Film: The Boss (2016)

Naja, es gibt bessere Komödien. Viele sogar.
Komödie mit Melissa McCarthy von Ben Falcone. 104 Min.
Inhalt: Nachdem die extrem erfolgreiche Unternehmerin Michelle Darnell beim Handeln mit Insiderinformationen erwischt wird, wandert sie direkt ins Gefängnis. Wieder auf freiem Fuß, will sie sich der Welt nun als ehrbar und rechtschaffen präsentieren – als die Sünderin, die aus ihren Fehlern gelernt hat. Doch die Chefin steckt noch in ihr und alte Angewohnheiten schwinden nicht einfach. Außerdem ist nicht jeder, der von Michelle damals aufs Kreuz gelegt wurde, bereit, einfach so zu vergeben und zu vergessen.
Nicht die Schauspieler sind das Problem in diesem Film, denn Melissa McCarthy spielt so gut wie immer, ebenso Kristen Bell und Peter Dinklage. Nein, das Drehbuch und die seltsamen Witze geben einfach nicht genug her. Selbst der talentierteste Schauspieler hätte hier kaum etwas rausgeholt. Vielleicht muss man dem Regisseur die Schuld geben, dass er zu sehr an seiner Vision festhielt und den Schauspielern keinen kreativen Einfluss ermöglichte. Aber der Film ist es nicht wert, dass man sich zu viele Gedanken darüber macht. Das Ende ist vorhersehbar und der Humor ist nicht witzig genug, um bis dorthin durchzuhalten. Wenn wenigstens die Women-Empowering-Message ordentlich durchgedrungen wäre, aber selbst die fällt total flach.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Gedankensprung: Ausblick Star Trek Discovery Staffel 2

Jetzt ist er also draußen, der Trailer für die zweite Staffel von Star Trek Discovery, die im Jänner 2019 anlaufen soll. Ich mache mir jedoch große Sorgen.
Es ist kein Geheimnis, dass mir die erste Staffel so gar nicht gefallen hat. Natürlich hat man immer die Hoffnung, dass der nächste Teil, die nächste Staffel, die nächste Version besser wird. Aber nach diesem Trailer schwant mir Übles. Er wirkt so, als hätten sich die Macher umgesehen, die Kritik an der ersten Staffel ignoriert und einfach geschaut, warum andere so erfolgreich sind. Anstatt sich endlich auf die Wurzeln zurückzubesinnen, geht man auf Diebstour und klaubt überall das zusammen, was man für „cool“ hält.
Was für Elemente sind mir im Trailer nun genau aufgefallen?
1) Musik: Guardians of the Galaxy lässt grüßen.
2) Humor: The Orville lässt grüßen. Ein Witz im Trailer scheint sogar 1:1 von The Orville übernommen worden zu sein.
3) Timeline: Sie treffen also die Enterprise. Nun gut, man muss ja die Fans irgendwie bei Laune halten und wenn die Qualität der Serie dazu nicht reicht, verwendet man eben solche billigen Tricks. Zum Glück sind nicht Kirk & Co. dort, sondern Pike, als er noch ein Commander war. Das klingt ja schon mal interessant, aber auch seltsam. Denn Discovery sollte ja 10 Jahre vor der originalen Serie spielen, also ca. im Jahre 2255. Pike ist da aber, laut dem offiziellen Kanon, Captain der Enterprise, nicht Commander. Das ist ein kleines Detail am Rande. Sein Zweiter Offizier und Wissenschaftsoffizier war damals Lieutenant Commander Spock, der ja, um bei billigen Tricks zu bleiben, eine Art Adoptivbruder von Michael Burnham ist, dem Hauptcharakter in Star Trek Discovery. Und wenn wir dem Trailer glauben können, erzählt die zweite Staffel von Star Trek Discovery von einer Mission, Spock zu retten. Der hat zu diesem Zeitpunkt, laut dem offiziellen Kanon, die Flottenakademie gerade einmal ein Jahr verlassen.
Was die Timeline betrifft, klingt das ja mal nicht so schlimm, aber das Potenzial ist sehr groß, hier wirklich viel Mist zu bauen, viele Fehler zu machen. Anstatt der Enterprise mit ihrer Crew samt entsprechenden Fettnäpfchen einfach aus dem Weg zu gehen, steuert die Serie direkt darauf zu. Ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie viel Fangeschrei es geben wird, dass dieses mit jenem nicht zusammen passt und sowieso alles falsch ist.
Naja, schauen werde ich die Serie trotzdem.

