Den meisten Verfassern von Rezensionen wird aufgefallen sein, dass es sehr einfach ist negativ über etwas zu schreiben, aber unheimlich schwer etwas positives zu verfassen. Was ja eigentlich auch ganz normal ist. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, weiß ich genau, warum es mir nicht gefällt und kann diese Dinge auch nennen. Negative Elemente stören einfach, bleiben einem intensiver im Gedächtnis und dann ist die Rezension der ideale Platz sich darüber auszulassen. Und die meisten Rezensenten starten dieses Hobby ja auch, weil sie das Bedürfnis haben, ihren Frust über bestimmte Filme oder Serien abzubauen und die Hoffnung haben, damit andere zu warnen.
Und dann kommen Filme daher, die gar nicht schlecht sind, die einem eigentlich gefallen und durchaus empfehlenswert sind. Sehr oft steht man dann jedoch da und fragt sich, warum es einem gefallen hat. Sätze wie „die Schauspieler waren großartig“, „die Action ist toll“ oder „die Effekte sind sehr gut“ hängen mir langsam beim Hals raus, aber ich weiß ehrlich nicht, welch anderen Formulierungen es für positive Rezensionen gibt. Die Superlative möchte man sich für ganz spezielle Bücher oder Spiele aufhalten, wodurch nur Ausdrücke wie „gut“, „toll“ und „solide“ übrigbleiben.
Mir ist das letztens aufgefallen, als ich vier Kritiken hintereinander verfasst habe, die Werke allesamt weder überragend noch schlecht, sondern gut. Nachdem dann diese vier Beiträge ziemlich ähnlich aussahen, war ich total unzufrieden mit mir und habe lange darüber nachgedacht, wie man in solchen Situationen Varianz reinbringen kann. Aber am Ende des Tages ist ein Buch halt gut und vier andere sind auch gut.
Mir ist dann die berühmte Anekdote von dem Schriftsteller eingefallen, der gebeten wurde eine Glückwunschkarte zu schreiben, weil ein Schriftsteller ja etwas hervorragendes zustande bringen müsste. Nach etlichen Stunden überbrachte er die Karte und da stand dann lediglich „Alles Gute“ drauf. Ja, manchmal gibt es einfach nicht mehr zu sagen.
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