Spiel: Roundforest (Piatnik)

Nettes Familienspiel, aber etwas zu lang.
Von Pierrot (ca. 45-60 Min.; 2-4 Spieler)
In diesem Spiel bewegen wir unseren Wanderer durch einen Wald, klauben dabei in jedem Zug irgendwelche Gegenstände auf, die wir dann an verschiedenen Stellen eintauschen, um schließlich 3 goldene Äpfel zu haben, die man unter speziellen Voraussatzungen für einen Smaragdring opfern kann. Wer diesen als erster erhält, gewinnt das Spiel. Der Clou dabei ist, dass sich die Felder des Waldes immer drehen und man in jede Richtung eine andere Anzahl Schritte machen kann. Wenn man also einen bestimmten Ort erreichen möchte, gilt es gut zu planen und zu hoffen, dass die Mitspieler da nichts verdrehen oder blockieren. Das ist jedoch nur bedingt interessant. Die ersten Runden verbringt man damit, einfach zufällige Dinge zu sammeln – denn ja, Zufall spielt hier eine große Rolle – bevor man anfangen kann, einen Plan zu erstellen. Der Mittelteil des Spiels ist dann eigentlich die interessanteste Phase, wenn man eben schon ein paar Dinge im Rucksack hat, einige Charaktere ausliegen und man mit einem Plan agiert und den Weg berechnet. Doch dann kommt irgendwann der Moment, wenn es sich hinzieht, wenn man mehrere Züge verschwendet, um einen bestimmten Ort zu erreichen, um endlich diesen letzten goldenen Apfel zu erhalten. Aber damit ist das Spiel ja noch nicht zu Ende. Jetzt muss man schauen, ob man auch schuldenfrei ist, um den Waldgeist besuchen zu dürfen, um sich den Smaragdring zu schnappen. [Korrektur siehe unten] Schlimm wird es, wenn zu diesem Zeitpunkt der Waldgeist noch gar nicht ausliegt, da ja auch das ein Zufallsfaktor ist. Dann heißt es einfach warten. Zugegeben, meistens liegt der Waldgeist bereits aus, aber eben nicht immer und wenn das jemandem bei seiner ersten Partie passiert, hinterlässt das halt keinen guten Eindruck.
Das Spiel wird ab 8 Jahren empfohlen, aber ich weiß ehrlich nicht, ob Kinder in dem Alter wirklich so lange konzentriert bleiben, wenn es sich hinzieht und eigentlich nichts passiert. Noch frustrierender wird es, wenn du dir etwas berechnest, dann drei Züge für diese Bewegung verbrauchst und am Ende – Zufallsprinzip – etwas Sinnloses ziehst. Natürlich könntest du darauf verzichten und stattdessen bei der Fee etwas kaufen, doch was dort liegt, ist halt auch zufällig.
Wie gesagt, gefällt mir die Spielidee sehr gut, das Spielmaterial ist auch von hoher Qualität mit einer sehr schönen Grafik, aber es gibt halt einige Minuspunkte. Um das Spiel zu verkürzen, würde ich empfehlen, dass jeder bereits mit einem zufälligen blauen Gegenstand im Rucksack beginnt. Eine kleine Regeländerungen, die das Spiel beschleunigt und den Frust reduziert.
Fazit: Kann probiert werden.

Korrektur am 20.10.2020: Tatsächlich ist es so, dass der Waldgeist automatisch auftaucht, wenn ein Spieler den dritten Apfel gefunden hat und alle Bedingungen erfüllt. Zu diesem Detail möchte ich aber das Design des Regelwerks kritisieren. An sich wäre dies ein wichtiger Punkt, doch er ist mit kleinerem Font als der Rest auf dunklem, schlecht lesbarem Hintergrund angebracht. Andere wichtige Details werden ja auch farblich hervorgehoben, warum also nicht auch das? Oder zumindest gleichwertig mit dem Rest des Textes.
Wenn man sich übrigens die Regeln in den anderen Sprachen anschaut, ist dieses Detail ebenfalls kleiner, aber nicht auf so einem dunklen Hintergrund. Dies ist nur auf Deutsch und Ungarisch der Fall, sonst nicht.
Nun, auch wenn der Waldgeist pünktlich auftaucht, ist es doch so, dass es Phasen gibt, in denen sich das Spiel hinziehen kann, aber das Ende ist zumindest in Sicht, was eine ordentliche Planbarkeit ermöglicht.

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Roundforest (Piatnik)
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2 Antworten zu Spiel: Roundforest (Piatnik)

  1. Pierrot schreibt:

    Hi!
    There is an important rule you may not have noticed. As soon as one finds his third golden apple, the spirit of the Forest will definitely appear. Somehow it reads like this:
    „The player to the left of the current player (who has the things needed to complete the game) finds the Forest Spirit token and places it on a forest tile of his choice on which there is a red color disc. If none of the forest tiles has a red color disc, he places the token on a forest tile on which lies a blue color disc. “
    This way the game does not stretch too much, the playing time is never more than 1 hour.
    Thanks for the review.
    PIERROT

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