Gedankensprung: Anime-Update Sommer ’18

Der Sommer ist vorbei und damit auch die letzte Anime-Staffel. Ich habe diesmal 9 Serien geschaut, was ungefähr meinem normalen Schnitt in jeder Anime-Staffel entspricht. Einmal habe ich 14 geschaut, aber das war eindeutig zu viel, ich hatte jedoch damals genug Zeit. Die schlechteste Quote war einmal mit 6, weil es da einfach nichts gab, was mich interessierte. Aber so 9, wie jetzt, ist mein normaler Schnitt.

Mein Liebling war diesmal Angolmois: Genkou Kassenki, in welcher auf tolle Art die mongolische Invasion Japans dargestellt wird. Ein gut gezeichnetes historisches Anime mit interessanten Charakteren, spannend und unterhaltsam. Die Serie ist fertig und wer wissen möchte, wie es weitergeht, soll einfach die Geschichtsbücher aufmachen.

Lupin III: Part V hat es wiederum nur auf den zweiten Platz geschafft. Frankreich bleibt leider weiterhin zu sehr im Hintergrund, doch dafür reist Lupin ja auch immer wieder ins Ausland. Die Episode in Wien hat mir besonders gut gefallen, auch wenn die Polizisten falsch gezeichnet sind und die Berge doch ein bisschen weiter weg liegen. Außerdem möchte ich hervorheben, dass in dieser Staffel immer wieder Einzelepisoden vorkommen, die eine Hommage auf frühere Staffeln darstellen, also deren Stil perfekt einfangen. Der Hauptplot hingegen ist sehr aktuell mit den Sozialen Netzwerken, Datendiebstahl im Internet und Rundumüberwachung. Das beste aber war die finale Episode. Wow, für einen Langzeitfan wie mich war es echt fantastisch, aber auch für andere ist es sicher zufriedenstellend.

Sehr gut gefallen hat mir auch Kyoto Teramachi Sanjou no Holmes, eine spannende Detektiv-Serie mit interessanten Charakteren. Es werden jedoch keine Morde aufgeklärt, sondern Kunstfälschungen entlarvt. Dieses ungewöhnliche Thema wurde hier sehr interessant aufbereitet und bietet auch einen netten Abschluss.

In eine ähnlich Kerbe, nur mit einem übersinnlichen Phänomen, schlägt Tsukumogami Kashimasu, das im mittelalterlichen Tokyo spielt. Da dieses wegen der Holzgebäude sehr anfällig für Brände ist, haben die Menschen wenig Besitz und borgen sich regelmäßig Dinge in speziellen Geschäften aus. Manche dieser Objekte haben Geister in sich, die aber nur der Besitzer eines solchen Geschäftes sehen kann. Er verleiht diese Objekte nun gezielt, um mithilfe der Geister verschiedenste Fälle zu lösen. Die Serie ist sehr ruhig gehalten, gemütlich und hat mir ziemlich gut gefallen. Es fehlen jedoch noch die zwei letzten Episoden. Ich hoffe, die erscheinen noch irgendwann im Herbst und nicht erst in einem Jahr bei der Blue-ray-Veröffentlichung.

Ebenfalls um die Geisterwelt und die japanische Mythologie geht es in Kakuriyo no Yadomeshi, welches aus der Frühlingsstaffel direkt weiter läuft. Diese Serie ist tatsächlich im Sommer besser geworden, als es jetzt darum ging spezielle Objekte für ein wichtiges Ritual zu finden. Ich hätte mir aber weiterhin interessantere Geister- und Götterbegegnungen gewünscht. Das Ende ist durchaus zufriedenstellend.

Boku no Hero Academia 3rd Season lief auch direkt aus der Frühlingsstaffel weiter und meine Meinung hat sich nicht geändert. Die aktuelle Staffel ist gut und die Charaktere weiterhin interessant, aber die ersten beiden Staffeln waren viel besser. Ich freue mich schon auf die vierte Staffel nächstes Jahr.

