Nachdem ich nun mit Orville den aktuellen Stand erreicht habe, wird es Zeit, einen Vergleich mit Discovery zu ziehen.
Star Trek hat von Anfang an unsere soziale Struktur hinterfragt, hat in jeder Folge philosophische oder moralische Fragen gestellt, hat in jeder Folge neue Dinge in den Tiefen des Weltalls entdeckt, hat unsere Phantasie angeregt, hat uns Hoffnung auf eine utopische Zukunft gemacht. Sämtliche Serien aus diesem Universum – Classic, The Next Generation, Deep Space Nine, Voyager, Enterprise – haben dies so gehandhabt und den Zuschauer jede Woche auf ein neues Abenteuer mitgenommen. Diese Serien haben auch eine kohärente Geschichte erzählt, waren in den Bereichen Militärhierarchie, Technik und Aliens aneinander angeglichen. Außerdem waren sie immer hell, hatten viel Licht und eine gute Stimmung.
Orville ist in dieser Hinsicht der perfekte Nachfolger, sowohl storytechnisch als auch optisch. Man merkt, dass hier Star Trek -Fans und -Veteranen eine neue Star Trek – Serie machen wollten, aber die Rechte dazu nicht erhalten haben. Daher haben sie alles neu gemacht, sämtlich Namen geändert, aber nur soweit, dass es rechtlich kein Problem ist und es dennoch eine echte Star Trek – Serie bleibt.
Ob CBS das mitbekommen hat und Discovery als Antwort darauf gedacht ist oder es unabhängig entstand, sei dahingestellt. Jedenfalls wurde hier der Name Star Trek für eine Serie verwendet, die absolut nicht die damit verbundene Tradition weiterführt. Ich habe bereits öfters erwähnt, dass Militärhierarchie und Technik hier einfach falsch sind. Außerdem gibt es keine philosophisch-moralischen Einzelfolgen zu verschiedenen aktuellen Themen, sondern nur ein langer actiongeladener Kriegsplot. Die einzige Frage ist das klischeehafte „Was ist im Krieg erlaubt und wo sind die Grenzen?“
Orville ist also eine Star Trek – Serie ohne diesen Namen, während Discovery dies nicht ist, aber den Namen trägt.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde beide Serien gut. Discovery ist eine tolle, spannende Sci-Fi-Serie, doch Orville gefällt mir viel besser.
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