Spiel: Wanderlust – Abenteuer im Sommercamp! (Game Factory)

Gemächliches Deckbau-Camping.
Von Phil Walker-Harding (ca. 30-45 Min.; 2-4 Spieler)
Wanderlust – Abenteuer im Sommercamp! ist ein klassisches Deckbuilding-Spiel mit Wettrennen-Elementen, das leicht zu lernen ist und in lockeren Runden gut funktioniert.
Jeder Spieler startet mit einem kleinen Kartendeck. Ziel ist es, drei verschiedene Pfade (z. B. Abenteuer, Freundschaft, Fitness) zu durchlaufen und dabei als Erster alle Zielfelder zu erreichen. In jedem Zug spielt man Karten aus der Hand, mit denen man entweder Schritte auf einem Pfad machen oder neue Karten kaufen kann. Neue Karten erweitern das persönliche Deck und bringen stärkere Aktionen oder Vorteile. Nach und nach verbessert man also sein Deck, um schneller über die Pfade voranzukommen. Sobald ein Spieler alle drei Pfade beendet hat, wird die Runde noch fertig gespielt, dann gewinnt derjenige mit den meisten erreichten Pfadmarkern (bei Gleichstand zählt, wer insgesamt weiter fortgeschritten ist).
Wanderlust ist ein leicht zugängliches Familienspiel, das schnell erklärt ist und durch seine einfache Mechanik auch Gelegenheitsspieler gut abholt. Die Karten sind liebevoll gestaltet und transportieren das Thema eines Ferienlagers mit einem charmanten Augenzwinkern. Spielerisch bietet es keine allzu große taktische Tiefe, doch genau darin liegt sein Reiz, denn es eignet sich hervorragend für lockere Runden, bei denen man ohne große Grübeleien einfach gemeinsam Spaß haben möchte. Wer ein entspanntes Spiel sucht, das Urlaubsstimmung auf den Tisch bringt, wird hier fündig.
Fazit: Empfehlenswert.

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Serie: Only Murders in the Building – Staffel 5

Tolle Fortsetzung einer großartigen Serie.
Wem bereits die ersten vier Staffeln gefallen haben, der sollte auch hier unbedingt wieder einschalten. Der Cliffhanger der letzten Staffel wird erneut gut aufgelöst und der neue Plot ordentlich zu Ende erzählt, spannend bis zum Schluss. Keegan-Michael Key, Renée Zellweger und Christoph Waltz als Neuzugänge sind großartig, stehlen dem originalen Cast aber nicht die Show.
Wer die ersten vier Staffeln hingegen noch nicht geschaut hat, sollte dies dringend nachholen.
In der letzten Szene wird wie immer ein neuer Kriminalfall eröffnet (diesmal auf eine wunderbar selbstironische Art) und eine sechste Staffel ist auch tatsächlich bereits angekündigt worden. Ich freue mich schon sehr darauf. Andererseits könnte man die Serie hier aber auch beenden, denn der Hauptplot ist, wie in jeder Staffel bisher, abgeschlossen und keine Fragen bleiben offen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Elio (2025)

Schöne Reise durchs Weltall.
Abenteuer/Sci-Fi mit Yonas Kibreab von Adrian Molina, Domee Shi und Madeline Sharafian. 99 Min.
Inhalt: Elio Solís ist elf Jahre alt und lebt bei seiner Tante, nachdem er seine Eltern verloren hat. Er ist fasziniert vom Weltraum und fühlt sich isoliert, bis er eines Abends mit einem Notfunksignal im „Kommuniversum“ landet, einem intergalaktischen Rat unterschiedlicher Außerirdischer. Die Aliens halten ihn versehentlich für einen Botschafter der Erde. Während eine Krise droht und ein Kriegsherr namens Lord Grigon das All bedroht, muss Elio seine neue Rolle meistern. Er findet Freundschaft, Vorbilder und wächst über sich hinaus.
Elio entführt uns auf eine kunterbunte und hinreißend charmante Reise weit über unser Alltagsuniversum hinaus. Der elfjährige Elio kämpft mit Außenseitertum und Traumwelten, bis ihn plötzlich die Außerirdischen holen und er auf einmal Botschafter der Erde im intergalaktischen „Kommuniversum“ ist. Was den Film so besonders macht, ist, wie er zugleich kindliche Neugier als auch große Themen wie Zugehörigkeit und Selbstfindung in Szene setzt. Visuell strotzt er vor Fantasie- und Farbenreichtum und schafft es, das „große Abenteuer im All“ mit warmherzigen Momenten zu verbinden.
Zwar folgt Elio in gewisser Weise bekannten Erzählmustern und hätte an mancher Stelle noch tiefer gehen können, dennoch gelingt ihm ein rundum unterhaltsames Erlebnis für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Am Ende bleibt vor allem die Botschaft hängen, dass man manchmal nicht erst irgendwohin gehören muss, sondern dass es reicht, man selbst zu sein.
Alles in allem ein lohnenswertes Filmerlebnis, das mit Leichtigkeit und Herz daherkommt.
Fazit: Empfehlenswert.

