Brutaler Absturz.
Die vierte Staffel von Star Trek: Strange New Worlds entpuppt sich als der wohl brutalste Absturz der jüngeren Seriengeschichte und hinterlässt nach den durchaus sehenswerten Vorgängern ein Gefühl der puren Frustration. Wer die Enterprise und ihre Crew liebt, dem sei dringend geraten, Staffel 3 als Abschluss zu betrachten, dann wird man nicht frustriert. Was uns hier abgeliefert wird, hat absolut kein Star Trek mehr in seiner DNA. Statt intelligenter Science-Fiction und tiefgründiger Charakterentwicklung mutiert die Serie zu einer sterilen Konzept-Show, bei der jede Folge ein krampfhafter Versuch ist, irgendein Genre mit Star Trek Make-up zu erzählen. Das Ergebnis ist ein erzählerisches Chaos ohne roten Faden, das den Geist des Franchise komplett verrät.
Die Konzept-Wut der Drehbuchautoren nimmt dabei von Woche zu Woche immer absurdere Formen an, ohne dass jemals echte Spannung aufkommt. Das Trauerspiel beginnt in Folge 1 mit einer völlig deplatzierten Zeitreise samt Dinosauriern, gefolgt von Folge 2, die sich plump an billigem Horror in Space versucht. In Folge 3 wird die Besatzung für ein peinliches Hang Over-Szenario instrumentalisiert, während Folge 4 als prätentiöses Schwarz-Weiß-Noir-Experiment jegliches Tempo ausbremst. Den absoluten Tiefpunkt an Albernheit erreicht die Staffel in Folge 5 mit einem lächerlichen Puppenspiel (echte Handpuppen!). Nach diesem kreativen Offenbarungseid wirkt Folge 6 als einzige normale Folge wie ein kurzer Lichtblick, der jedoch sofort wieder im Keim erstickt wird, denn Folge 7 verkommt zur kitschigen Soap Opera, gefolgt von Folge 8, die den Zuschauer mit einem völlig unlogischen Familiendrama quält. Als wäre das nicht genug, driftet Folge 9 in eine unpassende Fantasy-Welt ab, bevor Folge 10 den Deckel mit einer hanebüchenen Zeitreise voller wissenschaftlichem Nonsens zumacht.
Unterm Strich ist diese vierte Staffel ein einziges Ärgernis und eine herbe Enttäuschung für jeden Fan. Das krampfhafte Schielen nach popkulturellen Trends und Fremdgenres zerstört die mühsam aufgebaute Atmosphäre der ersten Staffeln komplett. Wer auf der Suche nach echter Science-Fiction und dem klassischen Star-Trek-Gefühl ist, sollte um diesen filmischen Totalschaden einen ganz großen Bogen machen. Ein absoluter Tiefpunkt, den man am liebsten schnell wieder vergessen möchte.
Fazit: Hände weg davon!
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