Spiel: Photosynthese (Blue Orange)

Tolles Spiel mit einzigartigem Mechanismus und dementsprechenden Gedankengängen.
Von Hjalmar Hach (ca. 30-60 Min.; 2-4 Spieler)
In diesem Spiel pflanzen wir Bäume, lassen sie wachsen und fällen sie am Ende ihres natürlichen Daseins. Das klingt zunächst banal, wird aber richtig knifflig, wenn man sich das tolle Material anschaut. Die Bäume sind dreidimensionale Teile in drei verschiedenen Größenordnungen, die wir auf das Spielbrett stellen und nach einer Wachstumsphase mit dem nächstgroßen Baum austauschen. Den höchsten Baum entfernen wir und bekommen dafür Siegpunkte. Das wichtigste aber ist die Sonne. Diese dreht sich um das Spielbrett, hat also ständig eine andere Strahlrichtung. Als Spieler erhält man immer so viele Punkte, wie Bäume gerade von der Sonne bestrahlt werden. Habe ich also meine großen Bäume geschickt aufgebaut, verdecken sie die kleinen Bäume der Gegner, die dann keine Punkte erhalten. Genauso ist es wichtig günstige Plätze für meine kleinen Bäume zu finden. Da sich die Sonne aber dreht und immer eine andere Strahlrichtung hat, stehen Bäume manchmal im Schatten, die nächste Runde aber werden sie bestrahlt und generieren Punkte. Bei der Suche nach Plätzen muss man also ständig 360° im Auge behalten und sich gut überlegen, in welcher Runde man hier die Sonne möchte, oder wann man den Schatten akzeptiert.
Fazit: Tolles Thema, tolles Material, toller Mechanismus. Absolut empfehlenswert.

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Blue Orange: Photosynthese – Ein Spiel um Licht und Schatten
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Buch: Liu, Cixin – Der dunkle Wald (Trisolaris 2)

Fantastische Fortsetzung. Besser als der erste Teil.
Inhalt: Der erste Kontakt mit einer außerirdischen Spezies hat die Menschheit in eine Krise gestürzt, denn die fremde Zivilisation hat sich Zugang zu jeglicher menschlicher Informationstechnologie verschafft. Der einzige Informationsspeicher, der noch vor den Aliens geschützt ist, ist das menschliche Gehirn, weshalb das Wallfacer- Projekt ins Leben gerufen wird: Vier Wissenschaftler sollen die ultimative Verteidigungsstrategie gegen die Aliens ausarbeiten – doch können sie einander trauen?
Hier empfiehlt es sich wirklich, das zweite Buch direkt anschließend an den ersten Band zu lesen, insofern der einem gefallen hat, da man sich dann nicht erst wieder an den Stil gewöhnen muss, sondern direkt eintauchen kann. Vom Plot und den Charakteren her hat mir dieser zweite Teil sogar noch besser gefallen als er der Erste. Es ist einfach faszinierend, diesem einen Wissenschaftler zu verfolgen, der ganz auf sich alleine gestellt eine Alien-Invasion aufhalten muss. Wie er eingefroren wird und einige Jahrhunderte in der Zukunft unter komplett neuen Voraussetzungen weitermachen muss.
Das Buch geht von einer sehr spannenden Prämisse aus: Die Menschen wissen, dass in 400 Jahren eine Alien-Flotte die Erde angreifen wird. Was also machen, um sich darauf vorzubereiten? Um sich auf etwas Katastrophales vorzubereiten, das erst die eigenen Urenkel betreffen wird?
Interessant habe ich in diesem Zusammenhang gefunden, wie der Autor mit einer eigenen Theorie das Fermi-Paradox löst. Er geht davon aus, dass Leben im gesamten Universum auf zwei Grundregeln basiert: 1) Um jeden Preis überleben; 2) Ressourcen sind nicht unendlich. Bei einem Erstkontakt kann man sich über die wahren Motivationen des Gegenüber nie sicher sein und wegen der extremen Distanzen im Universum ist es unmöglich gut genug zu kommunizieren, um jede Unsicherheit auszuräumen, was Konflikt unausweichlich macht. Daher ist es für jede Zivilisation am idealsten, in einem Erstschlag den anderen auszulöschen, ohne die Koordinaten der eigenen Heimat zu offenbaren. Diese Theorie finde ich schon in sich selbst sehr interessant und dem Autor ist es gelungen, einen ganzen Roman um diese herum zu schreiben.
Mir haben bereits im ersten Teil die kreativen, neuartigen, unkonventionellen Sci-Fi-Ideen gefallen und hier geht es noch fulminanter weiter. Dazu kommt noch die Perspektive eines chinesischen Helden, was man sonst ja auch fast nirgends hat, der einen wirklich faszinierenden Plan ausheckt und einige brutale Schicksalsschläge durchmacht.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Fuller House – Staffel 3