Emotional sehr hart aber qualitativ sehr gut war Banana Fish, das im Herbst direkt weiterläuft. Wir haben hier eine Mafia-Crime-Story im modernen New York mit dem brutalen Element der Pädophilie, das aber sehr feinfühlig behandelt wird. Charaktere, Optik und Plot bieten gemeinsam ein großartiges Gesamtprodukt.

Das komplette Gegenteil davon war Grand Blue, eine Serie über den Alltag von College-Studenten, die nur Party im Kopf haben. Wow, so ein lustige Serie habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Jede Woche 20 Minuten Lachmuskeltraining. Der Abschluss ist gut, lässt aber genug Spielraum für eine zweite Staffel und ich hoffe sehr, dass die kommt.

Hanebado! war am Ende eine ziemliche Enttäuschung. Es begann interessant mit toll gezeichneten Badminton-Matches und dem interessanten Thema des Konfliktes zwischen Talent und Training. Doch schließlich artete es in ein seltsames Familiendrama aus, das überhaupt nicht nachvollziehbar war. Außerdem ist die Serie überhaupt nicht zufriedenstellend oder gar logisch abgeschlossen und eine zweite Staffel wurde angedeutet, aber ob die wirklich kommen wird, wage ich zu bezweifeln.

Zu meiner Überraschung habe ich sogar auch Zeit gefunden, eine ältere Anime-Serie zu schauen, nämlich Akagami no Shirayukihime, eine Liebes-Abenteuer-Fantasy-Geschichte um eine Heilerin und einen Prinzen, die sich ineinander verlieben und nach einer Möglichkeit suchen, zusammen sein zu können. Eine sehr schöne Serie, die fertig und abgeschlossen ist.

Ausblick auf den Herbst: Fairy Tail kommt für seine letzte Staffel zurück. In der Zwischenzeit habe ich ja schon das Manga fertig gelesen, weil die Serie eine zu große Pause eingelegt hat. Das Manga geht übrigens mittlerweile unter einem neuen Autor und einem neuen Zeichner weiter, ob das hier also wirklich die letzte Anime-Staffel dieser Serie sein wird, sei einmal dahingestellt.
Auch Golden Kamuy kehrt für seine zweite Staffel zurück, aber bereits die erste konnte mich nicht wirklich überzeugen und das Manga hat leider mittlerweile an Qualität verloren, weshalb ich nicht weiß, ob ich da weiterschauen werde.
Daneben haben noch folgende Serien mein Interesse geweckt: Goblin Slayer, Irozuku Sekai no Ashita kara, Radiant, Tsurune: Kazemai Koukou Kyuudoubu, Ingress The Animation, Double Decker! Doug & Kirill, Hinomaruzumou.

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Spiel: Männer (Ravensburger)

Dieses Spiel ist 6 Jahre alt. Ich bin mir nicht sicher, ob es heute jemand wagen würde, so etwas zu produzieren.
Von Funtasy Factory (ca. 40-60 Min.; 2-5 Spieler)
Ich bin ein Mann und fühle mich von diesem Spiel beleidigt. Allein das Titelbild suggeriert schon, dass „wahre“ Männer bestimmten Normen unterliegen. Dann kommt der Untertitel: „Für 2-5 erwachsene Männer – und Frauen, die sich trauen“. Okay, der erste Eindruck ist schon mal schrecklich. Schauen wir uns das Spiel mal genau an: Oh, es ist Trivial Pursuit, nur mit einem leicht abgewandelten Würfelmechanismus (dadurch strategischer), anderen Kategorien und der Regel, dass man jede Kategorie öfters beantworten muss, um die entsprechende Trophäe zu erhalten. Wer als erster alle Trophäen hat, hat gewonnen.
Kategorie 1: Tip & Win. Das ist ganz nett, man muss da nämlich tippen, wie viele der Mitspieler etwas gemacht haben oder können.
Kategorie 2: Fragen zum Thema Sport.
Kategorie 3: Rechenaufgabe in einer Geschichte verpackt.
Kategorie 4: Wie Kategorie 1, nur die Mitspieler tippen auf Ja / Nein des aktiven Spielers.
Kategorie 5: Glücksspiel nach Black Jack – Prinzip.
Ich mag eigentlich Wissensspiele und das hier ist im Kern sehr gut gemacht. Ich finde die Kategorien auch sehr interessant, da sie sehr unterschiedlich sind und nicht nur konkretes Wissen gefragt ist. Wenn da nur nicht diese Verpackung wäre! Und die Annahme, dass alle Männer Sport mögen. Okay, Erlösanteile dieses Spiels gehen an verschiedene Sportorganisationen, ist es doch von der Olympischen Sportbibliothek München mit produziert worden. Aber wenn schon ein Fokus auf Sport liegt, dann sollte das auch irgendwo im Titelbild erkennbar sein.
Mit einer anderen Aufmachung und wenn Kategorie 2 allgemein gehalten wäre und Kategorie 3 witzig, dann könnte das hier eigentlich ein richtig cooles Partyspiel werden. So aber wird es bei mir nicht mehr auf dem Tisch landen.
Fazit: Nur für „wahre“ Männer und solche, die das gerne wären.

