Spiel: Ave Roma (A-games)

Ich spiele dieses Spiel und weiß nicht, ob es mir gefällt oder nicht. Komisch irgendwie.
Von Attila Szőgyi (ca. 45-120 Min.; 3-4 Spieler)
Das Spiel gefällt mir aufgrund des einzigartigen Worker-Placement-Mechanismus‘ eigentlich sehr gut. Jeder Spieler erhält fünf Meeple in den Werten 1-5, wobei alle die gleiche Farbe haben. Dann werden diese Reihum auf ein Feld gelegt und dessen Aktion ausgeführt, wobei die Zahl des Meeples dem des Feldes entsprechen muss. Man hat also pro Meeple andere Optionen. Das Tolle kommt aber am Rundenende: Der Spielplan ist in verschiedene Bereiche aufgegliedert und der Reihe nach entscheidet sich jeder Spieler für einen Bereich und erhält alle Meeple von dort. Das führt dazu, dass ein Spieler z.B. fünf Meeple mit den Werten 2+2+3+4+4 erhält, während der andere 1+1+1+5+5 bekommt. Das wiederum hat zur Folge, dass jeder Spieler jede Runde andere Aktionsfelder zur Auswahl hat, weshalb man bei Rundenende sich genau überlegen sollte, welche Aktionen man in der nächsten Runde verwenden möchte.
Dieser tolle Mechanismus fällt jedoch aus verschiedenen Gründen ziemlich flach. Die 5er-Meeple sind heiß begehrt, da man mit denen viel Geld bekommt und für die restlichen Meeple gibt es meist so viele Optionen, dass es relativ egal ist, welche man nimmt. Außer man möchte eine bestimmte Provinz bekommen, dann ist der Wert des Meeples sehr wichtig. Und das ist schon der zweite Kritikpunkt: zu viele Optionen und diese zu wenig balanciert. Die ersten zwei Aktionen werden immer „Ressourcen-“ und „Geld-sammeln“ sein. Dann geht man entweder eine Gebäude-, Senator- oder Kriegs-Karte kaufen oder zum Markt, weil man noch mehr Ressourcen braucht, um die gewünschte Karte zu bezahlen. Hat man aufgrund seiner Karten genug Banner, kann man auch in eine Provinz gehen, um dort seinen Einfluss zu erhöhen. Idealerweise kauft man sich bereits in der ersten Runde einen Senator und versucht dann konstant so zu spielen, dass man seinen Bonus maximal ausnutzen kann.
An sich ist das Spiel recht einfach: Ich schaue, was ich möchte und besorge mir die entsprechenden Ressourcen. Das Management dieser und die Aktionen mit den Provinzen sind sehr interessant gelöst und gefällt mir gut. Ebenso gefallen mir die unterschiedlichen Möglichkeiten, Siegpunkte zu erlangen. Man kann also verschiedene Strategie verfolgen, den Sieg zu erringen.
Enttäuscht war ich hingegen von der Möglichkeit Sets zu sammeln. Das wird in der Regel ausführlich beschrieben und viel Ikonographie wird darauf verwendet, doch am Ende ist dies kaum möglich und wenn man es schafft, ist die Belohnung sehr gering, außer bei den Provinzen, wo es beinahe schon zu einfach und die Belohnung sehr gut ist.
Einerseits gefällt mir das Spiel gut, wurden doch viele coole Ideen und Mechanismen implementiert. Es leidet jedoch an der Kickstarter-Krankheit: zu wenig professionelles testen. Wie auch schon Vikings Gone Wild könnte Ave Roma mit ein paar Korrekturen an den richtigen Stellen ein großartiges Spiel sein. So aber leider fühlt es sich nicht ganz rund an.
Fazit: Sollte probiert werden.

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