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Spiel: Yamatai (Days of Wonder)

Tolles Spiel mit einer großen Schwäche.
Von Bruno Cathala und Marc Paquien (ca. 40-80 Min.; 2-4 Spieler)
Eigentlich ist das hier vom Material, Thema und Mechanismus her ein richtig tolles Spiel, das mir echt gut gefällt. Wir versuchen Schiffe in der richtigen Farbe gezielt zu positionieren, um dann auf Inseln Gebäude errichten zu können. Denn Gebäude können nur gebaut werden, wenn die Schiffe um diese Insel herum eine bestimmte Farbkombination ergeben. Das Legen der Schiffe erfolgt jedoch nach bestimmten Regeln und es ist gar nicht so einfach, überhaupt die richtigen Farben zu bekommen. Dazu kommen noch coole Spezialisten, die dir sehr schöne Spezialfunktionen geben. Die Gebäude geben dir Punkte und Boni abhängig von der Nachbarschaft und dem Terrain.
Das Spiel ist wirklich toll und es gibt immer viel zu beachten. An sich gefällt mir ja dieses puzzleartige Element sehr gut, dass du eben genau überlegen musst, welche Schiffe du zu Beginn nimmst, wie und wo anlegst und welches Gebäude du damit dann bekommst. Auch die verschiedenen Fähigkeiten, die du einsetzen kannst, sind sehr interessant. Das Problem ist jedoch die Analyse-Paralyse. Da der Spieler, der direkt vor dir an der Reihe ist, nochmal alles verändern kann, ist es beinahe sinnlos im Voraus groß Pläne zu schmieden. Man kann sich überlagen, was man gern hätte, aber erst wenn man selbst wirklich an der Reihe ist, kann man damit beginnen, die Situation zu analysieren. Da man aber bei so einem Spiel bei jedem Zug das Maximum an Punkten herausholen möchte, da man sonst ziemlich schnell zurückfällt, entsteht sehr oft eine Analyse-Paralyse. Das führt natürlich zu einer sehr großen Downtime, da die nächsten Spieler ja erst planen können, wenn sie selbst dran sind. Ich kann mir jedoch durchaus vorstellen, dass bei erfahrenen Spielern, die das Spiel schon öfters gespielt haben und es also kennen, die einzelnen Züge schneller gehen.
Dieses Spiel wurde als Nachfolger von Five Tribes präsentiert. Ich verstehe, warum es diese Bezeichnung erhalten hat, meiner Meinung nach aber steht es diesem hinten nach. Mir gefällt Five Tribes eindeutig besser und würde das auch jederzeit spielen, während ich für Yamatai die richtige Gruppe zum richtigen Zeitpunkt benötige. Yamatai ist nicht schlecht, absolut nicht, es kann jedoch extrem mühsam werden, wenn viel Analyse-Paralyse zu viel Downtime führt.
Was hingegen sehr wohl bei diesem Spiel kritisiert werden muss, ist das Regelwerk (auf Deutsch). Ja, so etwas schlechtes habe ich selten in der Hand gehabt. Viel wird schwammig erklärt, manche Details muss man selbst zwischen den Zeilen herauslesen und interpretieren. Nein, absolut inakzeptabel.
Fazit: Empfehlenswert.

