Film: The Uprising – Für die Freiheit (2026)

Nett.
Historisch/Action mit Andrew Garfield von Paul Greengrass. 128 Min.
Inhalt: Im England des Jahres 1381 verhängt König Richard II. eine brutale Steuer gegen die ärmsten Mitglieder der Gesellschaft. Als das in einen offenen Aufstand mündet, führt ein Bauer Tausende von einfachen Leuten in einem Marsch nach London an.
The Uprising hat vieles, was ein großes Historienepos braucht: schmutzige Straßen, aufgebrachte Menschen, brutale Machtverhältnisse und eine Rebellion, die jederzeit außer Kontrolle geraten kann. Paul Greengrass inszeniert den englischen Bauernaufstand von 1381 mit spürbarer Dringlichkeit und zieht durchaus interessante Parallelen zwischen mittelalterlicher Not und heutigen gesellschaftlichen Spannungen. Allerdings bleibt die Geschichte überraschend schematisch. Figuren werden häufig eher als Vertreter bestimmter Ideen behandelt denn als glaubwürdige Menschen, und manche Dialoge erklären ihre politische Botschaft etwas zu deutlich.
Andrew Garfield spielt toll, vor allem weil er seinem nur „Ploughman“ genannten Bauern Verletzlichkeit, Zorn und eine stille Würde verleiht. Selbst pathetische Sätze gewinnen durch ihn an Gewicht. Doch auch Garfield kann den Film nicht retten. Seine Figur bleibt zu grob gezeichnet, und je stärker The Uprising in Richtung konventionelles Heldenepos und Robin-Hood-Vorgeschichte abbiegt, desto mehr verliert der Film von seiner anfänglichen Glaubwürdigkeit. Besonders der aufgesetzte Epilog wirkt wie der Versuch, einer komplizierten historischen Niederlage nachträglich einen publikumsfreundlichen Hoffnungsschimmer zu verpassen.
Historisch akkurat ist The Uprising deshalb nur in den Grundzügen. Die Pestfolgen, der Arbeitskräftemangel, gesetzlich gedrückte Löhne, hohe Steuern zur Finanzierung des Krieges gegen Frankreich und der junge König Richard II. bilden einen weitgehend stimmigen Hintergrund. Ploughman selbst ist jedoch keine belegte historische Person, sondern eine stellvertretende Kunstfigur für die namenlosen Aufständischen. Regisseur Greengrass wollte die Ereignisse bewusst nicht aus Sicht bekannter Anführer wie Wat Tyler oder John Ball erzählen. Auch Richards Beteiligung an den Verhandlungen wird verändert, während die große Schlusskonfrontation bis auf ihren Schauplatz fast vollständig erfunden ist.
So bleibt The Uprising ein ordentlich gespieltes und handwerklich kraftvolles, aber zunehmend vereinfachendes Historienkino. Der Film vermittelt überzeugend, warum Menschen rebellieren, weniger überzeugend dagegen, wer diese Menschen tatsächlich waren. Garfield ist sein emotionales Zentrum, nur leider bleibt um dieses Zentrum herum viel brach liegen.
Fazit: Kann geschaut werden.

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