Buch: Heinlein, Robert A. – Die Leben des Lazarus Long

Manchmal ist es toll auch ältere Werke in die Hand zu nehmen. Aber manchmal sollte man die Vergangenheit ruhen lassen.
Inhalt: Er heißt Lazarus Long, oder Woodrow Wilson Smith, oder Aaron Sheffield, oder … Lazarus Long ist der älteste Mensch der Welt. So alt, dass er sich selbst nicht mehr an all die Namen erinnert, die er getragen hat. Ebenso wenig wie an alle Leben, die er gelebt, an alle Frauen, die er verführt und an alle Planeten, die er erobert hat. Doch nichts liebt Lazarus Long so sehr wie das Leben selbst, und so bricht er nun auf in ein neues Abenteuer quer durch Raum und Zeit.
Als großer Science-Fiction-Fan gönne ich mir gern auch hin und wieder ältere Werke dieses Genres und da Heyne dieses Buch nun neu bearbeitet, ergänzt und erstmals ungekürzt wieder veröffentlicht hat, musste ich natürlich zugreifen. Aber da der Verlag das Werk hier schon als „neu bearbeitet“ bewirbt, möchte ich kritisch anmerken, dass ich regelmäßig auf lästige „dass – das“ und andere Fehler gestoßen bin, eine weitere Korrektur hätte also nicht schaden können. Das ist aber nicht so eklatant, dass es den Lesefluss oder den Unterhaltungswert stören würde.
Nun, mir hat das Buch nicht gefallen. Zum Einen ist es zu langatmig. Vielleicht wäre die gekürzte Version doch besser gewesen. Aber nicht wirklich, denn mich hat das Thema gestört: Inzest. Heinlein vertritt nämlich die Meinung, dass Inzest, wenn man medizinisch die genetischen Risiken entfernt, nicht amoralisch sei. Daher erforscht er hier die verschiedenen Situationen, in denen es zu Inzest kommen kann. Das Wort „Empfängnisverhütung“ scheint er nicht zu kennen, denn jeder kriegt von jedem Kinder, egal in welchem Verwandtschaftsverhältnis sie zueinander stehen, da ja das genetische Risiko mittels modernster Technik entfernt worden ist.
Ich verstehe durchaus den Anreiz heute gültige Normen und Werte, moralische und ethische Prinzipien aufzuheben, sie auf ihren Ursprung zurück zu dekonstruieren und dadurch zu beweisen, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen an Gültigkeit verlieren. Nennt mich prüde, aber bei Inzest muss ich einen Strich ziehen. Ein Mann zeugt mit seiner Urururenkelin ein Kind? Nein Danke.
Das Buch hat wirklich vielversprechend begonnen, mich gleich von der ersten Seite an gefesselt, aber als Lazarus dann nach hundert Seiten die sehr lange und wenig interessante „Geschichte des Mannes, der zum Scheitern zu faul war“ zu erzählen beginnt, die ich mittlerweile schon gefühlt hundert mal in verschiedensten Ausformungen gelesen habe, hat meine Aufmerksamkeit ordentlich nachgelassen. Ich habe aber weiter gelesen, weil ich dachte, dass spannendere Geschichten folgen würden. Dem war jedoch nicht so, denn der Rest befasst sich nur noch mit Inzest und kulminiert in einer absurden Zeitreise.
Fazit: Dieses Buch kann ich nicht empfehlen.

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