Gedankensprung: Spiel des Jahres 2019

Das letzte Jahr habe ich in Bezug auf das „Spiel des Jahres“ ja als Schrottjahr bezeichnet. Nun, es ist nicht besser geworden, was einfach bedeutet, dass ich mich damit nicht mehr identifizieren kann und der Preis somit für mich hinfällig geworden ist.
Just One, ein kooperatives Assoziativspiel, hat also gewonnen. Wer so etwas mag, wird damit wohl Spaß haben. Auch die beiden anderen Nominierten, nämlich L.a.m.a., ein banales Kartenspiel, und Werwörter, ein banales Frage-Antwort-Spiel mit geheimen Rollen, sind nicht viel besser. Schade, aber ich und meine Spielgruppe können mit diesen Spielen rein gar nichts anfangen.
Interessanter hingegen wird schon die Kategorie „Kennerspiel des Jahres“. Mit Flügelschlag hat ein bekanntes und momentan sehr beliebtes Spiel gewonnen, das ich selbst auch sehr gerne einmal spielen würde. Aber auch die beiden anderen Nominierten, nämlich Carpe Diem und Detective, stehen ganz oben auf meiner Wunschliste. Nachdem diese Kategorie letztes Jahr in meinen Augen total versagt hatte, wurden dieses Jahr, vermutlich als Antwort auf all die Kritik, wirklich solide und gute Spiele nominiert.
Ich habe ja schon öfters erwähnt, dass Preise, sei es für Bücher, Filme oder eben in diesem Fall für Spiele, extrem subjektiv sind und meistens meinen Geschmack nicht treffen. Aus Neugierde werde ich diese Dinge schon weiter verfolgen, aber Empfehlungen entnehme ich daraus keine.

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Spiel: Corinth (Days of Wonder)

Roll & Write Version von Yspahan, nur weniger lustig.
Von Julio Cesar und Cyrille Daujean (ca. 20-30 Min.; 2-4 Spieler)
Yspahan ist ein Spiel, das mir sehr gut gefällt und das bei mir auch oft auf dem Tisch landet, daher war es also nur logisch, dass ich die neue Version davon ausprobieren würde. Vor ein paar Jahren noch hat man zu jedem Brettspiel ein Würfelspiel rausgebracht, ohne auf die Qualität zu achten. Heute sind es eben Roll & Write Versionen, jedoch immer noch scheinbar ohne Qualitätskontrolle. Naja, nicht alle Würfelvarianten waren schlecht und so wird es sicher auch einige ordentliche Roll & Write Varianten geben.
Corinth ist ein recht simples Spiel: Einer würfelt, legt die Würfel dann dem Wert entsprechend auf ein Tableau und entscheidet sich anschließend für eine Reihe, die er nimmt und nutzt. Der Reihe nach nimmt dann jeder Spieler eine der übrigen Reihen. Das Problem am Spiel ist nun, dass es eigentlich fast immer eine eindeutig beste Option gibt, weshalb man nicht viel nachdenken muss. Und wenn für einen Spieler weiter hinten wirklich mal eine „schlechte“ Reihe übrig bleibt, kann er die immer noch für die Bewegung des Aufsehers benutzen. Es gibt also nichts „Schlechtes“. Im Grunde ist das ein Glücksspiel und jeder Spieler muss hoffen, bei seinem Wurf die beste der besten Optionen zu bekommen.
Das Regelwerk und die Grundprinzipien erinnern sehr stark an Yspahan, aufgrund einiger Regeldetails und wegen des Wegfalls des haptischen Elements geht jedoch leider das verloren, was mir an dem Spiel so gut gefallen hat. Außerdem kocht hier jeder sein eigenes Süppchen und die interessante Interaktion um die besten Marktplätze auf dem Spielbrett ist komplett weggefallen.
Ich finde aber nicht, dass Corinth ein komplettes Desaster ist. Wenn die Spieler schnell spielen, dann kann es durchaus kurzweilig und spannend sein. Von mir aus wird es sicher nicht mehr auf dem Tisch landen, aber ich werde es auch nicht ablehnen, wenn jemand anderes es möchte.
Fazit: Lieber zum Original greifen.

