Spiel: Stadt der Spione (Heidelberger Spieleverlag)

Tolles Spionagespiel mit interessantem Grübelfaktor.
Von António Sousa Lara und Gil d’Orey (ca. 60 Min.; 2-5 Spieler).
Wenn man dieses Spiel das erste Mal spielt, wird man das Gefühl haben, dass es unbalanciert ist, dass einige Dinge nicht so gut sind wie andere. Aber das ist nur ein Trugschluss, wegen dem sehr modularen Aufbau. Das Spielfeld schaut nämlich jede Partie anders aus, genauso wie es immer andere Missionsziele gibt. Das führt natürlich dazu, dass jedes Spiel anders ist und man immer woanders seinen Fokus legt.
Wir befinden uns in Estoril 1942, dem damaligen Hotspot der globalen Spionagedienste. Wir schicken unsere Agenten in verschiedene Schauplätze, um dort die Mehrheit zu erlangen und dadurch weitere Agenten zu gewinnen, denn diese bringen bei Spielende die Siegpunkte. Die Agenten haben Stärkewerte und Sonderfunktionen, die man geschickt einsetzen sollte. Nicht übersehen darf man dabei die Reihenfolge, in welcher die Schauplätze abgehandelt werden, sonst schneidet man sich schon Mal in den eigenen Finger.
Ein interessanter Faktor dabei ist, dass wir die Agenten geheim, also verdeckt schicken. Es gilt daher zu erraten, welche Agenten wohl die Mitspieler schicken und sich darauf vorzubereiten. Das ist recht spannend und kann zu einigen Überraschungsmomenten führen.
Die Missionsziele sind eigentlich nur vorgegebene Elemente, in welchen man die Mehrheit erlangen sollte. Wenn dann etwa ein Missionsziel lautet „Mehrheit in Diplomatie“ und ein anderes „Mehrheit in Verschwörung“, dann werden die Spieler natürlich die Agenten mit diesen Sonderfunktionen sammeln, wodurch diese logischerweise auch öfter und intensiver eingesetzt werden. Am Spielende hat man dann das Gefühl, dass die anderen Sonderfunktionen weniger wert oder gar schlechter sind, weil man sie eben nur sehr wenig verwendet hat. Doch in der nächsten Partie ist es schon wieder ganz anders. Dort stehen dann vielleicht andere Sonderfunktionen im Vordergrund, bedingt auch durch einen anderen Aufbau des Spielfelds.
Das Spiel dauert vier Runden und ich denke, das ist eine Runde zu viel. Denn nach drei Runden hat man die interessanten Charaktere bereits verteilt und die letzte Runde bietet meistens nichts Gutes mehr.
Nicht zu vergessen ist die hohe Produktionsqualität. Ein großer Pluspunkt.
Fazit: Sehr empfehlenswert für Personen, die tüfteln mögen.

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Stadt der Spione: Estoril 1942
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