Spiel: Pocket Detective – Fall #1 „Mord auf dem Campus“ & Fall #2 „Gefährliche Machenschaften“ (Schmidt Spiele)

Nettes Detektiv-Spiel; ideal für Solo-Zeitvertreib.
Von Yury Yamshchikov (ca. 60-90 Min.; 1-6 Spieler)
Diese neue Spielserie erinnert an die Escape- und Adventure-Spiele anderer Verlage, ist aber eine reine Detektivgeschichte. Es ist wie eines dieser Spielebücher, in denen man selbst entscheidet, bei welchem Abschnitt man weiterliest, nur eben rein in Kartenform, was es ja nun auch schon öfters gibt. Das spezielle hierbei ist, wie gesagt, die Detektivgeschichte, dass wir eben Hinweise sammeln, kombinieren und den Mörder überführen. Mit dieser Prämisse sind die Geschichten realistisch und alltäglich gehalten, was einen ganz eigenen Charme verleiht.
Andererseits muss aber auch gesagt werden, dass das hier genauso gut in Buchform hätte erscheinen können, denn das Spiel bietet nichts, was in keinem Buch Platz hätte. Dennoch bin ich froh, dass es als Spiel herkommt, denn die Karten sind viel angenehmer als Buchseiten. Karten findet man schneller, kann sie dann gemütlich vor sich ausbreiten und jederzeit ohne Aufwand wieder anschauen. Also ja, eigentlich eh eine gute Entscheidung vom Verlag.
Die Spielerzahl ist zwar als 1-6 angegeben, was theoretisch auch stimmt, nur mit sechs Leuten herumzudisktuieren, welche Zahl man als nächstes anschaut, ist nicht sehr spannend. Im Gegenteil hat es mir super gefallen, mich hier solo durchzuarbeiten, alleine in Gedanken versunken zu lesen und zu grübeln. Speziell jetzt in den Lockdown-Zeiten ist so etwas natürlich ideal, wenn man keine Spielgruppe hat. Doch auch zu zweit und eventuell zu dritt kann es gut funktionieren, da da noch ein gemütlicher Gedankenaustausch möglich ist, ein Ideen-Ping-Pong.
Ich fühle mich von diesen Spielen aber ein bisschen ausgetrickst. Denn es gibt einen Zeitfaktor, der dann für die Punktewertung wichtig ist. Im ersten Fall habe ich mir – meinem Naturell entsprechend – Zeit gelassen und alles erforscht, um dann, wenn keine Zweifel mehr bestehen, den Mörder zu präsentieren. Doch weil ich mir zu viel Zeit gelassen habe, habe ich trotz korrekter Auflösung nur wenig Punkte bekommen. Im zweiten Fall dachte ich mir dann, dass ich die Zügel anziehen müsste um eine gute Punktezahl zu erreichen. Das jedoch hat mir etwas den Spielspaß genommen, weil ich ständig überlegte, ob ich noch eine Karte anschauen oder Zeit sparen sollte. Nur um dann am Ende zu sehen, dass der zweite Fall eine gründliche Recherche durchaus belohnt. Das hat mich schon ein bisschen gestört.
Mein großes Problem ist, was nur Fall eins betrifft, dass es auch extrem vom Glück abhängt, wie schnell man ist. Je nachdem, welcher Spur man folgt, läuft man eben in eine Sackgasse und muss eine andere untersuchen oder hat Glück und entlarvt zufällig ganz schnell den Mörder. In dem Sinne ist es im ersten Fall umso furstrierender, eine schlechte Punktezahl zu haben. Fall zwei hingegen macht das viel besser, wobei derselbe Glücksfaktor nicht komplett draußen ist.
Die Aktivität selbst hat mir schon Spaß gemacht, ich bin gern in den Kriminalfall versunken und die Zeit verging im Nu, in dem Sinne hat es schon Spaß gemacht. Das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ trifft hier voll zu, denn die Enttäuschung kam in beiden Fällen am Ende bei der Punktewertung. Aber die kann man eigentlich auch ignorieren, solange der Mörder überführt wurde.
Noch ein kleiner Tipp am Ende: Das beigefügte Notizblatt bitte kopieren und dort drauf Notizen machen, dann kann das Spiel nämlich öfters verwendet, also weitergereicht werden.
Fazit: Empfehlenswert.

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Schmidt Spiele – Pocket Detective, Mord auf dem Campus
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