Gedankensprung: Anime-Update Winter ’26

Wie bereits im Herbst habe ich auch jetzt im Winter überraschend viel geschaut. Eine Mischung aus Zeitmangel und Übersättigung hält mich zwar weiterhin davon ab, mehr zu schauen, aber irgendwie gab es auch in dieser Season nichts, bei dem ich das Gefühl hätte, etwas verpasst zu haben.

Bevor ich aber jetzt über die aktuellen Animes spreche, möchte ich leider meiner Enttäuschung Ausdruck verleihen, dass es in dieser Season so viele schlechte Openings, also Intro-Lieder gab. Das fällt speziell auf, weil die Openings in den ersten Staffeln von Frieren: Beyond Journey’s End, Trigun Stampede und Hell’s Paradise zu meinen absoluten Lieblingen zählen, die ich auch heute noch gerne höre. Doch jetzt im Winter ´26 gab es von diesen drei Serien jeweils die zweite Staffel und alle drei haben wirklich enttäuschend schlechte Openings geliefert. Aber auch die anderen Serien waren nicht besser. Normalerweise spreche ich nicht viel über Musik, weil ich da kein Experte bin, aber wenn es so einen eklatanten Durchhänger gibt, muss ich das einfach erwähnen.

Frieren: Beyond Journey’s End 2nd Season war nicht nur musikalisch eine Enttäuschung, sondern auch wegen der Kürze. Die 10 Episoden dieser zweiten Staffel haben mir sehr gut gefallen, aber ich dachte, es wird wieder 24 geben und bin fest davon ausgegangen, dass der Kampf in der Goldenen Stadt hier auch noch gezeigt wird. Stattdessen gab es leider nur ein kurze Staffel. Da ich eben das Manga lese, weiß ich, was als nächstes kommt und freue mich daher schon sehr auf die dritte Staffel, bin aber trotzdem traurig, dass es nicht hier schon gezeigt wurde. Aber weil die zehn Episoden, die hier gezeigt wurden, eine derart hohe Qualität haben, steht die zweite Staffel von Frieren dennoch für mich an der Spitze in dieser Season.

Hell’s Paradise 2nd Season hat die spannende, actiongeladene und großartig animierte Suche nach dem Elixier des ewigen Lebens auf einer Monsterinsel wunderbar weitererzählt, aber erneut mit einem offenen Ende. Das Manga ist bereits abgeschlossen und bietet noch genug Material für eine dritte Staffel, eventuell stattdessen auch ein Abschlussfilm. Ich freue mich jedenfalls schon darauf.

Ikoku Nikki – Journal with Witch ist eine wunderbare Geschichte rund um Verlust, Trauer und Selbstfindung im modernen Japan. Ein jugendliches Mädchen, dessen Eltern bei einem Autounfall gestorben sind, zieht zu ihrer alleinlebenden Tante. Es ist jedoch keine Komödie über das daraus resultierende Chaos, wie sie so oft in Hollywood erzählt wird, aber auch kein übermäßig dramatisiertes Trauerspiel. Gerade weil die Serie so geerdet, realistisch mit diesen Themen umgeht, ist sie so stark. Ist es okay, wenn ich nicht weine? Wer waren meine Eltern wirklich?
Die Charaktere sind vielschichtig und ungewöhnlich tief geschrieben und jede Episode braucht Zeit zum Verarbeiten. Der Anime beschreibt das Chaos, die Konfusion und die Widersprüche, die jeder Mensch erfährt. Manche Aspekte sind dabei speziell japanisch, manche universell.
Ikoku Nikki – Journal with Witch ist mit einer Staffel, bzw. 13 Episoden schön abgeschlossen.

Sentenced to Be a Hero. Der starke Einstieg in dieses düstere Fantasy-Anime hat direkt Lust auf mehr gemacht und die Kampfanimationen bleiben auch durchgehend hochwertig, aber Story und Charakterentwicklung schreiten einfach viel zu langsam voran. Es gibt ein paar Aspekte, die ich spannend finde und ein paar Fragen, auf die ich gerne Antworten hätte, aber die Serie mäandert zu viel, endet nach 12 Episoden mit einem offenen Ende, eine zweite Staffel ist bereits angekündigt, aber das Manga ist auch noch gar nicht abgeschlossen.
Die letzte Episode dieser ersten Staffel war wirklich ein Höhepunkt und es war klar, dass in den Episoden davor Zeit geschindet wurde, um in der vorgegebenen Zeit mit diesem Punkt abzuschließen. Insgesamt nicht schlecht als kurzweilige Unterhaltung, aber nichts, was mich vom Hocker gehauen hätte und ob ich bei der zweiten Staffel wieder dabei bin, hängt von der Zeit ab, es ist kein „muss ich schauen“.

