Buch: Tchaikovsky, Adrian – Elder Race

Zu viel in einem Topf.
Inhalt: Ein junger Anthropologe muss auf einem fernen Planeten den Einheimischen helfen, die er zu studieren geschworen hat, um einen Planeten vor einem unbesiegbaren Feind zu retten. Lynesse ist die niedere vierte Tochter der Königin und ist immer eigensinnig. Aber ein Dämon terrorisiert das Land, und jetzt ist sie eine Erwachsene (wenn auch kaum) mit Verantwortung (sagt sie sich). Sie versteht, dass die einzige Möglichkeit, ihr Volk zu retten, darin besteht, den Pakt zwischen ihrer Familie und dem Elder-Zauberer in Anspruch zu nehmen, der den örtlichen Turm bewohnt, seit ihr Volk hier lebt (obwohl sich ihm seit Menschengedenken niemand genähert hat). Aber Elder Nyr ist kein Zauberer, und es ist ihm verboten zu helfen, und sein Wissen über die Wissenschaft sagt ihm, dass die Bedrohung unmöglich ein Dämon sein kann.
Elder Race kann dem zweifellos zum Klassiker werdenden Kinder der Zeit desselben Autors leider nicht das Wasser reichen. Wir haben hier einen Kulturkonflikt zwischen einer weltraumfahrenden und einer feudalen Zivilisation. Das Buch spielt auch mit der Idee von Clarkes drittem Gesetz: „Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden“.
Elder Race wechselt die Perspektive zwischen dem letzten Anthropologen eines weltraumfahrenden Imperiums und der jungen und freigeistigen Frau, die den Kampf gegen einen Dämon anführen will.
Der Anthropologe des Earth Explorer Corps, Nyr, liegt seit Jahrzehnten im Kälteschlaf und wartet auf den Kontakt zu seinem Team, während er zeitweise Informationen über die Einheimischen sammelt. Seine Arbeit wird durch ein dissoziatives kognitives System unterstützt, ein „Mod“, der es ihm ermöglicht, Gefühle auszublenden und nur mit dem „vernünftigen“ Teil seines Gehirns zu funktionieren.
Lynesse, die eigensinnige Einheimische, ist das sprichwörtliche vierte Kind der Königin, das zwar leicht verwöhnt wird, aber in einer matriarchalischen Linie einer feudalen, statusbewussten Gesellschaft meist als unwichtig angesehen wird. Als sie von einem Dämon erfährt, der Menschen und sogar Dörfer verschlingt, beschließt sie, die Hilfe von Elder Nyr in Anspruch zu nehmen, um ihn zu besiegen. Nyr wiederum wird von Erinnerungen an Lynesses Urgroßvater heimgesucht, als er das letzte Mal gegen seine anthropologische Ausbildung verstoßen hat.
Es gibt eindeutig eine Menge faszinierender Ideen, mit denen hier gespielt wird. Eine von Tschaikowskis Stärken ist die Art und Weise, wie er Teaser einbaut, die dem Leser die Idee vermitteln, dass es noch mehr zu erfahren gibt. Er liefert gerade genug, um ein Happy End zu schaffen, aber nicht genug für ein zufriedenstellendes und erfüllendes Finale. Es gibt eine Nebengeschichte über Esha, eine der „Sumpfmenschen“, die sie begleiten, die interessant klingt, sowie Teaser über das Verschwinden der anderen Erdanthropologen und die Auswirkungen der körperlichen Bestrafung auf die lokale Gesellschaft, aber diese sind für den Plot nicht relevant und werden daher nicht weiter ausgeführt. Tatsächlich sind es aber gerade solche Details, die ein längeres Buch am Leben erhalten und den Leser an das Universum fesseln. Leider ist das hier missglückt.
Die Handlung ist bei weitem das am wenigsten Interessante an dieser Novelle. Trotz der doppelten Erzählung und Tschaikowskis Versuchen, mich für Lynesses emotionale Reise zu interessieren, stehen die inneren Kämpfe von Nyr im Mittelpunkt. Die Ideen von kultureller Kompetenz, Sprache und Gefühlen sind zeitlos und relevant. Leider gibt es hier zu viele Elemente, sodass sich alles außer Nyrs Charakterentwicklung ein wenig zu kurz anfühlt. Es ist eine recht angenehme Lektüre, aber leider nicht durchgehend spannend und am Ende auch nicht denkwürdig.
Fazit: Kann gelesen werden, wenn man keine große Auswahl hat.

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