Spiel: Letzte Stunde (Fantasy Flight Games)

Da kann man genauso gut einmal würfeln und schauen, wer gewonnen hat.
Von Carlo A. Rossi (ca. 60 Min.; 1-4 Spieler)
Dieses Spiel hat nichts, was es irgendwie interessant machen würde. Ein ausgelutschtes Thema (Arkham Horror) wird hier einfach wegen des Wiedererkennungswertes verwendet. Kooperation findet hier keine statt, weil es restriktive Kommunikationsregeln gibt, was ich übrigens hasse. Entweder du machst ein kooperatives Spiel, aber dann sollen die Spieler auch miteinander sprechen und planen dürfen, oder du machst ein kompetitives Spiel, aber doch nicht so einen Murks. Außer, dass das kooperative Element nicht funktioniert, gibt es hier auch noch eine zufällige Abfolge irgendwelcher Ereignisse, auf die man sich nicht vorbereiten kann. Doch da endet der Zufall nicht! Denn welche Aktion ich ausführen darf, ist auch absolut zufällig. Also, zusammengefasst: Ich führe eine Aktion aus, die ich nicht selbst wählen darf, um mich auf etwas vorzubereiten, das ich nicht kenne, mit Teamkollegen, mit denen ich nicht sprechen darf.
Fazit: Ab in den Müll damit.

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Fantasy Flight Games – Arkham Horror: Letzte Stunde
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Buch: Martine, Arkady – Im Herzen des Imperiums

Leider keine Space Opera wie versprochen, dennoch interessant.
Inhalt: Mahit Dzamare, Botschafterin einer kleinen, unabhängigen Raumstation, wird in die Hauptstadt des teixcalaanlischen Imperiums versetzt. Jetzt muss sie die Todesumstände ihres Vorgängers aufklären, die Unabhängigkeit der Station bewahren sowie ein technologisches Geheimnis schützen.
Ich lese gerne Sci-Fi, denn gute, kreative Autoren können absolut fantastische Universen erschaffen. Hier jedoch spielt der gesamte Plot in der Hauptstadt, fast ausschließlich am Hof des Imperators. Diese Stadt und das gesamte Imperium sind absolut gut durchdacht und werden detailliert beschrieben, alles gut und recht, aber halt nicht faszinierend, neuartig oder gar staunenswert. Dieses Gebäude ist so aufgebaut, jenes Ministerium hat diese Aufgaben, mehr nicht. Ich liebe generell das Genre des Fremden in einem fremden Land, da man da so gut eine neue Welt kennenlernen kann. Doch leider fällt in diesem Buch dieser Aspekt, der mir persönlich so gut gefällt und so wichtig ist, absolut flach.
Doch zum Glück wird dieser negative Aspekt mit einem anderen Element, das mir auch immer gut gefällt, wettgemacht, nämlich linguistische Spielerei. Das gesamte Imperium und somit auch dessen Sprache basiert auf der präkolumbianischen aztekischen Kultur Mexikos, eine absolut faszinierende Idee und sehr gut ausgeführt. Warum die Autorin dann aber extra erwähnt, dass sie dieses Buch nach dem Besuch eines Armenisch-Sprachkurses geschrieben hat, entzieht sich mir. Neben der absolut einzigartigen Namensgebung ist es vor allem die Art der Imperiumsbewohner in Form von Poesie und mit Zitaten aus der eigenen Geschichte zu kommunizieren, die dieses Buch von anderen Sci-Fi-Werken abhebt. Wer sich für Linguistik, Rhetorik und Poesie interessiert, wird hier viel Vergnügen haben.
Ein wichtiges Element ist aber natürlich der Plot an sich. Dies hier ist keine Space Opera, sondern eine Geschichte über politische Intrigen. Der Plot zieht sich aufgrund der vielen Beschreibungen teilweise sehr behäbig dahin und ist auch relativ geradlinig, mit einigen interessanten Wendungen. Die Intrigen sind hier deshalb so interessant zu lesen, weil die Charaktere eben in dieser speziellen poetischen Form kommunizieren, wo vieles zwischen den Zeilen gesagt wird und interpretiert werden muss. So etwas muss einem halt gefallen, denn nochmal: Das hier ist keine Space Opera mit fantastischen Abenteuern und spektakulärer Action, sondern Dialoge über Dialoge zwischen Politikern, Diplomaten und Intriganten.
Fazit: Lesenswert.