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Spiel: Elixirus (Piatnik)

Nette Elixiertunkerei.
Von Dickie Chapin (ca. 20-40 Min.; 2-5 Spieler)
In Elixirus wetteifern die Spieler darum, bis zu fünf Elixiere herzustellen. Das Spiel verläuft in mehreren Runden mit jeweils zwei Phasen:
– Sammeln. Erkunde magische Orte, um mächtige Zutaten zu finden.
– Mischen. Verwandle deine Zutaten in Elixiere, um Punkte zu erzielen.
Das Spiel endet, sobald ein Spieler vier Elixiere vollendet hat. Wer die stärksten Tränke gebraut hat, gewinnt.
Elixirus lädt 2 bis 5 Spielende ab etwa 10 Jahren zu einem Wettstreit im Zauberwald ein, bei dem Zutaten gesammelt und Elixiere gemixt werden. Die Regeln sind vergleichsweise leicht verständlich und die Runden dauern mit etwa 20–40 Minuten nicht übermäßig lang. Optisch setzt das Spiel auf eine stimmige Fantasy-Thematik mit ansprechender Illustration, so dass sich Familien und Gelegenheitsspieler gut angesprochen fühlen dürften.
Als Stärken sehe ich insbesondere den kurzen Einstieg, die angenehme Spieldauer und das Thema, das wenig Regeln auflädt und einen entspannten Spielablauf ermöglicht. Auf der anderen Seite kann der Mechanismus für Vielspieler etwas zu einfach wirken, und die Interaktion bleibt moderat. Wer komplexe Tiefen sucht, wird hier möglicherweise wenig finden. Die Entscheidung, dass das Spiel endet, sobald jemand vier Elixiere fertiggestellt hat, bringt zwar Dynamik, aber auch eine gewisse Vorhersehbarkeit ins Spiel.
In unseren Spielrunden haben wir die Sonderzutaten für das Rezeptebuch als zu stark und glückslastig empfunden und haben daher als Hausregel beschlossen, die obere Hälfte vom Rezeptebuch einfach nicht zu verwenden.
Fazit: Ein solides Familienspiel mit charmantem Thema und gut umgesetztem Konzept. Für Gelegenheitsspieler und Familienabende eine gute Wahl. Wer aber nach strategischer Herausforderung oder hoher Variabilität sucht, wird eventuell nur bedingt bedient.

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Das Spiel wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
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Buch: Chambers, Becky – The Long Way to a Small, Angry Planet (Wayfarers series 1st book)

Schöne Sci-Fi Reise zwischen den Sternen.
Inhalt: Rosemary Harper beschließt, ihr Leben auf dem Mars hinter sich zu lassen, und heuert auf der Wayfarer an, einem Raumschiff, das Wurmlöcher zwischen fernen Regionen der Galaxie bohrt. Um unerkannt reisen zu können, lässt sie ihre Identität illegal entfernen. An Bord trifft sie auf eine Crew, deren Mitglieder unterschiedlichen Spezies der Galaktischen Union (GU) angehören. Als die GU die kriegerisch bekannte Spezies der Toremi aufnimmt, erhält die Wayfarer den Auftrag, einen Tunnel in deren Raumgebiet zu bohren. Auf der langen Reise muss die Crew kulturelle Konflikte, technische Probleme und Angriffe überstehen.
The Long Way to a Small, Angry Planet von Becky Chambers entführt uns auf eine wunderbar entspannte, doch in ihrer Tiefe bewegende Reise durch den Weltraum, die eine Feier der Vielfalt, der Freundschaft und der Hoffnung ist. Die multikulturelle Besatzung der Wayfarer mit Mitgliedern unterschiedlicher Spezies der Galaktischen Union wird als liebevoll skurrile Gemeinschaft dargestellt, in der jede Figur ihre eigene Stimme hat und zugleich Teil eines größeren Ganzen wird.
Statt halsbrecherischer Action oder klassischer Sci-Fi-Schlacht liefert Chambers Charakterstudien und ein Universum, das sich fast beiläufig entfaltet und gerade darin seine besondere Kraft zeigt. Die politischen und sozialen Themen wie Identität, Unterschiedlichkeit und Zugehörigkeit verschwinden nicht im Hintergrund, sondern durchdringen die Erzählung mit Wärme und Optimismus. Ein stiller, positiver Blick in die Zukunft.
Wer also nicht nur nach spektakulären Szenen sucht, sondern nach einer Geschichte, die berührt, inspiriert und dabei den Blick auf das Miteinander im Kleinen lenkt, der wird mit The Long Way to a Small, Angry Planet bestens bedient. Ein literarisches Abenteuer, das mit Herz und Kopf zugleich funktioniert.
Fazit: Empfehlenswert.