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Buch: PERRY RHODAN NEO 2 – Montillon, Christian – Utopie Terrania

Verbesserung zum ersten Band, aber immer noch eher langweilig.
Inhalt: Perry Rhodan und die Astronauten der STARDUST sind in der Wüste Gobi gelandet. In ihrer Begleitung ist ein Außerirdischer, der schwerkranke Arkonide Crest. Ihre Lage ist äußerst angespannt – Tausende chinesische Soldaten haben einen Ring aus Panzern und Geschützen um die Position der STARDUST gezogen.
Vom Stil her hat mir dieser Band hier schon viel besser gefallen als der erste. Es wirkt einfach alles viel flüssiger und spannender, weniger hölzern. Das ist natürlich sehr wichtig, wenn der Plot nicht viel her macht und man schnell ans Ende kommen möchte. Mein größtes Problem, was ich auch schon in der ersten Folge hatte, sind die vielen unlogischen Elemente. Ich verstehe, dass hier versucht wird, Perry Rhodan als großartigen vorausplanenden Strategen darzustellen und der Leser gebannt hängen bleiben sollte, was der als nächstes macht. Aber das funktioniert nicht. Im Gegenteil schüttle ich nur ständig den Kopf. Speziell der Handlungsstrang des Agenten wirkt wenig durchdacht, als hätte der Autor all sein Wissen als billigen Filmen und Serien bezogen. Am meisten hat es mich geschüttelt, als der spontan ein Flugticket von den USA nach China gekauft hat und niemand nach einem Visum gefragt hat.
Das Ende lässt mich Übles für die nächste Folge schwanen. Aber wie bereits gesagt wird Staffel 1 vermutlich eine Durchhalteprobe werden, damit wir dann ab Staffel 2 endlich in die Weiten des Alls vordringen können.
Fazit: Ich will mich da durchkämpfen.

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Film: Spider-Man – Into the Spider-Verse (2018)

Tolle Unterhaltung.
Animation / Superhelden-Action mit Shameik Moore von Peter Ramsey, Bob Persichetti und Rodney Rothman. 116 Min.
Inhalt: Der Teenager Miles Morales wird von einer radioaktiven Spinne gebissen. Daraufhin entwickelt er mysteriöse Kräfte, die ihn in einen `Spinnenmann‘ verwandeln. Er muss nun seine neu entdeckten Fähigkeiten einsetzen, um gegen das Böse zu kämpfen. Seine Fähigkeiten ähneln denen von Peter Parker alias Spider-Man, auf den Miles kurz nach dem Spinnenbiss zufällig trifft. Doch Spider-Man stirbt beim Kampf gegen den Green Goblin, bei dem auch ein Dimensionstor geöffnet wird.
Der Film ist visuell sehr gut gemacht, speziell die optischen Unterschiede der verschiedenen Dimensionen, die eine Hommage an die unterschiedlichen Comic-Varianten und Spin-Offs von Spider-Man darstellen. Es ist wie ein großer Geschenkekorb für langjährige Comic-Fans. Aber auch wer all die Anspielungen und Nuancen nicht versteht, wird gut unterhalten, haben wir hier doch einen soliden Plot, tolle Action und gelungenen Humor.
Dieser Film hat den Oscar für den besten Animationsfilm gewonnen, was ich nicht nachvollziehen kann. Vermutlich gab es den nur, um die Superhelden-Fans zufrieden zu stellen und Kritik durch Massenmedien und Main-Stream zu unterbinden. Denn wenn mich jetzt jemand fragt, was die Botschaft, bzw. die Moral von diesem Film ist, könnte ich keine Antwort geben.
Der Film ist ein schönes, in sich geschlossenes Werk. Es wurden bereits Fortsetzungen angekündigt, was bei diesem finanziellen Erfolg ja auch verständlich ist, aber ich sehe da nicht wirklich viel Potenzial. Der zweite Teil wird entweder als Kopie kritisiert werden oder weil er nicht genug Elemente aus dem ersten Teil übernommen hat.
Fazit: Sehenswert.

