Buch: Birmingham, John – Die kalten Sterne

Dieses Buch hat leider überhaupt nicht meinen Geschmack getroffen.
Inhalt: Vor hundert Jahren herrschte Krieg zwischen den Menschen der Galaxis und den Sturm, einer radikalen Vereinigung, die jede Form von Cyber-Implantaten ablehnt. Die Menschen gewannen und verbannten die Sturm ins Dunkel zwischen den Sternen. Der Feind war zwar besiegt, aber nicht geschlagen. Während die Galaxis immer nachlässiger wurde, bereiteten die Sturm sich auf ihren verheerendsten Angriff vor. Mit einem Schlag zerstörten sie die Verteidigungsanlagen und Raumflotten. Die Menschheit steht am Rande der Vernichtung, als Lucinda Hardy das Kommando über das letzte Schiff der Königlichen Raumflotte von Armadalen übernimmt. Mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe aus Soldaten, Gaunern und Adeligen will sie sich den Sturm entgegenstellen. Wenn sie versagt, ist das Schicksal der Galaxis besiegelt.
Bei so einer Prämisse muss ich, als echter Sci-Fi-Fan, natürlich zuschlagen. Dies scheint eine Space Opera zu sein, genau wie’s mir gefällt. Aber leider doch nicht.
Zunächst einmal wird die Geschichte aus sechs verschiedenen Perspektiven erzählt, was ich persönlich einfach zu viel und unübersichtlich finde, zumal ich nur zwei richtig interessant fand. Doch was mich am meisten gestört hat, war die unerwartet brutale und exzessive Darstellung von Mord und Totschlag. Ich mag Action, aber ich hasse Splatter & Gore. Auch die übermäßige Verwendung von Fluchwörtern ohne stilistischen oder dramaturgischen Grund hat mir gar nicht gefallen. Dazu kommt noch das, was mich immer am meisten ärgert, dass man das Buch zu Ende liest und dann erst erfährt, dass dies nur der erste Band einer Reihe ist, es also gar nicht abgeschlossen ist und irgendwann weitergeht. Der Schlussteil ist hier auch noch sehr überhastet ausgeführt worden, irgendwie unpassend und unbefriedigend.
Ein weiterer Kritikpunkt muss aber auch noch angeführt werden, nämlich der seichte Plot, bzw. das Fehlen von philosophischen Gedanken. Normalerweise wäre das ja nicht wichtig, wenn der Plot das nicht erfordern würde. Doch hier geht es darum, dass zwei Fraktionen der Menschheit deswegen gegeneinander kämpfen, weil sie absolut konträre Ansichten zum Thema Körperaugmentationen haben, also Metall im Körper zur Veränderung und Verbesserung. Doch kein einziges Mal spricht jemand darüber, was er konkret zu diesem Thema denkt. Zu keinem Zeitpunkt sprechen zwei Kontrahenten miteinander und werfen sich Argumente zum Thema an den Kopf. Das ist einfach die Situation und jetzt kämpfen wir. Keine inneren Konflikte, kein Mittelweg, nichts. Die einen sind halt gut und die anderen böse. Aber warum? Weil das halt die gewählte Perspektive ist.
Fazit: Nein, mit diesem Buch konnte ich gar nichts anfangen. Eine große Enttäuschung. Noch größer, weil man in keinster Weise irgendwie gewarnt wird, was einen erwartet. Wenn aber jemand Action mit Splatter & Gore mag, einfach ein kurzweiliges Weltraum-Abenteuer ohne viel Hirn möchte, der sollte hier zugreifen.

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Die kalten Sterne: Roman
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