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Serie: The Terminal List. Dark Wolf – Staffel 1

So muss ein Prequel sein.
Inhalt: Der Navy SEAL Ben Edwards wird Jahre vor den Ereignissen von The Terminal List in eine riskante CIA-Operation verwickelt. Dabei wird er immer tiefer in moralische Grauzonen gezogen.
Der Grund, weshalb mir dieses Prequel im Unterschied zu anderen gefällt, ist, weil hier nicht die Vorgeschichte des Hauptcharakters erzählt wird, den man ja schon kennt, sondern von einem Nebencharakter, der in der Hauptserie kurz auftauchte und einen bleibenden Eindruck hinterließ, von dem man einfach mehr wissen wollte.
Dark Wolf überzeugt vom ersten Moment an mit einer packenden Mischung aus Action, Spionage und psychologischer Tiefe. Die Prämisse – ein Blick auf den Weg des Protagonisten Ben Edwards vom militärischen Einsatz bis in die Schattenwelt der Geheimdienste – bietet genug Raum für Spannung und Charakterentwicklung.
Besonders gelungen finde ich, wie die Serie nicht nur schlichte Gefechte zeigt, sondern auch die moralischen Fragen hinter verdeckten Operationen und den Preis individueller Entscheidungen thematisiert. Die Inszenierung ist hochwertig. Sowohl in den Kampf- und Verfolgungsszenen als auch in den ruhigeren Momenten, in denen Unsicherheit und Verrat spürbar werden, wird handwerklich stark gearbeitet. Die Drehorte im Herzen Europas (von Ungarn über Österreich bis zur Schweiz) präsentieren einen eigenen Charme. Die Besetzung liefert überzeugende Leistungen und trägt dazu bei, dass man mitfiebert. Man spürt die Ambivalenz, die Konflikte und die inneren Kämpfe der Figuren. Insgesamt ist The Terminal List: Dark Wolf eine lohnenswerte Serie für Fans von intelligent inszenierten Actionthrillern mit Charakter. Wer bereit ist, sich auf eine düstere und komplexe Erzählung einzulassen, bekommt hier ein echtes Highlight geliefert.
Obwohl die Geschichte hier abgeschlossen ist, man das also als Miniserie stehen lassen könnte, bietet sich eine Fortsetzung an und ich wäre bei einer zweiten Staffel sicher wieder dabei.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Mr. No Pain (2025)

Coole Idee.
Action/Thriller mit Jack Quaid von Dan Berk und Robert Olsen. 110 Min.
Inhalt: Nate Caine arbeitet in einer Bank in San Diego. Als drei maskierte Männer die Bank überfallen und Nates Kollegin Sherry entführen, ist dies für Nate der Auftakt für eine aufregende Rettungsmission. Denn Sherry ist Nates große Liebe, die er unbedingt zurückhaben will. Von Vorteil ist für ihn dabei eine seltene genetische Störung, die ihn unempfindlich gegen Schmerzen macht. Ganz gleich mit was die Entführer Nate traktieren, er spürt nichts, was ihn unbeirrt an seiner Mission festhalten lässt.
Mr. No Pain überrascht mit einem erfrischend wagemutigen Konzept und liefert dabei genau die Art von cineastischem Vergnügen, auf das Actionfans und Freunde intelligenter Genreexzesse gehofft haben. Jack Quaid als Nathan Caine meistert seine Rolle mit einer spürbaren Mischung aus verletzlicher Zurückhaltung und unerwartetem Mut. Man schaut ihm gern dabei zu, wenn er aus seiner selbstauferlegten Sicherheit ausbrechen muss. Die Prämisse seiner Schmerzunempfindlichkeit wird nicht lediglich als reines Gimmick verwendet, sondern sie führt zu überraschenden, teils grotesken Situationen, in denen das (Nicht-)Empfinden von Schmerz gleichermaßen Quelle für Spannung, Humor und dramaturgische Brüche wird.
Besonders in der Inszenierung lebt der Film. Knallige Actionsequenzen und visuell kreative Ausbrüche aus der scheinbaren Normalität tragen dazu bei, dass man sich auf eine Fahrt einlässt, die nicht nachlässt. Obwohl der Plot mitunter etwas konstruiert wirkt und dramaturgisch nachjustiert sein könnte, fällt das kaum ins Gewicht, denn der Unterhaltungswert bleibt hoch. Unterstützt wird dies durch solide Leistungen des Ensembles.
Am Ende steht Mr. No Pain als mutiger Genrefilm, der sich traut, seine Prämisse auszureizen, ohne den Zuschauer kaltzulassen. Wenn man sich einmal darauf einlässt, den Verstand gelegentlich abzuschalten und die Absurdität des Konzepts zu umarmen, dann bleibt ein spielfreudiger, eigenwilliger Filmgenuss.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Essen 2025 & Der Fluch des Loots

