Eine schöne Wanderung auf der Suche nach Wölfen.
Im Jahre 2011 brach der junge Wolf Slavc aus seinem Geburtsrevier zu einer Wanderung auf, quer durch Slowenien, durch Südösterreich und dann nach Italien ins Gebiet zwischen Verona und dem Gardasee, wo er Julia traf, eine junge Wölfin, welche aus dem Apennin nach Norden gewandert war. In den zehn Jahren, die sie miteinander verbrachten, hatten sie ca. 42 Junge, die in mehrere Rudel aufgeteilt heute in den Lessinischen Bergen leben. In einem Gebiet, in welchem der Wolf fast ausgestroben war, haben Slavc und Julia eine neue Population hervorgebracht.
Adam Weymouth beschreibt in diesem Buch seine Wanderungen entlang des Pfades, welchen Slavc damals zurückgelegt hatte. Dabei geht er auf Tuchfühlung mit der Landschaft und den Bewohnern der Alpen und verwebt dabei wichtige Themen unserer Zeit, wie das Verhältnis der Menschen zur Natur, die Veränderungen durch den Klimawandel und die Angst vor dem Fremden.
Wolfspfade von Adam Weymouth ist eine packende literarische Reportage, die mich von der ersten Seite an tief beeindruckt hat. Der britische Reiseschriftsteller begibt sich in diesem Werk auf eine außergewöhnliche Spurensuche quer durch Europa, indem er der echten GPS Spur des legendären Wolfs Slavc von Slowenien über die Alpen bis nach Norditalien folgt. Was dieses Buch so besonders macht, ist die gelungene Mischung aus einfühlsamer Naturbeschreibung und topaktueller gesellschaftlicher Debatte. Weymouth schreibt unglaublich bildhaft über die Landschaften, die er durchwandert, und schafft es gleichzeitig, ein unvoreingenommenes Bild der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Wolf zu zeichnen. Er lässt Naturschützer, Forscher und betroffene Landwirte gleichermaßen zu Wort kommen, ohne vorschnell zu urteilen oder den Wolf zu romantisieren. Für mich ist dieser tiefgründige Reisebericht ein echtes Lesehighlight für alle, die sich für Naturthemen und die Zukunft unserer gemeinsamen Ökosysteme interessieren.
Außerdem hätte ich nie gedacht, dass mich je der Epilog eines Sachbuches zu Tränen rühren würde.
Fazit: Empfehlenswert.
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