Schön.
Die Serie behält immer noch die gleiche Qualität wie in Staffel 1 und Staffel 2 bei. Fuller House ist einfach eine gemütliche Serie für die ganze Familie, in der unbedeutende Alltagsproblemchen behandelt werden und angenehmer, unverfänglicher Humor präsentiert wird. Einzig die drei alten Herren aus dem Original, die manchmal zu Besuch kommen, scheinen das Schauspielen verlernt zu haben und speziell in der Finalfolge ist ihre Performance teilweise zum Fremdschämen.
Fazit: Mir gefällt’s.

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Film: Kingsman 2 – The Golden Circle (2017)

Nachdem ich vom ersten Teil ziemlich enttäuscht war, habe ich diesen Film eher ignoriert. Als ich ihn dann jetzt dennoch geschaut habe, war ich überaus positiv überrascht.
Agenten-Actionfilm mit Colin Firth von Matthew Vaughn. 141 Min.
Inhalt: Nachwuchsspion Gary „Eggsy“ Unwin (Taron Egerton) und sein Kollege Merlin (Mark Strong) werden mit einer neuen Gefahr konfrontiert: Die skrupellose Poppy (Julianne Moore) zerstört das Hauptquartier ihrer Geheimorganisation Kingsman und hält die ganze Welt als Geisel. Doch glücklicherweise machen sie die Entdeckung, dass es noch eine weitere Spionageagentur wie die ihre gibt, die parallel in den USA gegründet wurde. Also verbünden sie sich mit der Organisation Statesman, um Poppy das Handwerk zu legen und einmal mehr die Welt zu retten.
Der Grund, weshalb mir dieser Film so viel besser als der erste gefallen hat, war der Gegner und dessen Plan. Allein schon Julianne Moore als Bösewicht zu erleben ist herrlich, aber auch ihr Plan ist einfach viel sinnvoller und logischer als der im ersten Teil. Das führt auch dazu, dass wir hier ein sehr zufriedenstellendes Ende haben. Dazu kommen toll choreographierte Kämpfe, einige witzige Momente und großartige Schauspieler. Auch wird hier keine Zeit mit einem seltsamen Agententraining verschwendet, sondern der gesamte Film dreht sich darum, den Plan des Bösewichts zu stoppen.
Fazit: Auch für Leute, die den ersten Teil nicht gesehen haben, sehr zu empfehlen. Man sollte aber wegen einiger sehr grotesker Szenen keine schwachen Nerven haben.

