert. Angenehm flüssig und unkompliziert geschrieben, muss man kein Studium abgeschlossen haben, um das hier lesen zu können, ein ausgeprägtes Interesse genügt. Aufgelockert wird das Ganze noch von kleinen, allgemeinen Kapiteln zu speziellen Themen und genau in der Buchmitte findet sich ein tolle Sprachenweltkarte, die man also immer schnell findet.
Dazu kommt auch noch, dass die Hardcovergestaltung wunderschön ist und ich das Buch allein schon deshalb gerne in Händen halte. Der Buchrücken wirkt im Gegensatz dazu jedoch sehr altmodisch und wird im Bücherregal wohl untergehen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Atlas der verlorenen Sprachen
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Film: Borat 2 – Anschluss Moviefilm (2020)

Puh, keine Ahnung, was ich dazu sagen soll. Einerseits finde ich ihn echt genial, andererseits aber auch richtig schlecht.
Komödie mit Sacha Baron Cohen von Jason Woliner. 96 Min.
Inhalt: Der kasachische Journalist Borat kehrt zurück in die Vereinigten Staaten, wo er dem Regime von Donald Trump ein Geschenk bringen soll. Diesmal hat er seine 15-jährige Tochter Tutar dabei. Borat schreckt vor nichts zurück, um seine Mission zu erfüllen. Da er mittlerweile weltberühmt ist, muss er sich verkleiden, um unerkannt zu bleiben. Seine Abenteuer führen zu unerwarteten Begegnungen mit konservativen Amerikanern und bekannten Politikern.
Es ging mir bereits beim ersten Film so: Einige Szenen fantastisch, andere einfach schrecklich. Und hier wiederholt sich das halt. Aber die guten Szenen sind so gut, dass es sich auszahlt, die schrecklichen durchzusitzen. Es ist schon herrlich anzusehen, wenn er die Widersprüchlickeit und Idiotie des konservativen Amerika aufzeigt, ihre Heuchelei und Doppelmoral. Dass Rudy Giuliani in die Falle getappt ist, ist marketingmäßig ein Glücksfall, aber ganz ehrlich, so toll ist die Szene dann auch nicht und diskurstechnisch aufgezeigt wird dabei auch nichts.
An dieser Stelle muss aber Maria Bakalova lobend hervorgehoben werden, welche auf großartige Weise die Tochter Tutar spielt. Sie ist der eigentlich Star des Films und so manche „bekannte“ Schauspielerin kann sich da noch etwas abschauen.
Am Ende muss aber noch über Kasachstan gesprochen werde. Wie aufmerksame Leser dieses Blogs wissen, ist dieses Land ja mittlerweile meine zweite Heimat und daher kann ich berichten: Viele Kasachen fanden bereits den ersten Teil witzig und nun auch diesen zweiten. Natürlich gibt es immer welche, die sich beleidigt fühlen, aber das ist nur ein kleiner Prozentsatz. Im Gegenteil ist das Land sogar dankbar für die gratis Werbung, sind die Touristenzahlen nach Borat 1 doch tatsächlich gestiegen und es gab sogar das Angebot an Sacha Baron Cohen, ganz real in Kasachstan zu drehen, was der aber ablehnte.
Was die Kasachen aber nervt, ist, wie viele Menschen die Darstellung im Film für Realität halten und wie oft es sogar in offiziellen Kontexten zu solchen peinlichen Verwechslungen kommt. Das zeigt aber eigentlich, dass die Menschen, die sich über das „ungebildete“ Kasachstan lustig machen, die eigentlich Ungebildeten sind. Und so erhält der Film eine zusätzliche Ebene der Sozialkritik.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Gedankensprung: Lifestyle Games