Dieses Jahr ist die SPIEL in Essen nicht komplett an mir vorbeigegangen.
Ich habe sie auf verschiedenen Social Media Kanälen verfolgt und einige meiner Freunde waren dieses Jahr auch wieder dort, ich werde also in den nächsten Monaten hoffentlich in den Genuss kommen, einige der Neuigkeiten auszuprobieren.
Ich wollte mir diesmal aber die Zeit nehmen und über ein Thema nachdenken, welches mich schon seit Jahren ärgert und diesmal noch weiter ausgeartet ist: Loot. Wenn man in den letzten Tagen auf Instagram war (nicht nur dort) und man hauptsächlich Personen folgt, die Beiträge über Gesellschaftsspiele posten, dann wurde man geflutet mit Fotos zum Hashtag „Loot Essen 2025“, oder noch extremer „Loot Essen 2025 Day 1“ usw.
Prinzipiell habe ich kein Problem damit, dass Menschen ihr Geld für ihr Hobby ausgeben und jeder soll so viel kaufen, wie er möchte. Nur frage ich mich, wie viele dieser Spiele dann auch wirklich gespielt werden, denn interessanterweise ist ein anderer beliebter Hashtag in der Board-Game-Community das „Shelf of Shame“, also eine Sammlung von Brettspielen, die zwar gekauft, aber noch nicht gespielt wurden
Hype wird generiert für Spiele, die in Essen erscheinen (boardgamegeek.com listet 1368 Titel für 2025), Fans rauschen dorthin, kaufen ein, spornen sich gegenseitig mit Loot-Fotos an, aber nur ein Bruchteil davon wird dann auch wirklich gespielt und die große Mehrheit ist fast schon nach einem Monat wieder vergessen. Teilweise habe ich das Gefühl, dass Spiele einfach nur „besorgt“ werden, um ein schönes Loot-Foto schießen zu können und Monate später noch eins vom Shelf of Shame.
Ich merke das oft, wenn ich im Frühling ein Spiel spiele, das ein Freund aus Essen mitgebracht hat, also fast ein halbes Jahr später und dann darüber schreibe. Auf Social Media ist das Spiel bereits tot und generiert null Aufmerksamkeit. Ist ja okay, man soll Spiele nicht für Klicks spielen, aber es ist trotzdem schade.
Ich weiß aus eigener Erfahrung und wegen meiner Kontakte mit Brettspielautoren, wie viel Arbeit hinter einem Spiel steckt, wie lange am Prototypen gearbeitet wurde und wie viel Zeit der Verlag dann noch zusätzlich investiert. Dann erscheint das Spiel in Essen (oder einem anderen dieser Events), ist für ein paar Tage in aller Munde (wenn überhaupt) und wird dann sofort vom nächsten Spiel eines anderen Autors von einem anderen Verlag ersetzt. Aus den Augen aus dem Sinn und weg vom Spieltisch.
Wie bereits gesagt, jeder soll tun, was ihn glücklich macht und sein Geld so ausgeben, wie er es für richtig hält. Ich finde es einfach schade, dass unser Hobby so kommerzialisiert wurde. Natürlich, Menschen tun etwas gerne und möchten dann ihr Hobby zum Beruf machen. Es ist ja immer schön, wenn das klappt. Aber „Beruf“ bedeutet nun mal, Geld verdienen und wenn zu viele Leute mit dem gleichen Ding Geld verdienen wollen, entsteht halt ein Überangebot.
Das ist aber für die Kunden nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch eine psychische. Daher beobachte ich in meinem Bekanntenkreis nun schon seit ein paar Jahren, dass immer mehr Spielefans bewusst keine neuen Spiele kaufen. Ich selbst mache das übrigens auch. Wenn ich selbst einen Spieleabend organisiere, hole ich ältere, bereits bekannte Spiele aus dem Regal, die mir gefallen und die ich wieder mal spielen will. Wenn ich bei Freunden nachhause eingeladen werden, ist das ebenso der Fall. Nur wenn wir die Spieleabende in Clubs, Cafés oder Geschäften besuchen, probieren wir neue Spiele aus. Das empfinde ich als extrem angenehm und sorgt auch dafür, dass Spiele in meinem Regal nicht verstauben.
Wenn Menschen im Bereich der Gesellschaftsspiele Geld verdienen können, sei es als Autoren, Verleger, Künstler, Kritiker oder Influencer, dann freut mich das natürlich für sie, ich frage mich aber, wann bei den Kunden eine Übersättigung stattfinden wird (bei mir und meinen Freunden ist das ja schon der Fall) und wann die Branche das dann auch spürt. Ein paar Verlage hat es in den letzten Jahr ja auch bereits getroffen: Ludonaute, Mythic Games, Game Brewer, FunForge, Greater Than Games oder etwa CMON, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Der Verlagsleiter von Ludonaute begründet die Entscheidung zur Verlagsschließung u. a. mit einer Überproduktion im Markt und wirtschaftlichen Zwängen: „Wir haben die Entscheidung getroffen, keine neuen Spiele mehr zu veröffentlichen … und wir beobachten, dass derzeit zu viele Spiele produziert werden.“ (‘Passion in board game profession has given way to economic reality’)
Ich will da jetzt nicht groß Schwarzmalerei betreiben und die Spielemesse in Essen 2025 war von der Besucherzahl her auch wieder ein voller Erfolg, aber man macht sich halt Gedanken.

