Buch: Weir, Andy – Artemis

Der obligatorische Nachfolger eines Bestsellers. Dieses Buch war für mich ein Déjà-vu in mehrerer Hinsicht. Aber am Ende war es toll.
Inhalt: Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer. Und verdammt ungemütlich, wenn man kein Millionär ist. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, und plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht, als das Schicksal von Artemis selbst.
Ich habe dieses Buch direkt nach Die Granden von Pandaros von James A. Sullivan gelesen und wie dort hatte ich auch hier wieder eine ähnliche Achterbahnfahrt der Gefühle. Das Buch beginnt langsam, erfüllt die Erwartungshaltung zunächst nicht und kommt viel zu spät in Fahrt. Dort wie hier hätte ich das Buch bei Seite 100 weggelegt, keine Frage, aber weil es ein Geschenk war und mir der Vorgänger so gut gefallen hat, habe ich beschlossen, noch weitere 100 Seiten zu probieren. Zum Glück! Als es dann nämlich Fahrt aufnimmt, wird es wirklich toll und in beiden Büchern gibt es am Ende eine coole Sci-Fi Variante von Ocean’s Eleven.
Das zweite Déjà-vu brachte mich zurück zu 2312 von Kim Stanley Robinson, zumindest in der ersten Buchhälfte. Denn Weir schafft es hier wie Robinson dort Wissenschaft spannend, interessant und einfach darzustellen, der Plot ist jedoch in beiden Fällen so langweilig, dass man nur kaum weiterkommt.
Der dritte Vergleich bezieht sich nun endlich auf den Vorgängerroman Der Marsianer des selben Autors. Man kann die beiden Bücher nicht vergleichen, muss es aber. Der Marsianer war von Anfang an spannend, interessant und triefte nur so von Wissenschaft. Das Buch wurde getragen von einem interessanten Charakter, der konstant mit Problemen konfrontiert war, die er auf abwegigste Art und Weise löste. Das, was den Marsianer so toll gemacht hat, beginnt hier erst relativ spät. Wissenschaft gibt es schon von Anfang an, aber es ist zunächst eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Erklärungen. Sobald aber die Wissenschaft eingesetzt wird, um ein Problem nach dem anderen zu lösen, wird das Buch sehr spannend und interessant.
Wenn wir das Buch losgelöst von irgendwelchen Vergleichen betrachten, haben wir hier eine interessante Zukunftsvision, wissenschaftlich faszinierend und nachvollziehbar beschrieben. Der Plot selbst braucht eine Weile, aber entwickelt sich dann sehr spannend, am Ende wird er sogar ein richtiger Pageturner, den man kaum noch zur Seite legen will. Auch an den Stil mit den kurzen Sätzen hat man sich bald gewöhnt. Einzig der Hauptcharakter war für mich sehr unsympathisch und die meisten ihrer Beweggründe wenig nachvollziehbar. Das ist auch mit ein Grund, weshalb der Plot für mich zunächst ziemlich langweilig blieb.
Fazit: Wer sich hier einen zweiten Marsianer erhofft, wird enttäuscht werden. Wer aber ein nettes Abenteuer auf dem Mond mit viel Wissenschaft erleben möchte, der sollte hier zugreifen.

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