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Gedankensprung: Wen ich alles kenne, obwohl ich ihn nicht kennen will

Ich bin manchmal überrascht, welche Namen ich kenne und nicht weiß, wie jene Person den Status erreicht hat, dass mir der Name geläufig ist. Nehmen wir zum Beispiel die beiden „Persönlichkeiten“ Kim Kardashian und Sarah Lombardi. Immer wieder tauchen diese Namen in den Medien auf und ich habe nie verstanden, wer die sind. Ich habe mitbekommen, was diese Leute machen, ohne zu wissen, weshalb sich Reporter überhaupt für die interessieren.
Ich interessiere mich für Filme und Serien, weiß also, wer ein Schauspieler ist und was die so machen. Ebenso was Buch- und Spieleautoren betrifft. Aber ich interessiere mich absolut nicht für Musik, besitze keinen Radio und die einzigen Töne, die bei mir manchmal laufen, sind atmosphärische, epische oder ruhige Compilations von YouTube. Sollte sich da mal ein Stück eines Stars hineinschummeln, würde ich das gar nicht realisieren. Und dennoch weiß ich, welchen Skandal Justin Bieber schon wieder verursacht hat, welche Kleidung Lady Gaga trägt und was Katy Perry getweetet hat, obwohl ich keinen einzigen Musiktitel von denen nennen oder auch nur erkennen könnte. Aber bei denen weiß ich zumindest, weshalb sie berühmt sind. Bei den beiden anfangs genannten Personen weiß ich gar nicht, weshalb die berühmt sind.
Allein durch den Konsum von Tageszeitungen und den entsprechenden Internetauftritten, dem Schauen einiger Comedyshows sowie dem gezielten – nicht belanglosen! – Surfen im Internet, weiß ich alles über Leute, die mich eigentlich überhaupt nicht interessieren. Wie kann das sein? Ist das wirklich schon Teil unseres modernen Allgemeinwissens geworden? Anderseits muss ich Informationen zu Politik und Wirtschaft aktiv suchen, anklicken und lesen, damit ich diese meinem Wissen hinzufügen kann. Justin Bieber ist omnipräsent, allein durchs Überfliegen von Nachrichtenseiten und dem Durchblättern von Zeitungen erfahre ich etwas über ihn. Um zu lesen, was der Innenminister für Pläne hat, muss ich mich konzentrieren und Energie investieren.
Ich verstehe durchaus, dass sich mehr Leute für das neue Tattoo von Justin Bieber interessieren, als für die Pläne irgendeines Ministers, dass solche Artikel also, ideal positioniert, viele Klicks und somit viel Geld generieren. Ich klicke sie ja nicht an, lese sie nicht und verliere dadurch auch effektiv keine Zeit. Es ist auch nicht so, dass mein soziales Leben dadurch beeinträchtigt wäre, weil meine Freunde und Kollegen darüber sprechen, was sie ja zum Glück nicht tun. Mich fasziniert einfach nur, dass ich bei Comedyshows Witze verstehe, die sich auf solche Personen beziehen oder bei Quizshows sogar Fragen dazu beantworten kann. Hätte ich doch damals in der Schule und später an Uni mir das Wissen auch so einfach nebenbei angeeignet.
Gleichzeitig beschäftigt mich noch eine ganz andere Frage: Warum interessiert sich überhaupt jemand dafür? Ich bin zum Beispiel ein große Fan von Leonardo DiCaprio und wenn er sich für Klimaschutz einsetzt, finde ich das toll. Aber es interessiert mich überhaupt nicht, welche Beziehung er hat, wo er Urlaub macht oder gar was seine Verwandten irgendwo treiben. Noch weniger interessiert es mich von Leuten, die ich gar nicht kenne. Dennoch ist so ein großer Teil der Bevölkerung daran interessiert, dass diese Informationen, wie bei einem Sprung ins volle Becken, auf all die unbeteiligten Personen daneben spritzen.
Es würde mich interessieren, was passiert, wenn sämtliche Medien Artikel über wissenschaftliche Erkenntnisse so gezielt und markant anbringen würden.

