Gedankensprung: Anime-Update Herbst ’17

Das war aber eine schöne Staffel. So viele tolle Serien!

Dennoch gab es nur eine einzige Serie, auf die ich jede Woche intensiv gewartet und die ich immer sofort bei Erscheinen geschaut habe. Die restlichen Serien ruhten auch mal einige Tage. Daher ist auch klar, dass die als meine Nummer eins in dieser Staffel gilt: Ballroom e Youkoso. Ein Tanzanime! Ich habe bereits in meiner Sommerreview erklärt, warum ich diese Serie so toll finde und sie ist Dank spannender Charakterentwicklung jetzt noch viel interessanter geworden. Sie bietet einen schönen Abschluss und eine zweite Staffel, wenn auch sehr erwartet, wird es wohl nicht geben, da das Manga selbst abgeschlossen ist.

Daran anschließend ist es schwer die weiteren Plätze zu küren. Es gibt drei Serien, die für Platz zwei in Frage kämen, ich habe mich dann aber für 3-gatsu no Lion 2nd Season entschieden. Die erste Staffel war bereits mein Liebling im Herbst 2016 und Winter 2017. Die Qualität ist gleichgeblieben (was für tolle Zeichnungen!), wobei hier jetzt mehr sein Leben und das seiner Freunde beleuchtet wird, sowie das wichtige Thema Bullying sehr gut thematisiert wird. Ich finde die Serie einfach super und freue mich schon auf die direkte Fortsetzung im Winter 2018.

Unerwartet wunderbar war Konohana Kitan. Hier geht es um einige Fuchswesen, die in einem Hotel in der Geisterwelt arbeiten. Thematisch wird hier die reiche japanische Mythologie behandelt, Jenseitsvorstellungen und andere spirituelle Aspekte. Die Charaktere sind sehr sympathisch und erleben jede Folge 1-3 lustige, emotionale, philosophische Abenteuer. Manchmal sitzt man am Ende mit einem Schmunzeln da, ein anderes Mal mit einer Träne. Sehr zu empfehlen.

Inuyashiki ist ein sehr interessantes Anime. Es geht darum, dass zwei Personen, ein Opa und ein Oberschüler, in ultimative Cyborgs verwandelt werden. Im Fokus liegt jedoch nicht die Action, sondern die Psychologie. Beide haben ihr Leben vorher als leer und sinnlos empfunden. Während der Opa durch seine neuen Fähigkeiten Sinn darin findet, Menschen zu helfen, füllt der Oberschüler seine Leere damit, dass er Leute tötet. Diese konträren Entwicklungen sind sehr gut gemacht. Am besten aber finde ich die Kampfszenen, in denen wunderbar dargestellt wird, wie der Opa eigentlich gar nicht kämpfen kann, nur irgendwie seine neuen Kräfte einsetzt.

Auch eine Romanze durfte nicht fehlen, weshalb ich das sehr sensible Anime Just Because! geschaut habe. Viel Gefühl und sympathische Charaktere bieten hier gute Unterhaltung.

Ein bisschen enttäuscht war ich am Ende von Kujira no Kora wa Sajou ni Utau – Children of the Whales. Die Zeichnungen waren sehr gut und die liebevollen Details haben in den ersten Folgen eine spannende Geschichte versprochen, doch am Ende ging es nur darum, eine Burg vor einem Angriff zu verteidigen. Aufgrund der Optik und der sympathischen Charaktere habe ich bis zum Ende geschaut, aber was den Plot betrifft, war es leider nicht wirklich spannend. Außerdem gibt es ein offenes Ende, aber ob es eine zweite Staffel geben wird, steht in den Sternen.

In die gleiche Kerbe schlägt Juuni Taisen. Der Anfang hat sehr viel versprochen, doch die erwarteten epischen Kämpfe fielen kurz und wenig bombastisch aus, dafür wurde man mit jede Menge Flashbacks versorgt, deren Qualität unterschiedlicher kaum sein konnte. An sich wäre die Idee super: Ein Kampfsport-Turnier-Anime ohne Hauptcharakter. Absolut jeder ist gleichwertig und kann jederzeit sterben, wer gewinnt bleibt bis zum Ende offen. Doch leider ging durch frühzeitige Hinweise auf das Ende jegliche Spannung verloren. Die letzte Folge war dann auch noch ziemlich enttäuschend.

In Dragon Ball Super wird weiter in epischen Proportionen gekämpft. Ein Kampfsport-Anime aufs wesentliche reduziert.

Die größte Enttäuschung war Black Clover (TV). Ich lese das Manga und das gefällt mir sehr gut. Das Anime bietet nun jedoch viele Elemente, die mich abschrecken. Optisch finde ich die Charaktere allesamt schlecht gemacht und die computergenerierte Magie-Darstellung ist einfach hässlich. Dazu kommt ein Hauptcharakter, der ständig so laut und schrill schreit, dass man einen Trommelfell-Schaden riskiert. Das schlimmste aber ist die langsame Erzählgeschwindigkeit, bzw. der unverhältnismäßige Einsatz von Fillern. Naruto – das Anime, nicht das Manga! – war so schlecht, weil es irgendwann fast nur noch schlecht gemachte Filler-Episoden gab. Man merkt hier sehr gut, welchen Anspruch die Macher von Black Clover haben, nämlich ein ebenso lang laufendes Anime zu erschaffen, egal wie viele Filler dafür nötig sind. Aber das wäre doch gar nicht nötig! Shokugeki no Souma und Boku no Hero Academia haben gezeigt, wie erfolgreich und qualitativ hochwertig man sein kann, wenn man jedes Jahr nur eine Staffel rausbringt. Eine mehrmonatige Pause stört Fans gar nicht, im Gegenteil kommt Qualität vor Quantität. Black Clover sieht das jedoch andersrum.

Da sind wir also schon bei Shokugeki no Souma: San no Sara. Ich habe es nicht geschaut, weil ich das Manga lese und der jetzt verfilmte Handlungsbogen mir überhaupt nicht gefallen hat. Der Vorteil dessen war für mich weniger Stress und mehr Zeit für andere Dinge. Die nächste Staffel werde ich dann aber wohl wieder schauen, wenn es sich zeitlich ausgeht.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Gedankensprung: Anime-Update Herbst ’17

  1. Pingback: Gedankensprung: Anime-Update Winter ’18 | Meine Kritiken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s