Gedankensprung: Alltagsrassismen beim Medienkonsum

Ich habe da jetzt das Wort „Alltagsrassismen“ im Titel verwendet, bin mir aber nicht sicher, ob es schon der geeignete Begriff ist. Was ich damit meine ist eine Beobachtung, die ich schon seit mehreren Jahre mache. Immer wieder etwas unterschwellig bekomme ich das im erweiterten Bekannten- und Kollegenkreis mit, ganz eklatant war es damals, als ich im Kino gearbeitet habe und an der Kassa viel Kundenkontakt hatte.
Beginnen wir zunächst bei dem, was eindeutig kein Rassismus ist, der kommt nachher. Immer wieder, wenn mehrere Filme zur Auswahl stehen, die man schauen könnte und einer davon aus Deutschland stammt, ist dies der erste, der ausgeschlossen wird. Das beruht wohl auf Erfahrungswerten, da man einfach bei deutschen Filmen schlechte Qualität gewohnt ist. Die beleidigenden Ausdrücke, die ich als Begleitung dieser automatischen Ablehnung vernehme, sind manchmal durchaus bedenklich und würden, wenn sie nicht von Mitgliedern des gleichen Volkes ausgesprochen würden, schon unter die Kategorie „rassistisch“ fallen. Da stellt sich dann die Frage, ab welchem Entfernungsgrad dieses Wort korrekt ist und ob schon Österreicher in ihrem Ausdruck bezüglich der Deutschen derart bezeichnet werden können.
Eine derartige Ablehnung habe ich noch nie bei Filmen aus Indien, China, Japan, Frankreich, Italien oder anderen Ländern vernommen, da beschränkt man sich auf diplomatische Phrasen wie „interessiert mich nicht wirklich“ oder „habe ich heute keine Lust dazu“. Eine solche Reaktion wie gegenüber deutschen Filmen bekomme ich nur bei Filmen mit einem All-Black-Ensemble mit, also eine automatische Ablehnung mit beleidigenden Ausdrücken. Mein erster Kontakt damit war vor einigen Jahren, als ein Mitglied vom Afrikanischen Kulturverein bei uns im Kino auftauchte und bat, einige Nollywood-Filme zeigen zu dürfen. Da war ich schon ordentlich baff, was ich da alles gehört habe. Das gleiche habe ich aber auch immer wieder mit Filmen aus Amerika erlebt, wenn nicht zumindest ein bekannter Afroamerikaner wie etwa Will Smith oder Morgan Freeman mitspielt. Ganz eklatant viel es mir erst letzten Sommer wieder auf, als die beiden Filme Girls Trip (All-Black) und Girls‘ Night Out (Scarlett Johansson) gegeneinander antraten. Es geht aber nicht so sehr darum, dass beide Filme kritisiert wurden, sondern welch unterschiedliche Ausdrücke dafür verwendet wurden.
Ich glaube, dass den Leuten gar nicht auffällt, welche Wörter sie da benützen, genauso wenn meine Großtante einen Geizhals mit einem Juden vergleicht. Ich erinnere mich auch an meine Schulzeit, als die Mutter eines Schulkollegen ihm verboten hatte Alle unter einem Dach zu schauen, weil die Schauspieler alle „hässlich“ waren.
Einerseits höre ich an allen Ecken wie toll es doch sei, dass solche Filme und Serien immer präsenter werden und damit den Horizont des Publikums erweitern. Aber was nützt dieses Material, wenn viele Leute es von vornherein schon ablehnen und ihm gar keine Chance geben?

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Spiel: Roter November (Fantasy Flight Games )

Was für ein cooles Spiel. Zwar schon ein bisschen älter, aber immer noch super.
Von Bruno Faidutti (ca. 60-120 Min.; 1-8 Spieler)
In diesem Spiel geht es darum, ein U-Boot zu reparieren, ehe es untergeht und wir alle sterben. Dazu suchen wir Gegenstände, bewegen uns zu den verschiedenen Problemstellen, betrinken uns unterwegs, hoffen auf Würfelglück und blicken gespannt auf die nächsten Ereignisse. Es ist sehr spannend und sehr lustig. Vor allem der Zeitmechanismus ist interessant. Für jede Aktion vergeht nämlich eine bestimmte „Zeit“ und es ist immer der Spieler dran, der bisher am wenigsten „Zeit“ aufgebraucht hat. Ich kann also etwas Großes machen und dann mehrere Runden zuschauen oder viele kleine Dinge und dann eventuell sogar einige Male hintereinander drankommen.
Toll ist auch die Möglichkeit des Verrats. Es gibt hier keine geheimen Rollen, durch die jemand zum Verrat gezwungen wird, aber wenn ein Spieler merkt, das geht sich nicht mehr aus, kann er einen Taucheranzug stehlen, abhauen und als einziger überleben. Wenn es sich aber doch noch ausgeht, haben die anderen gewonnen und er als einziger verloren. Es ist also ein kooperatives Spiel mit der Möglichkeit für sich selbst am Ende zu entscheiden, die anderen zu verraten. Das ist einfach toll.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Moon, Elizabeth – Winning Colors (Serrano Legacy 3)

