Atmosphärische Thrillerserie.
Der titelgebende Held Alex Cross hat die brillante Begabung, sich wie kein anderer in die Psyche von Mördern und Opfern zugleich zu versetzen. Das macht den forensischen Psychologen zum herausragenden Ermittler, doch belastet den liebenden Familienvater schwer.
Mittlerweile gibt es bereits über 30 Bücher und drei Filme mit ihm als Detektiv, also war es nur klar, dass in dieser Zeit der Streamingdienste auch eine Serie dazu produziert werden würde, im konkreten Fall hat Amazon zugeschlagen. Alex Cross passt da sehr gut in den Katalog zwischen Jack Ryan und Reacher. Alex Cross kann in allen Belangen mit diesen beiden Serien mithalten und deren Fans werden auch hier auf ihre Kosten kommen. Dabei ist Alex Cross jedoch keine Actionserie, sondern eine Thrillerserie, spricht also eigentlich ein anderes Publikum an, nämlich Krimifans, die ebenfalls hier zufrieden gestellt werden.
Insgesamt ist es eine spannende und fesselnde Serie, sehr gut inszeniert und mit den richtigen Schauspielern besetzt. Für mich persönlich waren jedoch die mittleren Episoden ein zäher Durchhänger mit einem großen Logikfehler, denn Axel Cross hat das gleiche Problem wie viele andere Serien: Eine Vorgabe bzgl. Episodenzahl und Länge, aber nicht genug Material dafür. Der Anfang hat aber genug gefesselt, um das durchzustehen und am Ende wird man toll belohnt.
Womit die Serie aber noch zusätzlich kämpfen muss, ist das aktuell aufgeheizte sozio-politische Klima, der Kampf gegen „Wokeness“ und immer eklatanter werdender Rassismus. Und da müssen sich die Macher der Serie schon auch selbst an die Nase greifen, wenn sie entsprechende Kritikpunkte auf dem Silbertablett präsentieren. Meiner Meinung nach hätten sie all dem ausweichen können, wenn sie das BLM-Thema nicht so stark präsentiert und zumindest einen Charakter mit weißer Hautfarbe als „gut“ dargestellt hätten.
Wie dem auch sei, die Story selbst ist sehr spannend, gut erzählt und wird von großartigen Schauspielern getragen. Es wäre schade, wenn man wegen Politik das nicht würdigt und die Serie von vornherein negativ bewertet und ignoriert. Ich persönlich wurde gut unterhalten, bleibe zufrieden zurück und freue mich auf die zweite Staffel.
Fazit: Empfehlenswert.
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