Gedankensprung: Die Filme meiner Kindheit / Jugend

Nach den Spielen und Büchern ist nun also Zeit über die Anfänge meiner Leidenschaft für Filme nachzudenken. Und wie auch bei jenen zwei gibt es hier klar fassbare Personen, die mich beeinflusst haben, nämlich mein Onkel und mein Stiefvater.
Ich wuchs ohne Vater auf und meine Mutter hatte generell kein Interesse für irgendwas, was auch mich interessiert hätte. Es war mein Onkel, der bei uns einen Videorekorder installierte und Videokassetten vorbeibrachte. Die fernsten Filmerinnerungen beinhalten Disney-Filme, Bugs Bunny und Bud Spencer. Mein Liebling war Speedy Gonzales, die schnellste Maus von Mexiko. Diese Videokassette haben wir glaub ich über mehrere Jahre hinweg jedes Wochenende geschaut. Aber das war kein Film, die Serien folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Ich habe in meiner Kindheit generell wenig Filme geschaut. Den Fernseher durfte ich in Anwesenheit meiner Mutter nur einschalten um entweder eine der Videokassetten zu schauen oder wenn Bud Spencer im Fernsehen lief. Terence Hill alleine war nicht genug, denn der hat auch einige unlustige Filme gedreht.
Der erste Film, an den ich mich erinnere, ihn im Kino geschaut zu haben, und zwar nicht in einem Kinderkino, war Street Fighter mit Jean-Claude van Damme. Mit einem Freund bin ich damals ins Kino geschlichen, obwohl damals in diesem kleinen Kino niemand unser Alter kontrolliert hat, man es also nicht wirklich als schleichen bezeichnen kann. Gefühlt haben wir uns dennoch großartig, als hätten wir das System betrogen. Das war auch die Zeit, als meine Mutter kurzweilig einen Lebensabschnittspartner hatte, der mit uns am Abend Ghostbusters und andere Kinoperlen der 80er geschaut hat. Das war aber nur eine sehr kurze Phase, ein kleiner Vorgeschmack sozusagen. Es folgten dann weitere zwei Jahre mit den kindgerechten Videokassetten meines Onkels, bis dann mein Stiefvater kam. Der war ein noch größerer Filmfan als ich es heute bin. Wie ein Ertrinkender, der plötzlich eine Tonne Wasser bekommt, habe ich mich damals gefühlt. Geschaut haben wir alles zusammen, Klassiker und Neuheiten, über alle Genres und Altersgrenzen hinweg. Er war ein großer Actionfan und seine Liebe für Stallone, Schwarzenegger und van Damme hat ordentlich auf mich abgefärbt. Jackie Chan aber war eine ganz eigenständige Entdeckung von mir. Da ich damals ein großer Indiana Jones – Fan war, wollte ich ähnliche Abenteuer-Archäologie-Filme schauen und bin dann auf Mission Adler – Der starke Arm der Götter gestoßen. Der hat mir auf Anhieb gefallen und sogleich war ich ein Fan von diesem Schauspieler. Aufgrund der gewaltigen VHS- und später DVD-Sammlung meines Stiefvaters war ich zeitwillig Ansprechperson Nr. 1 in unserer Clique, Schule, Stadt, wenn es um Filme ging, bis eine Videothek und schließlich das Internet kam. Ich war sogar vom ersten Tag an Leser der Jugendzeitschrift Limit und ich war unheimlich traurig, als sie nach sechs Jahren eingestellt wurde.
Vor allem habe ich von meinem Stiefvater gelernt einen Film aktiv zu schauen. Man setzt sich hin, ist leise und konzentriert. Auch heute noch ärgere ich mich ungemein, wenn irgendjemand mich mit irgendwelchen Geräuschen stört. Für mich ist Filmschauen ein tolles Erlebnis, für das ich mir gern Zeit nehme.

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