Serie: Spider-Noir – Miniserie (abgeschlossen)

Tolles Serienerlebnis.
Inhalt: Der Privatdetektiv Ben Reilly hütet im New York der 1930er Jahre ein Geheimnis: Er ist ein Superheld, genannt „Spinne“. Nach einem Todesfall hatte er jedoch die Maske an den Nagel gehängt. Ein Suchauftrag einer Sängerin führt dazu, dass Ben als Superheld zurückkehrt.
Mit Spider-Noir liefert Amazon Prime Video ein echtes Highlight für alle Fans gepflegter Detektivgeschichten ab. Das düstere New York City der Dreißigerjahre erwacht hier auf eine wunderbar melancholische Art und Weise zum Leben. Ein absoluter Geniestreich ist dabei die Besetzung der Hauptrolle, denn Nicolas Cage trifft den Ton des gealterten und vom Leben gezeichneten Ermittlers Ben Reilly einfach perfekt. Seine charismatische Leistung trägt die Serie mühelos, wobei der Titel sein volles Potenzial erst so richtig entfaltet, wenn man ihn im optionalen Schwarz-Weiß-Modus streamt. Diese visuelle Entscheidung fängt die klassische Film-Noir-Atmosphäre um Längen besser ein als die farbige Variante und sorgt für eine unglaublich dichte Stimmung. Zwar verliert die Erzählung im Mittelteil der acht Episoden ein wenig an Tempo und wird phasenweise etwas langatmig, doch das Durchhalten lohnt sich auf ganzer Linie. Die letzten zwei Episoden entschädigen für jede kleine Länge, ziehen das Tempo massiv an und liefern ein richtig tolles sowie emotional packendes Finale, das Lust auf mehr macht.
Ich möchte aber nochmal betonen, dass sich der Titel „Noir“ hier nicht nur auf die Optik bezieht, sondern auf das komplette Paket, Kameraführung, Dialoge, Plot, Charaktere. Die Serie wirkt wirklich wie originell aus den Dreißigern, nur eben mit Superhelden. Ein tolle Idee und ich bin beeindruckt, dass die Macher das wirklich von der ersten bis zur letzten Sekunde penibel durchgehalten haben.
Die darstellerische Leistung von Nicolas Cage hat aber auch für Diskussionen gesorgt. Da die Serie von vornherein für den Schwarz-Weiß-Modus konzipiert und ausgeleuchtet wurde, hat Cage auch seine Mimik und Gestik an das exzentrische, theatralische Kino der 1930er- und 1940er-Jahre angepasst. In Schwarz-Weiß wirkt dieses „Overacting“ absolut authentisch für das Genre. Schaltet man die Serie jedoch in Vollfarbe, wirkt dieselbe Performance plötzlich völlig überdreht, künstlich und deplatziert im Vergleich zur modernen, farbigen Umgebung. Wer die Serie in Farbe schaut, stößt sich viel eher an Cages speziellem Stil, während die Schwarz-Weiß-Zuschauer seine Performance oft als meisterhafte Hommage feiern.
Fazit: Empfehlenswert.

Dieser Beitrag wurde unter Serien abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..