Über die diversen Social Media Kanäle hätte ich kein Spiel entdeckt, welches das große Muss-Unbedingt-Haben-Spiel dieser Messe gewesen wäre. Ich habe mich dann hingesetzt und die Liste auf boardgamegeek.com ein bisschen überfolgen, um zu schauen, ob mir irgendein Spiel ins Auge springt. Doch leider muss ich sagen, dass nichts davon mein Interesse derart geweckt hätte, dass ich bei meinem Spieleclub dafür unbedingt eine Runde organisieren möchte. Wie bereits lang und breit ausgeführt, ich bin einfach übersättigt. Dazu kommt noch, dass ich bereits seit Jahren eine große Wunschliste mit mir führe, die einfach nicht kleiner wird.
Hier also meine persönliche Spielewunschliste, die immer noch gigantisch ist und ich habe keine Ahnung, wann ich die mal spielen soll:
Earth (Inside Up Games), Endeavor: Deep Sea (Grand Gamers Guild), Let’s Go! To Japan (Alderac Entertainment Group), Arche Nova (Feuerland), Distant Suns (IELLO), Trails of Tucana (Pegasus Spiele), Dive (Pegasus Spiele), Beyond the Sun (Rio Grande Games), Aquatica (Cosmodrome Games), Ecos – First Continent (AEG), Ishtar (Iello), Queenz (Rio Grande Games), Barrage (Feuerland Spiele), Black Angel (Asmodee), Detective – City of Angels (Van Ryder Games), Deep Blue (Days of Wonder), Hadara (Hans im Glück), Cassiopeia (Hobby World), Offshore (Aporta Games), Orb Hunters (Ediciones Primigenio), Skytopia (Cosmodrome Games), City of Rome (Abacusspiele), Futuropia (Friedemann Friese, 2F-Spiele), Blue Lagoon (Blue Orange), The River (Days of Wonder), Ceylon (Ludonova), Passing Through Petra (Renegade), Carpe Diem (Alea), Teotihuacan (Schwerkraft), City of Gears (Grey Fox Games), Altiplano (dlp games), Majesty (Hans im Glück), First Class (Hans im Glück), Madeira (What’s Your Game?), Rajas of the Ganges (Huch!), Yokohama (Tasty Minstrel Games), Blood Rage (CMON), Abyss (Bombyx), New York 1901 (Blue Orange Games) und Oben und Unten (Schwerkraft-Verlag).