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Spiel: Vienna (Schmidt Spiele)

Nettes Würfelspiel für Zwischendurch.
Von Johannes Schmidauer-König (ca. 30 Min.; 3-5 Spieler)
Das ist ein typisches Spiel, das man mal schnell auf den Tisch stellen kann, wenn man irgendwann noch ein kurzes und leicht-strategisches Spiel einschieben oder hinten dranhängen möchte. Die Regeln sind ein bisschen wirr geschrieben, speziell die Erklärung der „Kutsche“, aber wenn man sie einmal ganz durchgelesen hat, kann man viel interpretieren und nachvollziehen.
Wir würfeln und legen diese dann auf die Felder, der Reihe nach jeder Spieler immer 1-2 Würfel auf ein noch freies Feld. Dabei ist aber zu beachten, dass die Felder einen Weg bilden, den man folgen muss und der Verkehr so stark ist, dass die Kutsche nicht mehr zurückfährt. Es geht also nur vorwärts und wenn ich ein Feld verpasse, habe ich Pech gehabt, außer ich bezahle extra dafür. Es gilt also zu überlegen, ob ich sofort weit vorgehe, um ein spezielles Feld abzusichern und dadurch auf viele andere verzichte, oder ob ich langsam fahre, dafür aber riskiere, dass andere Spieler mir etwas weiter vorne wegschnappen. Dieser Mechanismus ist grundsätzlich sehr interessant und bietet viele Optionen. Die Felder sind entweder Punkte holen, Charaktere für die Mehrheiten sammeln oder Sonderkarten für Würfelmanipulation schnappen. Was die Funktionen der Felder betrifft, ist das Spiel recht einfach gehalten, was eben dazu führt, dass es rasch gespielt ist. Es bleibt aber dennoch spannend.
Das Spiel ist ein leichtes Gelegenheitsspiel und dementsprechend darf man sich nicht zu viel erwarten. Leider hat der Verlag die Gelegenheit für Variabilität verpasst. Das Spielbrett hat zwei Seiten, eine Tag- und eine Nachtseite, die sich jedoch nur optisch unterscheiden, man sich also je nach visuellen Geschmack für eine Seite entscheiden kann. Ich hätte es toll gefunden, wenn es wirklich unterschiedliche Felder geben würde, vielleicht auch nur die Anordnung oder der zu erreichende Würfelwert. Denn dann könnte man wirklich verschiedene Spielerlebnisse haben.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Liu, Cixin – Die drei Sonnen (Trisolaris 1)

Science-Fiction aus China? Gibt’s denn so was? Ja! Und großartig noch dazu.
Inhalt: China, Ende der 1960er-Jahre. Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Sie sollen Signale ins All senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufnehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.
Nachdem nun schon der zweite Teil dieses preisgekrönten Werkes auf Deutsch erschienen ist, war es auch für mich Zeit, hier endlich mal zuzugreifen. Das Buch ist teilweise sehr langatmig und kompliziert geschrieben, aber eine sinozentrische Sci-Fi-Geschichte ist einfach mal was anderes, bietet einen interessanten neuen Blickwinkel. Der Autor ist in China das, was Andreas Brandhorst in Deutschland ist, das Sci-Fi-Aushängeschild des Landes.
Das Buch muss zum Genre der Hard-Sci-Fi gezählt werden, so ausführlich und zahlreich sind die astrophysischen und mathematischen Ausführungen. Das ist auch der größte Streitpunkt, manche lieben es, andere hassen es. Ich finde aber, dass man über diese Stellen durchaus schnell drüber lesen kann, wenn es einen nicht interessiert. Ein wichtiges Element des Buches ist aber auch die tiefe Sinnkrise einiger Akteure. Der Hass auf die Mitmenschen bewegte sie dazu, gewisse Dinge zu tun. Eine Sinnkrise, die übrigens viele von uns in sich tragen und als Leser stellt man sich die Frage, ob man auch so handeln würde. Allgemein geht es im Buch um die Frage, was passiert, nachdem klar ist, dass es da draußen irgendwo Aliens gibt. In dieser Hinsicht ist das Buch eine interessante psychologische, soziale und politische Studie, sowie gleichzeitig eine Aufbereitung der chinesischen Geschichte seit der Kulturrevolution.
Ich finde das Buch vom Stil her nicht überragend, ist der doch zu gewöhnungsbedürftig. Inhaltlich hingegen, mit der fundierten wissenschaftlichen Basis und den interessanten Ideen, hat es mir sehr wohl gefallen.
Fazit: Sehr empfehlenswert, aber nur für Sci-Fi-Fans. Kein Buch, das man mal so zwischendurch ließt, auch wenn Obama und Zuckerberg es noch so sehr empfehlen.