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Film: Red Sparrow (2018)

So langweilig wie befürchtet.
Spionagethriller mit Jennifer Lawrence von Francis Lawrence. 141 Min.
Inhalt: Dominika Egorova (Jennifer Lawrence) ist eine disziplinierte und zu allem entschlossene Primaballerina in Russland, die nach einer Verletzung ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Um auch weiterhin für ihre Mutter sorgen zu können, lässt sie sich im Red-Sparrow-Programm der russischen Regierung zu einer Geheimagentin ausbilden. Die Ausbildung ist hart und führt sie mehrmals an ihre Grenzen, doch nachdem sie sie überstanden hat, soll sie den jungen amerikanischen CIA-Agenten Nathaniel Nash (Joel Edgerton) überwachen und in sein Leben treten um herauszufinden wer der wichtigste amerikanische Maulwurf in der russischen Politik ist. Doch schnell gerät das Geheimspiel zwischen Egorova und Nash aus den Gleisen und es ist nicht mehr klar wer hier eigentlich für wen arbeitet.
Der Film arbeitet mit Sex und Gewalt, mit Bond-Klischees und pseudorussischen Kulissen. Die Schauspieler sind okay, der Plot bietet jedoch keinerlei Spannung. Es gibt am Ende schon eine gut gemachte und überraschende Wendung, doch dafür zwei Stunden lang diese Schlaftablette auszuhalten zahlt sich nicht aus. Nein, dieser Film war eine große Enttäuschung.
Ich hätte mir mehr ein Katz-und-Maus-Spiel erwartet, mehr eine Unklarheit, wer genau welche Pläne verfolgt und für wen arbeitet, aber es war leider alles ziemlich klar und geradlinig.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Reisebericht: Mallorca 09/2018

