Spiel: Ökosystem (Leichtkraft-Verlag)

Baue ein kleines Ökosystem.
Von Matt Simpson (ca. 15-20 Min.; 2-6 Spieler)
Ökosystem wirkt auf den ersten Blick wie ein hübsch gestaltetes, schnell erklärtes Draft- und Tableau-Spiel mit Naturthema und erfüllt diesen Anspruch auch. Durch Drafting werden Karten gesammelt, die man vor sich in eine fiktive 4×5 Matrix legt und dabei je nach Positionierung der Karten Punkte generiert.
Doch bei näherem Hinsehen bleibt der Eindruck einer halben Lösung: Die Strategien sind begrenzt und man spürt schnell, dass sich die Wahlmöglichkeiten wiederholen. Die kleinen Karten machen das Handling auch noch haptisch unangenehm. Im Spiel zu zweit fühlt sich der Zusatzmechanismus („neutraler dritter Spieler“) etwas aufgezwungen an und bremst den Spielfluss unnötig. Zwar punktet das Spiel mit einem stimmigen Thema und schöner Präsentation, am Tisch bleibt es aber eher eine nette Zwischenrunde als ein bleibendes Erlebnis. Wer anspruchsvolleren Tiefgang oder variable Spielabläufe sucht, wird enttäuscht sein.
Fazit: Kann probiert werden.

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Serie: The Simpsons – Staffel 36

Und schon wieder ein Jahr vorbei, schon wieder eine Staffel durch.
Wem es bisher gefallen hat, dem wird es auch diesmal gefallen, wem nicht, dem nicht. Mich persönlich können die Simpsons jedenfalls weiterhin großartig unterhalten.
Man merkt in dieser Staffel, dass politische Themen zurückgeschraubt worden sind und der Fokus auf unpolitische, allgemein sozial relevante Themen lag, wie etwa Kritik an Fluglinien oder Ozempic.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Monkey Man (2024)

Affenstark.
Action/Thriller von und mit Dev Patel. 121 Min.
Inhalt: Der junge Kid verdient seinen Lebensunterhalt in einem illegalen Kampfklub, wo er Nacht für Nacht mit einer Gorillamaske verhüllt, von populäreren Kämpfern für Geld verprügelt wird. Er nimmt zudem einen Job in einem elitären Nachtklub an, wo er sich ganz nach oben arbeitet. Dort angekommen, will er seine jahrelang aufgestaute Wut an denjenigen Besuchern auslassen, die einst sein Heimatdorf zerstörten und seine Mutter töteten. Als „Monkey Man“ verkleidet, startet er einen fürchterlichen Rachefeldzug.
Mit Monkey Man liefert Dev Patel ein fulminantes Regiedebüt, das ebenso roh wie energiegeladen wirkt. Der Film vereint intensive Action mit einer überraschend emotionalen Geschichte über Schmerz, Wut und Erlösung. Patel überzeugt nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als visueller Erzähler, der seine Szenen mit Wucht, Stil und bemerkenswerter Authentizität inszeniert.
Die Kämpfe sind kompromisslos, schnell geschnitten und trotzdem übersichtlich, was dem Film eine seltene Balance zwischen Chaos und Kontrolle verleiht. Besonders beeindruckend ist die dichte Atmosphäre, die Mumbai als vibrierendes, zugleich gnadenloses Umfeld zeigt. Trotz der Brutalität bleibt Monkey Man ein zutiefst menschlicher Film, getragen von der Suche nach Gerechtigkeit und Selbstbestimmung.
Insgesamt ein mitreißendes, stark inszeniertes Werk, das beweist, dass Dev Patel nicht nur ein herausragender Schauspieler, sondern auch ein talentierter Regisseur ist.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Die Sprache der Entenhausen Comics

Den folgenden Beitrag könnt ihr auch auf Spotify in der neuesten (sechsten) Folge des Entenhausen Podcast hören.

