Gedankensprung: Filler-Episoden

Als Filler- oder Füller-Episoden bezeichnet man Episoden, welche eine Serie nicht vorantreiben. Sie tun nichts für den Plot, sondern schinden nur Zeit. Gut gemachte Filler tun viel für die Atmosphäre und Charakterentwicklung, meistens aber sind sie nur schlecht. Speziell Animes kommen kaum ohne Filler aus.
Früher fielen Filler nicht so sehr auf, weil die Serien meistens in jeder Episode eine in sich geschlossene Geschichte erzählt haben. Es gab da halt bessere und schlechtere Episoden. Berühmt-berüchtigt waren die Episoden mit zusammengeschnittenen Flashbacks aus älteren Episoden. Heute aber erzählen Serien meistens über eine ganze Staffel hinweg eine Geschichte, bzw. über mehrere Staffeln. Da kann man dann schon mal nach einer Episode verärgert zurückbleiben, weil einfach nichts weitergebracht wurde. Oder das gesamte Erzähltempo einer Staffel wird soweit runterreduziert, damit man am Ende einen bestimmten Punkt für einen Cliffhanger erreicht. Da spricht man dann von „Längen“, die meistens „zäh“ sind. Dem zugrunde liegt natürlich der Wunsch, so viele Folgen, so viele Staffeln wie möglich zu produzieren, denn eine Goldkuh muss bis zum äußersten Limit gemolken werden. Am meisten fallen einem Filler-Episoden auf, wenn die Serie auf einem literarischen Vorbild beruht. Denn da sind die Filler gefüllt mit frei erfundenem Material.
In Game of Thrones gab es immer wieder „zähe Längen“, aber nie eine richtige Filler-Episode, bzw. wäre mir keine aufgefallen, ich habe ja auch die Bücher nicht gelesen. In der ersten Expanse-Staffel hingegen gab es eine Filler-Episode par excellence. Ebenso in der letzten Staffel von Stranger Things. Bei Expanse ist es mir deshalb so deutlich aufgefallen, weil ich ja die Bücher gelesen habe und da eine Episode war, die komplett mit neuem Material gefüllt war; bei Stranger Things gibt es eine Folge, die – bis auf einen Charakter – rein gar nichts mit dem Rest zu tun hat. Da für mich der Plot sehr wichtig ist, kann ich solchen Längen und Fillern nichts Positives abgewinnen, sehr vielen jedoch gefällt dieser Fokus auf Charakterentwicklung oder Atmosphärenausbau, bei denen der Plot mal kurz pausiert. Das ist reine Geschmackssache.
Nicht so bei Anime. Dort ist die Verwendung von Fillern auf grauenvolle Art und Weise ausgeartet. Alle großen Anime-Serien, die über mehrere Jahre laufen / liefen, benutzen dieses Hilfsmittel, um Zeit zu schinden. Hier geht es primär darum, den Plot des Mangas zu erzählen, doch wenn man als Serie gleichauf ist, muss man sich etwas einfallen lassen, bis die nächsten Kapitel veröffentlich werden, daher also Filler. Einzig jetzt Dragon Ball Super macht es umgekehrt, da folgen die Manga-Kapitel der Animeserie, was aber nicht bedeutet, dass sie dort nicht dennoch einige unnütze Folgen einstreuen. Das ist der Hauptgrund, warum ich die großen Anime-Serien, wie One Piece oder Naruto / Boruto nicht mehr schaue und nur noch staffelweise Animes. Denn die kurzen Serien erzählen in 12 Episoden eine tolle, in sich geschlossene Geschichte, ohne Längen und Filler.

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