Nette Fortsetzung.
Nach dem Überraschungserfolg der ersten Staffel kehrt Wednesday düster und stilvoll zurück. Die zweite Staffel bleibt dem schaurigen Charme der Serie treu, bietet erneut viel Mystery, bissigen Humor und ein visuell beeindruckendes Setting. Jenna Ortega trägt die Serie weiterhin mühelos mit ihrer markanten Präsenz und sorgt dafür, dass Wednesdays lakonische Art nie langweilig wird. Inhaltlich versucht die Staffel, größere Themen wie Freundschaft, Familie und Selbstfindung stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei gelingt es ihr über weite Strecken, Spannung und Atmosphäre auf hohem Niveau zu halten. Allerdings merkt man gelegentlich, dass zu viele Nebenhandlungen gleichzeitig erzählt werden, was den Fokus verwässert. Speziell die Handlung mit dem Bruder und dem Zombie wirkt über lange Strecken belanglos.
Insgesamt hatte ich schon das Gefühl, dass man hier versucht hat viel von Staffel eins zu wiederholen und gleichzeitig noch viel mehr dazu zu werfen, weshalb es vor allem in der ersten Staffelhälfte überfrachtet wirkt. In der zweiten Hälfte kommt dann Fahrt auf, die Story ist fokussierter und spannender, mit tollen Auflösungen und einem gelungenen Showdown.
Besonders möchte ich die Performance von Catherine Zeta‑Jones als Morticia loben. Man merkt einfach, wie sehr sie es schätzt, im Spätherbst ihrer Karriere noch einmal so eine bedeutende Rolle bekommen zu haben.
Dennoch bleibt die zweite Staffel von Wednesday eine lohnenswerte Fortsetzung für alle Fans von düsterer Fantasy und cleverer Figurenzeichnung und macht definitiv Lust auf mehr. Und es wird auch mehr geben. Nach dem immensen Erfolg der ersten Staffel war klar, dass noch eine zweite und dritte folgen würden, entsprechend auch der große Cliffhanger hier am Ende. Dieser weckt meine Freude auf die nächste Staffel deshalb so sehr, weil diese anscheinend in eine andere, interessante Richtung gehen wird.
Fazit: Empfehlenswert.
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