Sodele, jetzt habe ich also auch diesen Ort auf meiner leider noch viel zu leeren Weltkarte mit einem X markiert.
Eigentlich hatte ich mich jahrelang dagegen verweigert, nach Mallorca zu reisen, dieser Party-Insel, zu Ballermann & Co. Vor ein paar Jahren habe ich dann jedoch eine interessante Dokumentation über das Tramuntana-Gebirge im Norden der Insel gesehen und seither hatte ich großes Interesse, einmal dorthin zu fahren. Das war absolut kein Fehler.
Im Mai / Juni haben wir dann ein Frühbucherangebot für ein All-Inclusive-Appartement gefunden. Was das ist? Wir waren zunächst auch sehr perplex, aber anscheinend gibt es da ein Ressort (Punta Reina in Cala Mandia im Süden), welches in direkter Nachbarschaft zum Club kleine Apartmenthäuser vermietet. Wir konnten also nun in so einem wohnen und alles machen, was der Club zu bieten hat.
Auch gegen All-Inclusive hatte ich mich jahrelang aus verschiedensten Gründen verwehrt, bis wir es 2014 in der Türkei ausprobierten. Ich war damals ganz positiv überrascht. Es fühlte sich an wie ein normales Hotel, Rezeptionisten und Kellner erkannten einen wieder, nur dass man halt jederzeit irgendwo irgendwas essen konnte. 2016 hatten wir auf Zypern ebenfalls eine positive Erfahrung damit gemacht. Schön war auch, dass das Essen an diesen beiden Orten täglich variierte, immer ein anderes Thema hatte. Dementsprechend haben wir auch nicht weiter nachgedacht, als wir hier nun dieses Angebot gefunden haben. Doch leider ist Punta Reina all das, was man immer wieder von All-Inclusive Clubs an Kritik hört: Touristenabfertigung am Fließband und komplett unpersönlich. Aber egal, das kann man ja ignorieren, man möchte sowieso den Kontakt zum Personal so klein wie möglich halten. Das Ressort war wie ein kleines Dorf, so eine große Anlage habe ich noch nie gesehen. Wir mussten bis zum letzten Tag immer wieder unseren kleinen „Stadtplan“ befragen, was denn wo sei. Das führte auch dazu, dass man kaum einen anderen Gast ein zweites Mal traf.
Aber beginnen wir von vorne, denn unsere Tochter hat einige Tage vor der Abreise Bronchitis bekommen und wir hatten schon mit dem schlimmsten gerechnet. Sie ist dann aber eh bald wieder gesund geworden und konnte den Urlaub genießen. Denn Punta Reina ist ein Kinderressort, mit vielen Spielmöglichkeiten, freundlichen Animationsleuten und täglich einer tollen Kinderdisko. Das würde man eigentlich sofort erkennen, wenn man sich auf der Homepage ein bisschen umschaut und war auch der Grund, weshalb wir uns schließlich dafür entschieden haben. Dennoch gab es genug kinderlose Pärchen dort, von denen nicht wenige sichtlich genervt von den Kleinen waren. Dafür habe ich jedoch überhaupt kein Verständnis, denn wenn man das nicht mag, soll man nicht in ein Ressort fahren, das mit Familien- und Kinderfreundlichkeit wirbt.
Für unsere Tochter war es also das Paradies. Aber wie war es für die Eltern? Auch toll, wenn man nicht auf die Details achtet und sich nicht über jede Kleinigkeit ärgert. Was mich aber sehr wohl wütend gemacht hat, war, dass unsere Magnetschlüsselkarten jeden (!) Tag kaputt waren. Das wäre nicht so schlimm, wenn ich da dann nicht regelmäßig durchs ganze Dorf laufen müsste. Aber okay, so hatte ich zumindest etwa Sport nach dem Essen.
Wir sind also inmitten eines Gewitters in Mallorca gelandet und hatten dann einen Tag Regen. Das war eh gut, so konnte sich unsere Tochter fertig auskurieren. Dann war schönes Wetter und wir wollten an den Strand gehen, der laut Beschreibung 300m vom Hotel entfernt sei, aber das war die Untertreibung des Jahrhunderts. Das Ressort war direkt am Meer, ja, aber auf einer Klippe. Man muss also steile Treppen runter steigen, was allein schon etwa 500m waren, und dann die angegeben 300m einem Pfad entlang folgen, um den Strand zu erreichen. Versteht mich nicht falsch, die Optik war super und das Wasser fantastisch, aber der Gehweg in Badesachen war nicht wirklich sicher.
Am ersten schönen Tag haben wir am Strand einen Schirm und zwei Liegestühle reserviert. Zu Mittag sind wir ins Hotel gegangen und am Nachmittag zurückgekommen, doch unser Platz war schon weiterverkauft worden. Wir hatten extra dem Manager informiert und unser Handtuch liegen lassen, doch das war dann einfach als „vergessen“ deklariert und ignoriert worden. Zum Glück waren noch andere Plätze frei und wir haben da dann einfach einen genommen, aber danach haben wir uns nie wieder so einen Platz reserviert.