Lifestyle Games, mein großer Feind.
Als Lifestyle Games bezeichnet man solche Spiele, die derart viel Geld benötigen – und damit auch Zeit – dass man keine Möglichkeit mehr hat, etwas anderes zu spielen. Beziehungsweise möchte man es meistern und vergisst darüber alles. Ein Spiel wird somit zu einem Lifestyle. Konkret bedeutet das, dass man ein Spiel kennenlernt, es einem gefällt, man dann noch eine Erweiterung dazu kauft und noch eine und noch eine, bis fünf Jahre vergangen sind und man fünfzehn Erweiterungen zuhause hat. Weil man das aber auch spielen will, braucht man Mitspieler. Nur, die meisten Leute, Gelegenheitsspieler wie ich, haben irgendwann keine Lust mehr, mit den ganzen Erweiterungen, den neuen Regeln und Modulen mitzuhalten, weshalb eine entsprechende Fangruppe gefunden werden muss. Dort wiegelt man sich dann gegenseitig auf, alles zu kaufen, was weiterhin zu diesem Spiel erscheint, sich wöchentlich oder sogar öfter zu treffen und es auch zu spielen, an Turnieren, Rankings und Meisterscheiften teilzunehmen. Je tiefer man dann in so ein Lifestyle Game einsteigt, desto weniger Zeit, Geld und Energie hat man für andere Spiele.
Eigentlich sind alle Sammelkartenspiele auch Lifestyle Games, allen voran Magic the Gathering, aber nicht nur. Ein gutes Beispiel ist auch Android Netrunner, von dem ich immer wieder höre, dass das Grundspiel den Leuten gefällt, aber weil sie nie Erweiterungen gekäuft hätten, hätte es keinen Sinn mehr gemacht zu einem entsprechenden Spieleabend zu gehen, weil man einfach nicht mehr mitkommt mit all den neuen Begriffen und Symbolen.
Das Spiel, das mich nun mit diesem Begriff vertraut gemacht hat, ist KeyForge. Grundsätzlich gefällt mir dieses Spiel sehr gut, aber mittlerweile gibt es schon die vierte Edition und die Gelegenheitsspieler sind großteils bereits bei der zweiten ausgestiegen. Auf Instagram habe ich mich darüber echauffiert, dass nun in der vierten Edition das Spiel eigentlich recht eindeutig zu einem Sammelspiel verkommen ist und dass die Werbung für diese neueste Edition gelogen hat, weil es den neuen Kartentyp eben nicht in jedem Deck gibt. Darauf wurde mir mehrfach geantwortet, dass KeyForge eben ein Lifestyle Game sei und man für das, was man liebt, halt in die Tasche greifen soll. KeyForge gefällt mir, aber ich liebe es nicht und so habe ich mich nun davon verabschiedet.
Lifestyle Games können aber auch diese gigantischen Kickstarter Minaturenspiele sein, wie zum Beispiel Gloomhaven. Man gibt einmal viel Geld aus, um sich diesen Schrank zu kaufen und dann hat man viel Spielzeit vor sich. Wenn man sich als Spielgruppe da wirklich hineinkniet und es komplett durchspielen möchte, bleibt kaum noch Zeit für etwas anderes. Dieses Spiel erfüllt dich komplett, wird also dein Lifestyle. Und daher wundere ich mich immer bei den neuen Riesenprojekten auf Kickstarter, wer denn die noch kauft. Und spielen Leute, die mehrere solcher Ungetümer zuhause haben, die wirklich alle?
Neben diesen wirklichen Lifestyle Games gibt es noch das sogenannte Completionist-Symptom. Ein Freund von mir kauft sich etwa alles, was zu Agricola gehört und auch ich habe einige Spiele, die mir so gut gefallen, dass ich mir jede Erweiterung, Minierweiterung und Promo dazu besorge. Und doch spielt mein Freund fast immer nur das Basisspiel von Agricola, weil er kaum jemand findet, der für mehr bereit ist. Genausowenig finde ich niemanden, der mit mir Carcassonne mit allen Erweiterungen spielen möchte. Doch selbst wenn wir jetzt für diese Spiele und deren Erweiterungen viel Geld ausgeben, ist es dennoch nicht so viel wie für ein Lifestyle Game. Vor allem frisst es nicht so viel Zeit und bei uns kommen regelmäßig andere Spiele auf den Tisch.
Ein Spiel, in welches ich mich richtig reingesteigert habe, also Diskussionen in Fan-Foren, Teilnahme an Wettkämpfen und ELO-Ranking, ist Blue Moon. Da wäre ich absolut bereit gewesen, dies zu meinem Lifestyle Game zu machen, wenn es nicht noch schnell wieder abgesetzt worden wäre. Kein anderes Spiel hat je wieder diesen Platz in meinem Herzen einnehmen können. Ich hatte gehofft mit KeyForge einen Ersatz gefunden zu haben, aber nein, kein Vergleich.
Wenn man richtig darüber nachdenkt, habe ich eigentlich kein konkretes Lifestyle Game, aber könnte man nicht meine ständig wachsende Sammlung an Brettspielen als Lifestyle bezeichnen. Statt viel Geld für ein Spiel auszugeben, gebe ich es für verschiedene aus. Statt regelmäßig zu einem bestimmten Spielevent zu gehen, besuche ich Spieleabende mit viel Auswahl. Statt ein bestimmtes Fan-Forum zu besuchen, tummle ich mich auf BoardGameGeek. Also Geld, Zeit und Energie, die ich für Spiele investiere, sind insgesamt wohl nicht weniger als andere für ihr Lifestyle Game ausgeben.
Ist dann Lifeystyle Game überhaupt der richtige Begriff? Könnte man nicht einfach Hobby dazu sagen?