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Serie: Altered Carbon – Staffel 1

Eine tolle Cyberpunk-Science-Fiction-Serie mit einem schwachen Ende.
Natürlich gefällt mir die Serie, spielt sie doch in einem gut durchdachten, futuristischen Universum und bietet einen spannenden Plot mit interessanten Charakteren. Visuell haben wir hier die gewohnt hohe Netflix-Qualität, gut gemachte Technologie und Kämpfe.
Die Serie spielt im 24. Jahrhundert in einer Welt, in der es möglich ist, sein Bewusstsein mitsamt Erinnerungen auf einem sogenannten kortikalen Stack zu speichern, und in andere Körper einzusetzen. Im Mittelpunkt der Handlung steht der ehemalige Elitesoldat Takeshi Kovacs, der 250 Jahre nach seinem Tod in den Körper eines Polizisten transferiert wird. Er erhält den Auftrag, einen Mord aufzuklären.
Stacks und Körpertausch sind das zentrale Element der Serie. Ein interessantes Konzept, dessen Möglichkeiten und Gefahren gut dargestellt werden. Doch leider wurde es nicht voll ausgenutzt. Ich verstehe aus produktionstechnischen Gründen, dass man die Schauspieler beibehalten möchte, damit es für den Zuschauer nicht verwirrend wird und auch nicht Unmengen an Leuten gecastet und bezahlt werden müssen. Das führt jedoch zu einigen erzwungenen, nicht logisch wirkenden Szenen, in denen irgendwie erklärt werden muss, warum man seinen Körper verteidigt und beibehalten möchte. Ich verstehe es und möchte es daher auch gar nicht kritisieren, weil es ja nicht wirklich schlimm ist, nur irgendwie schade.
Was aber sehr wohl kritisiert werden muss, ist das Ende. Dieses ist durchaus zufriedenstellend abgeschlossen, die Geschichte ist fertig erzählt und es braucht eigentlich keine weitere Staffel mehr. Es ist nur so schnell gekommen, überhastet. Die letzten beiden Folgen hätten ruhig weiter ausgebaut werden können, aber dann hätten 10 Folgen nicht gereicht. In diesen letzten beiden Folgen hat es daher leider auch einen Qualitätsabfall gegeben, der aber nicht so extrem ist, dass er die Serie ruinieren würde, ganz und gar nicht.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Blade Runner 2049 (2017)

Was für ein toller Film. Noch nie hat mir ein Charakter so leid getan. Sehr gut gemacht.
Science-Fiction mit Ryan Gosling von Denis Villeneuve. 164 Min.
Inhalt: 30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Films fördert ein neuer Blade Runner, der LAPD Polizeibeamte K (Ryan Gosling), ein lange unter Verschluss gehaltenes Geheimnis zu Tage, welches das Potential hat, die noch vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen in Chaos zu stürzen. Die Entdeckungen von K führen ihn auf die Suche nach Rick Deckard (Harrison Ford), einem seit 30 Jahren verschwundenen, ehemaligen LAPD Blade Runner.
Der Originalfilm ist mittlerweile zu einem Kultstreifen geworden, den jeder (zumindest vom Namen her) kennt. Dieser Film hier ist eine würdige Fortsetzung, gefällt mir sehr gut. Dem Regisseur ist hier das Kunststück geglückt, dem Original treu zu bleiben und dessen Fans zufriedenzustellen, gleichzeitig aber auch modern genug zu sein, um ein neues Publikum zu gewinnen, die den ersten Teil auch gar nicht schauen müssen.
Der Film lebt von der Atmosphäre, vom Hintergrund und den Charakteren. Action ist spärlich und wenn, dann durchaus gut gemacht. Er ist kein Marvel- oder Star Wars-Film, weshalb er an den Kinokassen gefloppt ist. Es ist ein ruhiger Stil, gemächlich und tiefsinnig, absolut kein gemütliches Popcorn-Kino für die Abendunterhaltung.
Ich selbst war vom Film sofort gefesselt und fasziniert. Er ist vielleicht ein bisschen zu lang geraten, denn nach den ersten 120 Minuten hat mein Hirn langsam nicht mehr mitgemacht, aber die letzten 40 Minuten sind dann noch so spannend, dass ich hängen geblieben bin.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Gedankensprung: Spiele kaufen aber nicht spielen?

