Gedankensprung: Netflix Original Anime

Letztens habe ich die neueste Anime-Eigenproduktion von Netflix geschaut, nämlich 7 Seeds und war furchtbar enttäuscht. Da habe ich mir gedacht, ich könnte doch einmal kurz über Netflix-Anime ganz allgemein sprechen.
Netflix ist aus einem ganz einfach Grund ins Anime-Geschäft eingestiegen: Geld. Animation in all seinen Formen hat momentan Hochkonjunktur, aber um mit Disney konkurrieren zu können, reicht es nicht, in dieselbe Kerbe zu schlagen. Da hatte irgendein Typ bei Netflix den Geniestreich, einfach jene Animationsform zu übernehmen, die momentan im Westen sehr beliebt, aber schwer zugänglich ist, nämlich Anime. Also konkret eine Alternative zu Disney zu bieten.
Netflix fährt nun zweigleisig: Einerseits unterstützt es traditionelle Studios, andererseits stellt es exklusive Eigenproduktionen her. Der Qualitätsunterschied zwischen diesen beiden Formen ist jedoch eklatant.
Einige der besten Anime-Serien der letzten Jahre wurden von Studios produziert, die von Netflix mitfinanziert worden sind. Diese Studios halten sich grundsätzlich an die Ausstrahlungspläne und -regeln Japans, bringen die aktuellen Folgen dann aber auch immer direkt auf Netflix international raus. An der Produktionsqualität dieser Serien erkennt man einfach, welchen Unterschied es macht, ob talentierte Leute die nötige Finanzierung haben oder nicht. Titel, die derart entstanden sind, wären: Violet Evergarden, Carole & Tuesday, Little Witch Academia, Kakegurui – Compulsive Gambler oder Forest of Piano u.v.m. Das sind allesamt Serien, die sowohl optisch als auch inhaltlich absolut zu empfehlen sind.
Daneben gibt es dann noch die exklusiven Eigenproduktionen, deren Episoden in typischer Netflix-Manier gleichzeitig online gestellt werden, um sie eben in einem Zug schauen zu können, also Binge-Watching, wie man heute so schön sagt. Solche Serien wären etwa 7 Seeds oder Revisions, die zwar optisch nicht schlecht sind, aber inhaltlich weder interessant noch spannend sind. In dem Sinne haben die Anime-Eigenproduktionen bei Netflix das gleiche Problem wie die meisten der aktuellen anderen Serien dieses Streaming-Anbieters: Hohe Produktionsqualität, die optisch großartig ist, aber inhaltlich total versagt.

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