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Spiel: Funkelschatz (Haba)

Tolles Kinderspiel!
Von Lena & Günter Burkhardt (ca. 15 Min.; 2-4 Spieler)
In diesem flotten Spiel braucht es ein gutes Auge und etwas Glück. In der Mitte des Spielbrettes steht nämlich ein Turm aus 9 gestapelten Ringen und in dem dadurch entstandenen Loch in deren Mitte befinden sich viele kleine Edelsteine. Jede Runde wird der oberste Ring entfernt und dadurch fallen ein paar Edelsteine heraus. Die Spieler müssen nun, bevor ein Ring entfernt wird, in Konkurrenz zueinander entscheiden, was sie glauben, von welcher Farbe am meisten runterfällt. Es braucht also ein gutes Auge, um die richtige Vermutung zu treffen, und ein Quäntchen Glück, dass nicht mehr oder weniger als erwartet runterfällt.
Das Spiel funktioniert super und macht mit Kindern sehr viel Spaß. Es bietet viele lustige Momente und tolle Emotionen. Das wichtigste Qualitätsmerkmal aber ist, dass die Kinder es gleich nochmal spielen wollen und dann nochmal.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Harari, Yuval Noah – Sapiens. Der Aufstieg (Graphic Novel)

Ein Sachbuch als Graphic Novel? Was es nicht alles gibt. Doch absolut gelungen.
Der Autor hat bereits vor ein paar Jahren den Weltbestseller Eine kurze Geschichte der Menschheit geschrieben. Die beiden Comiczeichner Daniel Casanave und David Vandermeulen hatten dann die großartige Idee, dieses Sachbuch als Graphic Novel umzusetzen. Was zunächst seltsam klingt und sicher jeden skeptisch dreinblicken lässt, offenbart sich jedoch als absoluter Glücksgriff. Denn Wissen wird hier nun mit gelungenem Humor und einem einzigartigen Charme vermittelt. Die Zeichnungen sind sehr schön und die Informationen einfach und verständlich aufbereitet, dabei aber immer noch tief, vollständig und einprägsam. Für visuelle Lerner ist das hier sogar ein Muss.
Der rote Faden durch das Buch ist Harari selbst, der von einem Ort zum anderen reist und mit verschiedenen Wissenschaftlern über die Entwicklung des Homo Sapiens spricht. Einmal ist seine Nichte dabei, der er Dinge erklären muss, ein andermal ist er zu einer Konferenz eingeladen. Somit ist die Reise des Erzählers der Plot, der den Leser vorantreibt. Gefesselt aber wird man natürlich von der eigentlichen Geschichte: Wie schaffte es eine schwache Affenart sich zum Herrscher der Welt aufzuschwingen? Und welche Konsequenzen hatte das für den Rest der Flora und Fauna? Chemie, Biologie, Archäologie, Ethnologie, Linguistik und welche Disziplinen sonst noch dazu gehören, um diese Fragen zu beantworten, finden hier Platz.
Und noch eine wichtige Information zum Schluss: Die Vorlage Eine kurze Geschichte der Menschheit besteht aus vier Teilen, doch nur der erste, nämlich „Die kognitive Revolution“ wurde hier gezeichnet. Die anderen drei Teile, nämlich „Die landwirtschaftliche Revolution“, „Die Vereinigung der Menschheit“ und „Die wissenschaftliche Revolution“ werden auch noch folgen, es wird also am Ende ingesamt vier Bände geben. Doch keine Sorge, dies hier sind ja Sachbücher, es gibt also keine Cliffhanger und die einzelnen Bände können natürlich unabhängig voneinander gelesen werden.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: The Queen’s Gambit / Das Damengambit – Miniserie (abgeschlossen)