Sämtliche DVDs meiner spärlichen Sammlung waren schon einige Male in meinem Player, auch jedes Buch in meinem Regal habe ich gelesen, aber ein paar Spiele liegen immer noch originalverpackt in der Ecke. Ich habe sie jedoch nicht zu Sammelzwecken gekauft, wie immer wieder vermutet wird, sondern lediglich noch nie auf den Tisch gebracht. Jedenfalls nicht diese Exemplare des Spiels.
Nehmen wir zum Beispiel das Spiel Great Western Trail. Da es mir sehr gut gefällt, habe ich es mir gekauft, wenn wir es jedoch spielen, verwenden wir immer das Exemplar von wem anderen.
Wenn ich ein Sammler wäre, wäre das eine andere Diskussion. Dann würde ich Dinge kaufen, nur um die Lücken meiner Sammlung zu füllen. Das möchte ich aber nicht. Alles, was ich erwerbe, möchte ich auch benutzen, wenn auch nur ein einziges Mal. Daher stört es mich irgendwie, diese Spiele da in der Ecke stehen zu haben, die ich noch nie verwendet habe. Andererseits lese ich Bücher auch nur einmal, dann verstauben sie in meinem Regal. Naja, eigentlich versuche ich schon sämtliche Bücher herzuborgen, damit sie eben nicht nur ein einziges Mal gelesen werden.
Bücher sind zum Lesen gemacht, Spiele zum Spielen. Und wenn sie nur rumstehen, habe ich das Gefühl, dass sie ihre Bestimmung nicht erfüllen, es tut mir leid um sie.
Ich weiß aber von vielen Leuten, dass sie Spiele bei sich haben, auch schon mehrere Jahre, die sie noch nie gespielt haben, weder dieses, noch ein anderes Exemplar. Das würde mich wahnsinnig machen. Spätestens nach zwei Wochen hätte ich meinen Cousin, der gleichzeitig mein Nachbar ist, gezwungen, das mit mir auszuprobieren. Vielleicht bedeutet das aber auch, dass ich ein ungeduldiger Mensch bin. Wer sagt, dass ich ein Spiel spielen muss, nur weil es dort in der Ecke bereitsteht. Die zwei untersten Bücher meines (noch) ungelesenen Bücherturms liegen dort auch schon mindestens sieben Jahre, aber da stört es mich nicht. Warum? Weil mich andere Bücher immer mehr interessieren, ganz einfach.
Es ist aber auch eine Frage der Zeit. Ein Spiel habe ich an einem Abend normalerweise durch, bei einem Buch sitze ich eine Woche lang. Das ist aber eine andere Diskussion. Denn gespielt habe ich diese Spiele ja schon, nur nicht meine eigenen Exemplare. Vielleicht sollte ich sie verkaufen, weil sie eh noch original verpackt sind. Aber das will ich dann auch nicht, denn es sind ja gute Spiele und mein Regal berstet noch nicht, es herrscht also kein Platzmangel. Bin ich also doch ein Sammler? Ein Gelegenheitssammler sozusagen.

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