Die Sprache der Entenhausener Comics ist weit mehr als nur ein Mittel zum Erzählen, sie ist ein eigener Kosmos. Wer Donald, Dagobert, Daisy und Co. liest, taucht in eine Welt ein, in der Alltagsdeutsch, Wortwitz, Fantasiebegriffe und Dialektfärbungen zu einer unverwechselbaren Mischung verschmelzen.
Auffällig ist zunächst der spielerische Umgang mit Sprache. In Entenhausen gibt es keinen nüchternen Smalltalk, sondern ein Feuerwerk aus Schimpfkanonaden, Sprichwörtern und originellen Wortschöpfungen. Donald Duck etwa ist berühmt für seine temperamentvollen Ausrufe. Er schimpft kreativ, ohne wirklich beleidigend zu werden. Ein Markenzeichen, das in der deutschen Übersetzung maßgeblich durch die legendäre Übersetzerin Erika Fuchs geprägt wurde. Sie hat Donald und den anderen Figuren nicht nur eine Stimme, sondern eine ganze Sprachkultur gegeben.
Fuchs führte in den 1950er-Jahren einen Stil ein, der bis heute prägend ist. Sie mischte Hochsprache mit Ironie, dichterischem Pathos und gelegentlichen Zitaten aus Literatur, Bibel oder Philosophie. So wurde aus einem einfachen Comic eine sprachliche Wundertüte. Kinder lernten Vokabeln wie „Oheim“, „Sporen geben“ oder „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“, während Erwachsene sich über die Anspielungen auf Goethe oder Schiller amüsierten.
Typisch für die Entenhausener Sprache ist auch ihr Reichtum an lautmalerischen Ausdrücken und kreativen Eigennamen. Orte, Figuren und Gegenstände tragen sprechende Namen, die ihren Charakter sofort verraten: der Geizkragen Dagobert Duck, der Glückspilz Gustav Gans oder der genial-tüftelnde Daniel Düsentrieb. Auch Erfindungen oder Fantasieobjekte, vom Kolumbusfalter bis zur Schrumpfmaschine, klingen, als wären sie aus einem Wortlabor voller Humor und Klanggefühl entsprungen.
Besonders spannend ist die soziale Sprachebene. Während Dagobert sich oft in einer altertümlich-geschäftigen Sprache ausdrückt, spricht Donald salopper, emotionaler, manchmal fast jugendlich. Daisy dagegen formuliert gewählt, Gustav selbstverliebt, und die Neffen verwenden eine Mischung aus Pfadfinderjargon und cleverer Alltagssprache. So entsteht in jeder Geschichte ein kleines Sprachtheater mit klaren Rollen und Tönen.
Über die Jahre haben sich die sprachlichen Eigenheiten gewandelt, neue Übersetzer brachten modernere Ausdrücke ein, Jugendsprache und Anglizismen tauchten auf, ohne jedoch die klassische Fuchs-Tradition ganz zu verdrängen. Trotzdem bleibt die Sprache Entenhausens etwas Einzigartiges. Sie ist witzig, klug, oft poetisch und immer voller Rhythmus.
In gewisser Weise ist Entenhausen also nicht nur eine Stadt der bunten Figuren, sondern auch eine Stadt der Worte. Wer die Comics liest, betritt ein Sprachuniversum, das Generationen geprägt hat, einen Ort, an dem selbst ein Wutausbruch noch literarisch klingt und wo man mit einem kräftigen „Sapperlot!“ oder „Potztausend!“ den Alltag vergessen kann.
Wenn wir etwa das aktuelle Lustige Taschenbuch 603 „Das Gespenst von Klondike“ hernehmen, gibt es auch hier ein paar wunderbare Beispiele. Etwa sagt Dagobert Duck auf S. 13 zu einem fremden Wanderer beim Suppe essen: „Wenn er genug gesuppt hat, der Fremde, ist er auch hurtig wieder aus dem Haus.“
Oder Daniel Düsentrieb, der auf S. 41 eine musikalische Wellenflöte mit dem Namen „Doresol“ erfunden hat.
Oder Dieter, der auf S. 58 zu Prof. Quack sagt: „Ich habe die hochnotpeinliche Mathearbeit mit Bravour bestanden.“
Oder im Halloween Sonderband 11 sagt Donald auf S. 32 zum König der Albträume: „Brüll du nur deinen Frust heraus. So müde, wie ich bin, kann mich das nicht am Ratzen hindern.“
Lauter schöne Beispiele, die zeigen, dass die Tradition von Erika Fuchs auch heute noch fortgeführt wird und weiterhin den Wortschatz von belesenen Kindern erweitert.

