Buch: Iriye, Akira und Osterhammel, Jürgen (Hrsg.) – Geschichte der Welt 600-1350. Geteilte Welten

Reichhaltig.
In diesem großformatigen Werk geht es um die Welt im Zeitraum von 600 – 1350, also der Epoche, die wir gemeinhin als Mittelalter bezeichnen. Konkret ist es aber eine Welt, die noch in verschiedene Regionen aufgeteilt ist, die wenig oder gar keinen Kontakt zueinander haben, also die Zeit vor der Globalisierung. Es war eine Welt, in welcher schätzungsweise ca. 300 Millionen Menschen gelebt haben, viel weniger als heute und somit gab es viel Platz für Unverbundenheit und Isolation.
Somit stellt dieses Buch den Gegenpol zu Borgoltes Die Welten des Mittelalters – Globalgeschichte eines Jahrtausends dar, wo nämlich der Fokus auf die Verbundenheit der Welt in eben jenem Zeitraum gelegt wurde. Natürlich liegt auch in diesem Buch hier ein Fokus auf den Entwicklungen, welche die Isolation aufgebrochen und die Abgeschiedenheit aufgelöst haben.
Wie die Welt, die hier präsentiert werden soll, ist auch das Buch selbst aufgeteilt und jeder Teil wurde von einem anderen Historiker geschrieben. Es gibt also nicht einen Autor, der sein umfassendes Wissen verwendet, um eine zusammenhängende Weltgeschichte zu schreiben, sondern Experten, die isoliert ihr jeweiliges Teilgebiet präsentieren. Diese wären: Amerika, Islamische Welt, Europa, Subsaharisches Afrika, Indien und Ostasien. Es gibt also durchaus einige Regionen, die fehlen, vornehmlich Südostasien und Polynesien, aber auch Zentralasien und die arktische Welt. Natürlich muss man immer einen Ausgleich finden zwischen praktikablen Rahmen und Vollständigkeit, deshalb will ich das auch nicht weiter kritisieren, aber wenn man schon den Anspruch stellt, eine umfassende Weltgeschichte zu verfassen, sollte man zumindest in der Einleitung ausführen, warum man gewisse Gebiete außen vor lässt.
Stilistisch liest sich das Buch angenehm flüssig. Es fällt auf, dass die Teile, die ins Deutsche übersetzt worden sind, angenehmer zu lesen sind, als die Teile, die original von deutschen Autoren stammen. Übersetzter sind wohl einfach versierter darin, wissenschaftliche Texte für ein allgemeines Publikum zu präsentieren. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Teile der deutschen Autoren schlecht sind, sie sind halt nur verschachtelter, akademischer.
Es ist natürlich ein dickes Buch mit vielen Informationen, durch die man sich wälzen muss. Dankenswerterweise gibt es am Ende ein ausführliches Register. Insgesamt ist es durchaus für interessierte Laien geeignet, aber wohl nur für Studenten relevant.
Fazit: Empfehlenswert.

Auf Amazon zu kaufen:
Iriye, Akira und Osterhammel, Jürgen (Hrsg.) – Geschichte der Welt 600-1350. Geteilte Welten
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Dieser Beitrag wurde unter Bücher abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..