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Spiel: Agent Avenue (Nerdlab Games)

Großartig!
Von Christian Kudahl und Laura Kudahl (ca. 10-20 Min.; 2 Spieler)
Wer auf der Suche nach einem spannungsgeladenen, taktischen Spiel mit jeder Menge Nervenkitzel ist, sollte Agent Avenue auf keinen Fall verpassen. Dieses Spiel entführt die Spieler in die Welt der geheimen Agenten, bei der jeder Zug zählt und die richtigen Entscheidungen über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Die Idee hinter dem Spiel ist erfrischend neu und bietet eine gelungene Mischung aus Strategie, Bluff und Interaktion.
Die Spielmechanik von Agent Avenue ist sowohl zugänglich als auch tiefgründig. Spieler übernehmen die Rolle von Geheimagenten, die über ein Netzwerk von Verbindungen und Informationen das Ziel verfolgen, geheime Missionen zu erfüllen. Dabei müssen sie nicht nur clever agieren, sondern auch ständig die Bewegung des anderen Spielers im Auge behalten, da dieser jederzeit in die eigene Mission eingreifen kann. Dies sorgt für eine konstant hohe Spannung und eine Atmosphäre, die an klassische Agentenfilme erinnert.
Die Gestaltung des Spiels ist ein weiteres Highlight. Das Design ist schick und elegant, mit liebevollen Details, die das Thema perfekt unterstützen. Die Karten und Spielkomponenten sind hochwertig und tragen zur insgesamt positiven Spielerfahrung bei. Das Regelwerk ist verständlich, was es auch für Einsteiger zu einem großartigen Erlebnis macht, gleichzeitig aber genügend Tiefe bietet, um auch erfahrene Spieler immer wieder herauszufordern.
Besonders gelungen ist das interaktive Element. Die Spieler müssen nicht nur ihre eigenen Züge planen, sondern auch ständig auf die Züge des anderen achten. Der „I-Cut-You-Choose“-Mechanismus wird hier sehr clever und minimalistisch eingesetzt. Dies sorgt für dynamische Partien, die jedes Mal anders verlaufen, und garantiert einen hohen Wiederspielwert. Hier zeigt sich die Stärke von Agent Avenue: Es ist ein Spiel, das mit jeder Partie neue Überraschungen bereithält und daher auch nach zahlreichen Spielrunden niemals langweilig wird.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist das Balancing. In Kombination mit der konstanten Interaktion zwischen den Spielern entsteht ein spannendes, abwechslungsreiches Spielerlebnis, das sowohl für Freunde von Strategiespielen als auch für Liebhaber von Bluff-Elementen genau das Richtige ist.
Agent Avenue ist ein absolutes Muss für alle, die es lieben, in die Rolle eines Geheimagenten zu schlüpfen und ihre Gegner mit klugen Zügen zu überlisten. Es bietet genau das, was man sich von einem guten Brettspiel erhofft: fesselnde Atmosphäre, tiefgründige Strategie und jede Menge Spaß. Ein wahres Meisterwerk, das in keiner Sammlung fehlen sollte.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Dambeck, Thorsten – Sternenwelten

Schöner Bildband.
Sternenwelten ist eine wunderbare Einladung, den Blick zu heben und sich von der Schönheit und Weite unserer Galaxis verzaubern zu lassen. Dambeck gelingt es auf fesselnde Weise, das Visuelle eines prachtvollen Bildbandes mit spannenden wissenschaftlichen Hintergründen zu verbinden. Die farbigen Panoramafotos lassen leuchtende Nebel und funkelnde Sternhaufen in eindrucksvoller Größe erscheinen, zugleich lädt der Text dazu ein, Hintergründe zu verstehen, wie etwa die Mission der Raumsonde Gaia oder die Frage nach Schwarzen Löchern.
Besonders gelungen ist die Balance zwischen so wenig technisch, dass auch Einsteigerinnen und Einsteiger im Thema Astronomie folgen können, aber auch ausreichend fundiert, um das Staunen über den Kosmos mit echtem Wissen zu unterlegen. Die Gestaltung macht das Buch auch zu einem schönen Geschenk, ideal zum Schmökern und Forschen zugleich. Insgesamt eine begeisternde Lektüre für alle, die den Nachthimmel mit neuen Augen sehen möchten.
Ich persönlich versinke gerne in Tagträumereien, was es denn da draußen zwischen den Sternen geben könnte. Dieses Buch ist dabei eine tolle Ergänzung, um zu sinnieren und den Gedanken freien Lauf zu lassen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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