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eBooks

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Spiel: Subtext (Pegasus Spiele)

Abstraktes Zeichenspiel.
Von Wolfgang Warsch (ca. 20-40 Min.; 4-8 Spieler)
Subtext versucht ein kreatives Kommunikationsspiel zu sein, bei dem Zeichnungen und geheime Hinweise ineinandergreifen sollen, doch das Ergebnis wirkt unausgewogen und oft verwirrend. Die Idee, durch subtile Andeutungen Gemeinsamkeiten zu erkennen, klingt spannend, scheitert aber an der Umsetzung. Zu oft geraten Runden ins Stocken, weil Spieler nicht wissen, wie viel sie zeigen dürfen oder sollen, und am Ende errät man mehr durch Zufall als durch Raffinesse. Auch das Punktesystem trägt wenig zur Spannung bei und hinterlässt ein unbefriedigendes Gefühl. Trotz hübscher Aufmachung und origineller Grundidee bleibt Subtext ein Spiel, das mehr verspricht, als es hält.
Fazit: Kann probiert werden.

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Subtext (Pegasus Spiele)
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Buch: Lustiges Taschenbuch Space 05

Den folgenden Beitrag könnt ihr auch auf Spotify in der neuesten (sechsten) Folge des Entenhausen Podcast hören.

Leider wieder nicht so gut wie die ersten drei.

© 2025 Egmont Ehapa Media/Disney
Alle zwei Monate erscheint eine neue Ausgabe der Miniserie LTB SPACE bei Egmont Ehapa Media.

Nachdem mir ja bereits die ersten drei Bände dieser neuen Miniserie sehr gut und der vierte Band nur mittelmäßig gefallen haben, war es klar, dass ich hier wieder zugreifen würde.
Doch leider muss ich auch diesmal wieder Kritik anbringen, aber nicht so stark wie beim vierten Band.
Nachdem ich ja beim letzten Band die Deutsche Erstveröffentlichung vehement kritisiert hatte, aber dafür die Auswahl der Wiederveröffentlichungen gelobt hatte, ist es hier nun umgekehrt.
Das Highlight bei diesen Space-Bänden ist immer die Deutsche Erstveröffentlichung, in diesem Fall „Phantomias galaktische Reise“, ein Abenteuer bestehend aus fünf Episoden, welches seitenmäßig ca. ein Drittel des Bandes ausmacht. Ich persönlich bin leider kein Fan von Phantomias und konnte dem daher nicht viel abgewinnen, aber als Phantomias-Geschichte per se ist sie für Fans dieses Charakters absolut gelungen. Geschrieben von Alessandro Sisti und gezeichnet von Giampaolo Soldati folgen wir hier Phantomias auf einer Weltraumreise mit ein paar Außerirdischen, die gemeinsam von einem Abenteuer ins nächste Schlittern und eigentlich nur nach Hause wollen.
Zu den Wiederveröffentlichungen sei hingegen gesagt, dass diese hier zwar thematisch passen und auch durchaus witzig sind, teilweise auch spannend, aber es ist eben kein toller Klassiker dabei, der hervorsticht. Sie sind allesamt lesenswert, ja, nichts besonders negatives, aber eben auch nicht extra erwähnenswert.
Lustiges Taschenbuch Space 05 hat mir leider wie bereits Band 04 nicht so gut gefallen, wie die ersten drei, ist aber speziell für Fans von Phantomias lesenswert und ich freue mich schon auf den nächsten Band in zwei Monaten.
Fazit: Für Sci-Fi und Entenhausen Fans sehr zu empfehlen.

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Serie: Dexter. Wiedererwachen – Staffel 1

