Gedankensprung: Leitfaden zum Spieleerklären

Seit Jahren erkläre ich viele Spiele und ebenso lange werden mir schon Spiele erklärt. Zu oft habe ich dabei schon schlechte Erfahrungen gemacht, seien es nun fragezeichenförmige Augen, die mir entgegenblickten oder mein Gehirn, das sich verabschiedete. Daher habe ich beschlossen hier einen kleinen Leitfaden zum guten Spieleerklären aufzubauen.

Vor dem Erklären: Scheue nicht davor zurück, etwas nachzuschauen. Niemand kann sich alle Details im Kopf behalten. Und wenn du etwas falsch erklärst, muss du dich nicht schämen, das kann jedem passieren. Wirklich, bleib einfach locker, lass dich nicht stressen. Normalerweise kennen die Spieler den Druck, der auf dem Erklärer liegt und sind sehr großzügig.

1) Das Thema! Wie oft wurden mir bei einem Spiel sofort die Regeln erklärt, ohne mir zu sagen, wen ich denn repräsentiere, was die Geschichte ist, was das Ziel ist. Bitte, eine kleine Geschichte zu Beginn ist sehr wichtig, damit die Spieler eintauchen können.
2) Die Startaufstellung vorbereiten BEVOR man erklärt. Denn dadurch geht das Erklären viel einfacher, weil es die Spieler sofort visualisieren können. Idealerweise ist alles schon vorher aufgebaut, oder ihr macht das, während ihr die Geschichte erzählt, ins Thema einführt.
3) Das Ziel. Die erste Information sollte immer sein, was das Ziel des Spiels ist, wie man das erreicht, damit die Spieler während des Erklärens schon darüber nachdenken können, wie sie dieses am besten erreichen. Auch wenn es nur heißt: „Der mit den meisten Punkten gewinnt, doch es gibt einen riesigen Punktesalat, den ich später erklären werde.“
4) Ignoriert die Sonderfunktionen, die einzelnen Züge sind viel wichtiger. In welcher Reihenfolge sind die Spieler dran, was dürfen sie in ihrem Zug machen? In welcher Reihenfolge gibt es welche Aktionen, welche Phasen? Weil sich die meisten Sonderfunktionen auf diese Dinge beziehen, ist es zunächst wichtig, dass die Spieler diese auch verstanden haben. Die meisten Spiele haben irgendeine Tafel mit einer Zugübersicht oder Ähnliches. Bitte verwendet das intensiv, es gibt nichts einfacheres. Und scheut euch nicht immer wieder zu betonen, dass ihr das später erklären werdet. Wenn bestimmte Informationen zu früh kommen, sind sie ohne logischen Kontext und werden sofort vergessen.
5) Material. Sämtliches Material, das nicht im Laufe von Schritt 4 erklärt worden ist, sollte nun erklärt werden. Die Spieler sollten für jedes Ding, das auf dem Tisch liegt, wissen, was es macht. Das ist auch eine gute Kontrolle um zu sehen, ob in Schritt 4 etwas vergessen worden ist.
6) Erklärt nun die Punktewertung, die Endbedingung, den Schluss.
7) Nachdem die Basis klar ist, werden sämtliche Sonderfunktionen erklärt, die nötig sind. Nun haben die Spieler die Mechanik bereits im Kopf und können diese also problemlos zuordnen.

Dann hoffe ich, euch irgendwie geholfen zu haben und wünsche euch viel Spaß bei einem tollen Spiel!

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