Mielke, Thomas R.P. – Das Sakriversum

Dieses Buch ist, mit einem Wort, seltsam.
Inhalt: Im Mittelalter wurden von einem Kathedralenbauer seine unehelichen Kinder, ein Zwillingspaar, im Süddach der Kathedrale ausgesetzt. Daraus entwickelte sich das Volk der Schander, das auf 20 cm geschrumpft ist. Im Norddach wurden auch einige Waisenkinder ausgesetzt, die sich in ähnlicher Weise zum Volk der Bankerts entwickelt haben. Samt Tieren übrigens. Während die Schander eine mittelalterliche geschlossene Gesellschaft durch Inzest aufrecht erhalten haben, sind die Bankerts der Anarchie verfallen. Sprung nach 2018, einer hochmodernen, futuristischen Gesellschaft. Doch die Neutronenbomben löschen alles Leben auf der Erde aus und nur die beiden Völker in der Kathedrale sind noch übrig. Da kommt es zum Kampf ums Sakriversum, dem heiligen Ort im Zentrum der Kathedrale, dem Paradies für diese Minimenschen.
Was an sich recht nett und spannend wirkt, hat sich für mich leider als seltsamer Genremix entpuppt. In den Rückblenden wirkt es wie ein historischer Roman, doch dann haben wir mit der modernen Technologie einen Science-Fiction-Roman und die Schander haben auch noch übernatürlich Fähigkeiten, was ihn zu einem Fantasy-Roman macht. Als Mielke dann auch noch die Templer, ein Geheimnis aus der arabischen Welt und Nostradamus eingebaut hat, war das Buch für mich nicht mehr lesbar.
Dazu kommen die eindimensionalen, seltsam agierenden Charaktere, mit denen ich einfach nicht mitfiebern konnte.
Dennoch ist nicht alles schlecht. Er beschreibt die Welt sehr gut und es ist sehr spannend zu lesen, wie diese 20 cm großen Menschen in der Kathedrale leben. Ich werde wohl keine Kirche mehr betreten, ohne mir vorzustellen, wie dort unter dem Dach kleine Wesen hausen.
Ein wichtiges Thema aber sind die zahlreichen offenen Fragen am Schluss. Das ist dann reine Geschmacksache. Der Verlag wollte unbedingt eine Fortsetzung, weshalb Mielke genialerweise solche Fragen offen ließ, bei denen der Leser problemlos weiterfantasieren könnte, die aber auch einen zweiten Teil erlauben. Wer aber unbedingt eine perfekt abgerundete Geschichte möchte, der ist hier fehl am Platz.
Fazit: Ich persönlich finde den Schreibstil zu zäh und die Geschichte zu wirr, weiß aber von genug Leuten, die das Buch super finden.

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