Buch: Jonasson, Jonas – Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten

Fortsetzungen sind immer eine schwierige Sache.
Inhalt: Allan Karlsson ist wieder da! Der Hundertjährige hat genug vom Dauerurlaub auf Bali und ist begeistert, als sich ein neues Abenteuer ankündigt. Bei einer Ballonfahrt geraten sie auf Abwege, und Allan und sein Gefährte Julius müssen im Meer notlanden. Zum Glück werden sie gerettet. Pech ist jedoch, dass sich das Rettungsboot als nordkoreanisches Kriegsschiff entpuppt und Kim Jong-un im Atomkonflikt gerade seine Muskeln spielen lässt. Und schon steckt Allan, der sich mit Atomwaffen schließlich bestens auskennt, mitten in einer heiklen politischen Mission, die ihn von Nordkorea über New York bis in den Kongo führen wird. Dabei nimmt er auch Kontakt zu Donald Trump und Angela Merkel auf – mit ungeahnten Folgen.
Mir hat das Buch leider nicht so gut gefallen. Man merkt, dass der Autor viele witzige Szenen im Kopf hatte, bei der Ausführung sind sie dann leider nicht so witzig geworden. Was halt vor allem auch daran liegt, dass der Hundertjährige noch lebende und aktive Personen trifft, der Autor sich also auch etwas zurückhielt. Bei historischen oder gar fiktiven Personen kann man natürlich seiner Fantasie freien Lauf lassen und daher war der erste Band auch so super. Dazu kommt auch noch, dass im ersten Band die Reihe an Begegnungen zwar zufällig war, es aber immer noch eine klar nachvollziehbare Logik gab, warum er wann wohin kam. Hier jedoch ist es einfach absolut zufällig. Speziell der Aufenthalt in Schweden war extrem langatmig und sehr zäh. Auch hätte ich die Idee sehr gut gefunden, anhand des schwarzen Tabletts Medien- und Sozialkritik zu üben, was aber für meinen Geschmack nicht genug ausgeführt wurde und daher ziemlich flach fällt. Der Plot selbst ist aber durchaus spannend, einige Szenen sind auch witzig, und so möchte man eigentlich schon wissen, wie alles endet. Mit dem Ergebnis jedoch, dass man in der Mitte immer wieder mehrere Seiten überspringt.
Was ich gerne gesehen hätte, wäre ein weiteres Buch wie Die Analphabetin, die rechnen konnte, also im Stil wie Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, aber mit anderen Charakteren und anderen Konflikten des Atomzeitalters. Mit Pakistan, Indien, Israel und Brasilien gäbe es genug Material, ein drittes solches Werk zu verfassen. Stattdessen wurde hier eine Fortsetzung in der Gegenwart angelegt und der große Konfliktherd Iran wurde gänzlich ausgelassen. Nein, dieses Buch ist leider wie bereits Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind für mich eher flach gefallen.
Fazit: Nur für sehr große Fans des ersten Bandes zu empfehlen.

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