Großartig! Nicht nur für Schach-Enthusiasten.
Diese Serie erzählt wunderbar die Geschichte von Elizabeth „Beth“ Harmon – fantastisch gespielt von Anya Taylor-Joy -, die in einem Waisenhaus aufwächst, dort ihr Talent für Schach entdeckt, sich dann aufmacht, diese Männerdomäne zu erobern und am Ende für den Weltmeistertitel gegen den sowjetischen Champion Vasily Borgov antritt. Dabei muss sie aber auch mit ihrer Medikamentenabhängigkeit kämpfen, die sie damals im Waisenhaus entwickelt hat. Denn in den 50er Jahren wurde Kindern noch alles mögliche verabreicht. Zu dieser Sucht kommt dann auch noch Alkoholismus, den sie von ihrer Adoptivmutter übernommen hat. Der Kampf gegen diese Krankheiten und ihre Obsession mit dem Schachspiel ist der Plot dieser Serie. Es ist eine Geschichte der persönlichen Entwicklung, der Selbstfindung.
Das Schöne hier ist nun, dass diese tragischen Elemente durchaus ausgebaut werden, aber nie Oberhand gewinnen. Das Schachspiel, die Wettkampfszene und der damit einhergehende Lifestyle sind das Zentrale, das Spannende, das Fesselnde. Ebenfalls wurde die Gradwanderung geschafft, die Schachspiele und den Fachjargon derart darzustellen, dass sowohl die Enthusiasten mitdenken können, als auch die Laien mitfiebern können, ohne überfordert zu werden. Tatsächlich haben sogar Schachprofis und Vertreter von Schachverbänden die Serie gelobt und empfohlen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: The War With Grandpa (2020)

Gemütlicher Spaß für die ganze Familie.
Komödie mit Robert De Niro von Tim Hill. 94 Min.
Inhalt: Großvater Ed (De Niro) zieht nach dem Tod seiner Frau zur Familie seiner Tochter. Aber dafür muss der Enkelsohn Peter sein Zimmer hergeben und auf den Dachboden ziehen. Das passt ihm ganz und gar nicht und es entsteht ein Konflikt zwischen den beiden. Er heckt mit der Unterstützung seiner Freunde einen Plan aus, damit sein Großvater freiwillig wieder auszieht. Doch der alte Mann ist raffinierter, als er aussieht.
Der Film erinnert stark an Kevin allein zu Haus, nur weniger brutal und statt Einbrecher möchte der Junge seinen Großvater vertreiben. Das Schöne ist hierbei, dass der Großvater dann auch mitspielt und zurückschlägt, jedoch nie die Eltern involviert oder einfach aufgrund seiner Autorität auf den Tisch haut. Dadurch entsteht ein angenehmer Film mit lustigen Slapstick-Momenten für die ganze Familie.
Dass der Film mit negativen Kritiken überhäuft wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Er hält, was er verspricht. Dass man aufgrund der Besetzung bei diesem Plot ein cineastisches Meisterwerk erwartet, ist unrealistisch. Es ist halt immer die Frage, was der Film will und was man selbst will. In meinem Fall gab es da eine tolle Schnittmenge. Natürlich hätte man die Trauer um die Ehefrau / Großmutter besser ausarbeiten können, aber muss jeder Film wirklich tränenreiche Dramamomente haben, um bei Kritikern gut anzukommen? In meinen Augen ist der Film ideal, um es sich mit der gesamten Familie auf der Couch bequem zu machen. Er hat einen angenehmen Humor, einige lustige Szenen zum gemeinsamen Lachen und zeigt im Grunde eine gesunde Familienkonstellation.
Dass dem Sohn vorgeworfen wird, egoistisch zu sein, ist für mich ebenfalls nicht nachvollziehbar und zeigt vielmehr das verklärte Bild einiger Erwachsener. Denn welcher Junge wäre schon glücklich, sein Zimmer aufzugeben und in einen engen, verstaubten Dachboden zu ziehen?
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Der asiatische Douchebag als neuer Stereotyp

