Interessant gestalteter Film über einen der kontroversesten Politiker.
Satirische Filmbiografie mit Christian Bale von Adam McKay. 133 Min.
Inhalt: Der Washingtoner Bürokrat Dick Cheney wird zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika unter Präsident George W. Bush und formt das Land und die Welt in einer Weise um, dass die Auswirkungen heute immer noch spürbar sind. Cheney gehört zu jenen Politikern, die auf nationalem wie auch internationalem Terrain sehr stark polarisieren. 2003 wird er zum beharrlichen Vertreter der Ansicht, dass der Irak Atomwaffen entwickelt und die USA deshalb unbedingt dort einmarschieren müsse.
Da derzeit Biopics wie Pilze aus dem Boden sprießen, habe ich anfänglich keinen Grund gesehen, warum ich diesen und nicht einen anderen schauen sollte. Aber zum Glück habe ich das nun dennoch gemacht, denn Vice hebt sich von den anderen Biopics insofern ab, als dass er nicht nur das Leben des Hauptcharakters mit Bildern nachzeichnet, sondern mit speziellen Inszenierungen und Montagen wichtige Momente hervorhebt und spezielle Kontexte eindrücklich vermittelt. Ein satirisch-ironischer Unterton lockert den Film auf.
Andererseits aber ist der Film gerade wegen dieser Elemente, die ihn hervorheben, absolut nicht mehr als nüchtern-neutrale Darstellung zu sehen. Und am Ende bleibt man auch mit der entscheidenden Frage zurück: „Warum?“ Im Film wird es so dargestellt, als hätte er einfach aus Spaß heraus die Macht des Präsidenten auszureizen versucht und später wegen der Ölfelder im Irak. Aber diese Erklärung fühlt sich irgendwie überhaupt nicht zufriedenstellend an. Ich hätte mir schon ein ausführlicheres Psychogramm oder eine Skizzierung gewünscht, wie in ihm diese Idee heranwuchs, die Grenzen der präsidentiellen Macht auszuloten.
Den negativen Punkten zum Trotz ist der Film als satirische Biografie absolut gelungen, macht Spaß, unterhält und regt zum Nachdenken an.
Fazit: Empfehlenswert.
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