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Yamatai
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Buch: Simmons, Dan – Endymion (Endymion 1)

Ich bin etwas irritiert.
Endymion ist die großartige Fortsetzung der Hyperion-Gesänge. Wenn man jene nicht gelesen hat, wird man hier verloren sein. Weshalb aber bin ich irritiert, wenn es doch großartig ist? Nun, das Ende.
Mittlerweile habe ich sehr viel von Dan Simmons gelesen und ich habe immer davon geschwärmt, wie er mit Sprachwissenschaft und Literaturgeschichte spielt. Das ist hier nicht der Fall. Dieses Manko bemerkt man jedoch erst sehr spät, weil der Plot so spannend und die Charaktere so interessant sind. Tatsächlich habe ich selten so einen sympathischen und greifbaren Hauptcharakter wie hier mit Raul Endymion erlebt. Speziell die Szene zu Beginn, als er seinen abstrusen Auftrag erhält, zählt für mich zu denen besten Momenten, die ich je gelesen habe.
Das Buch ist ein tolles Space-Abenteuer, in welchem Raul und seine Gefährten vor Pax fliehen, der zu ungeheurer Macht gelangten Katholischen Kirche, und dabei durch ein uraltes Portalsystem von Planeten zu Planeten reisen. Das ist das eigentlich großartige an diesem Buch, wie der Autor diese sehr verschiedenen und sehr kreativen Planeten erschafft. Das ganze Universum dieser Bücher ist allgemein ein sehr interessanter Ort.
Raul, der Erzähler, greift in seinen Gedanken immer vor und gibt dem Leser kleine Informationsstücke über das, was noch kommen mag. Das ist natürlich ein guter Trick, den Plot spannend und die Leserschaft an der Leine zu halten. Doch dann kommt das Ende und man merkt, dass alle diese Dinge erst im Folgeband erzählt werden. Da bin ich dann schon etwas irritiert und genervt zurückgeblieben. Naja, es gibt schon einen Grund, weshalb die beiden Endymion-Bücher heute nur noch als Sammelband verkauft werden. Aber wenn ich mir die Dicke des zweiten Teils anschaue, frage ich mich, wie er all diese versprochenen Dinge einbauen will. Nun, nicht wundern, sondern lesen. Also ran ans nächste Buch (nach einer kleinen Pause).
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Endymion: Zwei Romane in einem Band
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Film: Rampage (2018)

Was für’n Schrott.
Action mit Dwayne Johnson von Brad Peyton. 115 Min.
Inhalt: Mit seinen Mitmenschen kommt der renommierte Primatenforscher Davis Okoye (Dwayne Johnson) nicht besonders gut zurecht, mit dem Gorilla George hingegen schon. Okoye hat den außergewöhnlich intelligenten Silberrücken aufgezogen, seit dieser ein kleines Affenbaby war, und die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft. Doch dann geht eines Tages ein illegales Genexperiment gehörig schief und der eigentlich so sanftmütige George mutiert zu einem gewaltigen, wildgewordenen Monster. Auch andere Tiere wurden in wilde Bestien verwandelt und sorgen ebenso wie George für Tod und Zerstörung. Okoye schließt sich mit einer Gentechnikerin zusammen um ein Gegenmittel zu entwickeln, das die Tiere wieder zurückverwandelt, was sich inmitten des ganzen Chaos jedoch als ziemlich schwierig herausstellt.
Ich wollte bei diesem Film bereits nach zehn Minuten wieder aussteigen und das hat zwei Gründe:
1) Vor nicht allzu langer Zeit hat Dwayne Johnson in Jumanji mitgespielt, wo auf gelungene Weise kritisiert wird, dass Frauen immer halbnackt durch den Dschungel laufen, während Männer perfekt gekleidet sind. Und hier nun ist genau das wieder der Fall und wird als völlig normal hingestellt.
2) Ein bisschen Recherche bei der Darstellung von Wissenschaftlern und Gorillas hätte nicht geschadet.
So, nachdem ich also nach diesen zwei Szenen nicht aufgehört habe zu schauen, ist es eigentlich nicht besser geworden. Die Darstellung der Bösewichte war lächerlich, der Plot banal und die Schauspieler schlecht. Weshalb Dwayne Johnson bis zum Ende sich bemüht hat gut zu spielen, weiß ich nicht, denn er konnte diesen Film nicht mehr retten. Die Animationen und die Action generell haben mir auch nicht wirklich gefallen. Im Grunde hat man einfach drei Monster (King Kong, Godzilla und Riesenwolf) aufeinander gehetzt. Wenn man das drum herum weggelassen und sich auf diesen Dreikampf konzentriert hätte, wäre vielleicht sogar ein interessanter Monsterfilm draus geworden, aber so ist das ein ziemlich langweiliger Film geworden.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Gedankensprung: Spiel des Jahres 2018