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Im Herzen des Imperiums: Roman
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Serie: The Morning Show – Staffel 1

Schlaftablette.
Diese Serie ist eindeutig ein Kind der MeToo-Bewegung und in dem Sinne absolut legitim und notwendig. Jennifer Aniston und Reese Witherspoon brillieren in ihren Rollen, dem Kampf zwischen der eigenen Karriere und der Unterstützung von Opfern sexueller Belästigung. Schön dargestellt wird die jahrelange Verschwiegenheit des Studios, der Schutz der Täter und dann die heuchlerische Aufarbeitung mit nichts weiter als Bauernopfern.
Auch wenn der Plot noch so gut klingt, die Schauspieler großartig sind und die Apple-Produktionsqualität auf höchstem Niveau ist, ist die Serie doch insgesamt extrem langatmig mit zu vielen parallel laufenden Intrigen und Wendungen. Die Serie soll nicht Spaß machen, ist sie doch ein Drama mit einem schweren Thema, aber irgendwie spannend oder fesselnd sollte sie schon sein, ist sie jedoch nicht. Wie ich schon öfters erwähnt habe, finde ich einstündige Episoden falsch, weil es meist nicht genug Material gibt, diese sinnvoll zu füllen, was dazu führt, dass einfach noch jede Menge andere Dinge reingenommen werden und somit der eigentlich Plot verwässert. Die Langatmigkeit ruiniert die Spannung.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Film: Angel Has Fallen (2019)

Nette Unterhaltung für Zwischendurch.
Actionfilm mit Gerard Butler von Ric Roman Waugh. 121 Min.
Inhalt: Secret-Service-Agent Mike Banning hat seine ganze Karriere damit verbracht, US-Präsidenten zu beschützen. Zwei Mal musste er dabei bis an seine Grenzen gehen, um den Tag zu retten. Doch nun gerät er selbst ins Visier.
Auch der dritte Teil der Has Fallen-Reihe ist wie seine Vorgänger ein solider Actionfilm. Ich schaue gerne Actionfilme, weil man sich mit denen am Abend müde in die Couch fallen lassen kann und sein Hirn nicht mehr anstrengen muss. Natürlich, die Action muss gut gemacht sein und die obligatorische Prise Humor darf auch nicht fehlen, idealerweise in Form von markanten Sprüchen, um gut unterhalten zu werden. Das liefert dieser Film und mehr ist nicht nötig. Ich komme am Abend erschöpft nach Hause, will aber nicht sofort schlafen gehen, dann ist dieser Film ideal. Plot? Egal! Realismus? Egal! Wer so etwas erwartet und hier einschaltet, offenbart sich als Kino-Amateur. Nein, der Profi weiß, dass dieser Film nur eine Sache kann: Bum, Bum, Bum. In diesem Sinne enttäuscht er nicht und unterhält auf gelungene Weise.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Spiel: Amul (Pegasus)

Wäre gerne der Nachfolger von Ohne Furcht und Adel.
Von Remo Conzadori und Stefano Negro (ca. 30-45 Min.; 3-8 Spieler)
Viele vergleichen Amul mit 7 Wonders, aber ich sehe da keine großen Gemeinsamkeiten, nein, Ohne Furcht und Adel ist hier eindeutig das geistige Vorbild. Man muss ja nur die Grafik anschauen, wo einige Details beinahe identisch sind. Amul ist durchaus ein eigenständiges Spiel mit neuen Ideen, es fühlt sich aber sehr ähnlich wie Ohne Furcht und Adel an. In meinen Augen ist es Ohne Furcht und Adel, nur ohne Charakterkarten und ohne Gold. Alles, was du machst, ist jede Runde eine Karte aufzuklauben und eine runterzulegen, in der Hoffnung, dass dir die Synergien der Karten untereinander und teilweise mit den Nachbarn am Ende viele Punkte bringen. Manche Karten haben einen Soforteffekt und erlauben dir von einer der drei offenen Auslagen eine zusätzliche Karte zu nehmen.
Die Idee wäre also, dass man strategisch zueinanderpassende Karten runterlegt. Das Problem ist aber, dass manche Karten nur gewertet werden, wenn man diese bei Spielende in der Hand hält, das führt dazu, dass die Optionen, welche Karten man runterlegt, stark limitiert werden und nicht selten komplett verschwinden, weil man genau nur eine Karte runterlegen kann. Die Tatsache, dass man in manchen Partien ohne Entscheidungsfreiheiten dasitzen kann, gefällt mir nicht und in dem Sinn gefällt mir Ohne Furcht und Adel eindeutig besser.
Das Spiel hier ist durchaus kurzweilig und flott und funktioniert auch mit acht Personen noch sehr gut. Wenn man also mit einer größeren Gruppe etwas spielen will, was kein Partyspiel ist, aber auch nicht eine Stunde dauert, dann wäre das hier ideal.
Fazit: Kann gespielt werden.

