Gedankensprung: Star Trek – Starfleet Academy

Ich habe vor ca. einem Jahr >>an dieser Stelle<< erklärt, weshalb ich den Film Star Trek – Section 31 und die Serie Star Trek – Starfleet Academy nicht schauen werde. Denn auch wenn man etwas schaut, von dem man bereits weiß, dass es einem nicht gefällt und dass man sich darüber ärgert, man es aber nur schaut, um es gesehen zu haben, dann generiert das Klicks fürs Studio, welches diese dann als Erfolg werten kann.
Schlechte Kritiken, Negativität in den sozialen Netzwerken und niedere Ratings in irgendwelchen Datenbanken interessieren niemanden, wenn die Zuschauerzahlen trotzdem passen. Und daher muss einfach das Publikum aktiv „Stopp“ sagen und nicht jeden Blödsinn schauen.
Daher freut es mich zu berichten, dass die Quoten für die erste Folge von Star Trek – Starfleet Academy katastrophal waren. Außer Personen, die anschließend damit Beiträge für soziale Medien generieren wollten, hat das scheinbar keiner geschaut. Die erste Episode wurde von Paramount sogar gratis auf YouTube gleichzeitig mit der Premiere auf Paramount+ ausgestrahlt und dort haben ca. 1.300 Personen geschaut. Paramount investierte also zwischen 6 und 10 Millionen Dollar pro Folge in Star Trek – Starfleet Academy, die Premiere wurde kostenlos auf YouTube veröffentlicht und erreichte nur 1.300 Live-Zuschauer, bzw. ca. 16.000 Aufrufe in den ersten 11 Stunden. Nicht einmal auf der Plattform Paramount+ selbst war Star Trek – Starfleet Academy am Premierentag unteren den meistgeschauten Shows.
Große Franchise-Serien (Star Trek, Star Wars, Marvel) erreichen bei kostenlosen Premieren meistens mehrere hunderttausend Aufrufe in kurzer Zeit. Selbst weniger prominente Sci-Fi-Serien kommen bei YouTube-Premieren oft auf 50.000–200.000 Aufrufe am ersten Tag.
Wenn das kein Signal an die Studiobosse ist, dann weiß ich auch nicht.

Da ich in den letzten Tagen aber immer wieder von Personen, denen Star Trek – Starfleet Academy nicht schlecht gefallen hat, gehört habe, dass sie keine Lust mehr haben, ständig zu hören, dass die neuen Serien „kein Star Trek seien“, möchte ich hier nochmal kurz meine Meinung zu diesem Thema äußern. Gene Roddenberry hat in den 60ern Star Trek erschaffen und definiert. Die nachfolgenden Serien TNG, DS9, VOY und ENT haben Star Trek erweitert, weiterentwickelt, sich aber immer an den Rahmen gehalten und sich bemüht, eine innere Logik, eine Konsistenz zu haben.
Die neue Filmtrilogie ab 2009 unter J. J. Abrams hat klar definiert, dass hier eine alternative Zeitlinie entstanden ist und alle waren damit einverstanden. Mir selbst haben diese Filme sehr gut gefallen.
Doch dann kam Alex Kurtzman zu Paramount+ und hat mit seinem „New Trek“ die IP übernommen, jegliche Konsistenz, Tradition ignoriert und gedacht, wenn man einfach Star Trek auf etwas drauf schreibt, werden die Leute schon kommen. Was mich und viele Fans einfach wirklich ärgert, ist das Gefühl, dass man vom Studio, den Produzenten und Autoren nicht ernst genommen wird. Die Fans, die mit TNG, DS9 und VOY groß geworden sind und über 20 Jahre lang das Franchise am Leben erhalten haben, sind jetzt ca. 40-50 Jahre alt. Wir stehen fest im Arbeitsleben, haben genug Geld, um unser Lieblingsfranchise zu unterstützen und haben nun selbst Kinder, denen wir Star Trek zeigen wollen. Dass dann die Attitüde des Studios mehr oder weniger lautet „Euch brauchen wir nicht, wir wollen eine neue Generation von Fans“, ist einfach nur lächerlich. Die Quoten bei Star Trek – Starfleet Academy haben gezeigt, dass die alten Fans weg sind, aber keine neuen dazugekommen sind.
Wenn es Menschen gibt, denen Star Trek – Starfleet Academy wirklich gefällt, dann ist das schön für sie, aber es bleibt einen Tatsache, dass hier einfach nichts mehr von der Star Trek Essenz vorhanden ist und die paar Elemente, die man pro forma übernommen hat, sind komplett falsch implementiert.
Star Trek – Lower Decks, Star Trek – Prodigy und die dritte Staffel von Star Trek – Picard, sowie einzelne Episoden von Star Trek – Strange New Worlds haben gezeigt, dass es sehr wohl Autoren und Produzenten gibt, die noch verstehen, was Star Trek ist und wie man eine Serie schreibt, die alte Fans abholt und eine neue Generation anspricht. Star Trek – Starfleet Academy hingegen fühlt sich so an, als hätte Alex Kurtzman beschlossen, aus Trotz heraus, all das, was er in den letzten Jahren an Kritik einstecken musste, hier extra einzubauen, als finaler Schlag ins Gesicht zum Abschied.

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