Gedankensprung: Bücher- und Filmkoffer Kasachstan

Nachdem ich demnächst wieder Mal nach Kasachstan reisen werde, was mittlerweile meine zweite Heimat geworden ist, ist es an der Zeit einen Koffer mit Material zu und aus diesem Land zusammenzustellen.

An erster Stelle stehen natürlich die Reiseführer. Konkret gesagt, gibt es nur einen Reiseführer, nämlich Dagmar Schreiber – Kasachstan, der aber sehr gut ist und einen tollen Einblick in die faszinierende Kultur und Landschaft des neuntgrößten Landes der Welt bietet. Es gäbe da noch im Lonely Planet zu Zentralasien einen relativ ausführlichen Kasachstan-Teil, der aber aus meiner Sicht im Vergleich zu anderen Lonely Planet – Bänden von sehr schlechter Qualität ist.

Mehr aus historischer und politischer Sicht wäre einmal Daniel Schwartz – Schnee in Samarkand genannt. Dieser Journalist hat über 20 Jahre lang Zentralasien bereist und hier seine Eindrücke gesammelt und auf sehr faszinierende Weise mit historischen Berichten wie jenen von Marco Polo, Herodot & Co. verschmolzen. Daneben werden in Parag Khanna – Zweite Welt die mögliche Zukunft Kasachstans, Perspektiven und Hoffnungen beschrieben. Es sei aber erwähnt, dass die Krise in Russland auch Kasachstan mitgerissen hat und der Autor heute wohl weniger optimistisch wäre.

Olga Rinne hat das Büchlein Wie Aua den Geistern geweiht wurde herausgegeben, eine Sammlung von schamanistischen Geschichten, durch die man sehr gut die Vorstellungswelt der antiken Nomaden kennenlernen kann.

In unserer westlichen Welt wird Kasachstan kaum wahrgenommen und das spiegelt sich auch darin wieder, dass keine Bücher dort angesiedelt sind. Einzig Paulo Coelho – Der Zahir erwähnt das Land, ist dabei aber so absurd und seltsam, dass man es getrost ignorieren kann.
Viel interessanter ist aber natürlich die eigenständige, lokale Literatur. Da wäre einmal Abai Kunanbajew, der kasachische Goethe. Dieser Vergleich ist nicht weit hergeholt, denn ihre Bedeutung für die jeweilige Sprache und Literatur ist gleichwertig.
Sehr interessant habe ich vor allem das Buch Ballade der vergessenen Jahre von Abish Kekilbayev gefunden, in welchem man hautnah die Romantik und Tragik der Lebenswelt von Steppennomaden kennenlernt.

Neben diesen beiden gibt es noch einige, aber sehr wenige Schriftsteller. Interessant für Deutschsprachige ist aber sicherlich die Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ), ein von deutschsprechenden Personen in Kasachstan herausgegebenes Medium. Gibt es doch eine deutschsprachige Minorität in Kasachstan sowie viele Studenten dieser Sprache.

Wer die Landschaft Kasachstans sehen möchte, kann einfach die Netflix-Serie Marco Polo anschauen, die teilweise dort gedreht wurde.

Aber interessanter sind natürlich lokale Filmprojekte, von denen es so manche gibt. Der bei uns sicher bekannteste Film ist Nomad – The Warrior, in welchem die Kindheit des Ablai Khan erzählt wird. Von der Story her etwas langweilig und mit einer Schicht zu viel Pathos hat mich der Film nicht überzeugt, obwohl die Landschaftsaufnahmen und die Schlacht-Panoramen schon sehr beeindruckend sind. Viel besser hat mir Myn Bala – Krieger der Steppe gefallen, ein Historien-Epos, das sich vor keiner Hollywood-Produktion verstecken muss. Diesen Film kann ich nur empfehlen, nicht zuletzt wegen der für Kasachstan ikonischen Drehorte.
Ein ebenfalls berühmter Film ist Kelin, in welchem die Geschichte einer Frau zur Nomadenzeit erzählt wird, die nach der Hochzeit bei ihrer Schwiegermutter leben muss, was nicht sehr einfach ist. Das ist ein sehr heftiger und emotionaler Film, zu dem viele aber auch keinen Zugang finden werden.
Neben diesen drei Filmen gibt es noch eine Reihe von Filmen, von denen ich gehört habe, dass sie gut seien und die ich unbedingt anschauen möchte. Da wäre einmal Ulzhan – Das vergessene Licht (Ein Franzose reist durch die endlose Steppe auf der Suche nach einem Schatz), Killer (ein Gangster-Actionfilm) und Shal – Der alte Mann und die Wölfe (Ein Überlebensfilm in der Wildnis mit Wölfen).

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