Wow, was für ein Schrottjahr.
Okay, das ist jetzt schon ein bisschen brutal ausgedrückt, aber das ist einfach meine Gefühlslage, wenn ich mir das hier so anschaue. Letztes Jahr hatte ich mich nach Einblick in die Nominierungsliste entschieden, sämtliche Spiele bis zur Preisverleihung zu spielen und auf meinem Blog zu präsentieren. Dieses Jahr habe ich diesen Plan hingegen sofort abgebrochen, weil ich die Hälfte der Nominierten als lächerlich empfinde. Nicht, dass es schlechte Spiele wären, aber für so einen Preis nominiert?!

Spiel des Jahres:

Azul hat einen Favoritensieg eingefahren. Es gab für mich nie einen Zweifel, dass dieses Spiel gewinnen würde, denn es ist einfach super. Luxor kenne ich leider nicht, würde ich aber sehr gerne mal spielen, da es einen sehr einzigartigen und innovativen Handkartenmechanismus hat.
Der dritte Nominierte The Mind ist KEIN Spiel. Das ist eine Aktivität, die wir früher beim Theater vor den Aufführungen zum Aufwärmen gemacht haben. Ich kann ja akzeptieren, dass man das als Spiel verpackt und Geld verdienen möchte. Es ist ja auch schön gestaltet. Aber nie und nimmer hat so etwas verdient für diesen Preis nominiert zu werden.

Kennerspiel des Jahres:

Heaven & Ale hätte gewinnen sollen, ist es doch ein geradliniges Strategiespiel, auch wenn immer wieder kritisiert wird, dass das Thema nur draufgeklebt ist. Doch stattdessen hat Die Quacksalber von Quedlinburg gewonnen. Nein, das verstehe ich nicht. Dieses und Ganz schön clever sind nette Spiele, beinhalten aber einen derart hohen Glücksfaktor, dass sie in meinen Augen überhaupt nichts mit der Kategorie „Kennerspiel“ zu tun haben.

Warum war das heuer aber so? Wenn ich dem glauben kann, was ich an mehreren Stellen gelesen und gehört habe, dann ging es der Jury dieses Jahr speziell darum, Regelhefte zu prämieren. Anscheinend sind sie in den letzten Jahren immer frustrierter geworden, weil Regelhefte anscheinend immer schlechter werden. Daher haben sie dieses Jahr Spiele mit schlechten Regelheften erst gar nicht probiert und somit auch gar nicht in Erwägung gezogen, selbst wenn das Spiel noch so super wäre. Diese Idee finde ich eigentlich super und mit diesem Hintergrund betrachtet finde ich die Nominierungsliste auch wieder voll in Ordnung. Nur, wenn das wirklich der Grund ist, hat die Jury eine sehr schlechte Arbeit geleistet, das zu kommunizieren.

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Spiel: Dragon Master (Pegasus)

