Schlechter Start, aber dann wird’s flott.
Nachdem mir die erste Staffel und das Prequel Dark Wolf eigentlich gut gefallen haben, habe ich hier direkt eingeschaltet, um es zu schauen, wurde aber mit einem enttäuschenden Start bestraft, was sich dann aber zum Glück ab der dritten Episode ändert.
Dass die ersten beiden Episoden der zweiten Staffel von The Terminal List so billig, klischeehaft und visuell enttäuschend wirken, liegt an einer unglücklichen Kombination aus Drehbuchproblemen und Produktionskürzungen. Weil reale geopolitische Ereignisse die Romanvorlage überholt hatten, mussten die Autoren die Handlung hastig umschreiben, was zu hölzernen Dialogen, logischen Lücken und einem erzwungenen Wechsel hin zu abgedroschenen 80er-Jahre-Spionageklischees führte. Gleichzeitig leidet die Optik massiv unter dem exzessiven Einsatz von schlechtem Green Screen und künstlichem CGI. Um Kosten für die vielen internationalen Schauplätze wie Mosambik zu sparen, wurde kaum an echten Schauplätzen gedreht, während das Budget durch das parallel produzierte Prequel Dark Wolf und namhafte Cast-Neuzugänge ohnehin stark strapaziert war. Das Ergebnis ist ein spürbarer Qualitätsverlust, der die einstmals dreckige, handgemachte Identität der Serie gegen sterile Studio-Optik und lahmes Storytelling eintauscht.
Ab Episode 3 fängt sich die Serie jedoch spürbar und gewinnt die Qualitäten der ersten Staffel zurück, da die ersten beiden Folgen lediglich als zäher Prolog fungieren. Sobald James Reece (Chris Pratt) offiziell von der CIA rekrutiert wird, bekommt die Handlung einen klaren roten Faden, wodurch die anfängliche Ziellosigkeit und die hölzernen Dialoge verschwinden. Zudem verlagert sich das Geschehen auf klassische Sets und geheime Stützpunkte, wodurch der künstliche Green-Screen-Look der ersten Stunden einer authentischen, taktischen Militär-Action und präzisem Schießtraining weicht. Dadurch gewinnt die Dynamik deutlich an Fahrt, sodass die Staffel ab der dritten Folge wieder zu dem gewohnt packenden und rasanten Thriller wird.
Mich persönlich hat diese zweite Staffel gut unterhalten und sie bietet auch einen zufriedenstellenden, runden Abschluss. Im Gegensatz zur ersten Staffel ist hier jedoch ein Handlungsstrang für alle sichtbar offen gehalten worden, um jetzt schon Lust auf die dritte Staffel zu machen, die ich sicher wieder schauen werden.
Fazit: Empfehlenswert.
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