Ich habe letztens die beiden Serien Cobra Kai und Jurassic World – Camp Cretaceous geschaut und dabei ist mir eine Gemeinsamkeit aufgefallen: Der asiatische Douchebag. Während der in Cobra Kai vermutlich der Sohn von chinesischen Migranten ist, scheint jener in Jurassic World – Camp Cretaceous einen japanischen Hintergrund zu haben. Mir ist das hier besonders aufgefallen und dann habe ich bemerkt, dass es den Charakter des „asiatischen Douchebags“ in den letzten Jahren immer öfters in Filmen und Serien gibt. Früher wurden Asiaten fast immer stereotyp als Streber und Genies, als Nerds und Geeks dargestellt. Doch wie kam es zu diesem Wandel?
Einerseits ist das natürlich der jahrelangen Kritik gegen jegliche Art von Stereotypisierung zu verdanken, andererseits aber auch dem Wunsch von Filmemachern, den Figuren unerwartete Charakterzüge zu geben. Und schlussendlich wird auch das neue Bild, das wir im Westen von der chinesischen Gesellschaft haben, in welches dann auch unreflektiert Japan, Korea, Taiwan, Singapur usw. mit hineingemischt werden, eine Rolle spielen. Es gibt in China eben nicht nur Kampfsportler und Mathegenies, sondern auch arrogante Snobs und Social Media Idioten.
Dass man sich also von einem Stereotyp entfernt, ist grundsätzlich ja lobenswert, nur habe ich halt in diesem konkreten Fall das Gefühl, dass einfach eins mit einem anderen ausgetauscht wurde. Doch vielleicht habe ich da auch einen falschen Eindruck gewonnen, der auf meinem limitierten Wissen über die aktuelle Film- und Serienlandschaft beruht.

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Spiel: Wald der Lichter (Drei Magier)

Tolles Kinderspiel mit coolem Material.
Von Anna Oppolzer und Stefan Kloß (ca. 20 Min.; 2-4 Spieler)
Das Kernstück bei diesem Spiel – wie immer bei Drei Magier – ist die Konstruktion der Spielfläche. In diesem Fall liegt eine Folie mit Abbildungen unter einem Transparentpapier und darüber ein Waldplan. In diesem Waldplan befinden sich die Wege, bestehend aus einer Reihe von Löchern. Durch diese Löcher kann man das Transparentpapier sehen, aber nicht die Abbildung darunter. Erst die Spielerplättchen, die herumgeschoben werden, ermöglichen es zu sehen, welche Abbildung in welchem Loch ist. Doch kaum wird das Plättchen weitergeschoben, verschwindet die Abbildung wieder. Man muss sich also merken, was sich wo befindet.
Das Spiel selbst ist nun eine Schatzsuche und wer zuerst einen bestimmten Schatz (=Abbildung) findet, erhält den entsprechenden Marker (=Siegpunkte). Es ist also eine Mischung aus Das verrückte Labyrinth und Memory. Ein nettes Regeldetail ist, dass wenn ein Plättchen bewegt wird und der Spieler korrekt erraten hat, welche Abbildung sich unter dem nächsten Loch befindet, dann darf er noch einmal schieben. Im Laufe des Spiels prägt man sich eh bald sämtliche Abbildungen ein, speziell Kinder sind Meister darin, weshalb man im letzten Drittel des Spiel eigentlich immer problemlos in einem Zug zum gewünschten Schatz kommt, weil man eben sämtliche Löcher korrekt errät. Aber das ist auch gut so, denn damit belohnt man seine Merkleistung, verbunden mit einem zufriedenstellenden Gefühl, und es beschleunigt das Spiel.
Insgesamt macht Wald der Lichter viel Spaß, bietet einige emotionale Momente und spielt sich flüssig. Das einzige Problem entsteht dann, wenn ein Spieler bereits so viele Schätze hat, dass er nicht mehr eingeholt werden kann. Da muss man einfach frühzeitig abbrechen, weil Kinder meist ein Weiterspielen dann ohnehin verweigern. Das kommt jedoch höchstselten vor, weil die Spieler meistens gleichmäßig Schätze sammeln und in der Regel bleibt es bis zum Ende spannend.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Wald der Lichter – DREI Magier Spiele
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