Nettes minimalistisches 2-Spieler-Spiel.
Von Reiner Knizia (ca. 10 Min.; 2 Spieler)
Nach Hanamikoji, Okiya und The Fox in the Forest haben wir hier das nächste 2-Personen-Spiel, das mit minimalem Material und minimalen Regeln auskommt. Das ist genau die Art von Spielen, die mir zurzeit sehr gut gefallen. Schnell, einfach, aber doch strategisch.
In diesem Spiel sitzen sich die Spieler nicht gegenüber, sondern 90 Grad ums Eck, denn ein Spieler schaut auf die horizontalen, der andere auf die vertikalen Reihen. Reihum legt jeder eine Karte, wobei er seine Reihen so wertvoll wie möglich machen möchte, die des Gegners hingegen so wertlos wie möglich. Dabei gilt natürlich, dass jede Karte immer für beide Spieler zählt.
Das Spiel bietet einen sehr interessanten Fluss und stellt die Spieler ständig vor interessante Dilemmata. Da es sehr schnell geht, spielt man immer best-of-3. Das ist auch der Grund, warum es mir gut gefällt: es ist kurz. Die Mechanik ist nett, würde es sich aber in die Länge ziehen, denke ich nicht, dass es mich fesseln würde. Das Sprichwort „in der Kürze liegt die Würze“ trifft hier perfekt zu.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Katzenbach, John – Die Anstalt

Jetzt habe ich es also endlich gelesen, jenes Buch, das bereits eine gefühlte Ewigkeit in meinem Bücherturm gewartet hat.
Inhalt: Vor zwanzig Jahren, als junger Mann, ist Francis Petrel gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Mehrere Jahre hat er dort zugebracht – bis die Anstalt nach einer Mordserie geschlossen wurde. Noch immer hört Francis Stimmen, nimmt Medikamente. Die Erinnerung an die traumatischen Geschehnisse von damals ängstigt ihn, und er beginnt aufzuschreiben, was er erlebt hat – mit Bleistift, auf den Wänden seiner Wohnung. Wer war der mysteriöse „Engel des Todes“, der damals sein Unwesen trieb? Gibt es ihn überhaupt? Oder existiert er nur in Francis’ Schreckensphantasien?
Ich bereue es nicht so lange gewartet zu haben. Hingegen bereue ich es, das Buch überhaupt aufgemacht zu haben. Denn einen Krimi über 750 Seiten spannend zu halten ist sehr schwer und hier leider missglückt. Es hätte dem Buch gut getan, wenn es um 200 bis 300 Seiten gekürzt worden wäre. Allgemein bin ich kein großer Freund von Psychothrillern, aber ich gönne mir schon mal einen, wenn er denn auch gut ist. Das hier war leider ein Fehlgriff. Die Anstalt ist einfach nur langweilig, immer wieder kehrende Dialoge ohne Sinn, manche Passagen zu ausführlich und langatmig beschrieben, ein zäher Plot und eine nicht zufriedenstellende Auflösung am Ende.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Serie: 13 Reasons Why – Staffel 2

Manchmal sind Geschichten nach einer Staffel erzählt und dann sollte man aufhören.
Hier geht es nun darum, dass durch eine Gerichtsverhandlung der wahre Schuldige für die Begebenheiten in der ersten Staffel gefunden werden soll. Naja, eigentlich geht es bei der Gerichtsverhandlung darum, ob die Schule verantwortlich war oder nicht. Dabei bekommt jeder, der in der vorigen Staffel durch die Kassetten beschuldigt wurde, die Gelegenheit, öffentlich seine Sicht der Dinge zu präsentieren. Was interessant klingt, entpuppt sich dann doch als ziemlich langweilig. Diese zweite Staffel konnte mich zu keinem Zeitpunkt fesseln, Clay Jensens Halluzinationen waren sowieso nur lächerlich. Sie ist noch mehr als die erste Staffel für Eltern und Lehrer gedacht, um aufzuzeigen, wie viel zwischen Kindern und Jugendlichen passiert, von dem die Erwachsenen gar nichts mitbekommen. Alles kommt in der vorletzten Folge zu einem vorhersehbaren Ende, die vorherigen Folgen musste man dafür gar nicht schauen. Die letzte Folge dann war von den Machern ursprünglich wohl anders geplant und nach der heftigen Kritik an der ersten Staffel abgeändert worden. Ich habe sogar das Gefühl, dass ein Großteil der zweiten Staffel anfangs dafür geplant gewesen war.
Ich nehme das Wort „unnötig“ eigentlich ungern in den Mund, aber hier trifft es leider zu. Die durchaus spannende erste Staffel mit interessanten Charakterentwicklungen bot einen zufriedenstellenden Abschluss. Eine zweite Staffel war nicht nötig, weil es dazu eigentlich nichts mehr zu sagen gibt. Die Story wird einfach weitergezogen, mühselig in die Länge gestreckt, ohne dem Publikum irgendwas neues, relevantes oder zumindest interessantes zu geben. Die letzte Folge hätte man sich komplett sparen können, war doch alles schon in der vorletzten erzählt und die letzte diente nur noch dazu, einen Cliffhanger für die dritte Staffel zu haben.
Fazit: Sollte man nicht schauen und für mich ist diese Serie nun zu Ende.

