Buch: Messner, Hubert und Koppelstätter, Lenz – Unser Südtirol. Menschen, Gipfel, Lieblingsorte

Nett, aber irgendwie seltsam.
Das hier vorliegende Buch ist eine Mischung aus Autobiographie, Reiseführer und Kulturabhandlung. Alles ein bisschen, nichts richtig, weder Fisch noch Fleisch. Es beginnt schon mal mit der Frage, warum man ausgerechnet die Memoiren dieser beiden lesen sollte. Wer sind die denn? Hubert Messner ist Arzt und Politiker in Südtirol, bekannt dafür, dass er der Bruder von Reinhold Messer ist. Lenz Koppelstätter ist seinerseits ein bekannter Kriminalautor. Und die beiden haben jetzt beschlossen, gemeinsam ein Buch zu schreiben, in welchem sie uns erzählen, welche Orte in Südtirol ihnen am meisten bedeuten. Dabei steuern die beiden abwechselnd jeweils ein Kapitel hinzu (26 insgesamt, also 13 pro Autor). An dieser Stelle sei gewarnt, dass man sich hier keine literarischen Ergüsse erwarten darf, es ist insgesamt schon sehr einfach geschrieben.
Außerdem ist es interessant zu sehen, dass seltsamerweise alle hier präsentierten Lieblingsorte gleich solche Orte sind, die auch für Touristen relevant sind. Nun, das Buch muss sich ja auch verkaufen.
Ich will das Buch aber nicht komplett schlecht reden. Der erste Eindruck ist halt ein bisschen verwirrend und die Frage als Käufer ist natürlich berechtigt, warum ich ausgerechnet in den Erinnerungen dieser beiden eher unbekannten Männer schwelgen sollte. Der fehlende Klappentext untertützt leider nicht bei der Kaufentscheidung, da man eigentlich nicht wirklich weiß, was man hier bekommt. Wenn man dann aber darin schmöckert, offenbart sich das eigentlich Reizvolle dieses Buches und das sind nicht die Lieblingsorte, sondern die anderen beiden Begriffe aus dem Untertitel, nämlich „Menschen“ und „Gipfel“.
Lenz Koppelstätter ist nämlich nicht nur Kriminalautor, sondern hat auch jahrelang für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Salon zahlreiche Persönlichkeiten interviewt bzw. porträtiert. Und eben diese Expertise nutzt er, wenn er etwa Norbert Niederkofler porträtiert, den ersten und bis heute einzigen Südtiroler Drei-Sterne-Koch, oder die Winzerin Hilde Van den Dries. Es ist das Kennenlernen verschiedener Sütiroler Charaktere, was mir hier am besten gefallen hat. Hubert Messner hingegen ist ein Abenteurer, Naturliebhaber, Sportler und präsentiert und als solcher eben Orte in Südtirol, wo man eine schöne Zeit in der Natur verbringen kann.
Den Großteil dieses Buches machen aber die Fotos aus, allein wegen derer es sich auszahlt hier drin zu schmökern und zu schwelgen. Leider ist aber gerade bei den Naturfotos beim Druck der Seiten etwas von der Qualität verloren gegangen, was schade ist. Was aber in der Masse an Bildern, die hier drin sind, nicht ins Gewicht fällt.
Fazit: Kann gelesen werden.

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Messner, Hubert und Koppelstätter, Lenz – Unser Südtirol. Menschen, Gipfel, Lieblingsorte
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Das Buch wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
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