Am ersten schönen Tag war auch das Wasser noch super, die restlichen Tage war es dann voll mit Quallen. Zum Glück haben wir an diesem einen Tag viel geschwommen, denn danach konnte man nicht mehr ins Wasser gehen. Dementsprechend haben wir uns auch keine Mühe gegeben, unserer Tochter die Wasserangst zu nehmen. Zumindest haben wir sie dazu gebracht, genau dort zu spielen, wo das Wasser noch ihre Füße erreicht, wodurch sie dann im Laufe des Tages eh ordentlich nass wurde.
Ein großes Problem des Ressorts war der Speisesaal. Nun, eigentlich zwei Probleme. Zunächst einmal gab es dort eine lästige Klimaanlage, was dazu führte, dass ich im Urlaub krank wurde. Aber die hat anscheinend alle gestört, denn die Gäste haben sich immer um jene Ecken gedrängt, wo die Klima am wenigsten zu spüren war. Ein zweites Problem war ein Fehler im System oder der mangelnde Hausverstand von manchen Touristen. Die Tische sind nämlich genau aufgestellt für 2, 3, 4 oder mehr Personen. Jetzt haben sich aber Pärchen regelmäßig auf 3er- oder 4er-Tische gesetzt und Familien mussten teilweise am Eingang warten, bis ein Tisch frei wurde, obwohl sehr viele 2er-Tische immer frei standen. Das Essen selbst war gut, keine Frage, aber halt jeden Tag das selbe, was schon irgendwann langweilig wurde.
Aber ich bin nicht der Typ, der 10 Tage am Strand rumliegt. Eines morgens habe ich mir ein Fahrrad geschnappt und bin in die nächste Ortschaft gefahren (Portocristo), dabei habe ich die Gegend erkundet und habe für meine Frau in einem größeren Supermarkt eingekauft, also zwei Fliegen mit einer Klappe. Mir gefällt diese karge mediterrane Landschaft sehr gut, mein Herz gehört ja auch Griechenland, aber ich weiß, dass das nicht jedermanns Sache ist.
Wir wollten auch einmal das Palma-Aquarium anschauen, doch als wir Distanz und Preis sahen, haben wir uns dagegen entschieden.
Was wir hingegen sehr wohl gemacht haben, war an einem Tag ein Auto zu mieten, um ins Tramuntana-Gebirge zu fahren, weshalb ich ja überhaupt nach Mallorca gekommen war. Wir sind also die Autobahn entlang quer über die Insel gefahren. Und wenn irgendjemand sagt, in Italien gäbe es viele Kreisverkehre, der soll mal hier herumfahren. Auf Mallorca sind sie auch noch extra gewöhnungsbedürftig, weil du immer mehrspurig rein- und rausfährst. Jedenfalls sind wir nach Valldemossa gefahren, einem traumhaften Ort in einem malerischen Tal. Wer nach Mallorca reist, sollte dort unbedingt mal spazieren gehen. Außerdem war das dort die Urlaubsresidenz von Chopin, dem Lieblingskomponisten meiner Frau, weshalb die ja auch sehr froh war, dort hinzufahren. Anschließend sind wir noch auf der Gebirgsstraße an der Nordseite herumgefahren, als wo die bewaldeten Berghänge direkt ins Meer abfallen. Laut Landkarte hätte es dort mehrere Panoramapunkte geben sollen, doch dem war nicht so. Es gab zwischen den Orten keine (!) einzige Stelle, an der man stehen bleiben und die Aussicht genießen hätte können. Aber allein vom Fahren kann ich sagen, dass das Tramuntana-Gebirge wunderschön ist. Wir sind dann noch durch das Dorf Esporles gefahren und da dachte ich, wir wären jetzt in Meran, Südtirol. Habsburger Urlaubsorte schauen halt überall gleich aus. Am Nachmittag haben wir dann noch einen Abstecher nach Palma gemacht. Das ist eine schöne Stadt mit einem interessanten historischen Zentrum. Da einmal durchzuspazieren zahlt sich auf jeden Fall aus.
Am nächsten Tag hat es dann weit draußen überm Meer ein Gewitter gegeben, weshalb das Wasser abkühlte und die Quallen verschwanden. Dazu kamen noch rießige Wellen. Da stellte sich dann die Frage, wer in unserer Familie das eigentliche Kind ist. Aber es ist einfach so toll in eine große Welle hineinzutauchen oder mit einer mitzuschwimmen.
Mehr gibt es eigentlich nicht zu berichten. Obwohl ich jetzt hier auch viele negative Dinge aufgezählt habe, war der Urlaub gesamt betrachtet wirklich toll und ich bin froh, Mallorca endlich einmal besucht zu haben. Meine Empfehlung bekommt die Insel auf jeden Fall. Ob ich zurückkommen werde? Naja, es gibt nichts mehr auf der Insel, das ich sehen möchte. Sie ist für mich abgeschlossen. Aber wenn ich mal nur Urlaub machen möchte, eine Woche entspannen, warum nicht?