Er ist zurück!
Endlich kehrt Dexter Morgan (wie immer grandios verkörpert von Michael C. Hall) zurück und mit ihm ein cleverer, düsterer Thriller, der subtil mit moralischer Ambiguität spielt. Die Staffel verlagert die Handlung nach New York, setzt Dexter in neue Kontexte und lässt ihn zugleich mit alten Dämonen ringen. Beides gelingt überraschend überzeugend.
Ich war je bereits bei Dexter – New Blood skeptisch, ob das funktionieren kann und wie damals wurde ich auch jetzt überaus positiv überrascht.
Besonders gelungen ist erneut das Zusammenspiel von Altbekanntem und Neuem. Dexter ist derselbe kalt kalkulierende „Butcher“ im Verborgenen, aber zugleich ein Charakter, der sich seiner Vergangenheit stellt und damit wächst. Die Nebenfiguren sind gut geschrieben und mit tollen Schauspielern besetzt, die Bedrohung greifbar, der Stil elegant düster. Für Fans der ursprünglichen Serie schafft diese Staffel Spannung und Atmosphäre gleichermaßen. Wer aber bisher von Dexter nichts geschaut hat, sollte das hier ignorieren. Wiedererwachen ist eine tolle Serie für langjährige Fans, aber nicht für ein neues Publikum.
Fazit: Dexter ist zurück und er wirkt überhaupt nicht müde, sondern gefährlicher, witziger und komplexer denn je. Eine starke Staffel, die Lust auf mehr macht. Und eine zweite Staffel ist auch bereits angekündigt, auf die ich mich schon sehr freue.

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Film: Chainsaw Man – The Movie. Reze Arc (Anime 2025)

Bombenaction.
Anime/Horror/Abenteuer mit Kikunosuke Toya von Tatsuya Yoshihara. 100 Min.
Inhalt: Der Film setzt die Geschichte von Denji nach den Ereignissen der ersten Staffel fort. Eines Tages begegnet er der geheimnisvollen Reze, einem charmanten Mädchen, das sein Leben auf den Kopf stellt. Zwischen beiden entsteht eine zarte Beziehung, die Denji erstmals echte Zuneigung und Normalität spüren lässt. Doch während er glaubt, endlich Frieden gefunden zu haben, gerät er in neue Konflikte, die seine Gefühle, seine Loyalität und seine Menschlichkeit auf eine harte Probe stellen.
Mit Chainsaw Man – The Movie: Reze Arc gelingt es Studio MAPPA eindrucksvoll, die rohe Energie und emotionale Tiefe des gefeierten Mangas auf die große Leinwand zu bringen. Der Film überzeugt mit atemberaubender Animation, dynamischen Kampfszenen und einer feinfühligen Erzählweise, die sich Zeit für leise Momente nimmt. Besonders die Beziehung zwischen Denji und Reze ist mit einer überraschenden Zärtlichkeit inszeniert, die dem brutalen Grundton des Franchise eine neue, menschliche Note verleiht.
Allein schon visuell ist der Film ein Erlebnis. Farben, Licht und Bewegung verschmelzen zu einem kraftvollen Rausch, der sowohl Fans als auch Neueinsteiger mitreißt. Trotz der bekannten düsteren Thematik bleibt am Ende ein Gefühl von Wärme und Melancholie zurück.
Wegen des Sounds allein zahlt sich hierfür ein Kinobesuch aus. Der Soundtrack ist nämlich eine Wucht. Außerdem ist der Gegner hier der Bombendämon und die Explosionen klingen in einem guten Soundsystem einfach großartig.
Fazit: Chainsaw Man – The Movie: Reze Arc ist nicht nur eine gelungene Fortsetzung, sondern auch ein emotionaler Höhepunkt, der zeigt, wie viel Herz in dieser blutigen Welt steckt. Ein absolutes Muss für Anime-Fans. Man muss aber die erste Staffel der Serie kennen.

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Der Entenhausen Podcast

Die neue Folge vom Entenhausen Podcast ist da!
Diesmal geht es um die Sprache der Entenhausen Comics.

Der Podcast über Enten und Mäuse. Hier erzähle ich euch von unseren Lieblingscomics aus Entenhausen und stelle die verschiedenen Charaktere vor, die uns dort immer wieder begegnen: Donald Duck, Micky Maus & Co.
Taucht ein mit mir in die Welt von Entenhausen!

Mittlerweile ist bereits die sechste Folge erschienen. In dieser Folge erzähle ich darüber, was ich im Oktober gelesen habe: „Lustiges Taschenbuch 603 – Das Gespenst von Klondike“, „Lustiges Taschenbuch Halloween Sonderband 11“ und „Lustiges Taschenbuch Space 05“. Außerdem stelle ich diesmal als Entenhausen Charakter Gitta Gans vor und werfe dann einen Blick auf die Sprache, welche in den Entenhausen Comics verwendet wird.

Hören könnt ihr den Podcast auf diesen Plattformen:
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