Ich finde, da wird mehr hineininterpretiert, als da ist.
Drama / Thriller mit Joaquin Phoenix von Todd Phillips. 122 Min.
Inhalt: Für den an einer seltenen Lachstörung leidenden Comedian Arthur Fleck geht es im Gotham City der 80er Jahre in allen Bereichen des Lebens bergab. Der erhoffte Erfolg in seinem Job bleibt aus; er verliert seine Stelle als Clown und wird von einer, den Bach hinuntergehenden Gesellschaft nicht beachtet und misshandelt. Über dunkle, psychische Abgründe führt ihn sein Weg immer weiter hin zum Wahnsinn und dem Dasein als irrer Clown und Symbol der Anarchie.
Als Joker-Origin-Story innerhalb des DC Universums funktioniert dieser Film sehr gut und passt vom Tonfall her ideal zur fantastischen The-Dark-Knight-Trilogie von Christopher Nolan. Mehr ist der Film in meinen Augen aber nicht und das liegt daran, dass Arthur Fleck bereits zu Beginn psychisch krank ist und auf eine extrem traumatische Kindheit zurückblickt. In diesem Sinne zeigt der Film eigentlich nichts anderes, als dass das Sozialsystem nicht funktioniert und wie wichtig Medikation ist – Uh, welch Erkenntnis! Ich persönlich finde, der Film wäre viel intensiver gewesen, hätte seine Botschaft viel stärker vermittelt, wenn der Hauptcharakter nicht klischeehaft psychisch krank wäre, sondern normal. Ein Mann, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und versucht gegen alle Widerstände seinen Platz in der Welt zu finden, seinen Traum zu verwirklichen, aber in dieser Ellbogen-Gesellschaft, in der nur Geld und Vitamin B regiert einfach nicht weiterkommt, ständig fertiggemacht wird und schließlich durchdreht.
Wie dem auch sei, ich finde Phoenix spielt fantastisch und der Film ist auch durchaus spannend, hat mich also wirklich gut unterhalten.
Fazit: Empfehlenswert.
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