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Gedankensprung: Netflix Original Anime

Letztens habe ich die neueste Anime-Eigenproduktion von Netflix geschaut, nämlich 7 Seeds und war furchtbar enttäuscht. Da habe ich mir gedacht, ich könnte doch einmal kurz über Netflix-Anime ganz allgemein sprechen.
Netflix ist aus einem ganz einfach Grund ins Anime-Geschäft eingestiegen: Geld. Animation in all seinen Formen hat momentan Hochkonjunktur, aber um mit Disney konkurrieren zu können, reicht es nicht, in dieselbe Kerbe zu schlagen. Da hatte irgendein Typ bei Netflix den Geniestreich, einfach jene Animationsform zu übernehmen, die momentan im Westen sehr beliebt, aber schwer zugänglich ist, nämlich Anime. Also konkret eine Alternative zu Disney zu bieten.
Netflix fährt nun zweigleisig: Einerseits unterstützt es traditionelle Studios, andererseits stellt es exklusive Eigenproduktionen her. Der Qualitätsunterschied zwischen diesen beiden Formen ist jedoch eklatant.
Einige der besten Anime-Serien der letzten Jahre wurden von Studios produziert, die von Netflix mitfinanziert worden sind. Diese Studios halten sich grundsätzlich an die Ausstrahlungspläne und -regeln Japans, bringen die aktuellen Folgen dann aber auch immer direkt auf Netflix international raus. An der Produktionsqualität dieser Serien erkennt man einfach, welchen Unterschied es macht, ob talentierte Leute die nötige Finanzierung haben oder nicht. Titel, die derart entstanden sind, wären: Violet Evergarden, Carole & Tuesday, Little Witch Academia, Kakegurui – Compulsive Gambler oder Forest of Piano u.v.m. Das sind allesamt Serien, die sowohl optisch als auch inhaltlich absolut zu empfehlen sind.
Daneben gibt es dann noch die exklusiven Eigenproduktionen, deren Episoden in typischer Netflix-Manier gleichzeitig online gestellt werden, um sie eben in einem Zug schauen zu können, also Binge-Watching, wie man heute so schön sagt. Solche Serien wären etwa 7 Seeds oder Revisions, die zwar optisch nicht schlecht sind, aber inhaltlich weder interessant noch spannend sind. In dem Sinne haben die Anime-Eigenproduktionen bei Netflix das gleiche Problem wie die meisten der aktuellen anderen Serien dieses Streaming-Anbieters: Hohe Produktionsqualität, die optisch großartig ist, aber inhaltlich total versagt.

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Spiel: HexRoller (Frosted Games)

Rollende Schlaftablette.
Von Rustan Håkansson (ca. 10-15 Min.; 1-8 Spieler)
Schon wieder ein Roll-and-Write-Game. Doch diesmal – oh, welch Innovation – sind die Kästchen sechseckig! Und das ist noch nicht genug, denn hier bilden wir mit den Zahlen Linien oder füllen Flächen aus, etwas, was es bisher noch nie gegeben hat. Aber das Tollste am Spiel ist, dass die Würfel unterschiedliche Farben haben, dieses Element aber überhaupt keine Funktion hat. Das musste sogar extra ins Regelwerk geschrieben werden, damit man nicht beginnt, darüber nachzudenken.
Fazit: Zum Vergessen.

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Buch: Taylor, Dennis E. – Alle diese Welten (Bobiversum 3)

Solider Abschluss.
Inhalt: Hundert Jahre nachdem Bob Johansson ausgezogen ist, um auf fremden Planeten eine neue Heimat für die Menschheit zu finden, kann man sagen, dass er seine Mission erfüllt hat. Unzählige Kolonien haben er und seine Kopien in der Galaxis gegründet und die Menschen vor dem Aussterben bewahrt. Dabei haben sie sich allerdings einen mächtigen Feind in Form einer hoch entwickelten Alien-Zivilisation gemacht, die nun die Menschheit bedroht. Um den Kampf gegen die Aliens zu gewinnen, müssen die Bobs alles riskieren.
Das Buch stellt sicherlich alle zufrieden, die bereits die ersten beiden Bände gelesen haben, interessant fanden und auf den Abschluss gespannt waren. Das Ende ist zufriedenstellend, durchaus gelungen. Natürlich können bei dieser Art von Geschichten immer weitere Fortsetzungen folgen, doch das ist nicht nötig und das Buch lädt wunderbar dazu ein, einfach selbst ein bisschen von den unendlichen Möglichkeiten dort draußen zu träumen.
Was ich schade fand und weshalb ich nicht in Begeisterungsstürme ausbreche, ist die Tatsache, dass das Element des Entdeckens und Erforschens hier viel zu kurz kommt, also das, weshalb mir die ersten beiden Bände so gut gefallen haben. Das ist jedoch verständlich, denn der Autor wollte sämtliche Handlungsstränge zu Ende bringen nicht noch neue eröffnen, weshalb das voll in Ordnung geht.
Fazit: Die gesamte Trilogie ist sehr zu empfehlen.

