Aufgrund der anderen Bücher das Autors hatte ich leider zu hohe Erwartungen. Aber kein schlechtes Buch.
Inhalt: Johan Andersson – seit seinen zahllosen Gefängnisaufenthalten nur noch »Mörder-Anders« genannt – ist frisch aus dem Knast entlassen und braucht einen neuen Job sowie neue Freunde. Da kommt ihm die Begegnung mit der geschäftstüchtigen Pfarrerin Johanna Kjellander, die wegen ihrer atheistischen Gesinnung arbeitslos geworden ist, gerade recht. Zusammen mit dem Hotel-Rezeptionisten Per Persson gründen sie eine »Körperverletzungsagentur« mit Mörder-Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend. Bis Mörder-Anders nach dem höheren Sinn des Ganzen fragt, sich plötzlich für Gott interessiert und friedfertig werden will. Doch Stockholms Gangsterbosse haben mit ihm noch eine Rechnung offen und nehmen Mörder-Anders und seine Freunde gründlich in die Zange.
Mit Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand und Die Analphabetin, die rechnen konnte, hat Jonasson zwei großartige Werke geliefert. Dieses Buch hier steht diesen qualitativ in nichts nach, hat aber ein großes Manko, weshalb ich etwas enttäuscht zurück blieb. In Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand werden eigentlich zwei Geschichten erzählt, eine in der Gegenwart und eine in der Vergangenheit, wo der Hauptcharakter auf witzige Art bei den bedeutendsten Momenten des Kalten Krieges dabei war. In Die Analphabetin, die rechnen konnte ist das gesamte Buch wie der Vergangenheitsteil im ersten Buch. Mörder Anders ist nun aber komplett wie der Gegenwartsteil im ersten Buch. Mir hat der Vergangenheitsteil beim Hundertjährigen sehr gut gefallen und dementsprechend auch die Analphabetin, der Gegenwartsteil hat mir hingegen nicht gefallen und daher genauso wenig dieses Buch.
Wie immer ist das natürlich eine reine persönliche Geschmackssache. Ich finde, dieses Buch steht in seinem Schreibstil und Humor dem Gegenwartsteil vom Hundertjährigen in nichts nach, wem der also gefallen hat, wird auch hier seine Freude haben. Ich selbst habe erst sehr spät einige Momente witzig gefunden und gelacht. Das Buch hat sich eigentlich recht lang hingezogen, was halt darin liegt, dass dieser Humor mir nicht wirklich zugesagt hat.
Der Plot selbst ist definitiv kreativ und auch spannend genug, dass ich bis zum Schluss gelesen habe, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. Das Ende passt gut zum Buch und wer sich bis dahin gut unterhalten hat, wird damit auch zufrieden sein.
Ich persönlich hätte mir wieder etwas Historisches erwartet, aber vielleicht geht der Autor ja im nächsten Buch wieder in diese Richtung.
Fazit: Unter Vorbehalte empfehlenswert.
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