Film: Die Frau in Gold (2015)

Was für eine Tortur!
Drama mit Helen Mirren, Ryan Reynolds und Daniel Brühl von Simon Curtis. 109 Min.
Inhalt: Eine Amerikanerin möchte von der Österreichischen Regierung ein Bild zurück, das ihrer Familie im 2. Weltkrieg gestohlen worden ist.
Leider kenne ich mich mit den Geschehnissen, auf denen dieser Film basiert, aus. Ansonsten würde ich vielleicht sogar einige positive Aspekte finden. Bevor ich aber erkläre, was mein Problem ist, möchte ich kurz meine Perspektive erklären. Geschichten, Mythen, Sagen, Epen wurden im Laufe der Geschichte immer wieder neu erzählt, neu interpretiert und dem Zeitgeist angepasst. Nehmen wir etwa den Film Troja von Wolfgang Petersen mit Brad Pitt her. Dieser Film weicht schon stark von Homers Vorlage ab, aber darin sehe ich kein Problem. Homer selbst hat die Geschichte nur irgendwo gehört und seine eigene Variante niedergeschrieben. Es ist wirklich in Ordnung, wenn Künstler, Autoren oder Regisseure bekannte Stoffe individuell inszenieren. Das ist schon immer so gemacht worden und ist auch vollkommen legitim. In diesem Sinne kann man sich auch bei Buchverfilmungen diese Freiheit nehmen, denn auch das sind „nur“ Geschichten.
Aber nicht so bei Die Frau in Gold, das ja eine Verfilmung von wahren Tatsachen ist. Da hat Niemand das Recht, einfach alles auf den Kopf zu stellen und Dinge nach Gutdünken zu interpretieren. Wenn jemand schon wahre Tatsachen verfilmen will, dann soll er sich gefälligst auch an diese halten. Abgesehen von der völlig falschen Darstellung einiger Charaktere und der unterschwelligen Botschaft, dass auch heute noch die Österreichische Regierung aus Nazis bestehe, liegt mein Hauptproblem in der Prämisse des ganzen Films. Denn hier wird es so dargestellt, dass die Frau nur darauf aus war, ein Unrecht wieder gut zu machen, das ihrer Familie angetan worden ist. In Wahrheit aber hatte sie nur das Geld vor Augen und hat das Bild bereits eine Woche nach Erhalt um einige Millionen Dollar verkauft.
Wie kann man nur so eine Geschichte verfilmen? Wenn die Frau das Bild einige Zeitlang behalten hätte, dann wäre es vollkommen legitim zu sagen, dass sie das alles wegen eines Familienerbstücks gemacht habe. Aber das hat sie nicht. Sie wollte nur das Geld. Und meine Frage lautet nun: Ist etwas es wert, verfilmt zu werden, wenn man alles darin verändern muss, sogar die Motivation der Hauptperson, um einen interessanten Film zu bekommen? Ich sage NEIN. Und als Nachsatz sei angemerkt, dass ich genug Geschichten kenne, die man ohne abstruse Veränderungen spannend erzählen könnte.
Fazit: Ab in die Mülltonne damit!

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