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Spiel: Isle of Skye – Erweiterung „Druiden“ (Lookout Spiele)

Tolle Erweiterung für ein tolles Spiel.
Von Alexander Pfister und Andreas Pelikan (ca. 45-90 Min.; 2-5 Spieler)
Im Gegensatz zur ersten Erweiterung Wanderer verändert diese Erweiterung jetzt das Grundspiel nicht. Isle of Skye bleibt mit den Druiden ein gemütliches mittel-strategisches Legespiel. Die Druiden führen einen neuen Markt ein, den man zusätzlich aufsuchen kann, um dort Plättchen zu kaufen. Manche Plättchen sind wie jene aus dem Beutel, andere hingegen geben dem Spieler Steintafeln, die ab jetzt spezielle Sonderfunktionen gewähren, die zu einem interessanten asymmetrischen Spielerlebnis führen.
Die Erweiterung bringt mit dem Markt und den neuen Plättchen zwar viel Material, aber belässt die Atmosphäre und den Stil des Spiels. Ich habe mit Spielern gespielt, denen die Wanderer nicht gefallen haben und die waren jetzt von den Druiden begeistert. Es kann aber natürlich mit der Wanderer-Erweiterung kombiniert werden, was auch sehr interessant ist, da man ja jetzt durch den Markt mehr Plättchen bekommt, wodurch der Wanderer längere Züge machen kann.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Isle of Skye – Druiden (2. Erweiterung)
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Buch: Da Silva, Sylvie – Lissabon. Das Kochbuch

Kochbücher sind immer etwas Tolles.
Hier nun haben wir eine Sammlung von ca. 100 Rezepten aus Lissabon, untermalt mit netten Details zur Stadt, falls man sich als Tourist einmal dort kulinarisch verwöhnen lassen möchte. Zwischen den Rezepten gibt es auch immer wieder kleine Informationsblöcke über Kultur und Geschichte von Lissabon, immer passend zu den jeweiligen Speisen. Vor allem aber geht es hier natürlich um die Rezepte, die laut Autorin „authentisch“ aus Lissabon stammen. Das sei einmal so dahingestellt, denn ein Freund von mir aus Porto meinte etwa, dass „Das Kalbfleisch nach Lissaboner Art“ (S. 88) eigentlich eine Spezialität aus Porto sei. Das ist aber nicht weiter wichtig, so lange die Rezepte passen. Und das tun sie auf jeden Fall. Sie sind verständlich und übersichtlich gestaltet, jeweils auf einer Doppelseite inklusive eines großformatigen Fotos. Die Rezepte sind einfach zum Nachkochen und benötigen dankenswerterweise keine schwer auffindbaren exotischen Produkte. Die Fotos haben allesamt eine hohe Qualität und laden dadurch zum Schmökern ein, regen allein bei ihrem Anblick schon den Appetit an.
Am Ende des Buches gibt es auch zwei gut gestaltete Register, damit man die einzelnen Rezepte rasch findet. Eines mit den deutschen Namen, eines mit den portugiesischen.
Besonders hervorheben möchte ich die Haptik des Buchs. Das Hardcover fühl sich aufgrund der Rillen wie eine Fliesenwand an, sind diese doch, als „Azulejo“ bekannt, eine typische und berühmte Kunstform Portugals. Man stöbert als im Buch und fühlt ständig diese Fliesen, was ein ganz eigenes Erlebnis bietet.
Speziell möchte möchte ich neben dem bereits genannten „Kalbfleisch nach Lissaboner Art“ (S. 88) die tollen Fischrezepte und als Dessert die „Kamelspucke“ (S. 127) empfehlen. Aber auch alle anderen Rezepte sind ein Versuch wert.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Lissabon – Das Kochbuch: Authentische Rezepte aus Portugals Hauptstadt
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Film: Deadpool 2 (2018)