Trigun Stargaze ist die Fortsetzung von Trigun Stampede, was mir sehr gut gefallen hat. Diese zweite Staffel ist weiterhin toll animiert, speziell die Kämpfe, ist aber vom Plot her leider ein Rückschritt. Nicht schlecht, tolle kurzweilige Unterhaltung, aber im direkten Vergleich zu Trigun Stampede leider etwas enttäuschend, vor allem wenn dann noch das schlechte Opening dazukommt. Andererseits erzählt diese Staffel mit 12 Episoden die Geschichte zu Ende. Wer die erste Staffel mochte, sollte hier schon einschalten, um eben ein schönes Finale zu bekommen und coole Kämpfe zu genießen.

Jujutsu Kaisen Season 3: The Culling Game Part 1 war Enttäuschung pur. Schlechte Animationen, grauenhaftes Tempo und ein furchtbar konfuser Plot. Ich habe die Staffel eigentlich nur zu Ende geschaut, weil ich bereits die ersten zwei und den Film geschaut habe, was mir sehr gut gefallen hat. Aber wenn ich gewusst hätte, dass es in so etwas ausartet, hätte ich wohl darauf verzichtet. Die Serie endet für mich hier und auf weitere Staffeln werde ich verzichten.

Weil Milky☆Subway: The Galactic Limited Express in dieser Season einen theatrical compilation movie erhalten hat, möchte ich es kurz erwähnen. Milky☆Subway: The Galactic Limited Express wurde im Jahr 2025 als indipendent production direkt für YouTube produziert und die 12 Episoden können dort gratis angeschaut werden. Da sie nun zusammen als Film veröffentlicht wurden, möchte ich die Gelegenheit ergreifen und diesen Anime präsentieren.
Es ist ein kurzer, verrückter, lustiger Sci-Fi-Anime. Die Geschichte folgt mehreren Außenseitern, darunter eine „Super-Human“-Frau und eine Cyborg-Freundin, die wegen Verstößen gegen Weltraum-Verkehrsregeln verhaftet wurden. Als Strafe müssen sie gemeinsam mit anderen Kriminellen einen interplanetaren Zug – den „Milky Subway“ – reinigen. Doch der Zug startet plötzlich von selbst in den Weltraum, und die bunt zusammengewürfelte Gruppe muss improvisieren, während an Bord Chaos ausbricht.
Dieser Anime brilliert vor allem wegen seiner Dialoge und ich kann ihn nur empfehlen.

Von den Serien, die ich im Herbst-Beitrag als interessant markiert habe, habe ich drei bereits nach ein paar Episoden wieder abgebrochen, weil sie einfach langweilig und schlecht animiert waren: Dead Account (Dämonenjagd mit Social Media), Roll Over and Die (Dämonenjagd im generischen Fantasy) und Yuusha no Kuzu – Scum of the Brave (Dämonenjagd mit Drogen in den Seitengassen von Tokyo).

Viele der aktuellen Animes schaue ich aber auch deswegen nicht, weil ich einfach das Manga dazu lese, bzw. gelesen habe und keine Lust auf das Anime hatte, nämlich One Piece und Terror Man.

Serien, die ich gerne sehen würde, aber leider noch nicht dazu gekommen bin, sind Rascal Does Not Dream of Santa Claus, Apocalypse Hotel, Lazarus, Gintama, Terror in Resonance, Fujimoto Tatsuki 17-26 und Dusk Beyond the End of the World. Eine recht lange Watchlist.

Ausblick auf den Frühling 2026:
Für den Winter sind einige Serien angekündigt, die mein Interesse geweckt haben. Mal schauen, wie viel ich davon dann auch wirklich unterkriege: That Time I Got Reincarnated as a Slime Season 4, Classroom of the Elite 4th Season: Second Year, First Semester, Witch Hat Atelier, Daemons of the Shadow Realm, Eren the Southpaw, Snowball Earth, The Regression of Great Sage Riddle und Dorohedoro Season 2. Und natürlich der Film That Time I Got Reincarnated as a Slime the Movie 2: Tears of the Azure Sea.

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