Das letzte Buch der Trilogie ist der Höhepunkt.
Inhalt: Captain Serrano und ihre Crew geraten in einen Hinterhalt, der das gesamte Königreich vernichten könnte, wenn ihnen der Widerstand nicht gelingt.
Ich habe bereits beim zweiten Band ausgeführt, warum mir diese Serie so gut gefällt und es ist hier noch viel besser geworden. Die Produktionsqualität dieses „Graphic Audio Book“ ist einfach fantastisch, gepaart mit einem sehr spannenden Plot und interessanten Charakteren. Diese Trilogie wurde mit jedem Band besser und bietet hier nun einen sehr guten Abschluss.
Was mir an diesem Band so gut gefallen hat, war die detaillierte Auseinandersetzung mit den moralischen, sozialen und politischen Folgen von Klon- und Verjüngungstechnologien. Nicht die Wissenschaft selbst, sondern die Konsequenz. Welche Rechte haben Klone, wenn das Original stirbt? Was bekommen die Kinder, welche Chancen, wenn ihre Eltern ewig leben?
Die Autorin hat bereits vier Folgebücher zu dieser Serie geschrieben, zwei Zweiteiler und ich freue mich schon darauf, auch diese zu lesen. Wenn die Qualität weiter so steigt, kann es nur toll werden.
Fazit: Für Space-Sci-Fi-Fans absolut zu empfehlen.

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Serie: The OA – Staffel 1

Schon wieder Mystery. Übersättigung ist hier das Stichwort.
Es ist wie mit einer Super-Pizza. Wenn ich in eine Pizzeria gehe, in welcher es die beste Pizza der Welt gibt, habe ich dennoch nach einer gewissen Anzahl keine Lust mehr, ich bin übersättigt. Natürlich bietet mein Magen sehr viel Platz für Pizza, aber irgendwann ist genug. Auch wenn ein neuer Pizzaiolo kommt und eine noch bessere Pizza macht, ich bekomme einfach nichts mehr runter. Und so ist es auch mit dieser Serie. Vielleicht sollte ich einfach meine Sehgewohnheiten ändern? Aber ich habe Binge-Watching viel lieber als wöchentliches reinklicken. Das führt halt dazu, dass ich gerade keine Serie habe und verschiedene Dinge ausprobiere, denn was mich wirklich interessiert, habe ich schon längst gesehen oder endet erst in ein paar Monaten. Da kommt dann so etwas wie OA daher. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass mich diese Serie zu einem anderen Zeitpunkt total gefesselt hätte, denn der Plot ist durchaus spannend mit einem tollen Ende. Es wird eine zweite Staffel geben, was ich absolut nicht verstehe, denn das würde ja die ganze Atmosphäre der Serie ruinieren.
Vielleicht sollte ich auch gar kein weiteres Wort über diese Serie verlieren, denn ich habe das Gefühl, dass ich die Serie nur deswegen als so schlecht empfunden habe, weil ich einfach nicht in der Stimmung war, schon wieder eine Mystery-Serie zu schauen, und dabei habe ich mir noch gar nicht die neue Staffel von Twin Peaks gegönnt. Oder vielleicht versuche ich nur eine Ausrede zu finden, warum eine Serie, die anscheinend so vielen Leuten gefällt und so viele gute Kritiken erhält, mir überhaupt nicht zugesagt hat. Von der ersten Folge an konnte ich mit den Schauspielern und der Optik dieser Serie gar nichts anfangen.
Der Vergleich mit Stranger Things zwingt sich auf und ich hatte das Gefühl, wie auch an anderen Stellen geschrieben, dass hier der Versuch unternommen wurde, noch „stranger“ zu sein. Das ist sicherlich gelungen und das ist auch mit ein Grund, warum es mir nicht gefällt.
Fazit: Vielen Leuten gefällt’s, mir nicht. Also keine Empfehlung meinerseits.

