Nette Idee zu umständlich umgesetzt.
Von Michael Menzel (ca. 20 Min.; 2-4 Spieler)
Die Kernidee dieses Spiels ist ein durchaus cleverer Kartenmechanismus. In der Tischmitte liegen zwei Kartenstapel, welche die linke und rechte Seite eines magischen Buchs repräsentieren. Links steht eine Zahl, die angibt, wie viele Drachen aus der Hand gespielt werden dürfen, rechts ist die Farbe, die gespielt werden darf. Wenn ein Spieler an der Reihe ist, darf er rechts oder links nachziehen, wodurch sich diese Werte zufällig verändern. Wer von den Spielern dann so viele Drache in der Farbe hat, darf diese dann aus der Hand ausspielen und die Belohnung kassieren. An sich eh eine coole Idee mit einem spannenden Push-Your-Luck-Faktor.
Das Problem ist aber, dass es verschiedene Arten von Belohnungen gibt, was ein weiterer Glücksfaktor ist, diesmal aber frustrierend, speziell das Amulett, welches auch haptisch absolut unangenehm ist. Dazu kommt noch die Tatsache, dass man bestimmte Farben irgendwann nicht mehr legen darf, was einfach nervig ist. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Begrenzung das Spiel tatsächlich taktisch bereichert oder ob es einfach den Anschein erwecken soll, clever zu sein. Die optionale Regel, dass durch Abgabe eines Edelsteins auch die gesperrten Farben bedient werden dürfen, sollte immer gespielt werden.
Wie ihr seht, habe ich bisher nur in sehr abstrakten Begriffen gesprochen, denn das Thema „Drachen“ ist im Grunde nicht vorhanden. Es sind zwar nette Bilder, aber nichts von dem, was wir machen, hat irgendeinen thematischen Hintergrund.
Insgesamt funktioniert das Spiel, hat mir, meiner Spielrunde und auch meiner Familie jedoch keinen Spaß bereitet. Meiner Meinung nach hätte man hier einige Dinge weglassen können und das Spiel noch weiter auf die Kernmechanik reduzieren können.
Fazit: Kann gespielt werden.
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