Gedankensprung: Die Serien meiner Kindheit / Jugend

Nach den Spielen, Büchern und Filmen meiner Kindheit ist es nun Zeit über die Serien zu sprechen. Die habe ich für mich ganz alleine aus purer Langeweile entdeckt. Während meine Nachbarin in mir die Leidenschaft für Bücher, mein Stiefvater jene für Filme und ein Freund jene für Spiele geweckt hatte, gab es bei den Serien keine Person, die irgendwie Einfluss genommen hätte.
Serien sind ja ganz generell sehr gut für Kinder geeignet, weil die Eltern da täglich an fixen Zeiten den Fernseher einschalten können. So waren meine Freunde Pingu, Pumuckl und Biene Maya. Als ich dann in die Schule ging, war ich nachmittags – nach dem Mittagessen bei meiner Großmutter – immer alleine zuhause, was natürlich dazu führte, dass der Fernseher die ganze Zeit eingeschalten war. Zunächst öffnete ich einen italienischen Kanal, denn dort gab es zur Mittagszeit tolle Animes: Lupin III, Sailormoon, Gundam, Dragon Ball etc. Meine Liebe zu Animes ist also schon sehr alt, bevor ich überhaupt verstanden hatte, was dieses Wort bedeutet. Gegen 14:00 Uhr wechselte ich auf die deutschen Kanäle, auf denen einige weitere tolle Kinderserien folgten: Speedy Gonzales, Alfred J. Kwak, DuckTales, Als die Tiere den Wald verließen, Babar der Elefantenkönig, Die Fraggles, Tim und Struppi, Es war einmal … das Leben etc. Doch auch die endeten und dann kamen die Serien für Jugendliche und Erwachsene, die ich aber auch geschaut habe, weil ich ja alleine war: Star Trek, Knight Rider, MacGyver, Das A-Team etc. Am Abend dann liefen die Sitcoms wie Eine schrecklich nette Familie, Der Prinz von Bel-Air, Full House, Alle unter einem Dach etc. Dann kam meine Mutter und der Fernseher blieb schwarz – außer für die Nachrichten.
Die Hausaufgaben habe ich während der Werbepausen schnell gemacht oder während dem Fernsehen. Das Lernen hingegen litt ziemlich unter diesem Lebensstil. Aber was hätte meine alleinerziehende arbeitende Mutter auch machen sollen? Jeden Tag irgendeine Nachmittagsbetreuung bezahlen? Zweimal die Woche hatte ich das eh, also gab es für mich insgesamt drei Fernsehnachmittage pro Woche im Schnitt. Jedenfalls war dies die Geburt meiner Leidenschaft für Serien.
Ich könnte jetzt natürlich darüber philosophieren, ab das gut oder schlecht für mich war, aber das möchte ich nicht. Ich weiß nur, dass ich meinen Kindern nicht die gleiche Erziehung zukommen lassen möchte. Es wird kein Fernsehverbot geben, aber ich werde sicher nicht diese Exzessivität erlauben, wie ich sie hatte.

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