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Film: Kundschafter des Friedens (2017)

Nette Agentenkomödie aus Deutschland.
Action / Komödie mit Henry Hübchen von Robert Thalheim. 93 Min.
Inhalt: Der etwas heruntergekommene Pensionist Jochen Falk, einst legendärer TOP-Spion der Auslandsaufkärung der DDR, wird vom ehemaligen Erzfeind BND für eine heikle Mission angeworben. Er willigt unter der Bedingung ein, den Auftrag mit seiner alten Truppe durchzuziehen.
Basierend auf dem erfolgreichen Prinzip „Alte Schule trifft Neue Schule“ ist auch hier eine solide Komödie gelungen. Über den unglücklichen Namen Katschekistan für ein erfundenes zentralasiatisches Land und die verwendete afghanische Kleidung in einer angeblichen ehemaligen Sowjetrepublik will ich lieber nicht zu viel schreiben. Bleiben wir beim Film, der gute Schauspieler vorweist und ebensolche Witze liefert. Sehr gut gefallen hat mir, dass es nicht dem standardisierten Hollywood-Rezept gefolgt ist, wonach die Alte Schule immer besser und erfolgreicher ist. Der Film spielt erfolgreich mit Agentenklischees und bietet dadurch ein kurzweilige Vergnügen.
Fazit: Durchaus sehenswert.

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Gedankensprung: Golden Kamuy (Manga)

Die meisten Besucher dieses Blogs wissen, dass ich auch Mangas lese. Ich hatte eigentlich nicht geplant, diese hier je zu thematisieren, bis ich auf Golden Kamuy gestoßen bin. Ich war davon sofort begeistert und habe beschlossen, es hier kurz zu präsentieren.
Bei Golden Kamuy handelt es sich um eine Mischung aus Reportage, Historischem Thriller und Komödie. Der Grund aber, warum ich hier darüber sprechen möchte, ist das Setting. Es ist angesiedelt kurz nach dem Russisch-Japanischen Krieg 1904, eine bisher noch nie thematisierte Zeit, in Hokkaido mit Fokus auf den Ainu. Diese sind die indigene Bevölkerung Hokkaidos, die Ureinwohner jener Insel. Sie sind nicht Japaner, wurden aber so stark assimiliert, dass es heute nur noch etwa 25.000 gibt. Geschätzt werden aber ca. 200.000, nur sind die so tief assimiliert, dass sie selbst nichts von ihrer Vergangenheit wissen.
Beide Elemente – die Zeit und das Volk – sind noch nie irgendwo richtig thematisiert worden, weshalb mein Interesse sofort geweckt war. Das tolle hier ist nun, wie gut der Alltag der Ainu, ihre Jagdmethoden und Glaubensvorstellungen recherchiert und aufbereitet werden. Wenn man dieses Manga zur Hand nimmt, hat man gleichzeitig mit einem Historischen Thriller ein Sachbuch über die Ainu und Hokkaido gelesen.
Davon abgesehen ist der Plot selbst auch sehr spannend. Ziemlich grotesk und teilweise nichts für schwache Nerven, aber absolut packend, man will es gar nicht mehr zur Seite legen. Es geht um einen vergrabenen Ainu-Schatz und verschiedene Militäreinheiten und Verbrechergruppen, die ihn suchen.
Interessante Charaktere, zahlreiche witzige Momente, ein gut recherchierter Hintergrund, ein spannender Plot und tolle Zeichnungen machen das hier zu einem super Manga, das ich absolut nur empfehlen kann.
Ein Anime ist geplant, das voraussichtlich in der Frühlingsstaffel 2018 kommt, aber ich bin skeptisch, ob es eine gute Adaption sein wird. Ich befürchte, dass der Fokus auf Action und Groteske liegen wird, während man die ausführlichen Beschreibungen außen vor lässt. Aber auch wenn das Anime schlecht sein sollte, das Manga ist großartig.

