Gedankensprung: Der Einfluss des Weltgeschehens auf unseren Spieltisch

Ein Spieleabend mit Brett- und Kartenspielen ist eigentlich dazu da, sich vom Alltag, von der Realität loszulösen und mit Freunden ein einer anderen Welt, in einem Puzzle zu versinken. Es passiert schon öfters, dass dieses Hobby auch mit dem Weltgeschehen konfrontiert wird, aber speziell diese Woche war es recht eklatant.
Zunächst wurde bekannt, dass mehrere Vertreiber aufhören, Spiele aus den USA zu importieren, weil die Strafzölle diese unverhältnismäßig teuer machen würden. Manche Spiele sind also für uns hier in Europa nicht mehr erhältlich. Manche Vertreiber importieren weiter, werden aber entsprechend die Preise erhöhen. US-Spiele nicht mehr in Europa und europäische Spiele nicht mehr in den USA, soll das die Zukunft sein? Nun, lokale Verlage werden weiterhin Lizenzen kaufen, die Spiele übersetzen und hier dann unter dem eigenen Namen verkaufen. Wer also eh nur Spiele auf Deutsch kauft, wird wohl kaum etwas merken. Ob das gut oder schlecht für die Industrie ist, für Verlage, Autoren und Konsumenten, kann jeder für sich selbst philosophieren.
Neben dieser Nachricht wurde auch bekannt, dass einige Spiele und Erweiterungen, auf die wir warten und uns schon freuen, sich verzögern werden, weil diese in China produziert werden, dort jedoch die Fabriken wegen des Corona-Viruses geschlossen sind. Der Ruf, die Produktion in ein anderes Land zu verlegen, ist lächerlich. Bitte, Spiele sind Luxusgüter und statt sich über so etwas zu beschweren sollte man die Zeit nutzen und Spiele spielen, die man bereits im Regal stehen hat und ewig nicht ausgepackt hat.
Dazu passend, aber etwas älter, ist die Nachricht, dass iranische Spieleverlage bei der Spielemesse in Essen 2019 nicht haben ausstellen dürfen. Bei der weltgrößten Spielemesser der Welt, bei der Verlage aus allen Ländern der Welt ihre Spiele präsentieren und Konsumenten die Gelegenheit haben, Spiele kennenzulernen, die es normalerweise im lokalen Spielegeschäft nicht gibt, wurde iranischen Spieleverlagen das Visum verwehrt. Bauernopfer der Politik.
Diese Beispiele zeigen, dass man sich noch so sehr in sein Hobby verkriechen, dem Alltag entfliehen, der Welt den Rücken zukehren kann, aber die Realität wird einen immer einholen.

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