“Lesbian necromancers explore a haunted gothic palace in space!“ — Charles Stross über Ich bin Gideon.
Inhalt: Gideon Nav reicht es. Sie hat genug von dem düsteren Planeten voller verknöcherter Nonnen, starrer Regeln und schwarzer Klamotten, auf dem sie aufgewachsen ist. Genug von einem Leben als Dienerin des Neunten Hauses. Vor allem aber hat sie genug von Harrowhark Nonagesimus, der Erbin eben jenes Hauses, die Gideon mit ihrer herrischen Art das Leben schwer macht. Also packt Gideon ihr Schwert und ihre Pornohefte ein, um endlich von diesem gottverlassenen Planeten zu verschwinden. Doch sie wird erwischt. Die Strafe für ihren Fluchtversuch ist unangenehm: Sie soll Harrowhark als Schwertmeisterin an den kaiserlichen Hof begleiten, wo diese, gemeinsam mit den Erben der anderen royalen Häuser, an einem Wettkampf auf Leben und Tod teilnimmt. Wenn sie den Untergang des Neunten Hauses und ihres Planeten verhindern wollen, müssen die beiden wohl oder übel zusammenarbeiten. Und das, obwohl sie einander auf den Tod nicht ausstehen können – oder?
Die Autorin erschafft ein völlig eigenes, kreatives, düsteres Universum mit einem wunderbaren Schreibstil. Der Plot ist durchaus spannend und kulminiert in einem ordentlichen Abschluss. Eine Fortsetzung wäre nicht mehr nötig, kann aber gerne kommen.
Mein Problem mit dem Buch sind die zahlreichen langatmigen Phasen, die teilweise wirklich sehr viele Seiten umfassen und extrem mühsam zu lesen sind, auch das Finale ist dann noch elendig gedehnt. Wenn man sich da aber durchkämpft oder drüber hinweg springt, hat man ein interessantes, ganz spezielles Buch vor sich, das einem eben gefällt oder nicht. Wenn man dieses Buch in die Hand nimmt, weil man sich ein pures Sci-Fi-Buch erwartet, wird man eher enttäuscht werden, es ist vielmehr Horror-Steam-Punk, das in ferner Zukunft im tiefen Weltall spielt.
Fazit: Wer kreative Welten mag und gerne mal über den Tellerrand blickt, sollte dem hier eine Chance geben.
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