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Buch: Scalzi, John – Androidenträume

Lustiges und spannendes Sci-Fi-Buch mit interessanten Wendungen und viel Sozialkritik.
Inhalt: Auf ihrem Weg ins All ist die Menschheit einer Reihe von Alien-Völkern begegnet, mit denen sie Handelsbeziehungen aufnimmt und politische Bündnisse schmiedet. Doch dann kommt es auf einer interstellaren Konferenz zu einem folgenschweren Vorfall, als durch ein Missverständnis ein Außerirdischer vom Volk der Nidu stirbt. Eine kriegerische Auseinandersetzung droht – und nur Harry Creek, genialer Programmierer und Kriegsveteran, kann diesen Krieg mithilfe eines Schafs verhindern.
Das Herzstück dieses Buchs ist die humoristisch verpackte Sozialkritik, etwa die Heuchelei von Abtreibungsgegner, die Lächerlichkeit religiöser Institutionen oder Fleischfresser-Mobbing. Das funktioniert aber nur deshalb so gut, weil der Rahmenplot durchaus spannend ist, einige unerwartete Wendungen bietet und man dadurch bis zum, ebenfalls witzigen, Ende lesen möchte, um zu wissen, wie das ausgeht.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Androidenträume: Roman
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Serie: Medical Police – Staffel 1

Was für ein Blödsinn.
In dieser Serie geht es darum, dass Kinderärzte internationale Bioterroristen fangen müssen. Dabei ist der 0-8-15 Plot jedoch nur ein Aufhänger für eine endlose Aneinanderreihung von Witzen. Doch leider sind die Witze überhaupt nicht lustig, die Schauspieler schlecht und wenn es dann auch noch keinen richtigen Plot gibt, fällt die gesamte Serie flach.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Film: Her (2013)

Interessanter Film über moderne Beziehungen.
Science-Fiction / Drama / Romanze mit Joaquin Phoenix von Spike Jonze. 126 Min.
Inhalt: Der frisch getrennte Theodore, professioneller Verfasser einfühlsamer Briefe für Kunden, installiert ein neues Computerbetriebssystem mit intelligenter Sprachfunktion und fühlt sich plötzlich gar nicht mehr so einsam. Die charmante Computerstimme namens Samantha liest ihm nicht nur E-Mails vor, sondern wird zur intimen Ansprechpartnerin. Zu seiner eigenen Verwunderung verliebt Theodore sich in Samantha. Doch die virtuelle Liebesbeziehung hat ihre Tücken.
Der Film ist in dem Sinne gelungen, dass er zum Nachdenken anregt, über moderne Beziehungen und die Möglichkeiten der Zukunft. Ich habe den Film jedoch teilweise als zu langatmig empfunden. Eine kürzere Fassung hätte das Ziel genauso erreicht. Das Casting aber hat den Film als Gesamtes gerettet. Denn ohne Phoenix, der den Film alleine trägt und der sinnlichen Computerstimme von Scarlett Johansson hätte ich wohl nicht mal eine kürzere Fassung ertragen.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Spiel: Aufbruch nach Newdale (Lookout Games)

Tolle Brettspielvariante eines tollen Kartenspiels.
Von Alexander Pfister (ca. 90 Min.; 1-4 Spieler)
Hier wurde einfach das großartige Kartenspiel Oh My Goods! samt beider Erweiterungen genommen und derart umgewandelt, dass es als Brettspiel funktioniert. Dabei wurde das alles aber auch noch verbessert, indem das Glückselement reduziert wurde, bzw. dieses jetzt besser gelenkt werden kann. Das Brett selbst wurde schön in das bekannte Karten-Engine-Building integriert und erlaubt dadurch neue Strategien, andere Herangehensweisen an das Spiel. Die Kampagne mit ihren acht Kapiteln ist gelungen und macht Lust, das Spiel achtmal hintereinander zu spielen. Auch Solo ist es eine tolle Erfahrung.
Fazit: Sehr zu empfehlen, außer für jene, die bereits das Kartenspiel nicht mochten.

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Buch: Moon, Elizabeth – Once a Hero (Serrano Legacy 4 / Esmay Suiza 1)

Der vierte Band der Serrano Legacy Reihe ist der Start einer neuen Trilogie, immer im selben Universum, aber mit neuen Charakteren und einem neuen Plot.
Inhalt: Nachdem Esmay Suiza im dritten Band eine Meuterei mit einer Gegenmeuterei überwunden und Heris Serrano gerettet hat, steht sie nun im Mittelpunkt des Geschehens. Auf ihrem neuen Posten wird sie mit einem Piratenangriff konfrontiert und muss beweisen, dass ihre heldenhaften Aktionen damals kein Zufall waren.
Auch diesen Band habe ich natürlich als „Graphic Audio Book“ gehört und die Produktionsqualität war wieder großartig, ein richtig tolles Erlebnis. Zum Glück war auch der Plot sehr spannend und Esmay Suiza ein interessanter Charakter mit einer schönen Entwicklung. Er macht große Lust sofort zum nächsten Band zu greifen. Es ist zwar eine Trilogie, aber die Geschichte hier ist abgeschlossen und man könnte dann eigentlich auch aufhören. Aber wenn etwas so gut ist, will man das natürlich nicht.
Fazit: Für Space-Sci-Fi-Fans absolut zu empfehlen.

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Once a Hero (Serrano Legacy Book 4) (English Edition)
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