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Spiel: Noria (Pegasus Spiele)

Innovatives Strategiespiel, das leider nicht bis zum Ende durchdacht ist.
Von Sophia Wagner (ca. 70-120 Min.; 2-4 Spieler)
Beginnen wir beim Regelheft, denn das ist eine regelrechte Katastrophe. Auch dieses hätte „innovativ“ sein sollen, ist jedoch nur unübersichtlich. Die Grundidee, wie auch dann beim Spiel selbst, finde ich super, die Ausführung jedoch nicht. Das Regelhaft beginnt nämlich damit, wie man das Spiel gewinnt, zeigt dann, was man dafür machen muss und erklärt anschließend, wie das alles funktioniert. Wir sind jedoch an unzähligen Stellen hängen geblieben und haben nicht verstanden, wie das jetzt gemeint ist.
Kommen wir zum Spiel selbst. Wir wollen in einer futuristischen fliegenden Stadt bei den vier Bauprojekten mitmachen, um dadurch den meisten Einfluss zu gewinnen. Dazu müssen wir bestimmte Rohstoffe oder Waren bezahlen, die wir vorher auf Inseln sammeln, bzw. in unseren Fabriken produzieren müssen. Das klingt nach einer recht geradlinigen Kette und ist es auch. Zu geradlinig. Denn zu Beginn des Spiels interessiert man sich nur für die Inseln, bis die leer, bzw. voll sind und danach geht es nur noch darum Einfluss zu kaufen.
Den Kern des Spiels bildet das tolle innovative Element, nämlich ein dreigliedriges Rad. Jeder Spieler hat eines davon. Die drei Scheiben haben Öffnungen, in welche man Marker reinlegen kann. Jeder Runde werden die drei Scheiben weitergedreht und nur jene Aktionen sind möglich, deren Marker sich gerade in den aktiven Bereich bewegt haben. Da jeder Spieler individuell Marker holen und verteilen kann, ist jedes Rad anders und jeder Spieler hat jede Runde andere Aktionen zur Verfügung. Dieses Element gefällt mir sehr gut, bietet es doch große Freiheiten und die Möglichkeit zur Individualisierung. Doch geht dieses Element im gesamten Spiel unter, weil man am Anfang Inselaktionen und anschließend Einflussaktionen benötigt, der Spielverlauf einem also diese vorgegaukelte Freiheit wieder nimmt. Dazu kommt noch, dass dieses Rad schlecht konstruiert ist und in unserer Runde bei jedem Spieler in jedem Zug auseinandergefallen ist.
Speziell die Schlussphase, in welcher man nur noch Einfluss kauft, ist sehr langweilig. Aber auch die Anfangsphase mit den Inseln ist im Grunde nicht so spannend, wie man zunächst denkt.
Fazit: Nicht zu empfehlen. Aber ein anderes Spiel mit diesem Rad, jedoch besser konstruiert, würde ich sofort wieder spielen.

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Buch: Dippel, Horst – Geschichte der USA

Das vielleicht wichtigste Buch der Beck-Wissen-Reihe. Ganz generell ein wichtiges Buch in unserer heutigen Zeit.
Nachdem ich die Bücher Die Indianer Nordamerikas und Russische Geschichte gelesen habe, war es eigentlich nur logisch, dass ich als Folge davon auch noch dieses Buch hier lese.
Ich finde dieses Buch hier super, weil es einfach eine gute, leicht verständliche Zusammenfassung der Geschichte der USA bietet, gleichzeitig aber auch immer herausarbeitet, was die Eigenheiten der USA sind. Wenn wir Europäer die Nachrichten lesen, fragen wir uns immer, wie es sein kann, dass es dort drüben so viele religiöse Fanatiker gibt, so viele erzkonservative Menschen, so eine Abneigung gegenüber Sozialsysteme. Und genau dafür finde ich dieses Buch so toll, denn es erklärt, warum die USA nicht Europa sind. Wir versuchen hier die USA mit unseren Werten und Vorstellungen zu verstehen, aber das kann nicht funktionieren. Auch wenn die USA ein Einwanderungsland ist, war es von Anfang an von Rassismus und Migrantenhass geprägt. Die Rhetorik eines Donald Trump ist nichts Neues. Man darf ja auch nicht vergessen, dass viele frühe Einwanderer gar nicht freiwillig kamen, waren es doch abgeschobene Kriminelle, wegen ihrer Religion verfolgte Menschen oder Sklaven.
Ich möchte hier nicht tiefer ins Detail gehen, nur so viel: seltener traf die Redewendung „aus der Geschichte lernen“ so gut zu wie hier. Wer die moderne USA verstehen will, muss bei den Anfängen beginnen.
Das Buch ist 2015 überarbeitet worden und behandelt daher nicht die jüngsten Entwicklungen, aber das ist auch gar nicht nötig, versteht man sie auch so.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: The Bronze (2015)

