Spiel: Valletta (Hans im Glück)

Ein tolles Spiel mit einigen Kunstfehlern.
Von Stefan Dorra (ca. 40-80 Min.; 2-4 Spieler)
Eigentlich ist das hier ein richtiges tolles Spiel: Deck-Building mit Ressourcen-Management. Wir befinden uns 1566 auf Malta und versuchen uns am Aufbau der neu geplanten Hauptstadt Valletta zu beteiligen. In jedem Zug spielen wir dafür drei unserer fünf Handkarten aus und vollführen die aufgedruckten Aktionen, hauptsächlich verschiedene Ressourcen sammeln, Punkte erwerben, Gebäude errichten. Gebäude errichten ist wichtig, denn da bekommen wir Punkte und eine zusätzliche Karte für unser Deck. Möchte ich also ein Gebäude bauen, weil ich diese Karte möchte, oder weil ich die Punkte möchte? Idealerweise beides. Zum bauen brauchen wir die gesammelten Ressourcen. Je besser unser Deck, desto mehr Ressourcen kann man bekommen. Aber die Punktekarten nicht vergessen! Außerdem gibt es noch eine coole Straße, die mitten durch die Gebäude verläuft. Auf dieser bewegt sich die Figur des Jean Parisot de Valette, die dem aktiven Spieler Boni bringt bzw. Zusatzpunkte, wenn man ein Gebäude in der aktuellen Reihe errichtet.
Das Spiel gefällt mir sehr gut, weil die verschiedenen Elemente sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Außerdem ist das Spiel auch gar nicht schwer: Lege drei Karten aus der Hand aus und mach, was drauf steht. Man muss sich halt überlegen, welches Gebäude man errichten möchte und dementsprechend die Ressourcen sammeln. Das ist auch das Interaktionselement, wenn eben ein Mitspieler mir mein Gebäude wegschnappt. Das Spiel ist eigentlich einfach, aber doch ziemlich strategisch.
Doch jetzt kommt das Problem: Es ist zu fitzelig und braucht zu viel Platz. Der Spielaufbau ist nicht übermäßig kompliziert, aber doch eine kleine Herausforderung, weil man eben Karten raussuchen, aussortieren und aufteilen muss. Da sich sämtliche Karten im Laufe des Spiels vermischen, ist dies zu Beginn eines jeden Spiels nötig. Dazu kommt noch, dass die Karten in einer derart großen Auslage aufgedeckt werden, wie ich sie noch nie gesehen habe. Weil die Karten aber auch so klein sind, muss man einige Male um den Tisch spazieren, um einen guten Überblick zu bekommen, was wo liegt. In die gleiche Kategorie fallen noch einige weitere Spielelemente.
Wie gesagt, finde ich das Spiel wirklich toll, aber wir überlegen uns schon dreimal, ob wir das wirklich auspacken wollen. Und wenn’s schlecht läuft, ist sogar der Tisch zu klein, was hier sehr schnell passieren kann. Bei wenigen Spielern ist die Auslage kleiner, weshalb ich die 2-Spieler-Variante bevorzuge und 4 Spieler sowieso nur in Ausnahmefällen. Vom Spielen selbst hatte ich bei jeder Spielerzahl Spaß, nur von der Auslage und Übersichtlichkeit her ist es mit 2 Spielern einfach am gemütlichsten.
Wer sich aber an der Kleinteiligkeit des Materials nicht stört, der findet hier ein tolles Spiel. Es gibt schon noch ein paar Elemente, die den Spielspaß zerstören können. Wenn man etwa nicht früh genug einen zusätzlichen Baumeister holt, hinkt man bald hinten nach. Wenn man dann die schlechten Ressourcensammler nicht rechtzeitig abwirft, verstopfen sie am Ende deine Hand. Das sind natürlich Spielerfehler, wenn man das nicht macht, aber sie können schon sehr nervig und frustrierend werden und dadurch den gesamten Spielspaß beeinflussen. Das ist nicht anders als bei jedem Deck-Builder.
Fazit: Empfehlenswert.

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