Buch: Gerrold, David – Hella

Ein Paradebeispiel dafür, wie aus einer tollen Prämisse ein langweiliges Buch wird.
Inhalt: Auf einem fremden Planeten habe Tiere und Pflanzen riesige Ausmaße angenommen. Dort haben Menschen eine Kolonie gegründet und versuchen zu überleben. Die Gefahren sind groß, die Probleme noch größer und ein weiteres Kolonieschiff mit über 1.200 Menschen ist bereits unterwegs.
Dieses Buch hat nicht nur eine tolle Prämisse verhunzt, sondern wurde auch noch falsch beworben. Also hier zur Sicherheit: Hella ist ein Young Adult Buch, mit entsprechenden Szenen, Dialogen und Handlungssträngen. Das muss man halt mögen und wäre auch nicht so schlimm als Überraschung, wenn der Rest passen würde.
In der gesamten ersten Hälfte des Buches wird nur beschrieben, was auf dem Planeten lebt, wie das Ökosystem funktioniert und wie der Alltag der Kolonisten je nach Jahreszeit abläuft. Und das alles aus der Perspektive eines autistischen Jungen, der ein Gerät im Hirn implantiert hat, um mit seiner Umgebung besser interagieren zu können. Und natürlich passieren ihm noch zahlreiche weitere tragische Dinge. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit World Building, im Gegenteil gefällt es mir sehr gut, doch eigentlich hätte ich es lieber mit irgendeinem Plot verwoben, mit irgendeinem Rätsel, das mich gefesselt hält. Nur die Probleme eines autistischen Jugendlichen sind für mich nicht genug, speziell in diesem Fall, wo die Darstellung von Autismus sehr kritisch zu betrachten ist.
In der Mitte des Buches bin ich dann mental ausgestiegen, als eine Künstliche Intelligenz eingeführt wurde, welche Spaß darin hat, die Menschen zu manipulieren. Mein Problem an der Sache: Die Menschen wissen das und versuchen trotzdem mit ihr zu arbeiten! Die Erklärungen hierfür sind einfach lächerlich und realistisch betrachtet – was Science Fiction im Grunde ja sein sollte – würde man diese KI sofort deaktivieren.
Im zweiten Teil kommt dann der Plot, doch statt diesen coolen Planeten zu erkunden und irgendwas zu entdecken, irgendeine Gefahr abwenden zu müssen, geht es um Politik, Machtspiele und einen Putsch. Doch auch das ist überhaupt nicht spannend geschrieben, sondern extrem langatmig und banal simplifiziert.
Schade. Mit gefallen generell Bücher über die Kolonisierung fremder Welten sehr gut, doch das hier war leider ein Fehlgriff.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Hella
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