Warum habe ich so etwas großartiges bis jetzt noch nicht gelesen?
Dieses Buch ist so gut, dass man es 70 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch lesen kann und glaubt, es wäre erst vor einem Monat erschienen. Die Themen sind topaktuell, immer noch relevant, die wissenschaftlichen Hintergründe in keinster Weise überholt, der Stil absolut angenehm und überhaupt nicht gealtert. Einfach eine faszinierende Lektüre.
Dieser Roman umfasst neun zusammenhängende Erzählungen, die durch eine Rahmenhandlung miteinander verbunden sind. In der Rahmenhandlung interviewt der Erzähler die Roboterpsychologin Dr. Susan Calvin, die dann ihrerseits diese neun Erzählungen präsentiert.
Das zentrale Element, das hier postuliert wird und sich dann durch diese neun Erzählungen und auch später weiter durch die nächsten Bände der Roboter-Serie zieht, sind die drei Robotergesetze von Asimov:
1) Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
2) Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
3) Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.
In den neun Erzählungen geht es nun immer um die Interaktion zwischen Roboter und Menschen und Asimov entwickelt dabei immer Situationen, in denen diese drei Gesetze strapaziert, aber nie gebrochen werden. Es ist absolut faszinierend diese Geschichten mit ihrer knallharten inneren Logik zu lesen. Etwa der Roboter, der die Religion findet und eine ganz eigene Interpretation entwickelt, weshalb er den drei Gesetzen folgt. Oder der andere Roboter, der Menschen anlügt, um sie nicht mit der Wahrheit zu enttäuschen, denn das wäre eine emotionale Verletzung und somit ein Bruch des ersten Gesetzes. Einfach richtig spannende, kreative Geschichten.
Fazit: Sehr zu empfehlen.
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