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Film: Braut Sabina (Originaltitel: Келинка Сабина) 1 (2014) + 2 (2016)

Komödie aus Kasachstan. Aber nur lustig, wenn man den Hintergrund kennt.
Komödie mit und von Nurtas Adambay. 103 Min.
Inhalt: Der Film erzählt vom Schicksal des Stadtmädchens Sabina, die sehr gerne einen arabischen Scheich heiraten und nach Dubai ziehen möchte. Doch ihr Leben ändert sich drastisch, als sie vom Hirten Zhanibek ins Dorf Zhugery entführt wird. Die beiden heiraten und Sabina denkt nur noch über ihre Flucht nach, während sie die lokalen Traditionen lernen muss.
Zunächst wird man mal geschockt, dass Sabina eigentlich ein männlicher Schauspieler ist, der eine Frau spielt. Das würde eigentlich überhaupt keinen Sinn machen, wenn man nicht wüsste, dass dieser Film auf der Sketch-Comedy-Serie KZlandiya basiert, der Bullyparade von Kasachstan. In diesem Sinne ist das also voll in Ordnung und er spielt ja auch sehr lustig.
Die zweite Information ist, dass in Zentralasien früher Frauen einfach entführt und zwangsverheiratet wurden. Die Familie der Frau wurde dann vor vollendete Tatsachen gestellt und mit irgendwelchen Geschenken entschädigt. Heutzutage kann das in ländlichen Gegenden schon noch vorkommen, aber dann weiß die Frau normalerweise bereits, dass sie entführt werden wird, sie spielt einfach bei der Tradition mit. Während es in Kasachstan wirklich nur noch eine traditionelle Aktion mit vorherigem Einverständnis ist, ist Brautraub in Kirgistan auch heute noch ein soziales Problem. Doch dieser Film stammt ja aus Kasachstan, nicht aus Kirgistan und daher kann man so etwas hier ganz unbefangen und humoristisch in einem Film bearbeiten.
In diesem Film geht es also um ein reiches, verwöhntes Stadtmädchen, das gezwungen wird, auf einem schäbigen Bauernhof zu leben. Diese Prämisse garantiert einige lustige Momente, wobei ich mir nicht sicher bin, ob Seher, die von der kasachischen Kultur nichts wissen, auch wirklich bei jeder Szene lachen können. Es gibt aber genug Szenen, die über die kulturellen Grenzen hinausgehen, wenn sie etwa mit Kreide auf einer alten Metallwand sehnsüchtig ein Facebook-Profil hinaufmalt und dann mit der Nachbarin, einer ebenfalls entführten Braut, dort chattet.
Die Moral am Ende des ersten Teils hätte in Hollywood nicht besser produziert werden können, aber es ist eine Komödie, also kann man da drüber hinwegblicken, denn bis dahin war es ein großer Spaß.
Der zweite Teil ist dann nicht mehr so witzig, weil die Prämisse ja nicht mehr funktioniert. Er bietet aber doch noch einige nette Szenen und es ist durchaus interessant zu sehen, wie sich die Charaktere entwickelt haben. Hier kämpft das Dorf gemeinsam gegen eine Ölfirma, was durchaus aktuell in Kasachstan ist.
Fazit: Auch wenn kein überragender Film bietet er sich gut an, um das ländliche Kasachstan auf lockere Art kennenzulernen.

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