Netter Film mit einigen sehr gelungenen Witzen.
Sci-Fi-Superheldenfilm mit Ryan Reynolds von David Leitch. 120 Min.
Inhalt: Deadpool sinnt auf Rache, nachdem seine Liebste ermordet wird und lernt dabei den Wert einer Familie kennen.
Ich spreche am besten über diesen Film, indem ich ihn mit dem ersten Teil vergleiche:
Teil 1: Die Story war interessant und die Action toll. / Teil 2: Die Story hat mich hier kaum überzeugt, konnte mich nicht wirklich fesseln, aber die Action war dafür echt toll.
Teil 1: Die Interaktion der beiden X-Men mit Deadpool war das einzig Witzige im Film (für mich). / Teil 2: Dieser Aspekt war hier leider gar nicht mehr witzig, aber dafür waren all die gelungenen Seitenhiebe auf DC, Marvel und die verschiedenen Studios sehr lustig.
Ich bin kein Fan vom ersten Teil und das hat sich auch hier nicht geändert. Ich kann leider mit diesem Humor und dieser Optik nicht viel anfangen. Der Film hat einige gute Momente und bietet daher auch eine nette Unterhaltung, aber er hat mich keineswegs umgehauen oder irgendwie fasziniert.
Fazit: Für Fans des ersten Teils vielleicht.

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Spiel: How to rob a Bank (Jumbo)

Nettes semikooperatives Programmierspiel mit großem Glücksfaktor.
Von Prospero Hall (ca. 30 Min.; 2-4 Spieler)
Dieses Spiel hier hat ein interessantes Thema, eine hohe Produktionsqualität und einen spannenden Mechanismus, aber leider ein brutales Glückselement. Zwei bzw. Drei Spieler versuchen gemeinsam eine Bank auszurauben, deren Wachen von einem anderen Spieler geführt werden, daher semikooperativ. Jeder Spieler legt dabei eine Aktionskarte vor sich hin, führt die Aktion aber nicht aus. Reihum legen alle Spieler fünf Karten aus und erst dann werden diese der Reihe nach ausgeführt, können da dann nicht mehr geändert werden, Programmierung eben. Das klingt grundsätzlich alles nett, spannend und lustig. Das Problem beginnt jedoch schon beim Aufbau des Spielfeldes. Die neun Plättchen werden nämlich zufällig hingelegt und da kann es dann passieren, dass dadurch schon das Spiel entschieden ist, wenn etwa die Bankräuber eingesperrt sind oder umgekehrt die Geldsäcke direkt neben ihnen liegen. Ein zweiter Glücksfaktor sind die Handkarten. Es werden nämlich jede Runde von den 15 nur 8 zufällig gezogen und wenn diese keinen guten Mix an Bewegung und Aktionen darstellen wird es sehr schwierig, beinahe unmöglich. An sich wäre das kein Problem, wenn es gleichmäßig auftreten würden, das tut es aber nicht. Haben die Bankräuber eine schlechte Startposition, gibt es genug Karten das wettzumachen, nicht zuletzt die Flucht durch den Lüftungsschacht. Die Wachen tun sich da viel schwerer. In all unseren Partien hatten die Bankräuber bereits in der zweiten Runde genügend Geldsäcke gestohlen, um zu gewinnen. Die dritte Runde, welche laut Regeln die letzte wäre, wurde gar nie gespielt und die Wachen haben kein einziges Mal gewonnen.
Daher haben wir ein paar Hausregeln eingeführt, um die Wachen zu stärken:
1) Nachdem das Spielfeld korrekt ausgelegt wurde, darf der Bank-Spieler entweder zwei Plättchen austauschen oder zwei Plättchen beliebig drehen.
2) Der Bank-Spieler erhält jede Runde 10 statt 8 Karten.
3) Die dritte Runde wird nach den normalen Regeln gespielt, falls die Räuber noch 2 oder mehr Geldsäcke stehlen müssen. Ansonsten ebenfalls nach unseren Hausregeln.
Das hat (bei uns zumindest) dazu geführt, dass der Bank-Spieler auch ein paar Mal gewonnen hat.
Das Spiel ist recht einfach mit einem interessanten interaktiven Mechanismus, der jedoch für manche Spieler zu glückslastig sein wird.
Fazit: Empfehlenswert (mit unseren Hausregeln)

