Bradbury ist einer der großen Autoren der frühen Sci-Fi-Literatur und es erstaunt mich, dass er bisher noch nie in mein Blickfeld gerückt ist. Aber das gibt mir Hoffnung, dass ich noch weitere solcher wunderbaren Funde machen werde.
Der illustrierte Mann ist eine Sammlung von Kurzgeschichten von derart hoher Qualität, wie ich sie selten erlebt habe. Gerahmt von einer sonderbaren Begebenheit: Der Erzähler trifft einen Mann, dessen ganzer Körper illustriert ist. Die Bilder erzählen insgesamt 18 Geschichten.
Jede Geschichte spielt irgendwann in der Zukunft, natürlich aus der Perspektive des Autors, also nach 1948. Nicht wenig interessant ist seine Idee der futuristischen 60er.
Grundsätzlich geht es bei seinen Geschichten nicht so sehr um Realismus, wie das heute in Sci-Fi oft der Fall ist, sondern um Psychologie. Aber aufgrund der Marsmenschen und der ständigen Bezeichnung „Raketen“ statt „Raumschiffe“ machen heute viele Leser einen großen Bogen um ihn. Was aber sehr schade ist, denn seine Geschichte geben einem viel.
Hauptsächlich thematisiert er, was Menschen mit welchen Technologie für Probleme haben können. In einer Geschichte hat dies desaströse Auswirkungen auf die Erziehung der Kinder, in einer anderen schaut die Familie ständig in den Himmel, um an den Familienvater, der Weltraumpilot ist, zu denken.
Auch wenn seine Wissenschaft aus heutiger Sicht lachhaft erscheinen mag, sind seine Botschaften, moralisch, ethisch und psychologisch, heute aktueller denn je. Das Buch ist wie eine Kette mit 18 wertvollen Perlen daran, eine glänzender als die andere.
Fazit: Eine Empfehlung für jeden! Und auch die, die sonst von Sci-Fi eher Abstand nehmen, sollten doch wenigsten die erste Geschichte probieren, bevor sie das Buch ganz verwerfen.
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Sehr schön, hier Ray Bradbury rezensiert zu sehen. Er gehört zu meinem ewigen Triumvirat an Literaten – bestehend aus J.M. Coetzee, Max Frisch und eben Ray Bradbury. Ihn als Sci-Fi-Autor einzuordnen, ist auch viel zu kurz gegriffen. Fantasy (Das Böse kommt auf leisen Sohlen), Krimi (Friedhof für Verrückte), Coming of Age (Löwenzahnwein) – er hat in vielen Genres einflussreiche und grandiose Bücher geschrieben. Und natürlich mit „Fahrenheit 451“ eine der wichtigsten und besten Dystopien der Geschichte – mein absolutes Lieblingsbuch.