Das schlechteste Spiel seit langer Zeit.
Von Matt Eklund (ca. 60–150 Min.; 1-9 Spieler)
Schlechte Regeln, schlechtes Material, nervige Mechaniken, lächerliche Endwertung.
Was ist Stationfall? Stell dir vor, etwa ein Dutzend zufällig ausgewählte Menschen, Roboter und andere Charaktere, jeder mit seinen eigenen Fähigkeiten, Zielen und geheimen Beziehungen, wurden auf eine Raumstation losgelassen, die bei ihrem unvermeidlichen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verbrennen wird. Du bist einer dieser Charaktere, und die anderen sind deine Kollaborateure, die dir bei der Erreichung deiner Ziele zur Seite stehen. Wähle sie aber mit Bedacht, denn jeder von ihnen könnte insgeheim ein anderer Spieler sein, der nur darauf wartet, dich zu verraten! Deine besten Züge werden die einzigartige taktische Freiheit einer geheimen Verschwörung sowie deine Schlussfolgerungen über die Identitäten und Motive deiner Gegner ausnutzen. Stationfall ist chaotisch, komplex und voller gefährlicher Variablen.
Was auf der Spielschachtel gut klingt und auch interessant ausschaut, entpuppt sich jedoch als brutaler Fehlgriff. Die schiere Menge an Optionen in diesem Sandbox-Spiel, kombiniert mit der taktischen Natur des Spiels, die den Spielplanzustand zwischen den eigenen Zügen stark verändert, sowie dem langsamen Tempo, das durch die Durchführung mehrerer Aktionen zum Erreichen eines Ziels entsteht (so kann beispielsweise das einfache Bewegen zu den Rettungskapseln eine Tortur mit mehreren Zügen sein), führt dazu, dass das Spiel trotz seiner albernen Absichten sehr anfällig für Analyse Paralyse ist. Die Züge sind zäh, die Aktionsmöglichkeiten unübersichtlich und die Schlusswertung mit dem Datentransfer idiotisch. Wer denkt sich so etwas aus und wer hat dabei Spaß? Dazu kommt ein komplett unübersichtliches Regelheft.
Die Ausrede, dass Stationfall von der Dynamik und den Geschichten am Tisch lebt, lasse ich nicht gelten, denn wie sollen lustige Momente entstehen, wenn jeder ewig braucht, um irgendetwas machen zu können? Ja, zwischendurch können solche witzigen Szenen entstehen, aber die sind so rar gesät zwischen den elendslangen Prozeduren und derart isoliert, dass sie es nicht schaffen, eine übergreifende positive Atmosphäre zu erzeugen.
Fazit: Nicht zu empfehlen.
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