Guter Film über die harsche Welt des Kunstturnens – mit einem falschen Tonfall.
Sport-Komödie mit Melissa Rauch von Bryan Buckley. 108 Min.
Inhalt: Als die Turnerin Hope Annabelle Greggory (Melissa Rauch) 2004 die olympische Bronzemedaille für ihr Team gewinnt, wird sie eine Heldin für die amerikanische Bevölkerung. Seit diesem Tag lebt die ehemalige Leistungssportlerin in der Vergangenheit und fristet ihr Dasein im Keller ihres Vaters. In ihrer kleinen Heimatstadt ist sie trotzdem noch immer bekannt wie ein bunter Hund. Um ihr täglich Brot zu verdienen, streift sich Hope ihren Turnanzug über und posiert in einem örtlichen Einkaufszentrum für kleines Geld. Doch als ein aussichtsreiches junges Turntalent auf sich aufmerksam macht, ist Hopes eh schon zweifelhafter Prominentenstatus in Gefahr. Noch dazu soll ausgerechnet sie die talentierte Maggie unter ihre Fittiche nehmen und ihr als Trainerin zu großem Erfolg verhelfen.
Aufgrund der kürzlich bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfe im US-Gymnastik-Team könnte man diesem Film Geschmacklosigkeit vorwerfen. Man muss zu seiner Verteidigung aber vorbringen, dass er bereits 2015 gedreht worden ist, also vor diesem Skandal. Nichtsdestotrotz haben die vulgäre Ausdrucksweise und die gleichgearteten Witze nicht meinen Geschmack getroffen.
Abgesehen davon finde ich den Film sehr gelungen. Er arbeitet gut die Psychologie einer erfolgreichen Sportlerin auf, die nach einer Verletzung von ihrem Ruhm lebt, der langsam aber sicher zu Ende geht. Auch wird die schwierige Situation schön dargestellt, den eigenen Glanz endlich hinter sich zu lassen und die nächste Generation dorthin zu bringen. In dieser Hinsicht finde ich den hier einen gelungenen Sportfilm.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Discovery vs. Orville oder die Frage, was ist Star Trek?

Nachdem ich nun mit Orville den aktuellen Stand erreicht habe, wird es Zeit, einen Vergleich mit Discovery zu ziehen.
Star Trek hat von Anfang an unsere soziale Struktur hinterfragt, hat in jeder Folge philosophische oder moralische Fragen gestellt, hat in jeder Folge neue Dinge in den Tiefen des Weltalls entdeckt, hat unsere Phantasie angeregt, hat uns Hoffnung auf eine utopische Zukunft gemacht. Sämtliche Serien aus diesem Universum – Classic, The Next Generation, Deep Space Nine, Voyager, Enterprise – haben dies so gehandhabt und den Zuschauer jede Woche auf ein neues Abenteuer mitgenommen. Diese Serien haben auch eine kohärente Geschichte erzählt, waren in den Bereichen Militärhierarchie, Technik und Aliens aneinander angeglichen. Außerdem waren sie immer hell, hatten viel Licht und eine gute Stimmung.
Orville ist in dieser Hinsicht der perfekte Nachfolger, sowohl storytechnisch als auch optisch. Man merkt, dass hier Star Trek -Fans und -Veteranen eine neue Star Trek – Serie machen wollten, aber die Rechte dazu nicht erhalten haben. Daher haben sie alles neu gemacht, sämtlich Namen geändert, aber nur soweit, dass es rechtlich kein Problem ist und es dennoch eine echte Star Trek – Serie bleibt.
Ob CBS das mitbekommen hat und Discovery als Antwort darauf gedacht ist oder es unabhängig entstand, sei dahingestellt. Jedenfalls wurde hier der Name Star Trek für eine Serie verwendet, die absolut nicht die damit verbundene Tradition weiterführt. Ich habe bereits öfters erwähnt, dass Militärhierarchie und Technik hier einfach falsch sind. Außerdem gibt es keine philosophisch-moralischen Einzelfolgen zu verschiedenen aktuellen Themen, sondern nur ein langer actiongeladener Kriegsplot. Die einzige Frage ist das klischeehafte „Was ist im Krieg erlaubt und wo sind die Grenzen?“
Orville ist also eine Star Trek – Serie ohne diesen Namen, während Discovery dies nicht ist, aber den Namen trägt.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde beide Serien gut. Discovery ist eine tolle, spannende Sci-Fi-Serie, doch Orville gefällt mir viel besser.

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