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Buch: Liu, Cixin – Weltenzerstörer

Ein spannende Novelle von einem interessanten Autor.
Inhalt: Eines Tages erscheint auf der Erde ein seltsamer Kristall. Das Objekt stammt aus den Tiefen des Weltalls, und enthält nur eine einzige Botschaft: „Alarm! Alarm! Der Weltenzerstörer kommt!“ Ein gewaltiges Raumschiff ist unterwegs zur Erde und hat nur ein Ziel, nämlich die Ausbeutung und Auslöschung des ganzen Planeten. Was kann die Menschheit dagegen tun?
Ich lese immer wieder gerne Novellen oder Kurzgeschichten, die kann man meistens nämlich gemütlich an einem Nachmittag abschließen, etwa im bequemen Polstersessel sitzend, wenn es draußen regnet oder vom Sonnenschirm geschützt am Strand. Diese hier war perfekt dazu geeignet, da sie einfach spannend ist, interessante Charaktere hat und auch zum Nachdenken, zum Philosophieren anregt.
Vom selben Autor stammt auch die Trisolaris-Reihe und wer die gelesen hat, wird da einige Parallelen entdecken, geht es doch im Kern um ein und dieselbe Frage, nur eben mit unterschiedlichen Parametern und dementsprechend anderen Antworten.
In diesem Buch findet man zusätzlich zur eigentlichen Novelle neben jeder Menge Anmerkungen und Erläuterungen auch einen kleinen interessanten Aufsatz über das Wesen der „chinesischen Science-Fiction“ von Xia Jia sowie eine Leseprobe für den dritten Band der Trisolaris-Reihe. Es sei als Warnung nochmal angebracht, dass diese zusammen die Hälfte dieses 122-Seiten starken Büchleins ausmachen. Die eigentliche Novelle endet auf Seite 71. Ich möchte das nur extra erwähnen, damit es keine falschen Vorstellungen gibt.
Fazit: Lesenswert.

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Weltenzerstörer: Novelle
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Film: Jurassic World 2 – Das gefallene Königreich (2018)

Eine coole Idee gut umgesetzt.
Action / Abenteuer mit Chris Pratt von Juan Antonio Bayona. 130 Min.
Inhalt: Da die Insel der Dinosaurier von einem Vulkanausbruch bedroht wird, beschließt man, die Dinosaurier zu retten. Skrupellose Geschäftsleute haben jedoch andere Pläne und dann bricht das Chaos aus.
Irgendein Produzent hat vermutlich gesagt: „Ich will Dinosaurier, die in so einer Villa rumlaufen, in so einem riesigen Anwesen. Klassischer Horror trifft Jurassic Park.“ Die Idee ist im Team anscheinend gut angekommen und dann hat man ein Drehbuch da drum herum geschrieben. Das ist auch ziemlich gut gelungen. Der Vulkanausbruch ist halt eingebaut worden, um einen Grund zu haben, die Dinosaurier in diese Villa zu verfrachten. Der Anfang des Films hat mich auch dementsprechend nicht wirklich überzeugt, aber dann die Szenen in der Villa sind schon cool gemacht. Der Film war spannend, hat mich gut unterhalten und bietet ein zufriedenstellendes Ende, das Vorfreude auf einen dritten Teil weckt. Was nicht zuletzt an den guten Schauspielern liegt und den interessanten Charakterentwicklungen.
Fazit: Sehenswert.

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