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Serie: Stranger Things – Staffel 3

Großartig! Ich habe schon lange nicht mehr eine ganze Staffel in nur einer Nacht geschaut.
Wer Stranger Things bisher mochte, wird auch hier voll zufrieden gestellt werden. Der Neuzugang im Cast passt perfekt, die neuen Gegner sind interessant und auf die Sidestory von Elf wurde zum Glück verzichtet, also alles sehr positive Entwicklungen, die die dritte Staffel meiner Meinung nach viel besser als die zweite haben werden lassen. Der Schluss ist schön, absolut zufriedenstellend, wenn auch etwas traurig. Außerdem wirkt er ziemlich absolut, es braucht da gar keine vierte Staffel mehr, aber schauen würde ich sie auf jeden Fall.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Spiderman – Far From Home (2019)

Gelungener Marketing-Gag.
Superhelden-Action mit Tom Holland von Jon Watts. 129 Min.
Inhalt: Der freundliche Junge Peter Parker ist der Superheld, der als Spiderman bekannt ist. Er beschließt, gemeinsam mit seinen Freunden Ned, MJ, Flash und anderen auf eine Reise zu gehen. Natürlich ist auch im Urlaub sein Einsatz gefragt.
Monatelang wurde dieser Film als alleinstehender Spiderman-Film im MCU beworben, ohne größeren Plot-Kontext, also als angenehmer Sommer-Superheldenfilm. Doch dann wurde plötzlich vermittelt, dass dieser Film der Abschluss der MCU-Phase 4 ist, man ihn also schauen sollte, wenn man alles andere im MCU auch schon gesehen hat. Das war natürlich eine klare Botschaft an all die Unentschlossenen und Zweifler. Tja, was man nicht alles macht, um Leute ins Kino zu locken. Also sag ich hier ganz klar: Endgame war der Abschluss! Natürlich können die Ereignisse von dort im weiteren MCU nicht ignoriert werden, aber einfach den ersten Film danach als eigentlichen Abschluss zu bezeichnen, ist schon etwas dreist. Aber es hat funktioniert, denn die Leute sind in die Kinos geströmt und haben sich dann am Ende über die Mid- und End-Credit-Scenes geärgert, in denen Cliffhanger direkt in Phase 5 überleiten.
Ich finde den Film nicht schlecht, überhaupt nicht, er ist sehr witzig und der Gegner ist erfrischend untypisch, also absolut gute Unterhaltung. Dennoch bin ich mit dem Gefühl zurückgeblieben, hier einfach nur in eine Falle von Disney getappt zu sein: „Endgame ist zwar der Abschluss einer Saga, aber das MCU geht weiter. Bleibt bei uns!“
Fazit: Sehenswert.

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Serienzukunft

Da wir jetzt ja schon fast mitten im Sommer sind und die große Serienzeit (Oktober – Juni) beendet ist, wird es Zeit zu kontrollieren, wie es mit den Serien weitergeht, die ich schaue.
Tja, wie bereits letztens erwähnt, wurde die tolle Serie Whiskey Cavalier bereits nach einer Staffel abgesetzt. Im Gegensatz dazu haben (was heutzutage eh eine Seltenheit ist), Game of Thrones und The Big Bang Theory ihr natürliches Ende erreicht, denen auch Life in Pieces jetzt im Juli und Killjoys im August folgen werden. Also schon mal fünf Serien, die für mich nicht weiterlaufen werden.
Dazu kommen noch die Serien, bei denen weiterhin große Fragezeichen dahinter stehen: Wird es eine sechste Staffel von Fresh off the Boat geben? Eine fünfte Staffel von The Expanse?
Ganz konkret gibt es also nur sehr wenige Serien, die mir gefallen und deren Fortsetzung für eine weitere Staffel gesichert ist und die bisherigen Vorschauen präsentieren nichts, was mein Interesse geweckt hätte. Dadurch habe ich Zeit, Serien auszuprobieren, die normalerweise nicht so in mein Schema passen und wer weiß, vielleicht entdecke ich ja dadurch irgendein Juwel. Andererseits beginnt gerade die Anime-Sommer-Staffel und da sind so viele Serien dabei, die interessant klingen, dass es eigentlich eh gut ist, mehr Zeit zu haben.

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